König aller Rennspiele
13.10.2004
Pro:
Riesiger Autofuhrpark, tolle Grafik und Renn - Wiederholungen, Original - Motorengeräusche, Tuningmöglichkeiten bis zum Abwinken, Fahrlizenzen, realistisches Fahrgefühl, riesige Langzeitmotivation, macht süchtig
Kontra:
Nein !
Empfehlenswert:
Ja
 juni79
Über sich:
Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...
Mitglied seit:16.08.2004
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 99 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Natürlich kann ich nicht über so viele Rennspiele aus der älteren Konsolengeneration schreiben und dabei den „König aller Raser“ außen vor lassen, ich rede selbstverständlich von „Gran Turismo“ für die Playstation. Ich könnte jetzt unendlich lang euphorische Worte über dieses grandiose Spiel verlieren, dem selbst Rennspielhasser den gebührenden Respekt zollen müssen, doch versuche ich jetzt, „möglichst auf dem Teppich zu bleiben“ und halbwegs nüchtern über dieses weltberühmte Playstationspiel zu berichten. Was auch immer für Videospiele mit den Attributen „genial“, „Kultspiel“ oder „Meilenstein“ belegt und oft auch überstrapaziert wurden, selten trafen diese Bezeichnung so genau zu wie auf Gran Turismo. Da kann sich auch niemand von Euch mit fadenscheinigen Begründungen oder angeblich anderen Geschmacksrichtungen herausreden, diese Rennsimulation ist einfach einzigartig und für jede(n) Playstationbesitzer(in) einfach ein absoluter Pflichtkauf. Eigentlich müsst Ihr Gran Turismo wenigstens für ein paar Minuten „live“ erlebt haben, nur dann könnt Ihr wahrscheinlich die Klasse dieses Racers nachempfinden, doch versuche ich wenigstens halbwegs, dieses Gefühl rüberzubringen, auch wenn dies ziemlich schwer sein dürfte. Nun also mein ganz persönlicher Rückblick zu diesem wahrhaftigen Meilenstein. Gran Turismo ist eine Rennsimulation, was im Gegensatz zu den sogenannten Arcade-Rennspielen bedeutet, dass es hier mit der Realität sehr genau genommen wird. Dies hat zur Folge, dass ein wildes Drauflosrasen und ein Touchieren der Fahrbahnbegrenzungen sehr ernst genommen werden, kleinste Fahrfehler wirken sich sofort auf das Renngeschehen aus. Ebenso gilt aber, dass wer zuviel bremst wirklich verliert, insofern müsst Ihr den goldenen Mittelweg finden zwischen einer möglichst forschen aber dennoch halbwegs „gesunden“ Fahrweise. Dennoch bleibt das Spiel jederzeit fair, was bedeutet, dass Ihr mit dem entsprechenden Auto bei einer entsprechenden Leistung auch dementsprechend belohnt werdet, doch dazu später noch mehr. Jedenfalls werdet Ihr nach wenigen Stunden merken, dass es sich hier bei Gran Turismo eigentlich um mehrere Spiele in einem handelt, welches einen extremen Suchtfaktor auslöst. Doch nun erst einmal der Reihe nach.
Zu Beginn des Spiels steht Euch nur ein einziges Fahrzeug zur Verfügung, mit diesem fahrt Ihr zunächst die leichten Wettbewerbe, was aber angesichts Eures nicht so tollen fahrbaren Untersatzes schon in schwere Arbeit ausartet. Nachdem Ihr mühsam die ersten kleinen Erfolge beziehungsweise die ersten dritten und zweiten Plätze eventuell erzielt habt, kommt Ihr erstmals in den Genuss von ein bisschen Kleingeld. Im weiteren Verlauf fahrt Ihr die ersten Kurse wieder und immer wieder bis Ihr tatsächlich genügend Geld zusammen habt, um Euch ein neues bzw. zunächst erst einmal ein gebrauchtes Auto kaufen zu können. Direkt fällt Euch auf, dass eine riesige Bandbreite an bekannten Autofirmen (Honda, Subaru, Nissan, Toyota, Mazda, Mitsubishi, Chevrolet, Chrysler, Aston Martin, TVR) vorhanden ist, die Euch zahlreiche Originalmodelle zum Verkauf anbieten. Fast alle sind aber viel zu teuer und so müsst Ihr kräftig sparen bzw. für lange Zeit sehr gut fahren, um Euch eines der Traumautos kaufen zu können. Solltet Ihr dann eines Tages der Meinung sein, dass Ihr auch auf längere Sicht hin ein richtiges Auto gefunden habt, lohnt sich ein umfangreiches Tuning in den jeweiligen Werkstätten. Dort kommt der Hobbybastler voll auf seine Kosten und lernt dabei eine Menge dazu. Denn ausführlich werden sämtliche Schritte des Tunings (Motor, Getriebe, Kupplung, Chassis, Bremsen, Luftfilter, Aufhängung, Turbo, Schalldämpfer, Bremsen, Mission, Gewicht) zu jedem einzelnen Auto erklärt. Vorausgesetzt, dass Ihr genügend Geld habt, baut Ihr Euch somit nach und nach Euer Superauto zusammen, mit welchem Ihr dann triumphierend die Rennen bestreitet, in denen Ihr vorher noch so gut wie gar keine Chance hattet. Beachten müsst Ihr allerdings dabei, dass je nach Veränderung Eures Rennautos Ihr für bestimmte Veranstaltungen nicht mehr zugelassen seid, aber dies findet Ihr im Einzelnen nach und nach selber heraus. Wettbewerbe gibt es insgesamt über 20 verschiedene, diese im Detail zu beschreiben würde allerdings den Rahmen sprengen, jedenfalls habt Ihr ungelogen mindestens 250 Stunden Spielspass garantiert, das ist absoluter Wahnsinn, finde ich. Dafür sorgen allein später die Spezialstrecken, in denen Ihr tatsächlich Fahrten mit einer Länge von über 2 Stunden pro Rennen hinlegen dürft, was natürlich eigentlich nur etwas für echte Fanatiker ist. Bei diesen Strecken habe ich doch gerne meistens meinen beiden Brüdern den Vortritt gelassen und ein paar Tage später einfach nur fragen müssen, welche Autos sie mir erarbeitet hatten. Sehr praktisch wie ich finde, grins. Doch nun erst einmal noch kurz zum Beginn des Spiels. Bevor Ihr nämlich so richtig loslegen könnt, müsst Ihr in die Fahrschule, um dort in zahlreichen Prüfungen bestimmet Tests zu bestehen. Habt Ihr sämtliche Fahrprüfungen einer Klasse dann irgendwann einmal bestanden, seid Ihr erst dann für jene Klasse zugelassen. Außerdem sorgen die vorhandenen Highscorelisten für die nötige Langzeitmotivation, der Kampf um Hundertstel an Sekunden mit menschlichen Mitspielern kann beginnen. Mindestvoraussetzung in den einzelnen Prüfungen ist das Erwerben eines Bronzepokals, wobei immer eine bestimmte Richtzeit vorgegeben ist. Alle Goldpokale ohne zu schummeln in der höchsten Fahrerlizenz zu schaffen, ist meiner Meinung nach unmöglich oder Ihr habt mindestens noch einmal 100 Fahrstunden investiert.
Die einzelnen Rennmodi unterscheiden sich dabei sowohl in ihrer Anzahl der einzelnen Rennen, der jeweiligen Renndistanz als auch der Art der zugelassenen Fahrzeuge. So gibt es manche Wettbewerbe nur für amerikanische oder japanische Autos, welche mit Heckantrieb oder nur 4x4. Klar ist, dass Ihr nach einer gewissen Zeit mehrere Autos in Eurer Garage haben müsst, die über individuelle Eigenschaften verfügen müssen, um die unterschiedlichen Cups zu gewinnen. Zum Glück ist die Garage anschienend groß genug, um auch locker 20 Autos beherbergen zu können. Neben dem Arcade-Modus, in welchem Ihr weitere Autos gewinnen könnt und natürlich dem Zweispielermodus, welcher auch richtig Spaß macht, ist das Kernstück dieses Rennspiels natürlich der Gran-Turismo-Modus, welcher aus den teilweise schon erwähnten unzähligen Wettbewerben besteht. Glaubt es mir ruhig, selbst nach ungefähr 50 Stunden Spielzeit habt Ihr noch nicht einmal die Hälfte allein dieses Modus kennengelernt, von den anderen Spielmodi ganz zu schweigen. Was mir sehr gut gefiel und mir auch unheimlich wichtig war, war der ausgewogene Schwierigkeitsgrad. Niemals sind die Rennen zu leicht, es sei denn, Ihr fahrt mit einem gehörig aufgemotzten Auto die viel früheren Strecken (wenn dies dann überhaupt noch möglich ist) noch einmal. Für einen Sieg gibt es dann natürlich nur noch sehr wenig Geld, zumindest braucht Ihr nach Euren Ansprüchen dann doch mittlerweile viel höhere Preisgelder. Da es alle möglichen Arten der Streckenführung und der Renndistanzen gibt, ist für jeden etwas dabei, egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi. Sehr gut gelungen ist ebenfalls die Steuerung, nicht nur, dass sie sehr realistisch erscheint, sondern auch noch nicht zu sensibel ist. Ständige Dreher oder Überschläge sind demnach eine absolute Seltenheit, auch wenn Ihr von den CPU-Fahrern einmal gerammt werden solltet, werdet Ihr meistens nicht unverhältnismäßig hart dafür bestraft. Umgekehrt allerdings auch nicht, denn schnell holen die Konkurrenten auf, solltet Ihr einmal während eines Rennens eine schwächere Phase haben. Überhaupt ist das Fahrgefühl sowohl beim Bremsen, scharfen Einlenken in die Kurven als auch Beschleunigen hervorragend, ebenso spürt Ihr sehr deutlich den Untergrund, besonders wenn Ihr einmal etwas abseits der Strecke auf Sand oder Wiese fahrt, was meistens dann auch nicht ohne Folgen bleibt. Da auch die Kameraperspektiven sehr gut sind, wobei ich Euch eindeutig die Heckperspektive empfehle, in der Ihr alles im Überblick behaltet aber trotzdem ein realistisches, ja fast schon berauschendes Gefühl aufkommen kann, finde ich in diesem Punkt überhaupt nichts zu meckern. Hier wurde von den Entwicklern des Sony-Teams ganze Arbeit geleistet, es stimmt in dieser Hinsicht einfach alles.
Die Grafik war für die damaligen Verhältnisse ein echter Genuss, vorher konnte ich noch nie derart realistisch dargestellte Rennwagen bestaunen. Nur selten wirken diese etwas kantig und auch nach heutigen Maßstäben ist diese nun schon etwas in die Jahre gekommene Simulation durchaus noch sehenswert. Was Ihr Euch dann allerdings auch noch in den Wiederholungen nach einem Rennen anschauen dürft, brach seinerzeit sämtliche Rekorde und sind fast schon eine Aufnahme mit Eurem Videorecorder wert. Auch was das ganze Drumherum angeht, stimmt eigentlich alles, denn sowohl die Hintergrundlandschaften als auch die Licht-, Schatten- und Spiegeleffekte sind ganz hervorragend gelungen. Ob Ihr nun bei Tag auf einem 360-Grad-Hochgeschwindigkeitsrundkurs gas gebt oder durch eine malerische aber sehr kurvenreiche Gebirgs- und Waldlandschaft „umhergondelt“, alle Umgebungen sehen prächtig animiert aus, wobei die Grafik stets flüssig bleibt, auch bei mehreren Fahrzeugen gleichzeitig auf Eurem Bildschirm gibt es so gut wie nie ein Flimmern oder Ruckeln. Müsst Ihr Euch anfangs dann auch an die etwas andere Sicht gewöhnen, so gefielen mir gerade die Nachtrennen am Besten, hier habe ich dann auch tatsächlich einmal ein 2-Stunden-Rennen absolviert. Gerade diesen Spezialrennen sorgen auf Wunsch für monatelangen Spielspass, so etwas gab es noch nie zuvor. Der Soundtrack, welcher aus einer etwas ungewöhnlichen Mischung aus Rockmusik und elektronischer Clubmusik besteht, kann da nicht ganz mithalten, wenn auch die sehr guten Soundeffekten bei den Motorengeräuschen und Brems- und Lenkmanövern da doch einiges wieder gutmachen können. Insgesamt haben mir jedenfalls die Musikstücke nicht ganz so toll gefallen, gut sind sie im Großen und Ganzen aber trotzdem noch. Wie ich schon anfangs sagte, ist Gran Turismo nicht nur ein Meilenstein der Rennspielhistorie sondern auch ein Pflichtkauf für alle glücklichen Besitzer einer alten Playstation (und natürlich auch einer Playstation 2). Soweit ich weiß, ist dieses Spiel zwar auf keinen Fall für andere Spielkonsolen erschienen, wohl aber für den PC. Wir hatten zu Hause jedenfalls nicht nur mehrere Tage oder Wochen riesigen Spaß, sondern tatsächlich über viele Monate. Hätte es nicht in den Folgejahren die Nachfolger gegeben (bald erscheint Gran Turismo 4 für die Playstation 2), wir würden noch heute ab und zu dieses Rennsimulation spielen. Das Fahrgefühl ist immer, ganz egal auf welcher Strecke und mit welchem Auto, extrem realistisch, ja fast schon unheimlich gut. Die sehr umfangreichen unterschiedlichen Spielmodi sorgen nicht nur für außerordentlich viel Abwechslung sondern auch für eine entsprechende hohe Langzeitmotivation. Ganz eindeutig kristallisiert sich nach wenigen Tagen ein solch extremer Suchtfaktor heraus, dem sich wahrscheinlich nur echte Rennspielhasser verschließen können. Das unvergleichlich gute Fahrgefühl, der riesige Autofuhrpark, die imposante Grafik, die zahlreichen Wettbewerbe, die unendlichen Tuningmöglichkeiten und nicht zuletzt der Erwerb der unterschiedlichen Fahrlizenzen sorgen dafür, dass Gran Turismo die höchste Wertung aller möglichen Wertungen einfach bekommen muss, es kann in meinen Augen einfach kein anderes Urteil geben.
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17.10.2004 15:29
Sehr schön, das Spiel kenne ich auch sehr gut
17.10.2004 15:20
Wahnsinns-Bericht ! BH zu 100% verdient ! Allerdings fand ich, dass GT nach einiger Zeit arg langweilig wurde, da man irgendwann immer nur noch ein Rennen nach dem anderen geheizt ist, um sich neue Tuningteile finanzieren zu können.Für ein Rennspiel war es aber sehr umfangreich, auch wenn es trotzdem verhältnismäßig zügig durchgespielt war.
16.10.2004 01:39
Hast Du neben diesen ganzen Videospielen eigentlich gar keine Hobbies? ;-) LG, Klaas