Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian

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Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian

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... WALTER RATHENAU: Nach Haffner einer der größten Männer der neueren deutschen Geschichte an Charakter, Charisma, Geduld und universeller Bildung. Rathenau (SPD) wurde nach kurzer Regierungszeit von jungen Attentätern heimtückisch ermordet, sein Tod aber posthum von vielen betrauert. ... Bericht lesen





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Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian
Taschenbuch, 304 S., Erschienen: 2002
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10 von 13 ähnlichen Angeboten für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian  
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Geschichte eines Deutschen - Sebastian Haffner Geschichte eines Deutschen - Sebastian Haffner
Es gibt Bücher, da sitzt man als Rezensent nach der Lektüre hilflos vor einer riesigen ... mehr
Sammlung von Zitaten und weiß nicht, wie man alle
in seine Besprechung einbauen soll. Einer dieser
zugegebenermaßen seltenen Fälle ist Geschichte
eines Deutschen; Sebastian Haffners Erinnerungen
an die Zeit zwischen dem Kriegsausbruch 1914 und
dem Machtantritt der Nationalsozialisten strotzen
vor zitierfähigen Passagen. Doch die
Formulierungsfähigkeiten des Autors sind nicht das
einzig Herausragende an diesem Band, der Inhalt
steht ihnen in nichts nach.  Dessen Aufbau folgt
Haffners Linie "20 Jahre deutsche Geschichte aus
meiner Perspektive" mit anschließender "Geschichte
Deutschlands als Teil meiner privaten
Lebensgeschichte". Genau hier liegt das Geheimnis
dieses 1939 entstandenen und niemals
veröffentlichten Frühwerks von Haffner: Ein
"Durchschnittsmensch mit vielen Schwächen" erzählt
das ganz persönliche Erleben einer "interessanten
und dramatischen" Zeit. Für Haffner ein "privates
Duell mit dem Dritten Reich", das ungewohnte
Einblicke ermöglicht.  Die Erinnerungen bereits
1914 beginnen zu lassen ist dabei eine
außergewöhnliche Entscheidung, datiert doch
Hitlers Machtübernahme erst auf das Jahr 1933.
Doch bereits im Ersten Weltkrieg sieht Haffner
"die Wurzeln des Nazismus: nicht etwa im
'Fronterlebnis', sondern im Kriegserlebnis des
deutschen Schuljungen", zu denen er damals zählte.
Die anschließende Zeit der Weimarer Republik ist
geprägt von den Vorboten des Unheils, das dann mit
den Zeitungsschlagzeilen "Hitler zum Reichskanzler
berufen" hereinbricht. Im April 1933 schon folgt
der Judenboykott, den Hitler und Goebbels, so
Haffner lakonisch, "auf dem Obersalzberg bei Tee
und Biskuits beschlossen". Was danach kam war eine
Zeit "grau wie ein Hinrichtungshof". Deren
Vorgeschichte schildert dieses schlicht fesselnde
und uneingeschränkt empfehlenswerte Buch.
--Joachim Hohwieler
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Die Geschichte eines Deutschen, 3 Cassetten - Sebastian Haffner Die Geschichte eines Deutschen, 3 Cassetten - Sebastian Haffner
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Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914-1933 - Hörbuch zum Download / Sebastian Haffner Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914-1933 - Hörbuch zum Download / Sebastian Haffner
Hörbuch zum Download - Sebastian Haffners "Geschichte eines Deutschen" handelt von einem ... mehr
Jungen aus bürgerlicher Familie, der den Ausbruch
des Ersten Weltkrieges als Zerstörung seines
Ferienidylls empfindet. Der die galoppierende
Inflation 1923 beobachtet, mit ihren jugendlichen
Aktienspekulanten und hilflosen Vätern, ihrem
Januskopf von Hunger und Verschwendung.Der Jahre
später Deutschland verlässt und ins Exil geht,
weil die Nazis "seiner Nase nicht passten", weil
er Stellung bezieht, für sich und sein
Gewissen.Die Aufzeichnung gilt als der
bedeutendste Fund in Haffners Nachlass.
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Geschichte eines Deutschen : die Erinnerungen 1914 - 1933. - Sebastian Haffner Geschichte eines Deutschen : die Erinnerungen 1914 - 1933. - Sebastian Haffner
Seiten: 304, Taschenbuch, München : Dt. Taschenbuch-Verl.,
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"Durchschnittsmensch mit vielen Schwächen" erzählt
das ganz persönliche Erleben einer "interessanten
und dramatischen" Zeit. Für Haffner ein "privates
Duell mit dem Dritten Reich", das ungewohnte
Einblicke ermöglicht.  Die Erinnerungen bereits
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außergewöhnliche Entscheidung, datiert doch
Hitlers Machtübernahme erst auf das Jahr 1933.
Doch bereits im Ersten Weltkrieg sieht Haffner
"die Wurzeln des Nazismus: nicht etwa im
'Fronterlebnis', sondern im Kriegserlebnis des
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"die Wurzeln des Nazismus: nicht etwa im
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Haffner lakonisch, "auf dem Obersalzberg bei Tee
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dem Machtantritt der Nationalsozialisten strotzen
vor zitierfähigen Passagen. Doch die
Formulierungsfähigkeiten des Autors sind nicht das
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"Durchschnittsmensch mit vielen Schwächen" erzählt
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außergewöhnliche Entscheidung, datiert doch
Hitlers Machtübernahme erst auf das Jahr 1933.
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"die Wurzeln des Nazismus: nicht etwa im
'Fronterlebnis', sondern im Kriegserlebnis des
deutschen Schuljungen", zu denen er damals zählte.
Die anschließende Zeit der Weimarer Republik ist
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Haffner lakonisch, "auf dem Obersalzberg bei Tee
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Die anschließende Zeit der Weimarer Republik ist
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Geschichte eines Deutschen. Als Engländer maskiert / Haffner, Sebastian Geschichte eines Deutschen. Als Engländer maskiert / Haffner, Sebastian
Buch, gebundene Ausgabe, 432 S., Beilagen: Lesebändchen, Erschienen: 2006
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1-6 von 16 Erfahrungsberichten    
> Alle 16 Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian Erfahrungsberichte anzeigen
Erinnerungen 1912 - 1933
Erfahrungsbericht von riederwald über Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian
26. Juni 2005


Produktbewertung des Autors:   

Niveau: anspruchsvoll 
Stil: ausschmückend 
Unterhaltungswert: hoch 
Wie ergreifend ist die Story? ergreifend 
Informationsgehalt: sehr informativ 
Aufmachung: ok 

Pro: Haffner bewahrt die posiviten Traditionen seiner Eltern und Großeltern über alle stürmische Zeiten
Kontra: die meisten Deutschen von Haffners Generation bewahrte keinerlei alte Traditionen und war somit leichte Beute für jegwelche Demagogen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

AUGUST 1914:

Sebastian Haffner geht in die 2. Klasse. Herrliche Sommertage, es waren noch Schulferien. Sebastian wird wie alle von der Mobilmachung mitgerissen. Jener Kriegserklärung, welche die Bevölkerungen in Berlin, Paris, Wien und Petersburg lautstark von ihren Herrschenden abverlangten.

Kaiser Wilhelm II. endete in Berlin seine Rede vom 30.07. mit "Jetzt geht heim und betet für einen baldigen Frieden". Weder auf dem Woodstock-Festival noch in Berlin bis zum heutigen Tage trafen mehr Menschen zusammen als an diesem Abend. Dieser Satz wurde am nächsten Tag nicht in der Zeitung abgedruckt. Die Bevölkerung Berlins sang bis 4 Uhr nachts in Gaststätten und auf Plätzen nationale Lieder, obwohl am nächsten Tag gearbeitet werden musste. Desgleichen in Wien, Paris und Petersburg. Wilhelm II. hatte die Tage vorher mehrfach mit Petersburg und Paris Kontakt aufgenommen und wollte, daß Russland und Frankreich seine (zuerst) erklärten Kriegserklärungen rückgängig macht. Lag es an seiner Rhethorik oder wollten die beiden Länder wirklich den Krieg. Der Kaiser wünschte ihn nicht, auch wenn er seine Solidarität zu Österreich nicht brechen wollte. Unverständlicherweise war die deutsche Bevölkerung im Kriegstaumel. Es gab so viele Kriegsfreiwillige, daß die Uniformen nicht ausreichten und Schulen geschlossen werden mussten. ??

Trotz einer erst jungen und kulturell / wirtschaftlich blühenden Kaiserzeit mit Rechtsstaat und BGB erhob sich bereits seit Jahren eine verhängnisvolle Zivilisationsmüdigkeit und Todessehnsucht (Schopenhauer, Nietzsche). Seit wenigen Jahren war Deutschland das industriell bedeutendste Land der Erde nach Amerika geworden und ein international hoch angesehener junger Staat. Wilhelm und seine Minister verlangen eine Besteuerung von weniger als 15 % (heute 40 - 50 %).

Charles Baudelaire: "Halbwegs verliebt in den süßen Tod". ohne Grund.

In einem späteren Buch sagte Haffner, dem im Rückblick als Erwachsener eine rationale Erklärung schwerfiel:
"Wenn es dem Esel zu wohl ist, dann geht er auf das Eis."

Was auch für die anderen kriegsbeteiligen Nationen galt. Mit Ausnahme Russlands, das in der Tat von starken inneren Problemen und aussenpolitischen Schwierigkeiten (Japankrieg) gebeutelt war. Aber Zentraleuropa ging es niemals besser.

Vielleicht dachte die Bevölkerung, daß der Krieg eine Art Wirtshausrauferei sein werde, die spätenstens zu Weihnachten 1914 beendet ist. Man hatte auch kein Anschauungsmaterial, der letzte Krieg lag fast 50 Jahre zurück (gegen Frankreich). Nachdem der Sarajewokonflikt aus den Schlagzeilen verschwunden war, hatte der erste Weltkrieg für alle Beteiligten kein Hintergrundmotiv mehr. Traurig stimmt die Verblendung der Jugendlichen, die sich in ihrer Irrationalität einer guten Sache sicher waren und voller Idealismus in den Krieg zogen. Von diesen starben an einem einzigen Tage bei dem zur Legende gewordenen Tag bei Langemarck 45.000 Schüler und Studenten im Oktober 1914. Belgien schmückt heute noch die Kriegsgräber jener Jugendlichen, die wegen des verhängnisvollen Schlieffenplanes ihr Leben liessen ...

Doch von solcherlei bekam der siebenjährige Sebastian in der Zeitung nichts mit. In den nächsten 4 Jahren wird kein Wochentag ohne Lesen der Heeresberichte an der Litfaßsäule oder der Zeitung mehr vergehen. Das Aufrechnen von Panzern oder Divisionen bringt Spannung in Haffners Leben , ähnlich den Computerkids von heute, die auch das Geschehen aus der Ferne beobachten.

Die Kapitulation 1918 läßt in ihm eine Welt zusammenbrechen ! Er hat anderswo mal geschrieben, daß die 25 Friedensjahre unter Wilhelm II. bins 1913 vielleicht die glücklichste Zeit war, die das Deutsche Reich je gehabt hatte und daß dieser Kaiser (trotz seiner derben Sprüche und Charakterfehler) ein recht gutmütiger, überaus beliebter und vielseitig gebildeter Kaiser gewesen war, heute nahezu vergessen.

1918 entzog das deutsche Volk und Militär auf unloyale Weise plötzlich der 200-jährigen Habsburger Monarchie das Vertrauen entzog und lies den Kaiser wie eine heiße Kartoffel fallen.

Und das fremde Holland setzte sich alsbald mutig für den Gast ein, lieferte ihn auch nach Drohungen nicht dem alliierten Kriegsgericht aus. Deutschland selbst hatte dazu nicht den Mut besessen über ihrem (Ex-) Kaiser eine schützende Hand zu halten, welcher mit seinen Entscheidungen von 1888 bis 1913 nicht unwesentlich beigetragen hatte, Deutschland zum angesehendsten und blühendsten Land weltweit (nach Amerika) avancieren zu lassen. Hindenburg und Ludendorff versteckten sich in Schweden, kamen 1 Jahr später mit dem unwahren Leichengift der Dolchstoßlegende im Gepäck nach Deutschland zurück.

Diese plötzliche Aufgabe der Loyalität gegenüber der Habsburger Monarchie hat in meinen Augen etwas Abstoßendes und widersprach dem oberflächlichen Selbstbild der "Nibelungentreue". Auch die kleinen Stadtregenten der Fürsten und Herzögen wurde alle aus ihren Ämtern entfernt. Allerdings unblutig. Ein sächsischer Fürst stand in jenen Monaten einem mit Knüppeln bewaffneten Mob alleine gegenüber. Stolz erhobenen Hauptes sagte er denen in sächsischer Mundart: "Na gut, wenn Ihr mich nich mehr wollt, dann macht eben in Zukunft Euren Dreck alleene !"

Jedenfalls ging der Kaiser schweren Herzens von seiner Heimat weg und erlaubte sich eine letzte Bemerkung "Die Deutschen sind eine untreue Schweinebande". Verständlich, daß er sauer war. Und typisch deutsch dieser impulsive Wilhelm II., dessen Zorn meist schnell verrauchte. Wie sehr sein Herz noch an Deutschland hing und wie wenig er in der Folgezeit irgend jemanden von damals haßte lassen seine autobiographischen Werke von 1921 aus dem Exil Einblick geben, die heute bestefalls als Präsenzbestand bei Unibibliotheken einsehbar sind. Haffner weist auf diese hin, obwohl er auch die Entscheidungsunwilligkeit des Kaiser kriitisierte.

Genug zum Kaiser, zurück nach Hamburg und Berlin: Ende 1918 hatte niemand eine neue Vision der politischen Zukunft. Ein Lastwagen bekämpfte den anderen in Straßenschlachten, es wurde gefährlich einkaufen zu gehen.

DIE REVOLUTION IM NOVEMBER 1919:

Leider trübes Novemberwetter, im Gegensatz zur Sommereuphorie des Kriegsausbruches vom 1914.

Eine (kriegs-)müde Bevölkerung hat keine allzu große Begeisterung für eine Sache, die eigentlich gar nicht so übel schien. Ein wichtiges bis heute verdrängtes Jahr, schreibt Haffner im Rückblick Der Unmut der Masse artikulierte sich in revolutionären Straßenschlachten.

Die sozialdemokratische Revolution wird von ihrem Führer Ebert , der erst kurz an der Macht ist - gemäß Haffner - verraten. Weil er das Militär auf die demonstrierende Masse losläßt, über die er die Befehlsgewalt hatte. Rosa Luxenburg und Karl Liebknecht werden "auf der Flucht erschossen". Obwohl Haffner kein Freund der Sozialdemokratie ist, sieht er ein eventuelles positives Szenario in einer gewonnenen Revolution, falls diese nicht von ihrer eigenen Partei und den Schießbefehlen erstickt worden wäre. Ich glaube es gibt sogar ein kleines respektvolles Büchlein von Haffner über Rosa Luxemburg. Was aus Deutschland geworden wäre, wenn es sich mit der UdSSR verbunden hätte ist natürlich Spekulation.

Im Laufe der monatelangen Straßenkämpfe wird auch Sebastian H. Schule beschossen, sein Rektor tödlich verwundet. . Viele Parteigenossen verloren damals das Vertrauen in die Sozialdemokratie.

Die Masse selbst war Mitte der Zwanziger Jahre öfters als eigenes Kunstobjekt Mittelpunkt in Film und Theater, z.B. in Fritz Langs Metropolis, den Nibelungen und Panzerkreuzer Potemkin (UdSSR). Als auch eine rechte "Revolution" mit dem Kapp-Putsch scheitert, verliert er und seine Schulklasse langsam das Interesse an politischen Dingen.

Allerdings beginnen in dieser politik- und ideologiemüderen Stimmung einige andere Mitschüler gerade jetzt sich für Zeitfragen zu interessieren, zu denen sie jahreland kein Interesse entgegebrachten. Und starten neue gefährliche Aktivitäten wie Nachtmärsche mit Schlagringen und illegale Plakataktionen.

Plötzlich schmieden diese (Haffner angeblich unsympathischen) Mitschüler wirre Rassetheorien. Was in nachträglicher Betrachtung des Landes- mitten in Europa, mit Vielvölker- Preussenhintergrund und einem multikulturellen Berlin- verständnisloses Kopfschütteln verursacht und nicht ohne unfreiwillige Komik ist.

WALTER RATHENAU:

Nach Haffner einer der größten Männer der neueren deutschen Geschichte an Charakter, Charisma, Geduld und universeller Bildung. Rathenau (SPD) wurde nach kurzer Regierungszeit von jungen Attentätern heimtückisch ermordet, sein Tod aber posthum von vielen betrauert. Hunderttausende nahmen an seiner Beerdigung teil, obwohl seine Politik zu Lebzeiten umstritten war.

Sebastian H. bekommt immer mehr das Gefühl, daß links angehauchte Politik nie klappen wird.

RUHRBESETZUNG UND INFLATION:

1923 Währungskurse in Millionenziffern: Haffner sieht den Rest der traditionellen Werte in diesem Jahr wie dürres Holz in Flammen aufgehen. An der Börse / im Beruf war schnelles Handeln gefragt, preußische Geduld und Muße bedeutete verpaßte Chancen und war schon lange nicht mehr "in". Immer mehr etabliert sich jene nüchterne Wirtschaftsmentalität, die auch zu Hitlers Aufstieg ihre Verantwortung nicht leugen kann.

21-jährige Deutsche wurden 1923 über Nacht reich und Direktoren von Unternehmen. Morbide Dandymode, Champagner und demonstrativer Zynismus war der letzte Schick. Religiöse und politische Erlöserfiguren mit langem Haar und / oder fanatischen Blick machten die Großstädte unsicher. Z.B. Häussner, Hannussen oder Hitler. Die Bevölkerung will nicht wahrhaben, daß sie schon seit langem keine verbindende Wertvorstellung mehr besitzt. Mit Wilhelm I. oder Königin Luise gab es einstmals geachtete Herrschende, die in auch in Europa einen guten Namen besaßen. Etwa der Kult um die jung verstorbene Königin Luise hatte im 19. Jh. fast kultische Züge angenommen . Solcherlei Namen gerieten ab 1919 in Vergessenheit, allerdings kamen keine neuen Namen hinzu.


STRESEMANN UND DIE GOLDENEN ZWANZIGER:

Ab 1924 normalisierte sich das Leben wieder. Einführung der Reichsmark, viele Artikel sind wieder für 10 Pfennige auf dem Weihnachtsmarkt zu haben. Die 21-jährigen Bankdirektoren der Inflationszeit kehren ernüchtert in Gehilfenjobs zurück, ältere erfahrenere Menschen treten wieder an ihrer Stelle. Katerstimmung.

Haffner erinnert sich in dieser Katerstimmung, daß die Mehrheit des Landes jene neuen geordneteren Friedensjahre nicht freudig begrüßte! Hiermit unterscheidet sich Haffners Erinnerungs- und Wahrnehmungsvermögen stark von anderen Zeitgenossen, nach deren Erzählungen der ungünstige Verlauf in Richtung Diktatur nur wegen der (damals längst überwundenen) Inflation kam und die Alleinschuld die anderen Staaten hatten.

Sicherlich war der Versailler Vertrag ein Grund, warum Hitler an die Macht kam. Aber einer unter mehreren. Einen weiteren schildert uns Haffner hier, indem er sich erinnert, daß die deutsche Bevölkerung damals Demokratie und geordnetere Verhältnisse als etwas langweiliges und sinnloses betrachtete.

Die Jugend seiner Generation war auf Schlagzeilen wie Armut, Hunger, plötzlicher Reichtum, freiwilliges Erleiden, Nation X kämpft gegen Nation Y, Tod im Kampf, große allgemeine Massenbewegungen für eine Neue Welt, etc. sensibilisiert.

Aus diesem Menschenschlag ging auch das noch heute häufige oberflächliche Religionsverständnis hervor. "Kann es denn einen menschenliebenden Gott geben, wenn wir den Weltkrieg nicht gewinnen durften (und den Rest der Menschheit nicht herumkommandieren können) ? Kann man in einer so grausamen Welt noch Kinder in die Welt setzen? 1970 werden deren Nachfahren einen ähnlichen Atheismus-Beweis gesehen haben. Weil kein linksradikaler Bundeskanzler an die Macht kam, der alles von "Außen" wieder automatisch zum Besseren wenden wird, deshalb ist das Leben sinnlos ...

Revenons a nous moutons: Und viele junge Deutsche empfanden die Jahre ab 1924 als langweilig und öde. Obwohl die so oft zitierte Inflation doch endlich überwunden war konnte man offenbar wieder mal nicht glücklich sein.

Es entstanden doch in Deutschland so viele kulturelle Werke. Von 1924 - 30, den Goldenen Zwanzigern. Das Theater, der Film, die deutsche Literatur wurde im Ausland bewundert. Das moderne Berlin wurde damals "die Metropole" Europas, vor Paris und London. War dies denn offenbar gar nichts wert?

Mit etwas Resignation blickt der 20-jährige Haffner auf andere die andere Nationen. Und wie jene damals ihrem Alltag ein Mehr an Freude und Spannung abgewinnen konnten:
Tiere, Basteln, das Ritual des Essens, Spiele, Hobbies, Kinder, Haus und Garten.

Haffner bedauert, daß all dies den damaligen Deutschen während Hindenburgs Weimarer Regentschaft keine Freude bereitete. Mit der Ausnahme einiger bürgerlichen Kreise und lebenslustigerer Länder im Süden wie Rheinland und Bayern. (Anm.: Na ich denke doch, daß dies nach 1949 besser geworden ist)

Er hat schöne Erinnerungen an Berlin 1928 und dem damaligen Stil des Art Deco. Die moderne Atmosphäre, erste Mädchenkontakte, die Gespräche werden heiterer und weniger verbissen als in den Vorjahren der Inflation. Berlin avanciert zu Europas beliebtester Stadt. . In seinem Sportverein gab es viele Nationen:
Brasilianerinnen, Russen, jüdische Mädchen, Portugiesinnen, Italienerinnen. Alle diese Nationen waren verliebt in Deutschland und die Stadt Berlin. 1928 schien die Welt in Berlin noch in Ordnung. Keines dieser ausländischen und in Berlin integrierten Mädchen hätte träumen können, daß schon bald ein wirrer Rassismus ihnen Hass und Verachtung und Todeswünsche entgegenbringen würde.

Dieser beschwingten und ungezwungenen Atmosphäre trauerte Haffner später nach. Solcherlei positive Jugenderinnerungen und nicht zuletzt seine traditionell preußische Familie trug dazu bei, daß er gegen Umsturzpropaganda von KPD und NSDAP immun wurde, die nun immer aggressiver wurde

DIE REGIERUNG BRÜNINGS:

1930. Die Luft wurde langsam stickiger. Humor, Lebensfreude und multikultureller Charme kam schnell wieder aus der Mode.

Amerika hatte Deutschland jahrelang mit Milliardenkrediten geholfen und so einige Ungerechtigkeiten der anderen Sieger (z.B. Frankreich) an Deutschland unbemerkt gemildert. In den Zwanzigern zahlte Deutschland mühsam Reparationen an Frankreich und England, diese beiden mussten wieder Gelder an die Vereinigten Staaten zahlen (ohne deren Hilfe sie 1918 nicht gewonnen hätten). Amerika wiederum gab aus diesem Geld wieder Kredite an Deutschland zurück. Dieser Kreislauf war 1929 abrupt beendet, als der katastrophale Börsenkrach in New York die amerikanische Wirtschaft zusammenbrechen lies. Nun konnte Europa und Deutschland aus Übersee keine Gelder mehr erwartet, da die USA selbst zum Problemkind geworden war.

In Deutschland verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation in einer Weise, wie dies seit 1923 nicht mehr der Fall war. Einige seiner Sport- und Vereinsfreunde/innen zogen nach Lissabon oder Buenos Aires und bemerkten in ihren jährlichen Sommer-Heimaturlauben in Deutschland die miese Stimmung.

Hier sehe ich eine kleine Gemeinsamkeit von Haffner und meiner Generation, deren Probleme natürlich nicht so gravierend waren wie 1931.
Ich kann mich noch gut an die endlosen Gespräche in Szenekneipen vor 1980 erinnern: Es herrschte wieder mal eine allgemeine Unzufriedenheit der Jugend und man diskutierte
"In welches Land würdest Du gerne auswandern?" "Kanada", "Australien", "Südsee" ... "Aber hier bleiben, ich weiß nicht ..." 6-monatige Indienaufenthalte gehörten damals noch für viele zur persönlichen Lebensgestaltung und u.a. diese Tradition zeugt für die MULTIKULTURELLE Mentalität, was schon immer eine Stärke Preußens und des Deutschen Reiches war. Nicht zuletzt auch zu eigenem Wohl. Leider vergaß es ab 1931 seine guten Traditionen scheinbar restlos.

Die alten traditionellen Werte, davon erzählten die vor 1880 geborenen schon lange nicht mehr, da seit 1918 diese Geschichten keinen Jugendlichen mehr interessierten. Man sah ja offenbar in weiten Bevölkerungskreisen seit dem verlorenen 1. Weltkrieg keinen Sinn mehr am Leben. Nationalismus wurde synonym mit Expansion gesehen, was in der Geschichte Bismarcks und vorher der einzelnen Bundesländer wie Bayern oder Sachsen auch keine Tradition hatte.

- ADOLF HITLER:

Anfang der Dreißiger Jahre kam die Splitterpartei NSDAP plötzlich von 12 auf 107 Mandate. Man muss der deutschen Bevölkerung zu gute halten, daß sie über 10 Jahre lang der NSDAP nur wenige Stimmen bei Wahlen abgab und ihr vergleichsweise wenig Beachtung schenkte. Bis 1930!

Haffner meint, daß Hitler von 1920-30 bei den meisten Deutschen eher Antipathie auslöste. Dieser seltsame Lebenslauf, diese abstoßende Kinnpartie eines niemals lächelnden Menschen. Der keinen Gesprächspartner ausreden lies, auch nicht seine Anhänger.

Die Deutschen hätten sich selbst noch 1932 auf der Straße von diesem Mann kein Feuer für ihre Zigarette geben lassen, meint er.

Interessant ist Haffners Theorie, wie die Faszination ab 1930 plötzlich entfachte. Obwohl Hitler bis vor 1933 nicht irgendeinen kleinen Lösungsvorschlag in Artikeln und Reden zum besten gab, wie man denn nun konkret die katastrophale Wirtschaftslage und die Arbeitslosigkeit beheben könnte.

Dennoch setzte bald ca. 40 % der Bevölkerung ihre Stimme auf diesen Mann. Als eine Art letzten Ausweg. Die Weimarer Politiker und die Oppositionsparteien hatten ja in der Tat die Probleme nicht verbessern können, seit Walter Rathenau gab es auch keinen politischen Charakter von Charisma mehr. Eben aber Hitler, der dieses Charisma zweifellos besaß.

"NATIONALSOZIALISTISCHE REVOLUTION":

Dieser Propagandabegriff der NSDAP ist grundfalsch, meint Haffner.

Die Übernahme der Macht Anfang 1933 kam auf legalem Wege zustande, ohne Volksbegehren oder Militärputsch. Hitler bekam zwar auf keiner Wahl eine absolute Mehrheit, doch in der Koalition mit anderen Parteien kam die NSDAP legal an die Macht.

Und Hitler legte einen Eid auf die Weimarer Verfassung ab (wie auch Hindenburg vor ihm. Und brach ihn schon bald, mit dem Ermächtigungsgesetz.

EXKURS:
Wäre es nicht evtl. besser gewesen, man hätte Hindenburg statt Wilhelm II. ins Exil geschickt? Hindenburg hatte mit seinen persönlichen Entscheidungen im Weltkrieg (niemals im Paralament oder anderswo diskutiert und abgestimmt) doch nicht nicht wenig an dessem Verlieren beigetragen?
Dennoch blieb Hindenburg bei der Bevölkerung beliebt, im Gegensatz zum Thronfolgerpaar, das 1914-18 kaum noch eine Rolle spielte???
Hindenburg brach 1918 den Eid an seinen Kaiser - zum ersten in dem er kein gutes Wort oder Bitte zu dessen Gunsten einlegte.
Zum zweiten brach Hindenburg 1933 den Eid an der Weimarer Verfassung, als er Hitler die Schlüssel zur Macht übergab. Man muss ihm natürlich sein Alter von 84 Jahren zugute halten und die Manipulation von vielen Seiten, sicherlich war das kein böses Wollen seines Denkens.

Auch die angeblich im Untergrund so kampferprobte KPD bekommt harsche Kritik von Haffner. Die Mehrzahl der 6 Millionen ! kommunistischen Wähler (1932) gingen aus Überzeugung / durch Propaganda in der NSDAP auf. Ebenfalls sehr viele SPD-Wähler. Haffner meint, daß die NSDAP (in ihren Anfangsjahren) klassenlosen Organisationen und Arbeitsbedingungen näher kamen als die Linksparteien vorher jemals gekommen waren. Rassismus und Expansion und Moral nun hin oder her - Hauptsache man hatte wieder genug zu essen und die Wirtschaft ging wieder voran. Haffner sieht in dem typischen KPD-ler keinesfalls einen Garanten zur Aufrechterhaltung von Moral und Menschenrechten. Haffner sieht hier eher die Kirche als bewahrende konservative Macht an, keineswegs die Parteigänger linker Organisationen. Natürlich weiß Haffner, daß die kirchlichen Institutionen sich ebenfalls von Hitler täuschen liesen.

Sebastian H. wendet sich auch gegen die momentan wieder modernen Verschwörungstheorien der Machtübernahme Hitlers. "Das Kapital hat Hitler gemacht und diese und jene Staaten sind schuld, ..." Diese Theorien, hält der Autor schlicht für blanken Unsinn. Hitler war die Lokomotive, die nach 1933 mit allen machte was er wollte. Mit Arbeitern wie Großkonzernen wie dem (bis 1932 unabhängigen) Heer.

Beim deutschen "Kapital" konnte Hitler bis zur Machtübernahme kaum landen, von Ausnahmen abgesehen. Hitler und seine Partei mit dem Namen nat. "sozialistisch" wurde lange Zeit als ähnlich klassenkämperisch angesehen wie die KPD. Krupp wollte sein Kapital weder an die KPD noch die NSDAP abtreten. Als dieser Konzern nach 1933 von der Partei bevormundet wurde (nicht umgekehrt !), da war der Krupp-Erbe einer der ersten Emigranten, die vor den Nationalsozialisten ins Ausland flohen. Auch das wusste ich nicht.

Haffner meint, Hitler und seine Partei hatten keinesfalls eine politische "Revolution" bewirkt,
Er sieht weder heroische noch emotional spontane Taten der frühen Nazis, die mit einer "Revolution" eigentlich hätten verbunden sein müssen.

Hitler kam durch die Wahl ganz normal an die Macht, mit dem Schutz von Polizei und Justiz hinter sich. Unter solch risikolosen Bedingungen drang die SA schwerbewaffnet in zahllose Wohnungen ein und beglich mit Liquidierungen lediglich ehemalige persönliche Animositäten.

Haffner meint, daß SA und andere Organisationen der NSDAP lediglich als Gruppe zuschlugen, wenn es um den "Kampf" gegen einen zahlenmäßig unterlegenen Gegner handelte. Als Einzelpersonen sah er sie eher feige, farblos und ohne weltanschaulichen Hintergrund an.

Selbst in der neuen Grausamkeit der Partei / SA sieht Haffner keinerlei ideologischen Sinn oder eine Spur überschäumendem verständlichem Zorn:

Der Sadismus von religiösen Eiferern im Bauernkrieg oder politischen Fanatikern in der Revolution 1789 / 1918 war anderer ganz Art als der von 1933. Zumindest mit einer Spur von Motiv, wie es bei Gericht heißt.

Die Tötungen von Hitlers engsten Parteigenossen wurden ohne persönlichen Haß, aus der Position des feigen, später leugnenden Mörders begangen. Und um der persönlichen Bereicherung und des Vorteils willen, man war ja jahrelang das gedemütigste Land auf der Welt gewesen "Alle hatten, nur wir nicht, und wäre man da nicht blöde, wenn man die Chance nicht beim Schopf packen würde. Moral hin Moral her. Kann man sich von Menschenrechten was zu fressen kaufen? Also! "

So und ähnlich dürfte der gewissenlosere Teil (Haffner sagt: ca. 10 - 20 %) der Bevölkerung gedacht haben, der sich den Verbrechen der Nazis aktiv und bewußt anschloss. Überproportional aus der jüngeren Generation, der seinen.

Ein typisches Beispiel ist die Ermordung des beliebten sog. Hellsehers Hanussen. Enorm populär und einflußreich in Berlin, trat dieser im Wahlkampf (als Jude) für Hitlers Sache ein, da er sich von diesem Mann eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage für Deutschland versprach, ein Land daß er persönlich liebte. Die SA ging bei ihm jahrelang ein und aus. Das plötzliche Gerücht seiner semitischen Abstammung (was niemanden vor 1933 interessierte) wurde über Nacht zur Waffe in den gegenseitigen Beförderungsquerelen innerhalb der SA. Hannussen wurde unter einem Vorwand in den Grunewald gelockt und von hinten erschossen. Als seine Leiche gefunden wurde, versprach die NSDAP der Berliner Öffentlichkeit diesen unbekannten Mord aufzudecken, verschwieg ihre eigene Tat vor der Bevölkerung und vor sich selbst. Oder die Beliebtheit der jüdischen Comedian Harmonists konnte die NSDAP nicht auslöschen. Deren Abstammung war streng genommen genauso egal wie jene Charlie Chaplins, der 1932 vor Hunderttausenden jubelnden Berlinern seinen größten europäischen Empfang bekommen hatte.

-- Im Jahr 1933 endet das spannende Buch. Ich habe es mir gekauft, um ein wenig besser die Weimarer Zeit zu verstehen. Und mir ein paar Schlüsse gezogen, so komisch die sich auch anhören mögen:

Persönlich kam ich zu der Meinung, daß es besser gewesen wäre, wenn Deutschland seine Solidarität mit der Monarchie nicht so schnell 1918 über Bord geworfen hätte ! Evtl. hätte es niemals einen zweiten Weltkrieg gegeben - zumindest nicht in dieser Form -. Mit den Traditionen Preußen oder der Habsburger Monarchie hatte der Nihilist Hitler nichts gemein, auch wenn Göbbels Propaganda so etwas glaubhaft machen wollte.

Interessant ist die Aufdeckung Haffners von links ist ählich wie rechts. Die marxistische Art zu Denken hatte schon seit Ende des 19. Jh. bei Teilen der Bevölkerung eine Mentaliät erzeugt, die das Sein auf die bloße Materie reduziert und die Psyche auf Neid und Missgunst sensibilisierte. Ich weiß natürlich auch über die positive Kraft der sozialen Gesetzgebung, was aber im Moment nicht das Thema ist. In diesem matieriellen Neid war ein Handschlag zu den Rechten, die sagen "Wir haben ja nichts, alle anderen Länder gönnen uns nichts. England hat, und wir haben nicht ."

Auch Hitler spielte auch auf diesem Klavier. Wenn er eine ihm unbequeme Bevölkerungsgruppe diskreditieren wollte, lies er verkünden, daß diese mehr Geld hätten als andere. Zum dritten Mal Neid und Missgunst als hohe Politik mit fatalen Folgen.

Sebastian Haffner sieht das alte Preußen und die beiden Konfessionen als eigentliche Bewahrer der konservativen Tugenden, falls es diese jemals gegeben hat. Er sieht das Verhängnis Deugtschland als die Abkehr von diesen Traditionen - schon ab ca. 1910.

Heutzutage sind solche Formulierungen des Begriffes "Konservativ" eher selten.

Ich lese Haffner gerne, da er sich in einer einfachen Sprache ausdrückt und ein KONSERVATIVES Wertesystem aus dem 19. Jahrhundert seiner Eltern und Großeltern bewahrt und in unsere Tage getragen hat. Das Wort Konservativ bekommt durch Sebastian Haffner wieder einen edlen Klang.

Preußische Geduld, Disziplin, Gutmütigkeit, Aufgeschlossenheit gegen andere Nationen und Verwurzelung in den christlichen Konfessionen, Interesse an deutscher Malerei und Musik, ....

Das war für seine Generation recht untypisch, die meisten der 1910 geborenen warfen spätestens 1918 alle alten Werte über Bord und lernten keine neuen kennen. Aus diesen nihilistischeren Elementen seiner Generation erwuchs auch die jüngere Gefolgschaft um Hitler, die nun das erste Mal in ihrem jungen orientierungslosen Leben etwas "Neues" gefunden hatten und dies mit Zähnen und Klauen verteidigten. Nicht so Sebastian Haffner.

"Geschichte eines (guten) Deutschen" ist von einem Zeitzeugen geschrieben worden. Nicht von einem Menschen mit der "Gnade der späten Geburt" womit man ein etwas törichtes Zitat eines Ex-Kanzlers auf die hinteren Sitzplätze verweisen kann.

Der Preis für das Taschenbuch ist mit unter 9 Euro recht günstig. Ich hatte es mir nach Probelesen im Hugendubel gekauft. 

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Kleine braune Männchen
Bewertung für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian von giselle

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29.05.2001
IRGENDEIN DEUTSCHER BÜRGER...
Bewertung für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian von Laurielle

Pro: real, "volksnah", leicht verständlich, brillant!
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21.05.2001
(22.05.2001)
Aus einem deutschen Leben
Bewertung für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian von der_partner

Pro: So sollten Memoiren sein, die eigentlich keine sind.
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15.07.2001
Erinnerungen von erschreckender Aktualität
Bewertung für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian von Zitroenchen

Pro: Fesselnd von Anfang bis Ende
Kontra: 240 Seiten für DM 39,80

...endet, wesentliche Elemente der weiteren Geschichte treffend vorhersagen kann. Die „Geschichte eines Deutschen“ ist zweifellos ein weiteres Meisterwerk Haffners, der durch seinen faszinierend persönlichen Erzählstil den Leser an den Text fesselt und erst wieder freigibt, wenn die letzte Seite verschlungen wurde. Sebastian Haffner Geschichte eines Deutschen Die Erinnerungen 1914-1933 © 2000 Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München ... Bericht lesen

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06.01.2001
Ein Deutscher und das Volk
Bewertung für Geschichte eines Deutschen / Haffner, Sebastian von sannahschnuffi

Pro: ein authentisches Stück deutscher Geschichte, flüssig erzählt
Kontra: "nur" ein Einzelschicksal, was der Autor auch mitunter zu deutlich betont

...handelt sich um Sebastian Haffner: Geschichte eines Deutschen, Die Erinnerungen 1914-1933, ein Stück Autobiographie über seine ersten Lebensjahrzehnte, das nach seinem Tod im Nachlass gefunden und 60 Jahre nach der Abfassung 1939 von seinen Erben posthum veröffentlicht wurde. ...der AUTOR... Sebastian Haffner wurde 1907 in Berlin geboren, wo er auch Jura studierte und sein Studium mit der Promotion abschloss. Er emigrierte 1938 nach England und ...
......TECHNISCHE DATEN... Sebastian Haffner, Geschichte eines Deutschen, Die Erinnerungen 1914-1933, herausgegeben von Sarah Haffner und Oliver Pretzel. Erschienen 2000 bei der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart/ München. ISBN 3-421-05409-6 ...zum ABSCHLUSS ein ZITAT... „Deutschland ist nichts, aber jeder einzelne Deutsche ist viel.“ (Goethe, 1808) --- Dieses Zitat ist dem Roman vorangestellt und trifft meines Erachtens die persönliche ... Bericht lesen

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31.03.2003

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Was war Hitler für ein Mensch?
Bewertung für Anmerkungen zu Hitler (Kindler) / Haffner, Sebastian von  MCA-Company

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14.03.2002
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...Hallo, nachdem mich Herrn Haffners auf den ersten Blick doch etwas grimmiges Aussehen und das dunkel gehaltene Cover der Taschenbuchausgabe einige Zeit vom Kauf abgehalten hatten, überwand ich mich, auch auf die Empfehlung eines Freundes hin, und erwarb es. Nächsten Tag war ich fertig. (mit dem Lesen) Sebastian Haffner fasst in einem Buch die Geschichte des Deutschen Reiches zusammen und es gelingt ihm die nahtlose Darstellung der Verflechtungen der Innen- und Aussenpolitik, sowie der wirtschaftlichen und psychologischen Faktoren, welche den Verlauf eben dieser Geschichte beeinflussten. Dabei erfährt der Leser auch neue, manchmal überraschende Gesichtspunkte dieser oder jener Geschehnisse, welche von Haffner teilweise detailliert, aber auf jeden Fall schlüssig vorgetragen werden. Weiterhin ist es sicherlich von Vorteil, dass... Bericht lesen

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07.08.2001
Nazi-Deutschland, ein Psychogramm
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04.04.2001
(02.04.2001)

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