Geliebte Aphrodite

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Recycling aus dem eigenen Fundus

2  16.12.2000

Pro:
siehe Text

Kontra:
siehe Text

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


lihang

Über sich: Ich gehe sehr gerne ins Kino (waschechter Cineast sozusagen), daher werdet ihr viele Filmkritiken vo...

Mitglied seit:25.12.1999

Erfahrungsberichte:85

Vertrauende:17

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 15 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ein Meister muß sich an den eigenen Werken messen
lassen. Für Woody Allen ist das bislang kein Problem
gewesen, waren seine vorherigen Filme doch in der
Regel gute bis brillante Zeitgemälde und Parabeln, in
denen der New Yorker immer wieder mit neuen Zynismen
zu verblüffen wußte. Nach gut 30 Jahren im urbanen
Dschungel zwischen therapeutischen Gesprächen über
multiple Orgasmen, Sex mit Schafen, Rabbis und dem
unvermeidlichen Sensenmann, scheint Allens
unerschöpfliche Ideen-Quelle allerdings versiegt. In
"Geliebte Aphrodite", dem 26. Streich des jüdischen
Komikers, wandelt er auf eigenen, ausgetretenen
Pfaden.

Einer griechischen Tragödie gleich, erzählt ein
antiker Chor die Geschichte vom Sportreporter Lenny
(Woody Allen), der im jetzigen New York (wo sonst?)
mit seiner Frau Amanda (Helena Bonham-Carter) lebt.
Während seine Gattin ganz begeistert davon ist, ein
Kind zu adoptieren, plagen Lenny und den Chor große
Zweifel. Schließlich wächst das Kind im wohlbehüteten
Schoße der Familie auf. Bis die Gemahlin auf
Karrieretrip ist und Lenny die kalte Schulter zeigt.

Fortan sucht der Reporter verzweifelt die Wurzeln
seines Filius, die ihren Ursprung bei der
unterbelichteten Linda (Mira Sorvino) haben: Gegen das
große Mädel mit ihrer üppigen Oberweite wirkt der
Adoptivvater wie ein post-pubertärer Pennäler. Als er
auch noch erfährt, daß das ordinäre Weib
Pornodarstellerin ist, versucht er sie zur Rückkehr
ins bürgerliche Leben zu bewegen. Würde Mira Sorvino
nicht als greller Paradiesvogel Akzente setzen, so
hätte Woody Allen nur ein müdes Recycling aus seinem
bekannten Fundus zu bieten. Ein Meister kann halt
nicht immer Maßstäbe setzen.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
jinky

jinky

16.10.2001 12:49

Ich bin aber ganz und gar nicht Deiner Meinung - ich fand ihn einfach herrlich. Allein der Trick mit dem Chor...

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