Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Leistungssteigerung durch Tweaking und Optimierung des Systems |
| Kontra: |
zu optimistisch eingestellte Werte kann zu Beschädigungen führen ! |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Während nvidia und ATI in immer kürzer werdenden Abständen neue Grafikchips mit noch mehr Power den ultimativen Spielspaß garantieren sollen und dem Käufer vorgaukeln, das ohne diese Karten das neue Spiel gar nicht so gut aussieht, kann man entgegen diesen Trend seine ältere Grafikkarte durchaus noch etwas Power und Leistung rauskitzeln. Es wird sehr viel Leistung durch falsche oder veraltete Treiber vergeudet und nicht jeder kommt auf die Idee, einmal ein Grafikkarten-Tuningprogramm zu benutzen. In meinem heutigen Bericht möchte ich versuchen, den Sinn und Unsinn der neusten Karten zu beschreiben und wie man durchaus mit 2 Jahre alten Chips noch flott unterwegs sein kann.
-= Der Weg der 3D Karten =-
Ich erinnere mich noch allzu gut an den ersten Versuchen, Grafikkarten auch 3D Fähigkeit zu vermitteln. Diese ersten Versuche waren aber allesamt mit wenig Erfolg gekrönt. Creative Labs 3Dblaster sollte eine 3D Karte sein, hing aber wie Blei in den Regalen und wurde nicht von Herstellern beachtet. S3 kam dann mit dem VIRGE/DX Chipsatz auf die Idee einen 3D Chip zu entwickeln, doch diesen konnte man zwar theoretisch mit einigen 3D Effekten reizen, die Geschwindigkeit war aber dabei entweder so schnell bzw. langsam wie im Software Modus oder noch darunter.
Erst die nächste Generation brachte dann erste Erfolge: Nvidia Riva128 war für damalige Verhältnisse ein brauchbarer 3D Chip und Matrox hatte mit der Mystique die schnellste 3D Karte, die allerdings auf viele 3D Features verzichten musste, die es damals schon gab. Die Speichererweiterung von 2MB auf 4MB weckt dabei höchst nostalgische Gefühle :)
Und dann kam der Voodoo Zauber. 3Dfx schüttelte mit der Voodoo 1 und später mit der Voodoo 2 eine Zusatz-PCI Karte auf dem Markt, die dank der hauseigenen Glide API pfeilschnell 3D Szenen mit vielen 3D Funktionen berechnen konnte. Mein damaliger Pentium166MX profitierte enorm von dieser Karte und plötzlich konnte man in geringen Auflösungen (bis 800x600) 3D Spiele genießen. Nachteil war zwar der Verlust eines weiteren PCI Platzes und das Durchschleifen des Bildsignals, was zu einer reduzierten Bildqualität führte. Nach der Voodoo 3 Grafikkarte, die schließlich 2D und 3D vereinte und nun keine weitere Karte mehr benötigte, ging es mit 3Dfx steil bergab, fehlende Innovationen und dank der Konkurrenz wie nvidia mit ihrer TNT Serie bekamen die OpenGL und die DirectX Schnittstelle mehr und mehr an Bedeutung. Das Ende vom Lied. Nvidia hat 3Dfx aufgekauft, sich der Technik bemächtigt und das Ende von 3Dfx besiegelt.
Der nächste Schritt läutete dann nvidia mit der Geforce Serie ein, die erstmals auch T&L beherrschte. Diese hochentwickelte Befehlssatz schlummert in dem Grafikchip und entlastet den Hauptprozessor bei der Berechnung der Bildpunkte und den Lichteffekten. Aktuell im Jahre 2002 angekommen, gibt es schon Geforce 4 Grafikkarten und ATI hat mit der Radeon 8500 ebenfalls ein heißes Eisen am Start. Matrox hat sich aus dem Geschäft vorerst ein wenig zurückgezogen und denkt eher an Business Lösungen. ST hat mit der Kyro II eine Lowcost Grafikkarte im Angebot, der aber eine T&L Einheit fehlt, doch soll hier demnächst mit der Kyro III frischer 3D Wind aufkommen.
Dieser kleine Überblick der 3D Karten ist bei weitem nicht vollständig, soll aber einen kleinen Einblick vermitteln können.
-= Neukauf – worauf es ankommt =-
Wenn ihr euch dazu entschließt, eine neue Grafikkarte zu kaufen, solltet ihr erst mal wissen, für welche Spiele ihr die Karte hauptsächlich verwenden wollt und wie viel Power in eurem restlichen PC schlummert. Es wird nicht viel bringen, eine Geforce 4 Grafikkarte in einem System mit 500 MHz zu stecken. Wenn ihr dann nämlich genau hinhört, könnt ihr die Karte gähnen hören, weil der Prozessor nicht schnell genug Informationen an die Karte schicken kann. Von daher solltet ihr die Karte mit eurem Prozessor ein wenig abstimmen.
Wenn ihr z.B. gerne Simulationen, Sportspiele und vor allem Strategiespiele bevorzugt, ist eine teure High-End Grafikkarte nicht nötig. Hier würde ich entweder eine ATI Radeon 7500 oder eine Geforce 2 MX empfehlen, diese sind bei weitem billiger als die neusten Grafikkarten und bietet abgesehen von der Geschwindigkeit mehr als Genug 3D Features.
Bei entsprechender Vorliebe zu 3D Shootern und generell den höchsten Auflösungen bei maximaler Detailstufe solltet ihr dann zu einer ATI Radeon 8500 oder nvidia Geforce 3 TI Serie greifen. Hier gibt es eigentlich keine nennenswerte Beschränkung, allerdings sollte eure CPU in so einem Fall zumidest 1GHz haben.
Für alle Hardwarehungrigen gibt es dann als Krönung im Moment noch die Geforce 4. Hier solltet ihr aber die etwas verwirrende Modelstruktur genau beachten. Die Geforce4 MX ist teilweise ein derart beschnittener Prozessor, das die Leistung schon wieder auf eine Geforce 2 zurückfällt. Erst die Ti Modelle der 4´er Serie kann sich weiter nach oben absetzen, obwohl ich nach wie vor keinem eine Geforce 4 empfehle. Nvidia selbst sagt schließlich, es ist ein weiter optimierter Geforce 3 Kern und erst die nächste Chiprevision wird wieder was innovatives und neues bieten.
Bei einer neuen Grafikkarte könnt ihr bei den 3D Features nicht viel falsch machen, deshalb nenne ich die wesendlichen Merkmale worauf es ankommt beim nächsten Punkt:
-= Gebraucht – worauf es ankommt =-
Wie schon erwähnt muss es nicht immer die neuste Karte sein, die schnell einige Hundert Euro kostet. In meinem Pentium 3 850E System schlummert tatsächlich noch eine Geforce 2 MX Grafikkarte und diese ist nach wie vor in der Lage, absolut jedes neue Spiel darzustellen, beschränkt man sich auf 16bit und einer Auflösung von 800x600 könnt ihr damit auch flüssig genug spielen, ohne Ruckler und Aussetzer.
Der Vorteil einer gebrauchten Grafikkarte liegt nahe: Sie ist um einiges billiger und statt 300-400 Euro gebt ihr hier für eine gute und 3D taugliche Grafikkarte vielleicht 50 Euros aus. Die Grafikkarte sollte ein paar wesendliche Details unterstützten: Zum einen eine AGP Grafikkarte sein, lasst euch keine PCI Version aufschwatzen! An Speicher sollten 32MB vorhanden sein, damit genug Texturen und weitere Prozesse ohne Systemspeicherbenutzung in der Grafikkarte verharren können.
Der verwendete Speichertyp gibt auch Aufschluss über die Geschwindigkeit: DDR Speicher ist fast doppelt so schnell wie SDRAM und ermöglicht so einen viel höheren Speicherdurchsatz, was letztlich direkt Einfluss auf die Geschwindigkeit hat. MX Modelle bei nvidia kommen meist mit SDRAM daher und sind daher langsamer, aber wenn ihr auch auf 16bit und niedrigeren Auflösungen bewegt könnt ihr den Unterschied geringer halten. Es macht ohnehin wenig Sinn, bei einem 17 Zoll Monitor in einer 1280x1024 Auflösung spielen zu wollen.
Trotz aller Liebe zu der Voodoo Serie würde ich vom Kauf einer solchen Karte abraten. Es werden noch immer hohe Preise dafür verlangt und einen Treiber Support wurde offiziell eingestellt. Lediglich einige Fanprojekte halten diese Karten noch am Leben. Die Glide Schnittstelle spielt heute absolut keine Rolle mehr und die Voodoo 3 Karte hat mit 16MB Speicher wenig Reserven, dazu kommt noch das fehlende Handling mit dem Systemspeicher, die Karte kann nicht auf weiteren Speicher zugreifen. Bei 800x600 ist demnach ohnehin Schluss, alles andere macht wenig Sinn.
-= Mehr Leistung rauskitzeln =-
Ihr wollt eure Karte behalten? Auch gut, denn man kann sicherlich noch die eine oder andere potenzielle Leistungsreserve heraus kitzeln!
Zum einen solltet ihr vom Hersteller der Grafikkarte oder dem Hersteller des 3D Chips die neusten Treiber verwenden, um Probleme bei aktuellen Spielen zu vermeiden und um stets die Grundlage für maximale Leistung zu erreichen. Wenn ihr dies getan habt, könnt ihr speziell für eure Grafikkarte sogenannte Tweak Programme aus dem Internet downloaden.
Direkten Einfluss könnt ihr schon nehmen, wenn ihr die Synchronisation mit der Bildwiederholungsrate deaktiviert, sowohl bei OpenGL als auch Direct3D. Eine weitere und bedeutendere Steigerung lässt aber die Übertaktung des Grafikprozessors und der verwendeten Speicherbausteine zu. Allerdings warne ich davor, man kann damit seine Grafikkarte beschädigen! Von daher ist eine Steigerung in wenigen MHz Schritten für angebracht und ausgiebiges Probespielen von 1-2 Stunden nötig. Wenn alles funktioniert, könnt ihr diese Einstellungen beibehalten. Gute Kühlung im System ist eine weitere Voraussetzung für diese Aktionen.
Ich habe bei mir beide Grafikkarten übertaktet: Die Geforce 2 MX läuft bei mir jeweils mit 20 MHz mehr auf den Speichertakt und dem Prozessortakt und macht keinerlei Probleme. Lediglich für 5€ habe ich einen Aktivkühler auf die Passivrippen der Grafikkarte montiert, damit der Chip nicht so sehr ins schwitzen gerät. Benchmarkprogramme bescheinigen hier sofort eine deutliche Leistungssteigerung.
Auch die andere Grafikkarte von mir, eine Geforce 3 Ti200 ist ein ideales Opfer. Sie wird im Gegensatz zu der Ti500 mit einem deutlich geringeren CPU und Speichertakt ausgeliefert, ist aber meist absolut baugleich, lediglich die Speicherbausteinen können einen langsameren Zugriffswert haben, das die Karte damit auch günstiger macht. Jedenfalls habe ich den 3D Prozessor mit 30 MHz und die Speicherbausteine um 35 MHz erhöht. Damit liegt die Karte leistungstechnisch vor einer „alten“ Geforce 3 und bietet genug Leistungsreserven.
Ein gefährlicher aber sauberer Schritt wäre es auch, das BIOS der Karte zu manipulieren. Bei mir habe ich die geänderten CPU und Speicherwerte direkt in das BIOS der Karte geschrieben, so benötige ich keine Tweak Programme und die Karte läuft stets mit dem erhöhten Takt. Allerdings sollte man sich seiner Sache schon sehr sicher sein und auch, das die Karte den gewählten Takt auch verkraftet. Diese Option würde ich generell nur erfahrenderen Usern empfehlen, denn man kann sehr schnell seine Karte den Rest geben. Aber es ist eine Möglichkeit, mehr Leistung zu mobilisieren.
-= Fazit =-
Was bleibt also Fazit festzuhalten: Es muss nicht immer die neuste Grafikkartengeneration sein! Abhängig von den eigenen Vorlieben und wie häufig man gewisse Spiele favorisiert, reicht auch eine ältere Grafikkarte aus. Man sollte sich nur vorher ein paar Gedanken darüber machen, was man benötigt und sich dann von Freunden beraten lassen, wenn man den Dschungel an verschiedenen Karten nicht überblickt.
Eine ältere Karte gehört auch nicht gleich zum alten Eisen, mittels Tweak Programmen und einer generellen Systempflege, neusten Treibern und optimierten Einstellungen kann man durchaus sehr viel Leistung mobilisieren. Es ist nicht das erste mal, das ein ruckendes Spiel doch noch flüssig wurde. Es reicht oft eine falsche Einstellung bei dem Spiel, das die Grafikkarte nicht verträgt und ausbremst. Genauso ist es bei den Einstellungen der Karte, hier lassen sich noch einige Möglichkeiten finden.
Die von mir vorgeschlagene Lösung mit Tweak Programmen könnt ihr entsprechend für eure Grafikkarte z.B. unter http://www.rivastation.de und http://www.mediaxplosion.gamigo.de downloaden. Immerhin bieten manche Hersteller solche Programme schon als Beigabe ihrer Produkte an, dennoch empfehle ich Programme wie RivaTuner und PowerStrip für eine sehr umfassende Möglichkeit der Optimierung.
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