Geliebte Aphrodite

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Aphrodite goes New York

4  19.01.2001 (17.01.2004)

Pro:
Mira Sorvino

Kontra:
Goody Allen kann nicht aus seinen Schatten springen !

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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xaundra

Über sich: ROT ist schön.

Mitglied seit:27.12.2000

Erfahrungsberichte:41

Vertrauende:11

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 105 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Manche Woody Allen Filme sind definitiv Meisterwerke. Das ist die Wahrheit -ohne wenn und aber. Werke wie "Der Stadtneurotiker", "Hannah und ihre Schwestern" oder "Manhattan" sind einfach genial, unvergleichlich spitzfindig und der endgültige Beweis, dass New York auch ganz anders verführerisch sein kann. Die Heimatstadt von Woody Allen bleibt seine absolute Geliebte sein -abseits von familiären Skandalen, Dauerpsychotherapie und Presse.


Doch seit geraumer Zeit kann der Hobbysaxophonist immer seltener wirklich aus seinen Schatten springen. Die gleichen Dinge, die den Kritikern früher die Sprache verschlungen, bewirken heutzutage öfters nur Nörgelei. Sogar das Publikum ist davon teilweise angesteckt, das Interesse lässt nach, und das ist nicht so ganz unberechtigt. Woody Allen ist extrem genau derselbe geblieben, der schon immer gewesen ist, und gewisse déja-vu Erlebnisse lassen sich nicht leugnen. Die Frage bleibt allerdings, was sollte einer wie er schon anders machen. Ich kann kaum vorstellen, dass er Lust hätte -und obwohl er eigentlich fähig wäre, einen gradlinigen Thriller, Western oder Actionfilm zu drehen (sein Musicalversuch war gar nicht mal schlecht, auch wenn seine Höchstleistungen unerreicht geblieben sind). Leider steht sich Woody Allen selbst in Weg. Mit seinen genialen Big Apple Komödien schuf er unweigerlich sein eigenes Genre, als er sich selbst seit mittlerweile fast 50 Jahren auf die Rolle des nervös stotternden, neurotischen aber liebenswerten Verlierers festlegte.


Was kann man in so einen Fall tun? Man dreht weiterhin Filme in der gleichen Weise wie vorher und in guten Jahren wirken die Ergebnisse frisch und originell, wie 1994 die satirische Gangster-Intellektuellen Komödie "Bullets over Broadway". In weniger guten Jahren gehört leider die "Geliebte Aphrodite", die überraschend doch gerettet wird. Der Grund ist eine vulgäre, umwerfend direkte Titelheldin, die für frischen Wind sorgt und zugleich wie ein greller Fremdkörper im Kreis der vertrauten Umgebung der Allen Filme wirkt. Mira Sorvino hat ihren Oscar als beste Nebendarstellerin redlich verdient. Sie spielt eine Prostituierte namens Linda Ash, die unter dem Künstlername Judy Cum gelegentlich sogar in Pornos mitwirkt. Linda geht absolut locker mit ihren Job um und sie mag ihr Leben. Nur ab und zu taucht die Vergangenheit auf und bringt eine kleine Sorge mit. Sie hat vor ein paar Jahren ihr neugeborenes Baby zur Adoption freigegeben. Unterdessen wächst das Kind als Sohn der gut situierten Familie von Lenny Weinrib (Woody Allen) in typischen phantasietötenden Upper-East-Side Wohlstand auf. Als aber die Ehe des New Yorkers Sportreporters langsam runter geht, weil seine kühle Ehefrau Amanda (Helena Bonham Carter) mehr Zeit in ihre schicke Galerie als in die Familie investiert, macht sich Lenny auf die Suche nach der leiblichen Mutter seines kluges Sohnes. Der frühreife Knirps entwickelt unübersehbar genialische Züge und infolgedessen phantasiert Lenny die Unbekannte als ausnehmend intelligente, zungenfertige Frau von Welt zusammen. Immerhin ganz falsch liegt er mit seiner Theorie bestimmt nicht...


Bevor "Mighty Aphrodite" (Originaltitel) wirklich in Fahrt kommt, verliert Woody Allen leider wertvolle Zeit mit einer sehr zähen Einleitung, die phasenweise so aussieht, als hätte er sein ganzes Archiv ordentlich durchgekämmt. Die Kamera hält sich fast bewegungslos in Hintergrund, die Apartments sind wieder mal zu beige, eine Menge in edlen Klamotten gekleidete Wohlstands-NewYorker diskutieren über Gott, Sex und das immer größer werdenden Universum. Erst viel später, als Linda erscheint, die Prostituierte mit dem guten Herz, die Lenny mit einem fröhlichen und unwiderstehlichen "Sind Sie mein drei Uhr Termin?" begrüßt, kommt wahres Leben auf die Leinwand. Man kann bestimmt nicht abstreiten, dass Lennys Versuche aus der Hure eine vermeintliche ehrenwerte Hausfrau zu machen, wirklich meist amüsant sind. Schließlich unterliegt er doch ihren Charme. Das hat überraschende Folgen, die Ironie des Schicksal ist anwesend und verbindet sie für immer- nicht nur des adoptierten Sohnes wegen...

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LRSB

LRSB

23.07.2002 16:33

Nur mit Meisterwerken kann man ja nicht auskommen...

pencil

pencil

19.06.2001 20:57

Die bekanntesten habe ich auch gesehn. Aber ich fand sie nicht alle gut! Gruß, pencil

Rappelzappel

Rappelzappel

19.01.2001 11:23

nette Meinung, aber huuu, die Formatierung tut den Augen weh beim Lesen. Das könnte man verbessern und die Leser erfreuen!

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