Graf Dracula Schloss des Grauens

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Graf Dracula Schloss des Grauens

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Erfahrungsbericht über "Graf Dracula Schloss des Grauens"

veröffentlicht 14.08.2009 | Miss_Piper
Mitglied seit : 23.10.2004
Erfahrungsberichte : 1087
Vertrauende : 182
Über sich :
Ciao deprimiert mich immer mehr - keine Vergütung mehr für Hörspiele, Buchvorschläge werden abgelehnt. -.-
Durchschnittlich
Pro Teilweise Atmosphäre, ein paar gute Sprecher, abgewandelte Handlung
Kontra Schlechter Erzähler, zu plakativ, vorhersehbar
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Scherereien in Transsilvanien"

Graf Dracula 1 - Schloss des Grauens - JUNIOR

Graf Dracula 1 - Schloss des Grauens - JUNIOR

Zur Gliederung des Berichts:

1) Produktinfos
2) Inhalt
3) Bewertung
4) Fazit
5) Sprechernamen

1) Produktinfos:

Die Kassette erschien 1990 im Junior-Verlag und kostete etwa 5 Mark. Das Hörspiel dauert ca. 50 Minuten.
Buch: Mario Polo


2) Inhalt:

Um 1800: Der englische Professor Ernest Strowberry macht eine Reise nach Rumänien, wo ihm eine Auszeichnung verliehen wird. Dabei wird er von seinem jungen Assistenten Ralph und seiner hübschen Tochter Alice begleitet. Auf dem Rückweg schlägt die Kutsche irrtümlich einen falschen Weg ein, sodass sie durch Transsilvanien reisen. Der Professor ist sehr besorgt, denn er kennt die Gegend als Heimat von Graf Dracula, dem blutsaugenden Vampir, den noch kein Mensch besiegen konnte.

Unterwegs begegnen sie einem buckligen Mann, bei dem es sich um den Diener Draculas handelt. Notgedrungen übernachten die drei in einer einsamen Herberge und wollen früh am nächsten Morgen endlich diese Gegend verlassen. Der Professor erzählt Ralph über Dracula und seine Bedenken, während Alice davon nichts erfahren soll. Noch vor dem Morgengrauen jedoch nimmt der Kutscher Reißaus und es sieht aus, als müssten sie nun Wochen auf die nächste Kutsche warten.

Auf Anraten des Wirtes gehen der Professor und Ralph zu einem seiner Freunde, der ihnen einen Ochsenkarren leihen könnte. Alice bleibt in der Herberge zurück. Plötzlich taucht der bucklige Diener mit einer Kutsche auf und erzählt Alice, ihr Vater erwarte sie dringend. Die ahnungslose Alice wird geradewegs auf Schloss Dracula gebracht, wo der Vampir sie töten will. Als der Professor und Ralph davon erfahren, machen sie sich sofort auf, um Alice zu befreien ...


3) Bewertung:

Dracula-Adaptionen gibt es wie Sand am Meer, manche mehr und manche weniger gelungen und diese hier gehört zu den sehr freien Umsetzungen, die dazu durch einen gehörigen Trashfaktor hervorsticht.

~ Teilweise atmosphärisch ~

In dieser Version gibt es keinen Jonathan Harker und keinen Dr. van Helsing, dafür einen vampirkundigen Professor, der zumindest an van Helsing erinnert, seinen tapferen Assistenten und die liebreizende Tochter, die entführt wird. Diese Konstellation erinnert ein wenig an Polanskis "Tanz der Vampire", auch der bucklige Diener ist dabei, den man auch aus diversen Dracula- und Frankenstein-Verfilmungen kennt. Die Handlung verläuft zunächst recht ansprechend - die drei Reisenden müssen gezwungenermaßen im verrufenen Transsilvanien übernachten und Boris gelingt es mit einer List, Alice zu entführen. Was nun folgt, ist ein dramatischer Befreiungsversuch, auf den der Vampir natürlich auch schon vorbereitet ist. Transsilvanien wird hier als deprimierender Landstrich dargestellt, in dem sich die ärmliche Bevölkerung inständig vor Dracula fürchtet und Fremden misstrauisch gegenübertritt, denn jeder könnte mit dem Blutsauger im Bunde stehen. Eine bewegende Szene spielt sich im Gasthaus ab, als ein Bauer erzählt, dass vor vielen Jahren sein einziger Sohn Dracula zur Strecke bringen wollte und nie mehr aus dem Schloss zurückkehrte. Die Angst der Bevölkerung, die sich dennoch einen Umzug in die Stadt nicht leisten kann und hier unter fast unerträglichen Bedingungen lebt lässt sich gut vorstellen und transportiert eine melancholische Stimmung in die Handlung.

~ Teilweise gute Sprecher ~

Mit Fridolin Eppe als Graf Dracula hat man eine gute Wahl getroffen. Er trifft genau den aristokratischen, arroganten und bisweilen zynischen Tonfall, den man sich bei diesem Ungeheuer vorstellt. Als Alice ins Schloss gebracht wird, reagiert er durchaus charmant, allerdings immer mit einem unheilvollen Unterton, ehe er sein wahres Gesicht zeigt. Eppe spricht engagiert und ausdrucksstark, aber nie übertrieben. Eine ordentliche Verkörperung bietet auch Michael Abendrot als diabolischer Boris, dem es einen Heidenspaß bereitet, seinem Herrn frisches Blut zu liefern. Seine Stimme ist hoch, krächzend und leicht heiser und passt zu der Vorstellung seiner buckligen und äußerst hässlichen Gestalt. Alfred Herms ist ein souveräner Professor Strowberry, seine Stimme passt zu dem älteren Herrn, der gelehrt klingt und immer die Fassung bewahrt. Jürgen Gergov spricht den jungen, agilen Assistenten Ralph, klingt dabei nicht sonderlich markant, aber sympathisch.

~ Einige Schwächen ~

Im Gegensatz zu den anderen Sprechern ist der Erzähler ein Reinfall. Uwe Erdelt klingt zum einen wie ein Nachrichtensprecher, übertrieben seriös und ernsthaft und natürlich viel zu steif. Zum anderen ist sein Text gleich mehrfach unfreiwillig komisch. Der Erzähltext ist überladen mit schwülstigen Adektiven, die sich auch noch wiederholen. Boris ist natürlich "erschreckend hässlich", wie man mehrmals betont, "der hörige Diener des blutrünstigen Grafen", der mal als "Herr der Finsternis und des Schreckens" und mal als "blutrünstiger Nachtschwärmer" bezeichnet wird. Er wohnt in einem "furchtbaren Schreckensschloss", das sich "in Schweigen hüllt und eine fast magische Ausstrahlung besitzt". Auch die Beschreibungen sind übertrieben detailliert, vom "blassen fast weißen Teint" bis hin zu den "geröteten blitzenden Augen" und den immer wieder "spinnenartigen Armen". Dass der Professor, Ralph und Alice zudem als "unsere Freunde" bezeichnet werden, ist auch unnötig aufdringlich.

Auch bei den Dialogen hapert es zuweilen, etwa als der Professor Ralph erklärt, warum er es unbdingt vermeiden wollte, durch Transsilvanien zu fahren. Er berichtet ihm von Dracula und dessen vampirischem Treiben, Ralph aber fragt erst, warum er ihm ausgerechnet jetzt davon erzählt und auch auf die Bemerkung, dass er es verstehen wird, wenn er erfährt, wo dieser Dracula sein Unwesen treibt, ist er so begriffsstutzig, dass es nervtötend ist, zumal man sich wünscht, dass der Professor etwas schneller zur Sache kommt. Die Handlung an sich ist zu vorhersehbar. Früh begegnet man schon Draculas Diener Boris, der ein Auge auf Alice geworfen hat und man weiß sofort, dass sie später entführt werden wird. Das dramatische Finale ist zudem nicht frei von Zufällen, etwa wenn der Professor im ungünstigsten Moment stolpert, was wohl die Spannung erhöhen soll, aber nur übertrieben inszeniert wirkt. Letztlich ist es auch gewöhnungsbedürftig, dass das Hörspiel permanent mit unheilvoller Musik untermalt ist. Sie wird zwar nur lauter, wenn gerade nicht gesprochen wird, ist aber immer vorhanden, was nicht nur ungewöhnlich, sondern auch überflüssig ist.


4) Fazit:

Eine eher unterdurchschnittliche Dracula-Version, die kaum etwas mit der Vorlage gemein hat und viele Schwachpunkte aufweist. Einige der Sprecher können überzeugen und phasenweise kommt Atmosphäre auf, aber insgesamt bleibt der Eindruck eines Trash-Hörspiels, das man zwar hören kann, das aber keine besondere Klasse besitzt.


5) Sprechernamen:

Erzähler: Uwe Erdelt
Graf Dracula: Fridolin Eppe
Boris: Michael Abendroth
Prof. Strowberry: Alfred Herms
Ralph: Jürgen Gergov
Alice: Sandra Meyer
Wirt: Hannes Seebauer
Bauer: Ralph M. Beier

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • belli4charlotte veröffentlicht 26.09.2015
    sh
  • SusiG veröffentlicht 23.08.2009
    Sehr interessant beschrieben. LG Susi
  • DottiGross veröffentlicht 21.08.2009
    Sehr übersichtlich und informativ. lg Dotti
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Produktdaten : Graf Dracula Schloss des Grauens

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Genre: Wort (Kinder)

Atomic Keyword: HÖRSPIEL

Artist: HÖRSPIEL

Medium: Kassette

Atomic Veröffentlichungsdatum Jahr: 1990

Label: Junior

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 30/07/2009