Der Durchbruch im Leben
11.08.2001
Pro:
gefühlvolle, kitschfreie Story; Matt Damon, Robin Williams
Kontra:
hat nicht ganz den Tiefgang von "Club der toten Dichter"
Empfehlenswert:
Ja
 CHRISTOPH_BROERMANN
Über sich:
---- nahtloser Übergang in den Winterschlaf ---- wünsche allen eine besinnliche Adventszeit
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Wer träumt nicht davon, einmal den großen Durchbruch in seinem Leben zu machen? Der „Club der toten Dichter“ hatte bereits dieses Thema im Bezug auf die persönliche Entfaltung bei Kindern aus der Oberschicht. Jetzt wird das Ganze mal von der anderen Seite beleuchtet, wenn ein Junge aus der Unterschicht seine Umwelt auf den Kopf stellt. In seinem Außenseiterdrama „Good Will Hunting“ zeigt Regisseur Gus van Sant die Geschichte eines jungen Mannes, Will Hunting (Matt Damon), der, obwohl er ein Mathematikgenie ist, die Zeit lieber mit einfachen Jobs, Saufen und Prügeleien verbringt. Der Professor Lambeau (Stellan Skarsgard) an der Bostoner Universität wird auf das Genie aufmerksam, als Will eine fast unlösbare Aufgabe mit Bravour löst – dabei putzt er eigentlich nur die Flure der Uni. Als Will wegen einer erneuten Schlägerei ins Gefängnis muss, verbürgt sich der Professor für ihn, und bringt Will zu einer Therapie. Doch alle guten Psychologen scheitern an dem komplexen Charakter. Erst Lambeaus alter Studienfreund Sean McGuire (Robin Williams) und Wills Liebe zu Skyler (Minnie Driver) können den harten Kern durchbrechen... Gus van Sant setzt weniger auf Kitsch als auf pointierte Dialoge und ruhige Momente. Gleichzeitig verwendet er einige in den Bildern versteckte Metaphern, um den Gefühlzustand der Personen deutlich zu machen. So ist es sicherlich kein Zufall, dass Will bei einer Abrissfirma arbeitet, während Sean seine emotionalen Mauern einreist. So entsteht eine gefühlvolle Geschichte, die sich an den „Club der toten Dichter“ anlehnt, dessen Tiefe aber nicht ganz erreicht wird.
Wills Umgebung konzentriert sich so sehr auf ihn, dass er immer wieder den Spieß umdreht und die anderen „analysiert“. So sind dann auch die Szenen bei den verschiedenen Psychiatern eine gewitzte Parodie auf die in der Welt herumlaufenden Dummschwätzer. Professor Lambeau kann mit seinem Wissen nicht mithalten und versucht daher ihn nach seinen Vorstellungen zu formen, worin auch er scheitert. Einzig Sean kann den rebellischen Charakter erfassen und weiß daher auch, wie er mit ihm umzugehen hat. Er umgeht Wills hohen Intellekt, indem er sich auf eine emotionale Ebene begibt, die Will aus mangelndem Vertrauen nicht nutzen kann. Eine weitere Person, die Einfluss auf Will ausübt, ist seine Freundin Skyler, die seine emotionalen Mauern erst richtig ins wanken bringt, da Liebe nun mal Vertrauen erfordert. Daher ist die Beziehung zuerst eine rein sexuelle Liebe, die locker und allzu friedlich vor sich hin plätschert, da Will ihr nie seine Emotionen offenbart. „Good Will Hunting“ ist das Produkt von der Freundschaft von Ben Affleck und Matt Damon, die in gemeinsamer Arbeit das oscarprämierte Drehbuch erarbeiteten, das für sie zum Durchbruch in Hollywood wurde. Daher spielen die beiden hier auch nicht zufällig die besten Freunde. Matt Damon ist daher auch der Part des Will wahrhaftig auf Leib geschrieben. Die Gefühlsausbrüche, bzw. die Gefühlskontrolle ist sehr gut gelungen und man kann sehen, wie sehr er in der Rolle aufgeht.
Ebenfalls hervorragend ist wieder einmal Robin Williams als Sean, der hier auch an seine große Rolle im „Club der toten Dichter“ erinnert. Seine schauspielerische Leistung wurde mit dem Oscar belohnt und den bekam er eindeutig zu Recht, da er einer der wenigen Schauspieler ist, die schon mit kleinen Gesten überzeugen können. In den Nebenrollen machen Minnie Driver, Ben Affleck und Stellan Skarsgard auf sich aufmerksam und können sich neben den beiden „Großen“ durchaus behaupten. Insgesamt bietet der Film eine geschlossene und homogen spielende Besetzung, die keine Schwachstellen kennt.
Ich fand jede Minute der 121 Minuten sehr interessant und fühlte mich nicht nur gut unterhalten. „Good Will Hunting“ ist einer von den Filmen, bei denen sich der Zuschauer auch ein bisschen belehrt fühlen darf.
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15.08.2001 14:20
ausnahmsweise mal wieder ein richtig guter film mit robin williams, nach jumanji hatte ich ja schon fast aufgegeben! ich gebe dir in allem recht, der film hat mich sehr berührt! grüsse, claudia
12.08.2001 19:04
Ein herrlicher Film! Doch wie auch schon bei Der Club der toten Dichter fragte ich mich nach diesem Film, warum Robin Williams nicht öfter ernste Rollen spielt. Gruß WS
11.08.2001 12:54
Sehr ausführlich mit einem großen Anteil an eigener Meinung. So soll es sein. zettikonfetti