Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
kostengünstig |
| Kontra: |
viele Produkte, die nicht artgerecht sind |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Goldhamster-Ernährung
Ich habe hier bereits zahlreiche Erfahrungsberichte zu Goldhamstern gelesen und dies soll nicht einfach ein weiterer werden. Hier möchte ich mich auf die Ernährung von Goldhamstern konzentrieren. Dabei stütze ich mich nicht nur auf eigene Erfahrungen, sondern auch auf Fachartikel und Erfahrungen von anderen Hamsterhaltern. Auch wenn einige Aspekte der Ernährung von Goldhamstern auf die von Zwerghamstern übertragen werden kann, so sollte man im Hinterkopf behalten, dass Zwerghamster andere Bedürfnisse als Goldhamster haben und somit auch anderes Futter benötigen. Der Bericht ist ziemlich lang geworden, aber ich hoffe, dass das euch nicht abschreckt. Wenn man möchte, kann man ja noch immer zu den interessanten Kapiteln springen.
- Motivation
- Hauptfutter
- Tierisches Eiweiß
- Gemüse und Obst
- Heu und Kräuter
- Leckerlis
- Natürliche Leckerlis
- Mineralien, Salzlecksteine und Vitamine
- Dosierung
- Füttern und zähmen
- Tipps, Tricks und Hinweise
- Bewertung
1. Motivation
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich am Anfang auch noch einige Fehler gemacht habe, weil ich das komplexe Thema der Goldhamsterernährung unterschätzt habe. Je länger ich Hamsterhalterin bin, umso mehr habe ich aber auch schon gelernt, mir viel angelesen und auch wertvolle Tipps bekommen. Ich hoffe, dass durch meinen Bericht vielleicht jemand meine Fehler vermeiden kann oder Leute, die sich einen Hamster anschaffen wollen, sich darüber im Klaren sind, dass es mit irgendeinem Billigfutter und Zuckerknabberstangen nicht getan ist.
2. Hauptfutter
Beim Kauf von dem Hauptfutter für Goldhamster gibt es ein paar wichtige Punkte zu beachten. Zum einen sollte man tatsächlich auch wirklich Futter für Goldhamster kaufen. Im Zoohandel findet man immer wieder Futter für Nagetiere, doch von solchem sollte man auf jeden Fall die Hände lassen. Meerschweinchen oder Mäuse haben ganz andere Bedürfnisse als Hamster. Außerdem sollte man darauf achten, dass es Futter für Gold- und nicht für Zwerghamster ist, denn auch hier gibt es ein paar Unterschiede. Oberstes Gebot beim Kauf von Hauptfutter ist zuerst einmal zu überprüfen, ob
Zucker, Honig oder Zuckerrohrmelasse im Produkt vorhanden ist. Sollte dies der Fall sein, auf jeden Fall nach einem anderen suchen. Hamster sind sehr diabetesanfällig und sollten aus diesem Grund Zucker, Honig oder Zuckerrohrmelasse nicht zu such nehmen. Des Weiteren können die vorher genannten Zutaten die Backentaschen verkleben.
Danach sollte man schauen, ob sich
tierische Eiweiße im Futter befinden. Tierische Eiweiße? Ja, auch ich habe anfangs nicht gewusst, dass Hamster sich zu einem nicht unbeträchtlichen Teil von Insekten ernähren und diese gerade im ersten Jahr besonders wichtig sind. Aus diesem Grund sollte jedes gute Hamsterfutter tierisches Eiweiß enthalten. Dies kann zum Beispiel in Form von getrockneten Mehlwürmern, Gammarus oder auch Heuschrecken vorhanden sein.
Nüsse und Kerne sind natürlich in Ordnung für Hamster und stehen auch auf ihrem Speiseplan, allerdings sollten sie in einem guten Hamsterfutter nur wenig zu finden sein. Aus diesem Grund schaden ein paar Sonnenblumenkerne natürlich nicht, aber wenn diese deutlich aus dem Futter hervorstechen, dann sind es eindeutig zu viele. Nüsse und Kerne sind schließlich sehr fettig und dicke Hamster leben nicht besonders gesund. Ihre Gelenke werden wesentlich stärker belastet und wenn man bedenkt, dass sie pro Nacht zwischen 10 und 20km in ihrem Laufrad radeln, dann kann man sich gut vorstellen, dass dies nicht gesund ist. Idealerweise sind die vorhandenen Kerne und Nüsse noch in ihrer Schale, damit die Hamster sie auch selbst knacken müssen und ein wenig beschäftigt sind.
Außerdem sollten jede Menge
Samen und Getreide zu finden sein, weil sich auch die Goldhamster in Syrien davon maßgeblich ernähren. Je abwechslungsreicher, umso besser natürlich.
Getrocknetes Gemüse sollte ebenfalls in jedem guten Hamsterfutter sein, da es wichtige Vitamine liefert. Auch hier ist eine Vielzahl an verschiedenem Gemüse natürlich erwünscht. Getrocknete Möhren, Zucchini oder Tomaten sind sehr beliebt bei den meisten Goldhamstern und sollten auf keinen Fall fehlen.
Nachdem ich gerade auf die gesunden Vitamine im Gemüse hingewiesen habe, warne ich direkt vor dem nächsten Vitaminlieferant: dem
Obst. Leider enthält Obst sehr viel Fruchtzucker und sollte demnach nur vereinzelt gefüttert werden. Ich persönlich, würde aus diesem Grund auch kein Obst im Hauptfutter haben wollen und es nur mal vereinzelt als Leckerli geben. Hier nur ein kleiner Hinweis an Zwerghamsterhalter: Zwerghamster sind wesentlich diabetesanfälliger und sollten deswegen möglichst kein Obst bekommen, insbesondere Campbells und Hybriden.
Leider auch nicht in jedem Hauptfutter zu finden, aber ebenfalls Bestandteil eines guten Futters sind
Kräuter. Sie werden von vielen Hamstern liegen gelassen, aber angeboten werden sollten sie trotzdem, da sie wichtige Mineralien enthalten und auch anderweitig förderlich für die Gesundheit sein können. Meine Hamster essen Kräuter nicht in rauen Mengen, aber knabbern immer mal gerne daran.
Nun komme ich zu einem Thema, dass jeder für sich selbst entscheiden muss – den Pellets. Sie sind nicht schädlich, aber auch nicht besonders natürlich. Außerdem ergibt sich oft die Schwierigkeit, dass pflanzliche Nebenerzeugnisse hinzugefügt werden und man nicht die Kontrolle hat, worum es sich bei diesem doch sehr nebeligen Begriff handelt. Ich persönlich bin für eine eher natürliche Ernährung, weil ich sie für artgerechter halte und möchte von daher meine Hamster mit einem Futter ernähren, dass nicht aus Pellets besteht. Hier möchte ich gleich hinzufügen, dass es fast unmöglich ist, ein solches Futter zu finden, dass komplett ohne Pellets auskommt – ich kenne nur eines. Aber ich würde empfehlen zumindest mal nach einem Futter zu gucken, das nicht hauptsächlich aus Pellets besteht. Meine Hamster essen diese nur sehr ungern und waren froh, als ich endlich ein Futter ohne gefunden habe. Wie gesagt, ungesund sind sie nicht, aber auch nicht natürlich.
Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung, worauf man beim Kauf von der Hauptnahrung achten sollte:
- kein Zucker, kein Honig, keine Zuckerrohrmelasse
- möglichst wenig getrocknetes Obst
- nur wenige Nüsse und Kerne
- es sollte auf jeden Fall Getreide, Samen, tierisches Eiweiß, getrocknetes Gemüse und Kräuter enthalten
TippDas einzige Futter, dass ich kenne, dass wirklich alle Kriterien erfüllt und dass ich bedenkenlos empfehlen kann, ist dass ZooDi Goldhamsterfutter von Rodipet.
Henry und Schnuffi
Was bekommen meine Hamster als Hauptfutter? Ich mische um ehrlich zu sein und verfüttere nicht nur eins. Die Grundlage bietet das ZooDi Goldhamsterfutter von Rodipet. Dieses könnte ich natürlich auch alleine füttern, aber für ein bisschen mehr Abwechslung mische ich auch noch immer Wellness-Food Hamster von JR Farm mit darunter. Auf drei Löffel ZooDi kommt ein Löffel JR Farm. Da das Futter von JR Farm allerdings ein wenig zu fettig ist, mische ich auch zum Ausgleich noch immer ein wenig getrocknetes Gemüse unter. Diese Mischung kommt gut an und meine Hamster haben Idealgewicht.
3. (Tierisches) Eiweiß
Leider gibt es bisher kein Hauptfutter, das ausreichend tierisches Eiweiß beinhaltet und so sollte man auf jeden Fall tierisches Eiweiß dazu füttern. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass dies leider nicht immer so simpel ist. Am einfachsten ist es natürlich, wenn die Hamster
getrocknete Insekten futtern. Getrocknete Mehlwürmer bekommt man relativ einfach im Laden, ebenso wie Gammarus oder auch getrocknete Heuschrecken. Gerade Mehlwürmer kommen bei den meisten Hamstern gut an. Während Gammarus wegen des starken Geruchs oft nicht gemocht werden. Davon sollte man pro Woche noch ein paar dazu füttern.
Bedauerlicherweise mögen einige Hamster aber keine getrockneten Insekten. Nun hat man drei Möglichkeiten. Zum einen kann man versuchen, ihnen
lebende Insekten zu verfüttern. Das funktioniert mit Mehlwürmern sehr gut und viele Hamster stürzen sich darauf. Hier sollte man unbedingt darauf achten, ob der Goldhamster den Mehlwurm auch wirklich tötet oder ihn lebendig in sein Nest bringt und dieser dann herumkrabbelt und sich im schlechtesten Fall sogar weiter entwickelt.
Funktioniert das nicht, kann man noch versuchen den Hamster auszutricksen und ihm getrocknete Insekten unterzujubeln. Man kann zum Beispiel getrocknete Mehlwürmer mahlen und dann unter Babybrei oder Joghurt mischen. Viele Hamster essen dies dann brav. Allerdings muss man beim Babybrei darauf achten, dass es sich möglichst um Gemüsebrei ohne Gewürze und Zwiebeln oder Lauch handelt. Man könnte auch Hamsterkekse backen und sie dort mit drunter mischen.
Dann gibt es noch die Feinschmecker, die sich komplett weigern tierisches Eiweiß zu essen. In solchen Fällen kann man es mit einem Löffel Joghurt oder Magerquark probieren. Hüttenkäse oder mal ein Stückchen Eiweiß stellen ebenfalls eine Alternative dar. Das ist aber natürlich alles nur suboptimal. Diese Möglichkeiten gibt es also:
- getrocknete Insekten wie Mehlwürmer, Gammarus oder Heuschrecken
- lebende Insekten
- gemahlene Insekten untermischen
- Alternative: Joghurt, Magerquark, Hüttenkäse oder Eiweiß
Achtung, auch wenn der Hamster sich auf die Mehlwürmer (oder andere Insekten) stürzt, sie sind sehr fetthaltig und sollten auch nicht zu oft gegeben werden.
Tipp
Seid ihr darauf angewiesen, gemahlene Insekten unter Babybrei zu mischen, empfehle ich den Babybrei in der Eiswürfelform einzufrieren. So hat man immer kleine Portionen parat und muss den Babybrei nicht schon nach zwei Tagen wegschmeißen. Diesen kann man auch hervorragend zur Medikamentengabe verwenden, wenn der Hamster sich weigert, diese direkt einzunehmen.
Henry und SchnuffiLeider futtern beide meine Hamster keine getrockneten Insekten. Schnuffi ekelt sich sogar regelrecht vor ihnen und räumt sie immer weg, wenn mal eins in die Nähe seines Häuschens kommt. Zum Glück lassen sich aber beide austricksen und ich mische ihnen immer gemahlene Mehlwürmer unter ein bisschen Babybrei. Das bekommen sie von mir ein bis zwei Mal die Woche.
4. Frisches Gemüse und Obst
Auch wenn in einem guten Hamsterfutter getrocknetes Gemüse sein soll, so ist
frisches Gemüse doch auch sehr wichtig für den Hamster – möglichst
täglich.
Ist der Hamster gerade bei einem eingezogen, sollte man mit dem Gemüse allerdings sehr vorsichtig sein. Handelt es sich um einen Hamster aus einem Zoogeschäft, so ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er vorher noch kein frisches Gemüse zu Gesicht bekommen hat. In einem solchen Fall muss man den Hamster vorsichtig an das Gemüse gewöhnen und nur ganz kleine Stücke geben. Ansonsten kann es sehr schnell zu Durchfall kommen und das kann sogar tödlich für das kleine Tierchen ausgehen. Aber auch bei einem Züchter, Hamsterhilfen oder Tierheimen sollte man sicherheitshalber nachfragen, ob der Hamster schon an Gemüse gewöhnt ist. Gerade für den Anfang eignen sich hervorragend Zucchini und Möhren, weil ihr Wassergehalt nicht ganz so hoch ist.
Hat man den Hamster erst einmal an Gemüse gewöhnt, so sollte man ihm möglichst täglich welches zur Verfügung stellen – vor allem im Sommer. Ob Zucchini, Möhren, Brokkoli, Tomaten oder Paprika, die meisten Hamster lieben frisches Gemüse. Welches sie am liebsten mögen, das muss man individuell ausprobieren. Kann man auch zu viel Gemüse geben? Ja, das kann man und das hat zwei Gründe. Zum einen kann zu viel Gemüse zu Durchfall führen. Das erkennt man aber schnell an den Köttelchen und dann gibt man in Zukunft etwas weniger. Zum anderen muss man unbedingt darauf achten, dass das übrig gebliebene Gemüse nicht im Häuschen schimmelt oder gar noch irgendwo eingebuddelt wird und man es erst Wochen später findet. Aus diesem Grund sollte man vor allem am Anfang kontrollieren, ob es wirklich gegessen oder gelagert wird.
Auch wenn für uns Menschen
Obst sehr gesund ist, sollte man Hamstern wegen des hohen Zuckeranteils nur sehr wenig geben und Hamstern mit Diabetes überhaupt nicht. Ein Goldhamster sollte nicht öfter als einmal die Woche ein Stückchen Obst bekommen. Zwerghamster noch seltener und Hybriden oder Campbellhamstern wenn möglich gar nicht.Zusammengefasst:
- täglich frisches Gemüse
- nur selten Obst
- langsam an Gemüse gewöhnen
- Nestkontrollen, damit nichts schimmelt
AnmerkungHamster trinken nicht viel und wenn sie ausreichend frisches Gemüse bekommen, trinken sie auch so gut wie gar nichts mehr. Aber keine Angst, der Kleine ist dann nicht am verdursten. Es kann allerdings auch passieren, dass sie vermehrt pinkeln, wenn sie mehr Gemüse als sonst bekommen, aber das ist völlig normal.
Tipp
Wenn der Hamster mal für eine etwas längere Strecke in einer Transportbox mit muss, dann eignet sich ein Stückchen Gurke hervorragend als Trinkersatz. Insbesondere ist dies empfehlenswert für warme Sommertage.
Henry und SchnuffiDas Gemüse, das die Beiden definitiv am liebsten mögen, ist gelbe Paprika. Zucchini und Gurke kommen auch gut an. Nicht so gerne mögen sie Möhre und Tomate. Die essen sie nicht immer ganz auf und ich muss des Öfteren Reste aus ihrem Nest entfernen. Obst bekommen sie von mir eigentlich gar nicht, das muss ja nicht sein.
5. Heu und Kräuter
Goldhamster sollten immer genügend
Heu zur Verfügung haben. Im Gegensatz zu Kaninchen, essen Hamster allerdings normalerweise kein Heu. Sie brauchen es aber für ihren Nestbau und zur Stabilisierung der Gänge in der Streu. Aus diesem Grund sollte der Hamster es immer im Käfig haben, aber wird es eher unwahrscheinlich auch futtern. Euer Hamster stopft sich das Heu trotzdem in die Backen? Das macht meiner auch – allerdings nur um es in sein Häuschen zu transportieren.
Kräuter sollten in einem guten Hamsterfutter bereits vorhanden sein, aber falls doch nicht – dann sollte man welche hinzufüttern. Sie enthalten wichtige Vitamine und Mineralien. Außerdem haben viele Kräuter auch noch heilende oder unterstützende Wirkungen. Achtung, bei manchen Kräutern muss man unbedingt aufpassen, dass man nicht zu viel davon füttert. Aber wenn man eine ausgewogene Kräutermischung nimmt, darf eigentlich nichts schief gehen.
Hier mal ein paar Beispiele für Kräuter, die man füttern kann:
- Dillkraut – gegen Blähungen und gut für den Magen
- Schafgarbe – bei Durchfall, gut für den Magen
- Brennnessel – blutreinigend, gut bei Durchfall
- Echinacea – stärkt das Immunsystem und fördert die Verdauung
- Wegerich – bei Husten
TippKräuter duften gut und werten den Käfig optisch auf. Aus diesem Grund kann man diese zum Beispiel sehr gut mit ein paar getrockneten Blüten in der Streu verteilen. Das sieht toll aus, riecht natürlicher und der Hamster kann immer mal daran knabbern, wenn er möchte.
Henry und Schnuffi
Meine Beiden haben in ihrem Futter bereits Kräuter, aber ich mische ihnen noch immer weitere Kräuter, Blüten und Heu unter die Streu. Ich nehme übrigens fertige Kräutermischungen um eine möglichst große Bandbreite an Kräutern zu bekommen.
Schnuffi ist absolut kein Fan von Kräutern. Er frisst nur ganz selten mal welche, aber anbieten tu ich sie ihm trotzdem. Henry wiederum knabbert ganz gerne an den Kräutern, nicht überdurchschnittlich viel, aber immer mal wieder.
6. Leckerlis
Wie man vielleicht schon bei meiner Inhaltsangabe sieht, habe ich wegen der Übersichtlichkeit zwei Kapitel zum Thema Leckerlis erstellt. In diesem soll es sich um irgendwie zusammen gemischte Leckerlis gehen, wie Knabberstangen oder Drops.
Leckerlis für Hamster kann man wahrscheinlich ganz gut mit den Süßigkeiten für uns Menschen vergleichen. Ab und zu kann man sie mal essen, aber sie ersetzen natürlich nicht unsere Hauptnahrung und man sollte sie auch nicht täglich essen. Dasselbe gilt natürlich auch für unsere Hamster.
Leider gibt es gerade bei den Leckerlis sehr viele schwarze Schafe. Die meisten enthalten Zucker und den sollten Hamster, wie ich bereits vorher schon beschrieben habe, nicht essen. Dasselbe gilt für Honig und Zuckerrohrmelasse. Meiner Erfahrung nach, kann man im Laden schon mit diesem Ausschlusskriterium circa 90% aller Leckerlis liegenlassen. Das ist wirklich eine traurige Bilanz. Schreibt man namhafte Tiernahrungshersteller an, bekommt man meist als Antwort, dass der Anteil an Zucker doch gar nicht so hoch sei und man nicht übertreiben soll. Aber warum dann überhaupt füttern, wenn es nicht gut ist? Da greife ich doch lieber zu anderen Produkten.
Knabberstangen werden immer gerne gekauft. Sie enthalten oft auch einige gesunde Zutaten und es gibt viele verschiedene Sorten. So kann man Knabberstangen mit tierischem Eiweiß finden, Gemüse oder auch Kräutern. Positiv ist auch, dass die Hamster sich die Leckereien erst erarbeiten müssen und dabei gleichzeitig ihre Nagezähne abnutzen. Sie stellen eine tolle Beschäftigung dar. Einige Hamster haben sogar so viel Spaß daran, dass sie gleich die gesamte Beute sichern wollen und die komplette Stange abnagen und ins Häuschen transportieren. So positiv dies alles auch klingt, sollte man nicht vergessen, dass diese Knabberstangen riesig im Vergleich zum Hamster sind. Man muss also aufpassen, dass der Hamster sich dann nicht ausschließlich von der Stange ernährt und sein Futter liegen lässt.
Drops sind schon sehr viel kleiner und man könnte diese auch theoretisch öfter geben. Dagegen spricht, dass die meisten Drops mit ihren Molkereizusätzen zum Größten Teil aus Zutaten bestehen, die ein Hamster in der freien Natur nicht zu sich nimmt und aus diesem Grund auch nicht benötigt. Aus diesem Grund würde ich Drops eher selten füttern. Denn alles was sie zusätzlich bekommen, was nicht gebrauchen können, nehmen sie an Hauptfutter nicht zu sich. Auch wenn ein Drop natürlich nicht groß ist, so muss man ihn doch mal mit der Magengröße eines so kleinen Tieres vergleichen und der Menge, die er so am Tag zu sich nimmt. Grob geschätzt hat ein Drop etwa ein viertel des Volumen, das ein Hamster täglich isst. Hier möchte ich noch mal eindrücklich darauf hinweisen, dass man auf die Zutaten achten soll, denn ich habe bisher erst Drops von einer Firma gefunden, die ohne Zucker sind. Würde mich aber natürlich über Tipps freuen, wenn jemand noch andere gefundne hat.
Natürlich gibt es nicht nur Knabberstangen, sondern auch anderes
Gebackenes. Es gibt Kringel, Kekse und ähnliches. Zu Weihnachten oder Ostern findet man oft auch noch Leckerlis im passenden Design. Hier würde ich immer empfehlen, Leckerlis mit Gemüse zu nehmen oder mit Zutaten, die der Hamster eh hauptsächlich zu sich nimmt. Besonders positiv sind natürlich solche Leckerlis mit tierischem Eiweiß, weil man diese so auch mal einem mäkeligen Hamster unterjubeln kann. Auch Kräuter kann man so manchem Hamster mit Hilfe von solchen gebackenen Leckerlis schmackhaft machen. Es gibt erste Studien, dass insbesondere Teddyhamster viele Rohfasern zu sich nehmen sollen. Das hängt mit ihrem langen Fell zusammen, das im Dünndarm Trichobezoare verursachen kann. Rohfaserhaltige Kräuter können dafür sorgen, dass diese dann über die Köttel abgeführt werden. Da die meisten Hamster ja nicht allzu viele Kräuter futtern, würden diese vielleicht jene mit Hilfe von gebackenen Leckerlis mehr zu sich nehmen.
Henry und Schnuffi
Ich glaube, ich sollte erwähnen, dass ich wirklich haufenweise Leckerlis besitze und eine ganze Schublade voll mit Hamsterfutter habe. Dementsprechend haben Henry und Schnuffi auch schon sehr viele verschiedene Leckerlis ausprobiert. Drops finden sie toll und bekommen sie circa einmal die Woche. Die sind dann auch im Null Komma Nix aufgefuttert. Knabberstangen bekommen sie eigentlich nur, wenn ich mal ein paar Tage weg bin und eine Freundin auf die Beiden aufpasst. Ansonsten finde ich die viel zu groß und Schnuffi knabbert auch direkt alles ab. Henry ist da ein wenig zurückhaltender und da hält eine Knabberstange locker einen Monat. Ich will jetzt gar nicht auf alle gebackenen Leckerlis eingehen, die ich habe, denn das würde doch ein Weilchen dauern. Aber gerade die kleineren Kringel sind sehr beliebt. Die kann man auch mal öfter geben als eine Knabberstange, weil sie nicht so groß sind. Bekommen meine Beiden ihre Lieblingsleckerlis, dann bleibt das normale Futter auch liegen. Aus diesem Grund muss ich darauf achten, dass sie nicht zu viele bekommen und die Ernährung nicht zu einseitig wird.
7. Natürliche Leckerlis
Was meine ich damit? Damit meine ich alle naturbelassenen Leckerlis wie Nüsse, Ähren oder Wurzeln. Die finde ich persönlich besser als die zuvor vorgestellten, weil sie natürlicher sind und Hamster diesen auch eher in der freien Natur begegnen. Hinzukommt, dass man nicht nach Zucker oder seltsamen Nebenerzeugnissen suchen muss.
Ich denke, dass wohl
Nüsse und Kerne das meist gefütterte Leckerli sind. Ich glaube, es gibt wohl keinen Hamster, der keine Nüsse oder Kerne liebt. Sie sind sehr gesund und ihnen werden sehr positive Wirkungen auf den Menschen nachgesagt und ich denke, dass sie auch dem Hamster dann nicht schaden. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass sie sehr fetthaltig sind und man aus diesem Grund natürlich darauf achten muss, wie viele man davon füttert. Das würde ich vom Gewicht abhängig machen. Bei untergewichtigen Hamstern würde ich ruhig ein paar mehr Nüsse füttern. Sehr beliebt sind Sonnenblumenkerne, weil sie klein sind. Ebenso wie Pinienkerne oder Haselnüsse.
Nagerwurzeln sind sehr gut für die Zähne und aus diesem Grund ein empfehlenswertes Leckerli, dass sich als Leckerli empfiehlt, dass immer im Käfig zur Verfügung steht. Leider essen nicht alle Hamster sie gerne und da kann es sein, dass man ein paar Sorten durchprobieren muss. Als Alternative kann man auch Äste anbieten, die werden aber meist noch weniger angeknabbert.
Nicht nur schön zur Dekoration, sondern auch schmackhaft für Hamster sind
Ähren und Kolben der verschiedenen Getreide- und Samenarten. Als besonders positiv empfinde ich, dass die Hamster ihr Leckerli selbst erarbeiten und die einzelnen Samen abpflücken müssen. Man kann die Kolben in die Streu stecken oder auch irgendwo hängen lassen. Ein Nachteil ist natürlich, dass sie meist sehr groß sind und viele Samen enthalten. Das relativiert sich ein bisschen dadurch, dass Samen und Getreide eh auf dem täglichen Speiseplan der Hamster stehen.
Ein Leckerli, das man nur ab und zu mal geben sollte, ist
getrocknetes Obst. Gerade getrocknete Bananen und Äpfel sind sehr beliebt, enthalten aber auch sehr viel Fruchtzucker und sollten deswegen nur ab und zu mal gefüttert werden. Die Konzentration von Fruchtzucker ist in getrocknetem Obst nämlich noch höher als in frischem und das Vitamin C geht zum Größten Teil verloren.
Maiskolben kann man auch mal gerne als Leckerli geben, allerdings ist es da sinnvoll auf Mini-Maiskolben zurückzugreifen, weil Maiskolben sehr viele Kalorien beinhalten. Goldhamster, die sowieso schon etwas dicklich sind, sollten auf Mais verzichten.
TippMan kann die Nüsse und Kerne aus dem Hauptfutter herausnehmen und dann als Leckerli per Hand verfüttern.
Henry und Schnuffi
Henry und Schnuffi lieben Nüsse und Kerne. Für Pinienkerne machen sie fast alles. Schnuffi habe ich mit Hilfe von Sonnenblumenkernen handzahm bekommen. Er würde einem Pinienkerne auch viele Meter hinterher laufen. Getrocknetes Obst finden sie auch ganz toll, bekommen sie von mir aber nur ab und zu mal. Zum Glück mögen auch alle Beide Nagerwurzeln, auch wenn diese natürlich erst nach circa zwei Wochen aufgefuttert sind. Bei Ähren und Maiskolben steht bei Schnuffi eher das Abknabbern im Vordergrund und Henry futtert an solchen ewig.
8. Mineralien, Salzlecksteine und Vitamine
Mineralkratzsteine, Salzlecksteine und Vitamintropfen sind wahrscheinlich Fehlkauf Nummer 1 bei jedem Hamsterneuling – genauso wie bei mir. Das wird doch den meisten in einem Zooladen angedreht.
Salzlecksteine sind aber nicht nur überflüssig, sondern auch gesundheitsschädigend. Sie können Nierenprobleme verursache, die schlimmstenfalls sogar tödlich enden können.
Auch
Kalksteine sind unnötig und können bei übermäßigem Gebrauch in Harnsteinbildung resultieren. Da greift man lieber zu Ästen oder Nagerwurzeln, damit die Hamster ihre Zähne abnutzen können.
Mineral- und Vitaminzusätze sollte man nur ihn Absprache mit dem Tierarzt geben, da Hamster alles über Nahrung aufnehmen und diese also nicht nötig haben. Überflüssige künstliche Vitamine kann der Körper nicht vernünftig abbauen und so können diese auch eher schaden als nutzen. Man sollte sie also wirklich nur geben, wenn der Tierarzt sie für nötig hält.
Henry und SchnuffiHenry hat in meinem Besitz nie zusätzliche Vitamine oder ähnliches erhalten. Dies war noch nicht einmal nötig, als er krank war. Schnuffi ist mein erster Hamster und da hab ich natürlich auf den uninformierten Verkäufer gehört. Diese aber schnell entfernt, nachdem ich mich genauer eingelesen hatte. Schnuffi hatte aber Salzleckstein und auch den Kalkstein eh ignoriert.
9. Dosierung
Hamster sind nur kleine Tiere und aus diesem Grund neigt man natürlich schnell mal dazu ein bisschen zu viel zu füttern. Ein Goldhamster bekommt täglich einen Esslöffel
Hauptfutter. Ich persönlich würde immer dann ein bisschen mehr geben, wenn man gerade das Nest gereinigt hat und die alten Vorräte entfernt. Hamster werden nervös, wenn sie nicht genügend hamstern können und legen sich gerne einen Vorrat an. Man muss keine Angst haben, dass sich ein Hamster überfrisst, allerdings sortieren sie sich natürlich auch gerne ihre Lieblingsbestandteile heraus und einige Halter konnten beobachten, dass ihre Hamster träger wurden, sobald sie einen ziemlich großen Vorrat angelegt hatten.
Die Anzahl der Leckerlis würde ich vom Gewicht des Hamsters abhängig machen. Hat man schon einen kleinen Pummel, dann würde ich keine Leckerlis aber umso mehr frisches Gemüse füttern und auf Obst gänzlich verzichten. Hat man einen sehr schlanken Hamster würde ich ruhig ein paar Nüsse mehr geben.
10. Füttern und zähmen
Goldhamster sind ja eigentlich keine zahmen Tiere und man kann mit ihnen nicht schmusen wie mit Kaninchen oder Meerschweinchen. Aber viele Goldhamster kann man zumindest an sich gewöhnen, so dass sie nicht vor einem weghuschen und sich sogar anfassen lassen. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und das kann man sich auch bei Hamstern zu nutze machen. Allerdings kann man natürlich nichts erzwingen und manche Hamster bleiben immer menschenscheu.
Wenn ein Hamster noch sehr scheu ist, kann man ihm immer vorsichtig ein besonders tolles Leckerli hinhalten, bis er es sich holen kommt. Da ist manchmal viel Geduld gefragt, aber es kann sich lohnen. Später würde ich ihm Leckerlis oder Futter auf der Hand anbieten und nach einiger Zeit setzen sie sich dann sogar vielleicht auf die Hand und futtern da.
Henry und SchnuffiHenry war schon zahm als ich ihn bekommen habe, aber Schnuffi war noch relativ scheu. Ihn habe mit Hilfe von Sonnenblumenkernen an mich gewöhnen können und ich habe immer mit einer bestimmten Tonlage mit ihm gesprochen, wenn er jene bekommen hat. So hat er diese Stimmlage direkt mit Leckerlis verbunden und ist dann schon auf zurufen aus seinem Häuschen gekommen. Mittlerweile ist er total zahm und ich kann sogar ein bisschen mit ihm schmusen.
11. Tipps, Tricks und Hinweise
- Das Hauptfutter würde ich immer unter die Streu mischen, damit die Hamster noch etwas zu tun haben und ihren natürlichen Sammlertrieb ausleben können.
- Achtung, nicht gleich in Panik geraten, wenn die Pippiecke mal ein bisschen rot ist, das kann auch von roter Beete kommen, die in einigen Hauptfuttersorten vorhanden ist.
- Ich persönlich friere das Hauptfutter immer vorher ein, damit Kornkäfer und andere Viecher abgetötet werden.
- Einige Hamster essen Kräuter lieber frisch als getrocknet.
- Die Hamster immer regelmäßig wiegen, da ein Gewichtsverlust oft ein Anzeichen von Krankheit ist.
- Wenn der Hamster nicht genügend wiegt, dann kann man ruhig ein paar Haferflocken unter das Hauptfutter mischen.
12. Bewertung
Generell ist die Ernährung von Goldhamstern sehr günstig. Ich gebe im Monat im Schnitt zwischen 5 und 10€ für beide Hamster aus, kaufe ihnen ab und zu aber auch mal ihr favorisiertes Gemüse, dass ich dann nicht unbedingt esse. Ich ziehe allerdings einen Stern ab, weil man doch extrem darauf achten muss, was man so alles kauft, da vieles einfach nicht artgerecht und zuckerbelastet ist. Ich persönlich bestelle sehr viel im Internet und habe auch einiges gelesen, bis ich da wirklich einigermaßen durchgestiegen bin.
Natürlich überleben die meisten Hamster auch Fehlkäufe und suboptimale Ernährung, aber ich möchte nicht, dass meine Hamster zu den Ausnahmen gehören, wo dann mal etwas schief geht.
Falls es noch irgendwelche Fragen gibt oder auch Hinweise, möchte ich die natürlich auch gerne hören. :)
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