Wieviel darf Sicherheit kosten?
11.09.2007
Pro:
Sicherheitsorientiert, keine Schulden, Solidargemeinschaft der Genossen
Kontra:
Nichts zu erkennen
Empfehlenswert:
Ja
 Mitmensch
Über sich:
Mitglied seit:11.09.2007
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Herausforderung, der man sich stellen muss, ist doch für alle gleich, soweit man zu den Normalverdienern gehört und eben nicht reich erben wird. Die Renten sinken und die Mieten steigen und worauf möchte ich im Rentenalter verzichten: auf Wohnqualität oder auf Konsum? Die Immobilie ist unter Fachleuten unumstritten eine der sichersten Altersvorsorgen. Da fällt mir gerade der Werbespot der Sparkasse ein: Die Immobilie, die einzige Altersvorsorge, die man jetzt schon nutzen kann! Nun stellt sich die Frage, wie komme ich zur eigenen Immobilie, wenn ich nicht die 200000 € cash habe. Es gibt halt nur die zwei Wege: entweder eine Bank- oder Bausparkassenfinanzierung oder der Weg über Mietkauf.
Es wäre falsch, generell einen dieser Wege zu bevorzugen oder zu verteufeln. Es hat letztes Jahr über 90.000 Zwangsversteigerungen gegeben, dennoch haben Millionen ihre Immobilienfinanzierung tadellos geschafft. Es muss sich jeder die Frage stellen, wie weit Sicherheitsaspekte für ihn im Vordergrund stehen und wie wichtig ihm ist, zu vermeiden einmal zu den 90000 Zwangsversteigerungsopfern gehören zu können. Es ist nicht davon auszugehen, dass einer dieser 90000 dieses finanzielle Desaster bewußt geplant hat, sondern vermutlich eher arbeitslos wurde, längere Zeit krank war und erhebliche Einkommenseinbußen hatte oder sich vielleicht hat scheiden lassen.
Insofern finde ich es immer wieder erstaunlich, dass Kostenvergleiche zwischen einer Bankfinanzierung und dem Mietkaufmodell der Genotec eG in den Vordergrund gestellt werden und angeblich kriegsentscheidend sein sollen, welcher Weg der richtige sein könnte. Vielmehr muss jeder für sich entscheiden, wie sicherheitsorientiert er ist und denkt, und wie er mit dem Gefühl umgehen kann, mit Schulden zu leben und zu schlafen.
Fakt ist: Eine Bank fackelt bei notleidenden Finanzierungen nicht lange. Die Immobilie kommt unter den Hammer, Gefühle und Menschlichkeit bleiben auf der Strecke. Die Bank hat ja auch die Aufgabe Geld zu mehren und sonst nichts darüber hinaus. Anders der Gedanke bei einer Genossenschaft: Hier schließen sich viele Einzelne zusammen, um gemeinsam stark zu sein. Sie entscheiden gemeinschaftlich und demokratisch mit gleichen Stimmanteil nach Personen (Mitgliedern und nicht Geldanteilen) bei der Generallvollversammlung. Der Gesetzgeber hat dies reglementiert durch die Genossenschaftsgesetze und der Pflicht, dass jede Genossenschaft Mitglied in einem Prüfungsverband sein muss, der die Gründung akzeptiert, sofern Aussicht auf Erfolg der Genossenschaft überhaupt gegeben ist, und die Genossenschaft dann jährlich überprüft und kontrolliert. Und dies nicht nur formell, wie das BaFin bei Banken, sondern auch inhaltlich.
Die Genotec eG ist mit ihrer Satzung, ihre Mitglieder günstig (4.5 % Mietzins auf 25 Jahre fest, Kaupreis in 25 Jahre zum Preis von heute, notariell und grundbuchlich gesichert!) und sicher, nämlich schuldenfrei in die eigenen 4 Wände zu begleiten mehr als innovativ. Zumal das Mitglied seine Wunschimmobilie frei am Markt auswählen kann. Einen Glückwunsch an den "Erfinder" dieses Genossenschaftsmodells. Die Zeit war überreif für eine solche Idee. Entscheiden muss jedoch jeder selbst, welche Art des Immobilienerwerbs der richtige für ihn ist. Ob als Einzelkämpfer gegen die Banken mit einem Risiko durch eine Zwangsversteigerung alles verlieren zu können oder in der Gemeinschaft der Genossenschaft, wo auch z.B. vorrübergehende Arbeitslosigkeit oder andere finanziellen Engpässe von allen Genossen gemeinschaftlich als Solidargemeinschaft gestemmt werden können und der ethische Gedanke einer Genossenschaft im Vordergrund steht und nicht nur finanzielle Interessen eines Unternehmens wie zum Beispiel bei den Banken.
Der Erwerb der eigengenutzten Immobilie ist zumindest immer richtig, insbesondere auch mit dem Blickwinkel auf die Rente, denn Lebensstandard und Lebensqualität ist wichtig, auch und gerade im Alter.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
09.10.2009 15:43
Irgendwie habe ich das mit dem Bausparkassenprinzip hier nicht verstanden - bei der Bausparkasse spare ich 40% oder 50% ein um die Zuteilung zu erreichen. Bei diesem Mietkaufmodell ist der Ansparanteil doch wesentlich geringer (egal ob per Ansparung oder Einmaleinzahlung), so dass wesentlich mehr Ansparer oder einer wesentlich längere Wartezeiten benötigt werden, damit ein Projekt umgesetzt wird. Und genau hier sehen ich ein Problem, dass nur die ersten die geplante Zuteilungszeit erreichen, für alle die dem System nun beitreten könnte es viel viel länger dauern. Und zur Insolvenzgefahr: Natürlich kann auch ein Unternehmen, dass ohne Fremdkapital auskommt in insolvent werden. Beispiel: Eine Genossenschaft finanziert ihre Immobilien nur über Eigenkapital. Plötzlichkündigen 50% der Genossen kündigen ihr Genossenschaftsanteile, aber das Geld ist ja in Immobilen angelegt! Nun müssen entweder Immobilien anderer Genossen verkauft werden oder Fremdkapital aufgenommen werden! Aber wie soll das gehen?
03.02.2009 20:58
Hallo Lucie, was verstehst Du unter einem dynamischen Gleichgewicht? Bin hier wirklich im philosophischen Bereich, weil ich nicht erkennen kann, was Du genau damit meinst. Und von welcher realen Wirklichkeit sprichst Du? Von Deiner eigenen? Fakt ist, dass immer mehr Immobilien, sowohl im Neubaubereich als auch im Altbaubereich realisiert worden sind. Selbstverständlich können auch 25% liquide Mittel gehalten werden. Vermutlicherweise ist Dir nicht bekannt, dass die Quote von Einmalzahlern zu Sparern 30% zu 70 % sein muss, sonst könnten die Zuteilungszeiten nicht eingehalten werden und das System würde implodieren. Dies wird auch akribisch überwacht. Das Genotec Modell ist auf den ganz alten Bausparkassentarifen kalkuliert. Im Prinzip erklärst Du dauernd, dass das Prinzip der Bausparkassen nicht funktionieren kann und somit Genotec auch nicht. Schon sehr verwunderlich, nicht wahr?
03.02.2009 19:03
@mitmensch dass ist nun Blödsinn.Weil Verbraucher Geno-Mitglieder werden und Geld einzahlen, werden diese auch Ansprüche formulieren und Erwartungshaltungen haben. Diese sind in diesem dynamischen Gleichgewicht gar nicht zu erfüllen. Mittlerweile zeigt dass auch die reale Wirklichkeit. Das Konzept ist deshalb genial, weil eine Genossenschaft (ausser Bankgenos) nicht können muss, sondern nur wollen muss. 25% liquide Mittel...rechne doch mal bitte selbst, wie das bei den avisierten Zuteilungen laufen soll.