Dieser Erfahrungsbericht wurde von 121 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Aus der Fernseherwerbung bin ich das erste Mal auf den Film aufmerksam geworden und mein erster Gedanke war, wieder so ein Film der die DDR zeigt, wie sie nicht war. Siehe Sonnenallee,… An einem Abend, ich hatte gerade nichts zu tun, was ja selten ist wenn man zur Abendschule geht, bin ich einfach einmal spontan ins Kino gegangen. Alleine, was ich sonst auch nicht mache. Mit Knabberzeug in der Hand habe ich geduldig die Werbung abgewartet und dann die Filmvorschau und dann, als ich keine Lust mehr hatte, fing auch „schon“ der Film an und ich muss sagen, ich bin positiv überrascht. Ich muss vorher sagen, ich komme aus den neuen Bundesländern und habe die DDR als Kind erlebt. Also nicht mehr sehr viel davon mitbekommen. Angeschaut habe ich mir den Film in Braunschweig. Noch nie hat es ein Film geschafft, mich zum Weinen zu bringen und fast gleichzeitig zum Lachen. Dieser hat es. Hier eine kleine Zusammenfassung des Filmes. Ich will aber nicht alles Haarklein aufspießen, da es am besten ist, wenn man sich den Film selbst anschaut.
Eine alleinerziehende Mutter (in der DDR fast unvorstellbar) geht in der DDR und im Sozialismus auf, nachdem ihr Mann sei verlassen hat und in den Westen geflohen ist. Sie arbeitet mit Kindern und versucht, den Bürgern der DDR ein besseres Leben zu verschaffen, dabei geht sie auf die kleinen, aber wichtigen Dinge des Lebens ein, wie die Mode der DDR. Wer die „Mode“ kennt, wird jetzt schon schmunzeln. Sie bekommt allerdings einen Herzschlag, als sie sieht, dass ihr ältestes Kind Alexander auf einer Demonstration verhaftet wird. Lange Zeit liegt sie im Koma und verschläft die wichtigsten Ereignisse. Die Mauer fällt und der Westen hält Einzug. Alexander besucht seine Mutter jeden Tag, nicht zuletzt, wegen einer hübschen Krankenschwester. Seine Schwester macht die größte Wandlung mit. Sie lernt ihren zukünftigen Mann kennen, und das ist auch noch ein Wessi. Nach acht Monaten wacht die Mutti wieder aus dem Koma auf, doch über alle Freude die, die Kinder haben kommt die schlechte Nachricht, dass sich die Mutter nur dann erholen kann, wenn sie absolute Ruhe hat und sich nicht aufregt. Der Rest der Geschichte ist wohl bekannt. Alexander versucht alles, um seiner Mutter das DDR-Leben zu ermöglichen. Angefangen von Jungpionieren bis hin zu Spreewaldgurken…
Eine herrlicher Film, bei dem ich Tränen gelacht habe und die Zuschauer im Kinosaal gut auseinanderhalten konnte. Ich meine damit nicht zwischen Männchen und Weibchen, sondern zwischen Ossi und Wessi, denn die Ossis, wie ich, konnten doch am meisten lachen. Zwar wurde ich schief angeschaut von meinen Nachbarn, weil ich an Stellen gelacht habe, die für sie nicht lustig war, aber ich konnte und wollte einfach nicht mit lachen aufhören. Dieses Phänomen ist sogar meiner Mutter aufgefallen, denn vor kurzen ist selbst sie in den Film gegangen. Ich konnte sie dazu überzeugen, und sie würde fast die selbe Meinung darüber schreiben.
Besonders gut gefallen hat mir der Film nicht wegen seiner Handlung, da hätte man wahrscheinlich auch eine andere, traurige Geschichte nehmen können, sondern wegen der Darstellung der DDR. Hier ist nichts überzogen gezeigt worden, sondern so, wie es war. Ansatzweise kann ich da ja noch mitreden. Gerührt hat mich auch, was Kinder alles für ihre kranke Mutter machen können. Sie drehen Videos, ändern die Geschichte, füllen Gläser um und lassen ihr Kind in Plastikwindeln herumlaufen. Alle, durch die Wende verknacksten Existenzen, leben auf, wenn sie wieder etwas DDR erleben bei einem Besuch der Mutter. Nicht nur sie leben auf, sondern auch der Zuschauer. Egal ob Wessi oder Ossi, jeder hat etwas zu lachen und auch zu weinen.
Daniel Brühl spielt die Hauptrolle. Er ist zwar nicht in der DDR aufgewachsen, dennoch hätte die Rolle des Alexander niemand besser spielen können. Man hat gemerkt, dass er sich in die Rolle versetzen konnte, was gar nicht so einfach ist. Wer Theater spielt kennt das. Er ist in meinen Augen ein fast perfekter Schauspieler.
Aber nicht nur er hat gut gespielt. Da ist ja noch die Schwester Ariane, gespielt von Maria Simon. Auch keine einfache Rolle immer den Gegenpool zu spielen.
Und zum Schluss kommt noch die Mutter dran, gespielt von Karin Saß, eine Mutter wie sie im Bilderbuch steht. Da brauche ich nicht viel zu schreiben, denn kein Wort kann diese Rolle besser beschreiben als Sie sie spielen kann.
Ich will mit Absicht hier nicht die ganze Tragische und doch lustige Story schreiben. Schließlich möchte ich nicht so viel vorwegnehmen, falls es noch Leute gibt, die diesen Film noch nicht gesehen haben. An diese ist auch dieser Bericht gerichtet, denn meine Aufforderung ist nun: SCHSUT IHN EUCH AN, es lohnt sich. Ich kenne bis jetzt keinen, der das Kinogeld bereut hat.
Zum Schluss ist mir das passiert, was ich im Kino noch nie gemacht habe, ich habe eine Träne verloren.
Aber all das schöne in diesem Film kann man leider nicht in einen Erfahrungsbericht schreiben. Der Weg zum Kino ist doch der beste.
Ein sehr schöner Bericht! Du hast das Besondere des Films super beschrieben. --> BH Einer meiner Lieblingsfilme - auch die Musik ist total schön (Yann Tiersen). Wünsch dir noch eine schöne Woche! Gruß Ben
Ein sehr schöner Bericht! Du hast das Besondere des Films super beschrieben. --> BH Einer meiner Lieblingsfilme - auch die Musik ist total schön (Yann Tiersen). Wünsch dir noch eine schöne Woche! Gruß Ben
13.02.2007 11:35
Ein sehr schöner Bericht! Du hast das Besondere des Films super beschrieben. --> BH Einer meiner Lieblingsfilme - auch die Musik ist total schön (Yann Tiersen). Wünsch dir noch eine schöne Woche! Gruß Ben
13.02.2007 11:35
Ein sehr schöner Bericht! Du hast das Besondere des Films super beschrieben. --> BH Einer meiner Lieblingsfilme - auch die Musik ist total schön (Yann Tiersen). Wünsch dir noch eine schöne Woche! Gruß Ben
18.10.2003 15:20
Ich werde mir den Fim wohl doch ansehen. Scheint für Ex-Ossis ein Pflichtteil zu sein. Danke für die Ermunterung. Jörg