Über sich:19 Jahre jung, männlich, hetero, Single und Hausmann. Häufig durch einen ziemlich "giftigen&quo...
Mitglied seit:27.12.2009
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Es war an einem kalten Tag im Oktober 2007 oder 2008, als ich kurz vor Mitternacht auf der Couch meiner Oma gessen bin, alle anderen waren bereits im Bett, und mir einfach die Tränen kamen. Es waren keine Tränen der Freude. Dieser Film hat etwas geschafft, was bei mir ansonsten nicht funktioniert. Eine "Komödie"? Ja, so stand es in der Fernsehzeitschrift. Jedes Jahr aufs Neue kommt der Film, pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit. Und jedes Jahr musste ich ihn sehen.
An einem Tag, als ich durch die DVD-Abteilung des Planeten-Marktes ging, suchte ich spontan nach diesem Film, und fand ihn auch (Gott sei Dank!).
Handlung
(Enthält ein paar Spoiler) Die Handlung ist anfangs recht einfach gestrickt: Unser Hauptdarsteller, Alex (Daniel Brühl), lebt zusammen mit seiner Mutter Christiane (Katrin Sass) und seine Schwester Ariane (Maria Simon) Kerner in einer 79 qm-Plattenbauwohnung. Der Vater ist im Westen und hat keinen Kontakt mehr.
Während der bekannten Demonstrationen 1989 (wenn man es so nennen konnte), bei dem Alex teilnimmt (mir ist nach wie vor nicht klar, ob er da tatsächlich mitmacht, oder nur aus Versehen im Protestmarsch landet) die Situation eskaliert, wird Alex schließlich von der Polizei abgeführt - vor den Augen der Mutter, welche daraufhin zusammenbricht und ins Koma fällt. Die vom (nicht ganz frewillig) Sozialismus überzeugte Frau Kerner verschläft den Fall des "antifaschistischen Schutzwalls", die "Verwestlichung" ihrer geliebten DDR und so manch andere Kuriosität. (Ende der Story)
Wie bereits angemerkt, die Story fängt ganz simpel an, teilt sich nachher jedoch in verschiedene Stränge auf. Das Leben von Alex, das Leben von Ariane (und ihres Freundes, sowie ihren Nachwuchs), das Leben der Mutter, die Welt da draußen, und Alex' Liebesbeziehung zum "Austauschengel aus der Sowjetunion", Lara, sowie das Treffen mit dem Vater.
Obwohl diese Stränge alle in eine jeweilige Richtung gehen, ist es nicht schwer, dem FIlm zu folgen. Die Geschichte reißt am Anfang auch keinem vom Hocker, es klingt eher wie das Schicksal einiger Hunderte an diesen historischen Tagen vor rund 20 Jahren. Dennoch möchte man dranbleiben und zusehen, wie Alex sich täglich neuen Probleme des neuen, westlichen Alltags stellen muss - und diese meistert. Man wird nach und nach in die Nachvolziehbare Story gezogen, die sich immer weiter entwickelt, sodass man ab einem gewissen Punkt wirklich nichtmehr abschalten kann und will.
Action
Good Bye Lenin! ist kein Actionfilm. Es ist genau das Gegenteil, und das ist gut so. Nur der flotte und sehr gute Soundtrack machen oftmals Stimmung.
Anspruch
Hier habe ich das Maximum gewählt. Warum? Nun, wie gesagt: Das Ende hat tief in mir etwas umgewälzt, was sonst bisher kein Medium geschafft hat. Und als seitdem ich die DVD besitze (ungefähr 9 Monate), habe ich den Film knapp elf (!) mal gesehen. Jedes mal entdecke ich neue Gefühle, die sich in den jeweiligen und total unterschiedlichen Charakteren entwickeln. Wenn Katrin Sass im Bett liegt und mit den Tränen kämpft, weil sie sich nicht an den Aufbewahrungsort des Familiensparbuches erinnern kann, kann einem das ganz schön mitnehmen. Wie fühlt sich ein Mensch, in der Situation? Und wie reagieren ihre beiden Kinder darauf? Wie wirkt sich das aus? Die Tausch-Zeit der Ostmark ist bald vorbei. Viele Emotionen, aus unterschiedlichen Blinkwinkeln. Wer sich wirklich mit dem Film außeinanersetzen möchte, muss ihn mehrmals sehen.Desweiteren ist die Story definitiv keine Komödie. Ich persönlich musste nicht einmal lachen. Es ist kein alberner *pardon* scheißdreck á la "Sonnenallee", bei dem permanent irgendwelche Ossi-Witze gerissen, und die Realität in der DDR verzerrt dargestellt werden. Ich bin zwar '90er-Jahrgang, aber der einzige "Wessi" in der Familie, meine Mutter kam aus Dresden, mein Vater aus der Lausitz (Oderwitz). Von daher weiß ich, wann ein Film ernstzunehmen ist und nicht.
Ostalgie? Die wird groß geschrieben. Allerdings nicht so bescheuert wie bei bereits erwähnten Filmen/Serien, sondern liebevoll. Man muss schmunzeln, wenn man die alten Logos, Markennamen und Verpackungen sieht, die einst Alltag waren.
Humor
Ich persönlich musste nicht lachen. Die Anderen schon. Ich habe deshalb den Wert auf "Durchschnittlich humorvoll" gelassen. Es gibt schon witzige Szenen, allerdings sind das nicht die Szenen, die meinen schwierigen Charakter zum Lachen bringen.
Romatik
Der Film beeinhaltet auch eine große Romantik. Und zwar zwischen Lara, der Krankenschwester und Alex, welche ein paar Hochs und sehr viele Tiefs durchstehen müssen. Mehr möchte ich allerdings nicht verraten.
Musik
WOW! Das ist der erste Film, bei dem ich derart heiß auf den Soundtrack war. Er ist von dem französischem Komponisten "Yann Tiersen". Ja, genau der Yann Tiersen, welcher bereits den genialen Soundtrack zu "Die Fabelhafte Welt der Amélie" schrieb: Melancholische Klavierklänge, flotte Streicherensembles und das Beste, was man aus dem breiten Reportoire eines Orchester herausholen kann.
Der OST (Original Soundtrack) trägt meiner Meinung nach zu 75% zum Gefühl bei. Wer nichts mit Klavierstücken anfangen kann, welche einem innerhalb weniger Sekunden die Stimmung umdrehen kann, der wird über die Musik hinweghören (verpasst aber so einiges an Emotionen. Und Emotionen sind Essenziell)
DVD-Inhalt
Der Inhalt der DVD ist auch sehr genial. Es gibt zwar nur sehr magere aus dem Menü wählbare Extras. Aber die eigentlichen Schmankerl befinden sich während des Films auf dem Schirm: In Form von kleinen Einblendungen kann man bei Bedarf aus dem Film "springen" und sich Zusatzinfos, sowie Originalmaterial ansehen. Wird etwa das Kaffeservice gezeigt, kann man sich das "echte" Service, sowie dessen Preis und Namen in einem kurzen Nebenclip ansehen. Manchmal gibt es auch Texte zu lesen oder etwas zu lauschen. Wirklich toll und eine gelungene Idee.
Persönliche Meinung
Diesen Film muss man gesehen haben. Nicht, weil er für total jedermann geeignet ist, sondern weil man viele Dinge nicht beschreiben kann, die er auszulösen imstande ist. Für alle, die kurzweiligen Popcorn-Trash mögen ist Good Bye Lenin! definitiv nichts! Man muss auch offen für diese Art von Film sein. Er bietet unheimlich viel Gesprächsstoff. Und zwar u.a. mit Österreichen, die sich ja nicht mit dem Osten auskennen. Die unterhalten sich wegen der genialen Musik, wegen der wirklich tollen Dialoge, den begabten Schauspielern und dem Hirn und den Emotionen, welcher hinter dem Film stehen. Ich bin froh, dass die Ratings nicht so positiv ausgefallen sind. Die meisten Leute gehören zu dieser Popcorn-Fun-Kategorie; die sollen sich weiter sinnlosen Action-Mist angucken.
Goodbye Lenin ist sein Geld definitiv wert! Alleine schon der Wiederanschau-Faktor ist sehr hoch.
Bilder von Good Bye, Lenin! (DVD)
Good Bye, Lenin! (DVD) - Cover
Von MrToxic für Ciao.de
ug Zeit, um mit einem gewissen Abstand auf die historischen Ereignisse zurückblicken zu können und damit allen, Wessis wie Ossis, eine neue, aufschlussreiche Perspektive au...
lfgang Becker. Mit Daniel Brühl, Katrin Sass u. a.Für seine staatstreue, kranke Mutter lässt Alex (Daniel Brühl) die DDR weiterleben... Vielfach prämierte Tragikomödie!
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01.01.2010 12:11
Noch nie gesehen, obwohl man so viel Gutes drüber hört
31.12.2009 22:45
Klasse Bericht.Für 2010 wünsche ich Dir alles Liebe, viel Gesundheit und Gottes reichen Segen.
31.12.2009 22:06
Der Film ist fast tragischer als lustig. Der ist mir sehr prägend in Erinnerung geblieben.