Als ich noch in Trieste wohnte, hatte ich als Fortbewegungsmittel nur meine Maschine (Honda NX 650 Dominator) zur Verfügung. Eines Tages war das Schloss meines damaligen Top-Cases (ein Kappa, glaube ich, war es) entzwei, und eine Reparatur zahlte sich nicht mehr aus. Da ich mein Motorrad zum Einkaufen, und für alle möglichen sonstigen Einsatzzwecke nutzte, war die Investition in einen neuen Koffer, trotz damaligen schmalen Budgets unumgänglich.
Kaufentscheidung:
Ich stellte eine kleine Anforderungsliste zusammen, die ein Koffer erfüllen sollte:
-möglichst großes Volumen
-trotzdem möglichst wenig Tiefe. Mein alter Koffer hatte nämlich die ungünstige Angewohnheit seine Scharniere meinen mir nachher nicht mehr so zugeneigten Copiloten direkt in den Rücken zu drücken, was deren Fahrkomfort wesentlich schmälerte.
-leichte Montage und Demontage
-annehmbarer Preis
Meine Wahl viel sofort auf einen Givi-Koffer da ich vor meinen alten Koffer schon eine 10 Jahre lange positive Erfahrung mit Givi-Koffern besaß, und sie mir von der Qualität her sehr hochwertig vorkamen.
Optischer Eindruck
Der Giwi.Koffer ist standardmäßig in elegantem Schwarz gehalten, kann aber auch in einigen fahrzeugspezifischen Farben geordert werden. Seine rundlichen Formen unterstreichen vielfach die Linienführung der meisten Motorräder und wirken selten als Fremdkörper auf dem Bike. Sehr gut macht sie auch der rote Rundum-Rückstrahler, der schon aus sicherheitstechnischer Hinsicht ein Fortschritt darstellt.
Einbau.
Nachdem ich schmerzerfüllt meine Bancomatkarte durchgezogen hatte, begann ich den Koffer sofort, noch direkt vor dem Geschäft auf der Straße zu montieren. Givi hat in seinem reichhaltigen Zubehörsortiment auch fahrzeugspezifische Einbausätze. So kaufte ich den passenden für meine Dominator dazu. Dies erleichtert sehr vieles, da der Givi Kofferträger identisch mit dem Original Gepäcksträger der Dominator ist, nur eben mit dem feinen Unterschied dass er die Anschlüsse zur Befestigung des Koffers besitzt. Somit war er mit sechs Imbus-Schrauben montiert. Der Koffer selber brauch dann nur mehr eingerastet werden, und fertig!
Volumen
Der Koffer besitzt ein Volumen von 46 Litern. Dies reicht für zwei Integralhelme locker aus. Aber auch ein größerer Einkauf lässt sich damit problemlos bewerkstelligen. So habe ich in meiner Trieste-Zeit locker zwei vollbepackte Standart-Einkaufstaschen in den Koffer hineingebracht, und sie auch immer heil nach Hause bringen können. Sehr praktisch ist die Dokumententasche im Inneren des Koffers. So fliegen die Fahrzeugpapiere nicht immer quer durch den Koffer, oder liegen am Kofferboden unter allen möglichen Krimskrams, sondern haben ihren festen Platz und sind immer griffbereit. Derzeit ist mein Koffer mit allen möglichen Kleinzeug befüllt wie Regenhose, Erste-Hilfe-Koffer, Handschuhe usw. Trotzdem ist es bei Bedarf immer noch möglich einen Helm oder eine Aktentasche unterzubringen.
Selbstverständlich lässt sich das Gepäck im Koffer festzurren.
Verschlusssystem
Sehr praktisch ist das von Givi patentierte Monokey-System. Das bedeutet, das mit einem Schlüssel sowohl der Koffer aufgeschlossen werden kann, als auch der Koffer vom Motorrad entfernt werden kann. Dies alles gestaltet sich kinderleicht. Sobald nämlich der Schlüssel nach rechts gedreht ist, kann man durch drücken des großen roten Knopfes unter dem Schloss den Koffer vom Motorrad entfernen. Dies lässt sich auch mit einer Hand bewerkstelligen, so kann man den Koffer mit sich transportieren, auch wenn man in der anderen Hand (wie so häufig) den Sturzhelm hält. Die Öffnung des Koffers selber ist genauso einfach. Schlüssel umgedreht, und das Schloss samt Lasche nach oben kippen, und er Koffer ist offen. Leider lässt er sich, da die Lasche bei diesem Koffer hinter einer Verkleidung ist, nicht mehr mit „Gewalt“ schließen. Bei meinen alten Givi-Koffer war der Koffer auch bei „Überbelegung“ noch schließbar. Bei diesem Koffer ist dies nicht mehr möglich, aber das mag ja auch ein Vorteil sein, und möglicherweise auch von Givi gewollt. Leider hat Givi bei seinen neueren Koffern, wohl aus Designgründen auf einen richtigen Griff verzichtet. Somit ist er zwar, auch bei voller Beladung prinzipiell transportierbar (ich lade doch nicht meinen gesamten Einkauf aus dem Koffer, da nehme ich ihn doch gleich mit bis zum Kühlschrank), aber beim alten ging das noch wesentlich bequemer. Dieser war nämlich durch so eine Art „Henkel“ wirklich fast auch wie ein konventioneller Koffer nutzbar.
Verarbeitung und Wasserfestigkeit
Der Givikoffer macht, wie alle Produkte dieser italienischen Firma, einen sehr gediegenen Eindruck. Bis jetzt konnte ich trotz einiger Fahrten im strömenden Regen noch keinen Wassertropfen im Koffer entdecken. Mein erster Givikoffer hatte nach 10 Jahren Dienst fast keine Dichtung mehr, trotzdem ließ er kein Wasser hereintreten.
Einfluss auf Fahrverhalten
Givi empfiehlt mit dem Koffer nur maximal 120 km/h zu fahren. Bis jetzt konnte ich aber auch bei höheren Geschwindigkeiten keine negativen Einflüsse auf das Fahrverhalten entdecken. Der Koffer hängt in seinen Verschlüssen äußerst stabil, und auch der Einfluss auf den Schwerpunkt ist auch bei voller Beladung, zumindest bei meiner Maschine, wenig spürbar.
Zubehör
Givi bietet als Zubehör einmal die schon erwähnten Einbausätze an, die wirklich vieles erleichtern. Ansonsten gibt es einen kleinen Gepäcksträger, dem man auf den Koffer montieren kann, um darauf auch noch Gepäck festzurren zu können. Auch ein Rückenstütze ist bestellbar. Diese war aber nicht notwendig, da dieser Koffer auch mit den verschiedensten, auch femininen Rücken recht gut harmoniert. Der Koffer kann über Trägersysteme, welche für fast jede gängige Maschine erhältlich sind, auch zu einem Drei-Koffer-System ausgebaut werden. D.h. zu den Top-Case gesellen sich rechts und links noch zwei Seitenkoffer. Auf Wunsch sind auch alle drei Koffer mit demselben Schloss und Schlüssel erhältlich.
Preis und Fazit
Ich habe den Koffer vor drei Jahren um ca. 170.000 Lire erstanden. Meines Wissens kostet er in Deutschland wesentlich mehr, so ca. um die 140 Euros.
Ich kann die Givi Koffer nur jeden Biker empfehlen, der sein Moped etwas alltagstauglicher machen möchte. Ich hatte auf jeden Fall mit meinen Givi. Koffern nur gute Erfahrungen machen können. Sie haben mich immer durch Platzangebot und Verarbeitungsqualität überzeugt
04.05.2003 18:26
Brauch ich nicht..CQ
26.04.2003 23:23
Ein praktischer Hinweis, habe nur ein Auto... :) LG Lucifer
24.04.2003 13:19
Schöner Koffer - fehlt mir nur noch das Mopped dazu! *seufz* Habe meines mangels Zeit verkauft. VG Tom