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◊◊◊ …Gloriana… ◊◊◊
ist etwas ganz anderes…
hier nimmt der Brite Königin Elisabeth I. und Königin Viktoria als Vorlage für eine fantastische Komödie, deren „Jungfräulichkeit“ und sexuelle Unerfülltheit hier thematisiert wird – neben der Problematik ... Bericht lesen
angloamerikanischen Fantasy, darüber herrscht Einigkeit. Eher kritisch beurteilt werden dagegen seine literarischen Qualitäten, verdankt er doch seine Popularität in erster Linie den zahllosen Romanen um Elric von Melniboné und den anderen Inkarnationen des "Ewigen Helden". Die meisten davon wurden innerhalb weniger Wochen oder gar Tagen heruntergeschrieben, um Ende der 60er-Jahre das bahnbrechende Science-Fiction-Magazin New Worlds zu finanzieren. Weniger bekannt sind seine anspruchsvolleren Werke, und so kann die Neuausgabe von Gloriana, von vielen als sein Meisterwerk angesehen, als verlegerische Großtat gewertet werden. Gloriana herrscht über das Reich Albion, in dem die Sonne buchstäblich nicht untergeht. Große Teile Amerikas, Europas und Asiens sind ihrer Macht unterworfen. Wirtschaft und Kultur stehen in höchster Blüte, und dieses goldene Zeitalter verdanken ihre Untertanen ihrer strengen und weisen Regentschaft. An ihrer Seite steht der Lordkanzler Montfallcon, der nur allzu gut weiß, wie sehr die Zukunft Albions von seiner Königin abhängt. Denn in dieser direkten, geradezu magischen Abhängigkeit des Reiches von Gloriana liegt auch eine Gefahr. Quire, ein ehemaliger Spion Montfallcons, macht sich diesen wunden Punkt zu Nutze und erschleicht sich das Vertrauen und die Liebe der Königin. Dabei hat er längst ein Bündnis mit ihren größten Feinden geschlossen. Gloriana ist ein atmosphärisch dichter Roman, der seine Leser in die zahllosen Gemächer und Geheimgänge des königlichen Palastes entführt. Die Herrscherin selbst wie auch die höfischen Rituale und Intrigen erinnern stark an die Zeit von Elizabeth I. Den Schlüssel zum Werk liefert jedoch die Widmung an Mervyn Peake: Bei dem Versuch, eine Hommage an die monumentale Gormenghast-Trilogie zu schreiben, hat Moorcock selbst ein eigenständiges Meisterwerk geschaffen. Diese schöne Neuausgabe in überarbeiteter Übersetzung und mit einem Vorwort von Tad Williams ist ein Genuss! --Felix Darwin
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Verwandte Angebote für Gloriana / Michael Moorcock
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Erfahrungsbericht von Longasc über Gloriana / Michael Moorcock 09.04.2003
Produktbewertung des Autors:
Niveau
sehr anspruchsvoll
Unterhaltungswert
recht gering
Spannung
wenig spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt kaum
Pro:
Etwas anderes als Hack’n’Slay Heroic Fantasy
Kontra:
Kaum Handlung, „gehobene Sinnlosigkeit“, sehr anspruchsvoll
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Michael Moorcock ist den meisten Lesern durch Elric, den weißhaarigen Krieger und sein Schwert Sturmbringer bekannt.
Dieser ist, wie Falkenmond sowie Corum und Erekose, eine der Inkarnationen des „Ewigen Helden“, einen Zyklus martialischer Heroic Fantasy Titel, in denen Moorcock seine Helden auf fantastische Reisen durch von Schwertkampf und Magie geprägte Universen schickte.◊◊◊ …Gloriana… ◊◊◊
ist etwas ganz anderes… hier nimmt der Brite Königin Elisabeth I. und Königin Viktoria als Vorlage für eine fantastische Komödie, deren „Jungfräulichkeit“ und sexuelle Unerfülltheit hier thematisiert wird – neben der Problematik einer einzigen Person, die über ein Weltreich gebietet.
Die Königin Gloriana wird von allen ihren Untertanen geliebt – doch keiner liebt sie als Frau, als Person. Alle sehen in ihr nur die Königin.
Zahllose Anträge hat die Herrscherin über das weltumspannende Reich Albion, das dem britischen Empire nachempfunden ist, schon zurückgewiesen.
Schließlich erliegt sie dem Charme des Kapitäns Quire, einem ehemaligen Spion ihres Kanzlers Montfallcon. Dieser hat bereits ein Bündnis mit ihren Feinden geschlossen… fällt Gloriana, fällt Albion…◊◊◊ …Kritik… ◊◊◊
Interessant ist die Welt Albions: Zahlreiche Figuren aus anderen Moorcock-Romanen tauchen auf, z.B. Gräfin Flana aus dem Herzog von Köln, hier als Mutter Glorianas.
Weitere Anspielungen auf das um 1590 erschienenem Versepos „The Fairie Queene“, das eine historische Fiktion von König Artus, dem edlen und tugendhaften Ritter, und der Feenkönigin Gloriana, Sinnbild des Ruhms und eine symbolische Verklärung der „höchst ausgezeichneten und ruhmreichen Person unserer Herrin, der Königin“ bietet, sind ebenso vorhanden wie (lt. anderen Rezensenten) Hinweise auf die mir unbekannte Gormenghast-Trilogie – diese spielt in einem ähnlich labyrinthartigen Schloß wie dem Glorianas.
Darin liegt auch eine Schwäche: Kennt man die genannten Werke nicht, kann man „Gloriana“ nicht zur Gänze genießen.
Desweiteren existieren DREI Fassungen von Gloriana!
Urfassung: 1978 Deutsche Erstfassung: 1981, Heyne-Verlag Vollständig überarbeitete Neuausgabe: 2002, Heyne-Verlag für seine Reihe „Meisterwerke der Fantasy“
Ich schreibe hier über die letzte Ausgabe!
Dazu schreibt Moorcock zu Beginn als Anmerkung des Autors: Dieser Roman ist weder eine „Elisabethanische Fantasy“ noch ein historischer Roman, aber einige Beziehungen zur „Fairie Queene“ sind durchaus vorhanden. Diese Ausgabe unterscheidet sich wesentlich von allen bisherigen Ausgaben „Glorianas“.
Laut Rücksprache mit einem Experten und Eigenrecherche im Internet wurde die aktuelle Fassung „entschärft und geglättet“.
Dies bezieht sich wohl auf die sexuellen Abenteuer Glorianas in diversen Multiversen, in denen sie sich unter anderem verzweifelt Rattenmännern (!) hingibt, aber auch so nicht die erwartete „Erfüllung“ findet (Gloriana reist in diverse Parallelwelten auf der Suche nach ihren Glück im Handlungsverlauf).
Auch ist das Titelbild der übrigens hervorragend gebundenen Reihe „Meisterwerke der Fantasy“ nicht mehr original: Zeigt die Urfassung eine sich lasziv räkelnde Gloriana, ist auf Heynes Version ein labyrinthisches Schloß vor einem morgenroten Himmel zu sehen – zumindest ist ein Bezug zum Inhalt vorhanden.
Die Sprache ist immer noch, obwohl ich keinen Vergleich zur deutschen Erstübersetzung habe, sehr detailliert – ein Gegensatz zu Moorcocks sprachlich kargen Erstwerken wie Elric.
Neben dem dumpfen Gefühl, das einige sexuelle Appetithäppchen herauszensiert wurden, stört mich an Gloriana der Mangel an tatsächlicher Handlung:
Bis zum 5. Kapitel auf Seite 94 passiert nahezu NICHTS… und meine Geduld war hier schon ziemlich am Ende. Auch im weiteren Verlauf kann man die Handlung so kurz schildern, wie ich es zu Beginn tat. Ich habe eine Vorliebe für tiefgehende Charakterisierungen, und Charakter haben Moorcocks Figuren wie Quire, Dr. Dee oder Montfallcon. Leider verliert man bei den langatmigen Dialogen schnell das Interesse an der sich kaum entwickelnden Handlung.
1979 wurde Gloriana mit den Literaturpreisen World Fantasy Award und John W. Campbell Memorial Award ausgezeichnet.
Ich wage zu bezweifeln, das eine „entschärfte“ Version, die sich nach Moorcocks eigenen Worten „wesentlich“ von bisherigen Ausgaben unterscheidet, sich mit denselben Ehren schmücken darf!
Mir kommt es vor, als wäre durch die Überarbeitung die Handlungslosigkeit in den Vordergrund gerückt, da das Buch einen erotischen Touch hat, der durch ein neues Titelbild und vermutliche Textentschärfungen gemindert wurde.◊◊◊ …Fazit… ◊◊◊
„Gloriana“ ist recht anspruchsvoll wegen der Verweise auf ältere Werke. Für Gelegenheitsleser ist es sicher NICHT zu empfehlen!
Da ich soeben ein „Meisterwerk“ verrissen habe, hier noch ein paar Links zu anderen Rezensionen:
Michael Matzer: http://www.ciao.com/Gloriana_Moorcock_Michael__Test_1520345 X-Zine: http://www.x-zine.de/xzine_rezi.id_1668.htm Fantastic Fiction UK (mit Originalcover!) http://www.fantasticfiction.co.uk/books/n3/n17639.htm
GLORIANA Michael Moorcock (1978) Heyne „Meisterwerke der Fantasy“ – Fassung von 2002 ISBN: 3453863682, 559 Seiten
Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Aktion "Bücherfrühling" von Espionne und BlankAttack.
Pro: detaillierte und plastische Beschreibungen Kontra: Schwierig zu lesen, flache Story
Begonnen, wieder weggelegt, und jetzt endlich zu Ende gelesen. Hier ist mein Bericht:
Biographie Moorcock:
Michael Moorcook wurde 1939 in Mitchem/England geboren und startete im Alter von 15 Jahren als Herausgeber des ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: sehr amüsante, gebildete & anspielungsreiche Farce; wunderbares Titelbild Kontra: relativ wenig Handlung, neue Version "entschärft"
Diesmal bietet Michael Moorcock, Schöpfer von Elric und Co., nicht heroische Fantasy, sondern eine erotische Komödie: "Gloriana oder Die unerfüllte Königin". Als "Gloriana" wurde im 16. Jahrhundert Königin Elisabeth I. von England bezeichnet.
Der Autor ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich