Über sich:Leserunde? Klar! Einfach anfangen und/oder kurz im GB Bescheid geben.
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Ein Sonntag geht zu Ende und erneut liegt bei uns ein Video auf dem Tisch, welches Freunde uns netterweise überlassen haben. "The Green Mile" --- die grüne Meile -- ist ein Film mit Tom Hanks nach einem Roman von Steven King, der vor zwei Jahren, als er in den Kinos lief, irgendwie an mir vorbeigegangen sein muss. Egal, jetzt wird die Empfehlung in den Recorder geschoben, das obligatorische Bier und ein Eimer voll Popcorn, natürlich gesalzen, steht vor uns und nach den Filmtipps, die auf den Videothekkassetten immer gezeigt werden (und die ich nie vorspulen darf) geht der Film endlich los.
Wir sehen die Hauptfigur am Anfang des Films zunächst im Altersheim. Dinge, die 60 Jahre zurückliegen, quälen ihn noch immer und Paul erzählt die beklemmende Geschichte, die in den Dreißiger Jahren spielt. Paul Edgecomb, gespielt von Tom Hanks, ist Gefängnisaufseher im Block E des Cold Mountain Staatsgefängnisses im Süden Amerikas, das von der wirtschaftlichen Krise gebeutelt ist. Block E - der Todestrakt.
Paul sieht die verschiedensten Charaktere, die von ihm begleitet die "grüne Meile zum alten Blitz" gehen, also den Gang durch den grünen Linoleum-Korridor zum elektrischen Stuhl machen. Er ist ein menschlicher Gefängnisaufseher, der sich und seine Kollegen ein ums andere Mal dazu anhält, auch die zum Tode Verurteilten mit Respekt und Anstand zu behandeln. Neben netten Kollegen gibt es natürlich auch einen Sadisten unter den Aufsehern, Percy, der durch seine Tante Beziehungen nach ganz oben hat und dadurch meint, alles was er sagt, sei unantastbar. Doch Paul ist da anderer Ansicht und weist ihn den ganzen Film über in seine Schranken und der größte Wunsch aller anderen Wärter ist, dass er seine Überlegungen, sich versetzen zu lassen, endlich wahrmacht.[mr.matze (c) 9.7.01]
Percy hat unter anderem die unangenehme Angewohnheit, "Ich bringe einen Toten!" quer über den Gefängnishof zu brüllen, wenn ein neuer Insasse für Block E eingeliefert wird. Paul quittiert dies nur mit einem trockenen "Percy ... es reicht!". Diesmal ist es John Coffey, ein riesig, großer, brauner Hüne mit gewaltigen Muskeln, der nur ducrh seine äußere Erscheinung furchteinflößend wirkt. Denn er ist ein warmherziger, naiver und guter Mensch, der sich im Dunkeln fürchtet und hemmungslos weinen muss, wenn ihn etwas quält. John Coffey, der von sich selbst sagt, er heiße wie das Getränk Coffee, würde sich nur etwas anders schreiben, soll zwei kleine Mädchen, Schwestern, vergewaltigt und brutal ermordet haben.
Schon bald kommen Paul Zweifel, ob dieser Mensch dies wirklich getan haben kann, während alte Insassen ihren letzten Gang antreten und weitere Insassen, die zum Tode verurteilt wurden, die leer gewordenen Zellen auffüllen, unter anderem der scheinbar psychisch getörte und hassenswerte "Wild Bill" Wharton, der Wärtern und Mitgefangenen das Leben scheinbar zur Hölle machen will.
Aus den Überlegungen, ob John Coffee wirklich ein Doppelmörder sein kann, mischen sich weitere Zweifel als zunächst Paul Edgecomb, später auch andere bemerken, dass John offensichtlich übernatürliche Kräfte hat und diese zum Helfen einsetzt.
Welcher Natur diese Kräfte sind, wer der Mörder wirklich ist, was mit John, Paul, Percy und den anderen am Ende passiert, das werde ich euch hier leider -- oder zum Glück -- nicht verraten. Das, was ich euch hier beschrieben habe, umfasst circa nur Teile der Handlung aus den ersten 75 Minuten.
Der Film selbst geht aber gute drei Stunden und als ich das gehört hatte, fragte ich mich wirklich, ob dieser Film nicht zumindest phasenweise langweilig sein muss. Aber erstaunlicherweise verzichtet der Regisseur fast gänzlich auf überflüssige Szenen, die einem minutenlang das Gefühl geben, vorspulen zu müssen. Die einzige Ungeduld, die aufkommt, ist die, das man erfahren möchte, wie es weitergeht, wie sich der eine oder der andere in gewissen Situationen entscheidet oder Ähnliches. Ich habe mich ziemlich schnell entschlossen, diese Gefühl nicht Langeweile, sondern Spannung oder Dramatik zu nennen.
John Coffee wirkt wie ein ängstliches, großes Riesenbaby, mit dem man eigentlich von ANfang an Mitleid hat, dass er zum Tode verurteilt sind, andere sieht man nur und muss sie unsympathisch finden. So schafft es Frank Darabont, uns Schicksale mitfühlen zu lassen, andererseits Bösewichtern schlechtes zu wünschen und gegebenenfalls uns zum Lachen zu bringen, wenn ihnen genau dieses zum Teil auf humorvolle Art wiederfährt. [mr.matze (c) 9.7.01]
Nicht zu vergessen ist das "Gefängnishaustier" Mr. Jingles, eine kleine Maus, die immer wieder für erfrischende Lacher sorgt.
Wir erleben nicht nur die Exekutionen hautnah mit, die teilweise in schonungsloser Offenheit gezeigt werden und beklemmende Gefühle ausgelöst haben, wir erleben auch den wie auch immer realitätsnahen Alltag in einem Gefängnis der Dreißiger Jahre. Auch an den so genannten Guten und Schlechten bleibt weiter die Interpretationsmöglichkeit zum jeweils Gegenteiligen, vieles hinterfragt man, während der Film voranschreitet.
Der Film erzeugt heftige Gemütsbewegungen, ist teilweise lustig, oftmals wahnsinnig spannend und sehr oft ziemlich traurig. Das diese Mischung mit einer eindeutigen Moral den Film aber nicht schlecht macht, kann ich euch nur zusichern.
Zwei Dinge sind mir negativ aufgefallen. Zum einen hätte man sich die Rahmenhandlung mit dem gealterten Paul Edgecomb locker schenken können, zum anderen sind die Effekte für Übersinnliches und -natürliches etwas lieblos und wirken dadurch etwas überkandidelt, was eigentlich nur ein vornehmes Wort für "billig" ist.
Trotzdem meine ich, dass man hier drei Stunden einen sehr gut gemachten Gefängnisthriller gedreht hat, der nur in minimalen Ansätzen mit "Dead Man Walking" oder ähnlichen Produktionen vergleichbar ist.
TITEL: Die Green Mile, so heißt der offizielle deutsche Titel perverser Weise wohl wirklich (Originaltitel: The Green Mile)
DARSTELLER: Tom Hanks, David Morse, Bonnie Hunt, Michael Clarke Duncan, James Cromwell, Michael Jeter, Graham Greene u.a.
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen- ich habe damals The Green Mile als Kurzgeschichte gelesen. Und ich war jedesmal gespannt wann denn der neue Band rauskam- später wurde es dann ja als ein komplettes Buch herausgegeben- aber ich muss sagen, dass im Film viele Sachen nicht so deutlich waren ( Percy schien im Buch noch viel aggressiver und wurde noch gemeiner dargestellt) oder auch viele Dinge, die ich aber sehr wichtig fand weggelassen wurden. Natürlich ist es auch sehr schwer solch eine Geschichte zu verfilmen und als ich gehört hatte, dass der Film bald in die Kinos kommen sollte, da war ich doch schon sehr auf die Umsetzung gespannt.
Aber alles in allem kann ich nur sagen, dass es gut gelungen ist und der Film bei mir mehr als nur eine Gänsehaut hinterlassen hat.
Aber ich glaube Percy hatte einen Onkel, der eine grosse politische Rolle spielte- ich meine mich nicht an eine Tante erinnern zu können ??? Gruß *armida
16.09.2001 00:16
EIN HAMMER BERICHT!!!!!
09.09.2001 13:20
Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen- ich habe damals The Green Mile als Kurzgeschichte gelesen. Und ich war jedesmal gespannt wann denn der neue Band rauskam- später wurde es dann ja als ein komplettes Buch herausgegeben- aber ich muss sagen, dass im Film viele Sachen nicht so deutlich waren ( Percy schien im Buch noch viel aggressiver und wurde noch gemeiner dargestellt) oder auch viele Dinge, die ich aber sehr wichtig fand weggelassen wurden. Natürlich ist es auch sehr schwer solch eine Geschichte zu verfilmen und als ich gehört hatte, dass der Film bald in die Kinos kommen sollte, da war ich doch schon sehr auf die Umsetzung gespannt. Aber alles in allem kann ich nur sagen, dass es gut gelungen ist und der Film bei mir mehr als nur eine Gänsehaut hinterlassen hat. Aber ich glaube Percy hatte einen Onkel, der eine grosse politische Rolle spielte- ich meine mich nicht an eine Tante erinnern zu können ??? Gruß *armida
08.09.2001 13:25
Der Film ist gut, das Buch ist besser!! Gruß, Asil