Vom Streiten und Versöhnen
17.01.2012
Pro:
Kurze, spannende und sprachlich einfach gestaltete Geschichten
Kontra:
Keiner
Empfehlenswert:
Ja
 XXLALF58
Über sich:
Der Sinn des Lebens besteht in dem Unsinn des Lebens, und der Unsinn des Lebens besteht darin, neuen...
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„Gib mir einen Freund, aber einen richtigen“, so lautet der Titel eines Buches, welches ich vor Jahren gekauft habe, als unsere Kinder noch in den Kinderschuhen steckten. Lang ist es her, wobei ich dies erst kürzlich wieder aus dem Bücherregal holte, als ich mein Patenkind (9) zu Besuch hatte, und er mir von seinen „Freunden“ erzählte, die nur dann ihn besuchten, wenn er wieder einmal neues Spielzeug vorzuweisen hat, das, bevor sie dann wieder heimgingen, ihm kaputt machen würden. Oh Gott, das, was er mir erzählte, kam mir so bekannt vor, worauf ich ihn tröstete, und ihm eine schöne Geschichte aus diesem Buch vorlas, welche von einem Jungen handelt, dessen neues Polizeiauto mehr aus Unachtsamkeit kaputt gemacht wird. Gut, diese Geschichte trifft nicht haargenau den Nagel auf den Kopf, zumal diesem anderen Jungen das schlechte Gewissen plagt, und er von ihm ein neues Auto geschenkt bekommt. Na ja mehr Gültigkeit hat in dieser Hinsicht diese Geschichte, die „Peter und das Polizeiauto“ heißt, welche Frieder Stöckle geschrieben hat, für die oder denjenigen, der einem andern sein Spielzeug kaputt macht. Darin wird nicht nur die Sicht vom „Leidenden“ aus beschrieben, sondern auch von dem, welchen ihm Leid zugefügt hat. Sozusagen wird an sein Gewissen appelliert, nachzudenken, was er seinem Freund angetan hat, sich zu entschuldigen, und so gut es geht den Schaden wieder in Ordnung zu bringen. Na ja, wenn es denn so wär, wär ja alles wieder gut, und das Büchlein könnte wieder weggesteckt werden. Jedoch ist dies zumeist nicht der Fall, zumal diese Geschichte „Peter und das Polizeiauto“ meinem Patenkind nur wenig Trost spendete, weil ja er der Geschädigte ist, und er keine anderen „Freunde“ hat. Traurig ist das schon, wobei ich eigentlich das erste Mal mit meinem Patenkind ein „Gebet“ sprach, welches als erste Geschichte in diesem Büchlein abgedruckt ist, mit der Überschrift „Gib mir einen Freund“ Gib mir einen Freund, lieber Gott, aber einen richtigen; Der mich nicht verpetzt, der alles versteht, und alles verzeiht, der zu mir hält und mich verteidigt, der sich an meinen Fehlern nicht stört, der mir Ratschläge gibt, ohne sich gleich einzubilden, er sei der so viel Klügere. Gib mir einen Freund, dem ich meine Geheimnisse anvertrauen kann, der mir hilft und sich helfen lässt von mir, einen Freund, der Zeit für mich hat und ungefähr die gleichen Spiele mag wie ich. Er kann ruhig hässlich sein und schlecht in der Schule. Wenn ich mich nur auf ihn verlassen kann! (Gudrun Pausewang)Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich diese Zeilen, sehr oft meinen Kindern vorgelesen hab, gerade dann, wenn sie selber merkten, dass ihre „Freunde“ gar keine richtigen „Freunde“ für sie sind. Traurig war es schon für sie, sich in einem „Freund“ getäuscht zu haben. Na ja, wie kommt das, dass man von einem Freund enttäuscht ist? Oftmals gehen dieser Enttäuschung zu große Erwartungen an den anderen voraus, dass diese/r nach seinem/ihrem Sinn handelt, wobei dies dann in den allermeisten Fällen in einem Streit enden. Okay, dieses Büchlein umfasst Geschichten vom Streiten und Versöhnen, wobei im Grunde keiner dem anderen was Böses will, aber es durchaus leicht möglich ist, dass sich der andere verletzt und hintergangen fühlt, wenn Meinungsverschiedenheiten auftreten, welche jedoch auch Ausarten können, sodass ein handfester Streit entsteht, bei welchem nicht nur allein Worte fliegen. In diesem Fall ist es gut, wenn es einen Menschen gibt, der hilft, dass sich die zwei Streithähne wieder versöhnen und vertragen. Von solch einem Menschen z.B. gibt es in diesem Büchlein eine Geschichte, welche Rolf Krenzer geschrieben hat, und „Brot in deiner Hand“ heißt. Darin geht es um einen alten Bäcker in Paris, welcher es versteht und weiß, wie man aus Feinden Freunde macht. Eine sehr schöne, ja fast schon biblische Geschichte, die ich seinerzeit meinen Schützlingen vorlas, als ich eine Erstkommunionsgruppe leitete, und wir das Thema „Brot“ durchnahmen. Brot wird in dieser Geschichte nicht allein als Lebensmittel zum sattwerden dargestellt, sondern auch als Sinnbild, das sich Freud wie Leid genauso mit dem andern Teilen lässt, wie wenn man mit dem anderen das Brot teilt und isst. Selber haben wir es in unserer Erstkommunionsgruppe ausprobiert, als mir ein Kind erzählte, dass sein Opa schwerkrank im Krankenhaus liegt, und es immer an ihn denken muss. Ja, und dann versuchten wir es auch, so wie der alte Bäcker in Paris, ein Stück Brot zu teilen und miteinander zu essen, wobei die Gedanken unwillkürlichen bei diesem schwerkranken Opa waren, obwohl ich ihn, zumindest nicht kannte. Na ja, irgendwie komisch war das schon. Alle 24 Geschichten möchte ich nicht vorstellen, das würde buchstäblich den Rahmen sprengen, wobei ich jedoch eine nicht vergessen möchte, welche zu den Lieblingsgeschichten meiner Kinder zählte. „Das Märchen aus Waskanien und Toskonien. Oder: Wie der Krieg aus dem Tal vertrieben wurde“. Eine Geschichte von Rolf Krenzer, die von einem „Führer“ erzählt, welchem alle blind vertrauen, weil er der älteste im Dorf ist, und alles weiß. Alles fängt damit an, dass sich ein kleines Mädchen verirrt, und von einem Berg aus in ein anderes Tal schaut, in welchem andersartige als sie es sind, leben und wohnen. Sie feiern wohl wie sie, singen dieselben Lieder, sehen aber anders aus. Und als das Mädchen dies in ihrem Dorf erzählt, staunen die anderen nur, wobei der Älteste sie als ihr „Feind“ benennt, weil sie anders aussehen als sie es sind. Die Dorfbewohner hören zum ersten Mal vom Dorfältesten die Worte „Feind“, „Krieg“, „Anführer“, „Soldaten“, „Munition“ usw., mit welchen sie nichts anzufangen wissen. Und weil dieser ja so viel gescheiter ist als sie, glauben sie und machen sie alles was er sagt. Sie führen blindlinks Krieg gegen ein Volk, welches überhaupt nicht weiß was Krieg ist. Das Erwachen kommt, als sie vom Führer ins „feindliche“ Dorf geschickt werden, um nachzusehen, ob das Volk nun ausgerottet ist, welches sie mit schweren Steinen Tags vorher bombardiert hatten. Und als sie sehen, dass unter den großen Steinen genau dieselben Füße hervorschauen wie sie sie haben, werden sie stutzig. Stutziger werden sie noch mehr, als die paar Überlebenden die schweren Steine ihnen zurückbringen, in dem Glauben, dass diese unbeabsichtigt zu ihnen ins Dorf gerollt sind. Okay, unsere Kinder, damals im Grundschulalter, brauchten nicht lange, um diese Geschichte zu verstehen und zu durchschauen, zumal es solche „Führer“ jeden Alters gibt. Ich selber finde diese Geschichte von Rolf Krenzer ja wunderschön, wobei natürlich auch noch andere Kinder- und Jugendbuchautoren, wie Gudrun Pausewang, Renate Schupp, Frieder Stöckle, Heinrich A. Mertens, Angela Sommer-Bodenburg und Dagmar Domina beim Entstehen des Büchleins mitwirkten. Ja Büchlein, denn groß ist dieses nicht. Gerademal 18,5 x 12 x 1,5 cm, mit 128 Seiten, die im Großdruck geschrieben sind. Okay, was steht drin, außer den Geschichten zum Nachdenken und Weitersagen?Herausgeber ist Rolf Krenzer, wobei die Illustrationen von Dagmar Domina stammen. Erschienen ist dieses Buch „Gib mir einen Freund, aber einen richtigen“, im Lahn-Verlag Limburg, wobei dieses Buch zu den „Treffpunkt“-Büchern zählt. Dieses Buch zählt zur 2. Auflage, die 1989 erschienen ist. Die 1. Auflage war 1988 ©1988 Lahn-Verlag, Limburg Mitglied der Verlagsgruppe „engagement“ Lektorat: Ursula Mock Umschlaggestaltung: Hans Otto Pallottinerdruck, Limburg Umschlaglitho: Pallottinerdruck, Limburg Gesamtherstellung: Bercker Graphischer Betrieb GmbH, Kevelaer ISBN 3-7840-4003-9Sechs Geschichten sind zusammen mit Liedern auf der Treffpunkt-Cassette „Gib mir einen Freund, aber einen richtigen“ erschienen. Best.-Nr. MC SU 1200 Ach-ja, das Buch ist für Mädchen wie auch Jungs ab 8 bis 12 Jahren. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Anschaffung des Büchleins „Gib mir einen Freund, aber einen richtigen“ noch nie bereut habe. Denn nicht allein meinen Kindern las ich daraus Geschichten vor, wenn sie wieder einmal enttäuscht von ihren „Freunden“ heimkamen, oder es unter den Geschwistern Zank gab, sondern dieses Büchlein war mir auch als „Tischmutter“ in meiner Erstkommunionsgruppe sehr hilfreich. Die kurzen, spannenden wie auch interessanten Geschichten, die Mut machen zum Friedenschließen und besseren Zusammenleben, sind sprachlich so geschrieben, dass Kinder ab 8 Jahren diese gut verstehen können. Das Buch ist wohl für Kinder geschrieben, jedoch würde ich dieses nicht unbedingt wie ein Bilderbuch im Kinderzimmer aufbewahren, wenn gleich sich fast zu jede Geschichte eine kleine Zeichnung dazu findet. Diese Geschichten sollten meiner Meinung nach vorgelesen werden, damit ein anschließendes Gespräch stattfinden kann. Erst dann kann man davon ausgehen, dass Kinder den Sinn begreifen, was es heißt sich nach einem Streit wieder zu versöhnen, wobei man in diesen Geschichten von beiden Seiten die Gefühle spürt, die des Leidenden und des Peinigers. Und das finde ich so schön an diesen Geschichten, dass nicht nur eine Seite hervorgehoben wird. Ich zu meiner Person kann dieses Büchlein jedem nur empfehlen, welche/r mit Kindern zu tun hat. Fazit: Wer mit Kindern zu tun hat, sollte es haben
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03.05.2012 16:17
Danke für Eure Geduld mit mir ;o)
31.01.2012 23:54
tolles Buch! merke ich mir :)
30.01.2012 04:35
Versprechen eingelöst...LG