Glorreichen Sieben, Die

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Glorreichen Sieben, Die

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... und ewig reiten die Sieben

5  28.07.2004

Pro:
einer der besten Western überhaupt

Kontra:
/

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Anspruch

Action:

Romantik:

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corinna77

Über sich:

Mitglied seit:17.01.2003

Erfahrungsberichte:55

Vertrauende:14

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 62 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„Diese Jungs opferten sich selbst für das, was sie taten, denn sie hatten nichts anderes zu tun. Sie waren die Samurai dieser Tage – die Zeit der Revolverhelden war vorbei.“ (James Coburn)

Als John Sturges im Jahre 1960 den Western „Die glorreichen Sieben“ (orig. „The Magnificent Seven“) zu drehen begann, hatte er sich in diesem Genre bereits seit den 50er Jahren mit Filmen wie „Zwei rechnen ab“ (orig. „Gunfight at the O K Corral“, 1957) oder „Der letzte Zug von Gun-Hill“ (orig. „Last Train from Gun Hill“, 1958) einen Namen gemacht und galt als der führende Action-Regisseur seiner Zeit. „Die glorreichen Sieben“ jedoch wurde zu seinem wohl größten kommerziellen Erfolg und einem Klassiker der Filmgeschichte. Die in diesem Jahr erschienene DVD aus der Reihe „Gold Edition“ von MGM unterstreicht zudem die Beliebtheit dieses Westerns, denn man scheute sich nicht, ein sehr informatives 45-minütiges Making Of dreinzugeben, ein Booklet mit Hintergrundinformationen zu entwerfen und eine umfangreiche Fotogalerie anzulegen.

Regisseur Sturges und sein Team nahmen sich für ihren Western einen japanischen Samurai-Film zum Vorbild, dessen sämtliche Rechte sich zunächst der Produzent Lou Morheim für lächerliche 250 Dollar gesichert hatte. Akira Kurosawas Film „Die Sieben Samurai“ (orig. „Shichinin no Samurai“, 1957) erzählt die Geschichte armer japanischer Reisbauern, die nach jeder Ernte von brutalen Banditen überfallen und beraubt werden. Um sich dieser Banditen zu erwehren, engagieren sie im Kampf erfahrenen Samurai. In „Die glorreichen Sieben“ nun wird dieser Plot nach Mexiko verlegt, wo ein kleines Dorf jedes Jahr nach dem Einbringen der Ernte überfallen wird. Bei Sturges heuern die mexikanischen Bauern Revolverhelden an, die ihnen für Geld die Banditen von Hals schaffen, dabei jedoch ihr Leben riskieren und z.T. auch verlieren.

Gleich eines Schwanengesanges auf den guten alten Western haben diese „glorreichen“ Sieben wenig von der Attitüde, welche die Westernhelden der 50er Jahre auszeichnet. Sie sind keine Heroen, die eine Rechnung zu begleichen haben, ein Verbrechen sühnen oder Unrecht bestrafen wollen. Sie sind – hier setzt die Kritik am Revolverheldentum ein - nicht mehr die Männer, die das tun, was ein Mann tun muss, sondern käufliche Killer, die dieses Mal auch rein zufällig auf der Seite des Rechts stehen könnten.

Walter Newmans und William Roberts Drehbuch zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es sich in der Entwicklung der Geschichte recht eng an das japanische Vorbild hält. Vielmehr machen die kontrastreichen Charakterstudien der einzelnen Revolver- bzw. Messerhelden den eigentlichen Wert des Streifens aus. Da ist der abgeklärte, nur an Geld interessierte Anführer Chris (Yul Brunner, der seinen Regieposten für die Hauptrolle an Sturges abtrat). Da ist der Abenteurer Brit (Steve McQueen), dem kein Unternehmen zu gefährlich ist. Es gibt den Halbindianer (Charles Bronson), der nach einer Möglichkeit sucht, gesellschaftliche Achtung zu erringen, und auch den jugendlichen Heißsporn Chico (Horst Buchholz), dem es vor allem um Ruhm und Ehre geht.

Alle Sieben haben gemeinsam, dass sie Heimatlose sind, denen niemand eine Träne nachweint, auf die keine Frau und keine Kinder warten, wie Chris es ausdrückt. Damit thematisiert der Film grundsätzliche Lebensentscheidungen: Sesshaftigkeit und zwischenmenschliche Bindungen vs. Mobilität und Ungebundenheit; Außenseitertum vs. soziale Anpassung. Gleichzeitig bedient der Film das ewige Klischee vom guten amerikanischen Helden, der wieder und wieder reitet, um bedrohte Dörfer zu retten, Menschen gegen die Diktatur und um ihre Freiheit kämpfen zu helfen und natürlich, um ein schönes Mädchen zu retten.

Die DVD kommt einem Klassiker, der eine Fernsehserie und drei Fortsetzungen nach sich gezogen hat, die jedoch an den ursprünglichen Film nicht heranreichen, angemessen daher: in Dolby Digital natürlich und 16:9; übersichtlich eingeteilt in 32 Kapitel mit gutem Bild und Ton. Auf dem Cover sowie auf der DVD selbst reiten die Sieben in der filmisch inzwischen viel zitierten V-Formation. Das interaktive Menue ist nicht nur übersichtlich gestaltet, sondern auch mit der Filmmusik unterlegt. In einem kleineren Screen laufen zusammengeschnittene Filmszenen ab, die bereits an dieser Stelle der DVD zum Verweilen einladen.

Das umfangreiche englischsprachige Making Of, das man sich mit eingeblendeten Untertiteln ansehen kann (aber nicht muss), informiert über die Entwicklung von „Die Sieben Samurai“ hin zum Filmprojekt „Die glorreichen Sieben“ mit allen seinen rechtlichen Schwierigkeiten, über die verwirrenden Wechsel von Drehbuchschreibern, Produzenten und Regisseuren, über das Casting, die Sets und die Frage warum die Mexikaner im Film klinisch sauber sein mussten. Eli Wallach (Calvera, Chef der Banditenbande), Horst Buchholz, Elmer Bernstein (Komponist der Filmmusik mit einem der eingängigsten und erkennbarsten Themen der Filmgeschichte) u.a. erzählen von den Rivalitäten am testosterongeplagten Set, vom Kampf um die Credits und kleinere Episoden am Rande.

In der Bildergalerie kann man sich Fotos von hinter den Kulissen, klassische Produktionsfotos, Aufnahmen entstanden in Drehpausen, Portraits und Poster ansehen. Hier wären Bildunterschriften das i-Tüpfelchen auf dieser sonst vorbildlichen DVD gewesen.

Der Kürze halber hier die üppigen Specials im Überblick:

1. Making Of
2. Audiokommentar mit James Coburn, Eli Wallach, Walter Mirisch (Produzent) und Robert Releya (Regieassistent)
3. Fotogalerien
4. Kinotrailer
5. Trailer „Die Rückkehr der glorreichen Sieben“
6. Trailer: „Die Rache der glorreichen Sieben“
7. Trailer: „Der Todesritt der glorreichen Sieben“
8. achtseitiges Booklet mit Hintergrundinformationen
9. interaktives Menue mit Szenenauswahl
10. Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch
11. Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch
12. Deutsch für Hörgeschädigte

Der Film ist 125 Minuten lang, in Farbe und freigegeben ab 12 Jahre. Die hervorragende DVD rechtfertigt den moderaten Anschaffungspreis von 13 Euro (amazon), und für Fans des Genres ist die DVD sowieso ein Muss, obwohl die glorreichen Sieben gelegentlich auch im TV reiten.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mozarteum

mozarteum

01.01.2007 23:25

wegen der specials würde es sich schon lohnen, die dvd zu kaufen ... :-) lg detlef

schlumilu

schlumilu

27.05.2005 20:24

Schaue ich immer wieder gerne. Wünsche Dir ein schönes Wochenende. Gruss Dieter

Tomatensalatmitei

Tomatensalatmitei

13.09.2004 15:15

Ich guck ja sowas, wenns mal in der Glotze kommt, aber Dein Bericht macht echt neugierig auf die Specials. LG Tom

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