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Der Grinch:
Das amerikanische Volk hat auf seinem Weg zum bedeutsamsten Land der Welt ein kleines Identitätsproblem: Man hat, im Vergleich zu anderen Nationen, kaum eine Geschichte, und Traditionen sind manchmal nur wenige Jahrzehnte alt. Das hat auch Auswirkungen auf so weltfremde Dinge wie Weihnachtsmärchen. Charles Dickens' berühmtes Werk "A Christmas Carol" (über den reichen Miesepeter "Scrooge", der an Weihnachten von drei Geistern zu einem besseren Menschen gemacht wird) war zwar seit jeher der Klassiker im englischsprachigen Raum, aber Dickens ist einfach eine Spur zu Englisch. Da kam es den Amerikanern gerade recht, dass einer aus ihrer Mitte, ein gewisser Theodor S. Geisel, unter dem Pseudonym Dr. Seuss im Jahre 1937 eine Geschichte zu Papier brachte, die zwar wesentlich weniger Substanz hatte als die von Dickens, dafür aber richtig schön kitschig war. So wurde "How the Grinch stole Christmas" beinahe postwendend zum neuen Standardwerk der Vorweihnachtszeit, und hielt als Zeichentrickfassung von 1966 auch Einzug ins feiertägliche Fernsehprogramm. Klar, so etwas muss früher oder später verfilmt werden. Doch Dr. Seuss weigerte sich sein Leben lang, die Rechte für eine Hollywood-Adaption rauszurücken. Jetzt endlich, neun Jahre nach des Autors Ableben und nach langen Verhandlungen mit seiner Witwe, ist der todsichere Hit zumindest der diesjährigen US-Weihnachtssaison endlich da.