Über sich:Ich gehe sehr gerne ins Kino (waschechter Cineast sozusagen), daher werdet ihr viele Filmkritiken vo...
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Ein Meister muß sich an den eigenen Werken messen lassen. Für Woody Allen ist das bislang kein Problem gewesen, waren seine vorherigen Filme doch in der Regel gute bis brillante Zeitgemälde und Parabeln, in denen der New Yorker immer wieder mit neuen Zynismen zu verblüffen wußte. Nach gut 30 Jahren im urbanen Dschungel zwischen therapeutischen Gesprächen über multiple Orgasmen, Sex mit Schafen, Rabbis und dem unvermeidlichen Sensenmann, scheint Allens unerschöpfliche Ideen-Quelle allerdings versiegt. In "Geliebte Aphrodite", dem 26. Streich des jüdischen Komikers, wandelt er auf eigenen, ausgetretenen Pfaden.
Einer griechischen Tragödie gleich, erzählt ein antiker Chor die Geschichte vom Sportreporter Lenny (Woody Allen), der im jetzigen New York (wo sonst?) mit seiner Frau Amanda (Helena Bonham-Carter) lebt. Während seine Gattin ganz begeistert davon ist, ein Kind zu adoptieren, plagen Lenny und den Chor große Zweifel. Schließlich wächst das Kind im wohlbehüteten Schoße der Familie auf. Bis die Gemahlin auf Karrieretrip ist und Lenny die kalte Schulter zeigt.
Fortan sucht der Reporter verzweifelt die Wurzeln seines Filius, die ihren Ursprung bei der unterbelichteten Linda (Mira Sorvino) haben: Gegen das große Mädel mit ihrer üppigen Oberweite wirkt der Adoptivvater wie ein post-pubertärer Pennäler. Als er auch noch erfährt, daß das ordinäre Weib Pornodarstellerin ist, versucht er sie zur Rückkehr ins bürgerliche Leben zu bewegen. Würde Mira Sorvino nicht als greller Paradiesvogel Akzente setzen, so hätte Woody Allen nur ein müdes Recycling aus seinem bekannten Fundus zu bieten. Ein Meister kann halt nicht immer Maßstäbe setzen.
16.10.2001 12:49
Ich bin aber ganz und gar nicht Deiner Meinung - ich fand ihn einfach herrlich. Allein der Trick mit dem Chor...