Good Bye, Lenin!

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Die DDR lebt weiter - auch ohne Mauer

5  12.07.2003

Pro:
Sehr gefühlvoll !

Kontra:
Fällt mir spontan nichts ein !

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

mehr


CookedSushi

Über sich: Ganz wichtig - ich bin nicht so fett wie auf dem Foto, das schaut nur so aus wegen der Verkleinerung...

Mitglied seit:01.06.2002

Erfahrungsberichte:10

Vertrauende:4

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Good bye Lenin!
Ein Film von Wolfgang Becker

In den Hauptrollen:

- Daniel Brühl als ALEX
- Katrin Saß als ALEX MUTTER
- Chulpan Khamatowa als ALEX FREUNDIN
- Maria Simon als ARIANE
- Florian Lukas als DENIS

Der Film beginnt mit alten Aufnahmen einer Videokamera. Sie zeigen zwei kleine Kinder die ausgelassen im Garten mit ihrem Vater spielen. Es sind Alex und Ariane, wie sich später herausfinden lässt. Es folgen noch weitere "glückliche" Momente der DDR.
Doch ist diese Idylle nicht von langer Dauer. Schon bald darauf sieht man wie der "gloreiche" 40. Geburtstag der guten alten DDR protzig gefeiert wird.
Die Wände der 79 qm großen Wohnung wackeln, es geht drunter und drüber und alle Schränke drohen bald zu zerfallen. Alex ist mittlerweile 21 und hat schon längst keine Lust mehr auf DDR. Seine Mutter allerdings kann diese Meinung nicht teilen.
Nach dem Verlust ihres Mannes, der schon seit langer Zeit im Westen lebt, "verheiratete" sie sich sozusagen mit ihrer geliebten DDR. Als "Stütze der Sozialistischen Gesellschaft" unterstützt sie die Republik wo sie nur kann, und ist damit ziemlich erfolgreich.

Alex jedoch hält dagegen. Am selben Abend noch schließt er sich einer Straßendemo an, die man eigentlich genauso gut "Straßenschlacht" nennen könnte. Bürger und Polizisten prügeln wie Boxer aufeinander ein, brechen sich gegenseitig die Beine, zertrümmern sich die Gesichter. Und dann hieß es ab in den Knast - auch für Alex.
Dieser hatte jedoch zuvor Blickkontakt mit seiner eigenen Mutter, die urplötzlich auf der Straße steht, und Alex muss mit ansehen, wie seine Mutter vor seinen Augen auf der Straße zusammenbricht.

"Herzinfarkt. Ins Koma gefallen.", erfährt er wenig später vom Arzt. Trotz geringer Chance, dass seine Mutter überhaupt wieder aufwacht, kümmert Alex sich rührend um sie, und besucht sie fast jeden Tag.
Dabei lernt er auch die russische Krankenschwester Lara kennen, mit der er bereits eine Begegnung auf der Demo hatte. Die Zuneigung der beiden jungen Menschen wächst mit jedem Besuch, sowie auch die Veränderung in der DDR wächst.
Alex Mutter verschläft alles, den Zusammenbruch der DDR, den Mauerfall, und die zunehmende Verwestlichung des Ostens.
Als Lara und Alex sich schließlich das erste Mal im Krankenzimmer seiner Mutter küssen wollen, öffnet sie das erste Mal nach 8 Monaten Schlaf die Augen.
Natürlich ist Freude und Aufregung groß, wird jedoch gleich wieder vom Arzt getrübt.
Dieser erklärt Alex und Ariane nämlich, dass ihre Mutter sich immer noch in einem schlechten Zustand befindet, und große Gefahr für einen zweiten Herzinfarkt groß ist. Da solch einer durch einen Schock oder große Aufregung hervorgerufen werden kann, bekommt Alex Panik.
Seine Mutter, die Stütze der Gesellschaft, überzeugte Sozialistin, konfrontiert mit dem Zusammenbruch der DDR?
Eins steht für ihn fest, im Krankenhaus kann sie nicht bleiben, denn da würde sie es sofort erfahren.
Also schafft er für sie eine eigene, kleine DDR. Er baut ihr Schlafzimmer wieder originalgetreu um, und tut als wäre nichts passiert.

Doch treten natürlich gewisse Probleme auf. Woher bekommt man noch Gurken aus dem Spreewald, wenn diese lang nicht mehr produziert werden?
Was sagt man, wenn die Nachbarn plötzlich die Tagesschau aus dem Westen sehen, und was zum Teufel macht die Coca-Cola Werbung vor dem Fenster?

Da muss man sich halt etwas einfallen lassen, und das macht Alex auch. Mit seinem Freund Denis produziert er ganz einfach seine eigenen Nachrichten, spielt diese per Videorekorder seiner Mutter vor, und hat so immer eine neue Ausrede parat.
Doch was sagen seine Schwester Ariane und ihr neuer Freund Rainer dazu? Und ganz zu schweigen von Lara, der die ganze Geschichte auch nicht ganz gefällt.
So steht Alex nicht selten vor ziemlich aussichtslosen Situationen, dessen Lösungen das Hauptproblem auch nicht leichter machen.

Erst recht nicht, als dann auch noch Alex Vater wieder in sein Leben tritt....


Meiner Meinung nach ist "Good bye Lenin" ein sehr schöner, gelungener Film.
Ich habe ihn zwei Mal gesehen, einmal privat und einmal als Schulvorführung.
Ich muss sagen, dass er mir privat eigentlich mehr gebracht hat. Denn eigentlich erfährt man über die DDR an sich recht wenig, viele sagen auch dass dieser Film die DDR etwas zu "niedlich" darstellt.
Aber von der Story her ist er doch recht süß. Und auch sehr abwechslungsreich! An manchen Stellen weint man vor Lachen, an anderen aus einem anderen Grund.

Am besten hat mir die Scene gefallen, in der Alex Mutter das erste Mal (allerdings ohne Alex Wissen) das Haus verlässt, und der Hubschrauber mit der riesigen Statue an ihr vorbeirauscht.
Diese Scene war so gut umgesetzt, dass ich eine Gänsehaut bekam ;))

Also, seht euch den Film an damit ihr wisst wovon ich rede ;)
Zartbeseitete Seelchen sollten auf jeden Fall Taschentücher mitnehmen ;) (Ich war stark, ich hab die Tränen zurückgehalten!)


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Tombo96

Tombo96

26.08.2003 13:59

Guter Bericht. Leider hab ich den Film im Kino verpasst. Na ja werds schon mal nachhohlen. lg Tom

23Skeebob

23Skeebob

25.08.2003 15:44

oh ja, ein absoluter top-Film...ich hab ihn auch zweimal gesehen ... aber so traurig fand ich ihn nicht...na ja, ich bin ja auch ein Kerl :-)

BFXsmoke

BFXsmoke

16.08.2003 02:12

Auch wieder was, dass ich noch sehen muss. Guter Bericht! greetz Smoke

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  1. smilewerner
  2. Tombo96
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