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Nach langer Zeit habe ich auch endlich mal wieder die Gelegenheit gehabt, ins Kino zu kommen. Nachdem ich im Vorfeld schon viel über diesen Film gesehen, gehört und gelesen hatte, war es ganz einfach ein Muss.
Zum Film:
Wir schreiben 1989, der Vorabend vor der Wende. Alex, ein junger Ostdeutscher, geht auf die Strasse, um für die Öffnung der Grenzen zu demonstrieren. Seine Mutter, alleinerziehend nachdem ihr Mann 1978 in den Westen geflohen war, unterwegs zu einer Gala für die speziellen Verdienste der ostdeutschen Regierung, sieht ihren Sohn und erleidet einen Herzinfarkt. Sie fällt ins Koma und wacht erst 8 Monate nach dem Infarkt wieder auf.
Unterdessen hat sich in der ehemaligen DDR sehr viel getan: die Mauer ist gefallen, der Kapitalismus hat Einzug gehalten, Alex hat eine Freundin (Lara) und Alex’s Schwester Ariane hat einen Wessi-Freund, der ebenfalls eingezogen ist. Zudem hat Ariane ihr Studium geschmissen und arbeitet nun bei Burger King. Zu dem hat die D-Mark Einzug gehalten.
Auf Anraten des Arztes der Mutter soll jegliche Aufregung vermieden werden. So beschliesst Alex, seine Mutter aus dem Spital nach Hause zu nehmen, da dort eher verhindert werden kann, dass sie die Wende mitbekommt. Alex richtet zusammen mit seinem Freund Denis die Wohnung wieder nach DDR-Zuständen her und widerwillig spielen Ariane und deren Freund Rainer das Spiel mit.
Alex hat allerdings reichlich Mühe, die Ostprodukte zu bekommen und als seine Mutter einen Heisshunger auf Spreewald-Gurken bekommt, gerät er in ein Dilemma. Seine Schwester und auch die Freundin sind frustriert und wollen das Spiel nicht mehr mitspielen. Sie drohen Alex, die Sachen auffliegen zu lassen.
Alex’ Mutter geht es immer besser und als sie sich dann auf die Beine wagt, muss sie erstaunt feststellen, dass alles anders geworden ist….
Ob Alex’ Mutter Christiane herausfindet, dass die Mauer gefallen ist und was sonst noch alles passiert, sei hier nicht verraten.
Darsteller: Daniel Brühl – Alex Katrin Sass – Christiane (Alex’ Mutter) Chulpan Khamatowa – Lara (Alex’ Freundin) Maria Simon – Ariane Florian Lukas – Denis
Regie: Wolfgang Becker
Über die Darsteller habe ich leider keine Infos, da mir sämtliche Schauspieler unbekannt sind. Nichtsdestotrotz haben sie ihre Rollen sehr überzeugend gespielt und haben die späten 80er Jahre nochmals aufleben lassen.
Der Regisseuer Wolfgang Becker hat auch in der Schweiz einen Namen und ist bekannt dafür, unkonventionelle Filme zu drehen.
Meine Meinung:
Für mich als Schweizerin hat der Film natürlich nicht die Brisanz, welche er für die Deutschen haben mag. Aber dennoch finde ich den Film sehr interessant, zeigt er doch ein wichtiges Stück Geschichte auf, an welches ich mich nur zu gut erinnern kann. Wir sind tagelang am TV geklebt und haben versucht zu fassen, was da abging. In den Schulen wurde nichts anderes mehr behandelt, als der Fall der Mauer.
Der Film, welcher dieser krasse Einschnitt der deutsch-deutschen Geschichte amüsant und trotzdem interessant verarbeitet, ist sehr unterhaltend und zeigt die totalen Gegensätze auf. Für mich ist es natürlich nicht nachvollziehbar, ob es denn wirklich so war im Osten, aber der Film hat meine ungefähre Vorstellung von der DDR bestätigt.
Beim Gucken des Filmes habe ich mir einige Gedanken über diesen markanten Einschnitt gemacht. Es muss für die Ostdeutschen nicht einfach gewesen sein, quasi über Nacht den Halt verloren zu haben. Alles woran die Menschen glaubten (auch wenn es noch so schlecht war), hatte plötzlich keinen Wert mehr und dies nach zu vollziehen muss unglaublich schwer gewesen sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Ostdeutsche nach der Wende das totale Grauen hatten und ihre ganzen Moralvorstellungen über den Haufen werfen konnten.
Ich mag mit meinen Gedanken nun ganz falsch liegen, aber auf jeden Fall hat der Film mich und meine Freunde zum Nachdenken angeregt, er hat aber auch zu Diskussionen geführt.
Ich finde den Film gelungen und sehr empfehlenswert – auch für uns Schweizer ist er die Verarbeitung eines Stückes Geschichte.
Hi Judith, schön, daß man auch mal die gedanken einer Nichtdeutschen zum Thema Mauerfall lesen kann. Deine Schlusssatz treffen sicher bei vielen Menschen genau ins Schwarze. Wie ich das alles erlebt habe, weißt du ja durch meinen entsprechenden Bericht. LG Torsten
18.08.2003 14:49
Ich fand den Film unheimlich ergreifend, hab ihn erst letzte Woche im OpenAir nochmal angeschaut.
01.08.2003 08:52
Hi Judith, schön, daß man auch mal die gedanken einer Nichtdeutschen zum Thema Mauerfall lesen kann. Deine Schlusssatz treffen sicher bei vielen Menschen genau ins Schwarze. Wie ich das alles erlebt habe, weißt du ja durch meinen entsprechenden Bericht. LG Torsten
22.07.2003 16:42
find den film auch gut gelungen, es ist schon komisch wenn die erinnerungen hoch kommen *gg*