Grönland

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Erfahrungsbericht über "Grönland"

veröffentlicht 17.09.2016 | meinemiamaria
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Über sich :
@(-_-")@ Am 24.6. geht´s wieder auf die Aida, zur "Perla-Taufe" @(-_-")@ Hurra, mein 9. Brilli für das Käsebrötchen ! @(-_-")@
Sehr gut
Pro -- Auch im Winter kann man Grönland erreichen ! --
Kontra -- Es ist leider manchmal diesig oder bedeckt dort ! --
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Sehenswürdigkeiten
Sicherheit
Gastfreundlichkeit

"-- Das Land des ewigen Eises ! -- Wie lange noch ? --"

Sisimiut - Grönland

Sisimiut - Grönland

Nach den vielen Eindrücken, die ich auf meiner dreiwöchigen Kreuzfahrt von Kiel über Norwegen, Island nach Grönland hatte, möchte ich heute einen Bericht über diese Insel schreiben ! Wir haben dort drei Städte besucht: Sisimiut, Nuuk und wieder einmal Qaqortoq. Ein besonderes Ereignis war dir fahrt durch die Diskobucht ! Auf geführten Ausflügen wurde uns von einheimischen Reiseführern viel erzählt, von dem ich hier einiges wiedergeben kann.

Grönland

Ist die größte Insel der Erde und wird geologisch zum arktischen Nordamerika gezählt. Sie ist 2650 km lang und 1200 km breit. In Nord-Süd-Richtung beträgt die Länge des Eisschilds ungefähr 2.500 Kilometer. Lediglich 410.000 Quadratkilometer der Fläche Grönlands sind eisfrei, das sind nur 18,9 %. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um sechs bis sieben Meter steigen. Zwischen 2011 und 2014 verlor das Eisschild auf Grönland im Schnitt etwa 269 000000000 Tonnen Eis pro Jahr.

Die Vorfahren der meisten Grönländer gehen auf die Einwanderer der Thule-Kultur zurück, die nach dem Jahr 1000 die westgrönländische Küste besiedelten und dabei im Süden auf die dort siedelnden Wikinger stießen,

Aus politischer Sicht ist es ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Das Land hat, abgesehen von der Antarktis, die geringste Bevölkerungsdichte der Welt.

Die Ausläufer des Golfstroms bewirken, daß auch im Winter die Zufahrt nach Grönland möglich ist.

Natur pur in gewaltigen Formationen erleben wir dann weiter nördlich, in der Disko-Bucht. Eisberge, soweit das Auge reicht, treiben durch die Bucht und nehmen häufig Kurs nach Süden. Die meisten Gletscher in Grönland sind langsam fließende Ströme aus kompaktem Eis. Erst wenn sich Eis von diesem Gletscher losreißt und ins Wasser „kalbt“, bilden sich Eisberge.
Von den vorderen Gletscherfronten am Berg wird durch die Schwerkraft immer wieder Eis abgesondert „kalben“ und ins Meer gepresst. So war es wohl auch am 14. April 1912, als ein aus dieser Bucht stammender Eisberg die „Titanic“ in den Untergang schickte. Es war das größte mit einem Eisberg zusammenhängende Schiffsunglück. Mit voller Geschwindigkeit stieß das Schiff gegen das Eisgebilde, das mit einer Wucht auf 300.000 Tonnen geschätzt wird. Mehrere Lecks ließen Wasser eindringen, was zum Versinken des Vorschiffes führte. Insgesamt starben bei diesem Unglück zwischen 1.490 und 1.517 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter auch der Kapitän, der vermutlich freiwillig mit seinem Schiff unterging. Nur 711 Menschen überlebten. Es stellte sich heraus, dass in den Rettungsbooten nur Platz für etwa die Hälfte der Passagiere und der Mannschaften war. Seit dem Unglück muss für jede Person auf einem Schiff ein Platz in einem Rettungsboot vorhanden sein und die Seenotrettungsübungen werden noch vor der Abfahrt des Kreuzfahrtschiffes durchgeführt.

Der größte Eisberg ist der Jakobshavn-Gletscher, er ist der produktivste Gletscher der ganzen Welt, kein anderer kalbt mehr Eisberge als er.
An Bord des Schiffes ist immer ein erfahrener Eislotse, der die Gegend gut kennt und zusammen mit dem Kapitän und vier wachsamen Augen das Schiff sicher durch´s Eis manövriert.

Diskobucht

Sie ist die Bucht an der mittleren Westküste Grönlands. Auf der Festlandseite liegt die drittgrößte Stadt Grönlands mit 4.546 Einwohnern, Illulissat. Es gibt dort Funde aus der Zeit ab 1100, als sich dort die Thule-Kultur etablierte, die heutigen Inuit.

Dort konnten wir die schönsten Eisberge sehen, sie bestehen aus Süßwasser, oder aus Eisschollen, das sich zusammen geschoben hat. Eigentlich sind Eisberge weiß. Die weiße Farbe wird durch die Reflexion des Lichtes an der im Eis eingeschlossenen Luft hervorgerufen. Oft sind sie von blauen Adern mit klarem Eis durchzogen.

Einzigartige Motive boten uns hier, die durch den großartigen und unfassbaren Formenreichtum der Natur entstanden sind. Eine Umgebung, die sich ständig durch Wegschmelzen und Abbrechen des Eises verändert. Neben dem Eisschild existieren am äußeren Rand Grönlands noch einige isolierte Gletscher sowie Eiskappen, die insgesamt weniger als 100.000 Quadratkilometer bedecken. Einige davon konnten wir gut sehen und bei strahlendem Sonnenschein tolle Fotos machen !

Sisimiut

Auch während der Mittelalterlichen Warmzeit wurde die südwestliche Küste als ein „grünes Land“ bezeichnet und von Wikingischen Siedlern bewohnt. Diese Siedlungen gingen im 15. Jahrhundert zugrunde, doch es sind noch einige dieser unterirdischen Häuser in Sisimiut nachgebaut worden, die man auch besichtigen kann.
Doch die „neuen“ bunten Holzhäuser fallen sofort ins Auge und sind ganz typisch für Grönland. In der Mitte des Ortes liegt das alte Kolonialzentrum mit der ältesten Kirche Grönlands aus dem Jahre 1775. Dort sind wir natürlich auch gewesen und haben schöne Bilder gemacht. Leider hatten wir keine Zeit, das einzige beheizte Freibad Grönlands hier in Sisimiut zu besuchen ! Das ist wohl einzigartig in diesen Breitengraden, also heben wir uns das für den nächsten Besuch auf. Aber, was uns aufgefallen ist, es gab´ in jeder Stadt Grönlands, die wir besucht haben, mehrere Hundetoiletten, alle schön mit deutscher Beschriftung ! Ein Foto ist unten sehen !

Nuuk

Liegt ca. 250 Kilometer unterhalb des Polarkreises und ist die nördlichste Hauptstadt der Welt. sie hat ca. 17 000 der insgesamt 56 000 Einwohner Grönlands. 1721 kam der norwegische Missionar Hans Egede in das Gebiet und errichtete 1728 eine Missionsstation, um die hier wohnenden zwölf Inuitfamilien zu bekehren. Dieser Platz war der Sommertreffpunkt der Inuit dieses Gebietes. Sein damaliges Haus ist heute Regierungssitz. Das Denkmal, das für ihn aufgestellt wurde habe ich auch fotografiert.
Wir besuchten auch die Erlöserkirche von 1849, sie ist die Domkirche Grönlands.
Es ist Stadt der Kontraste, die Wohnblocks aus den 60er- und 70er- Jahren könnten auch in Köln-Chorweiler stehen, bemerkte ein Mitreisender. Besser gefallen mir natürlich die kleinen, alten, bunten Reihenhäuser, die wir auch in Sisimiut gesehen haben und die ganz typisch sind für Grönland.
Eine Fußgängerzone gibt es natürlich auch, doch daran waren wir nicht sonderlich interessiert.

Natürlich hat Nuuk auch eine Universität, die wir auch besucht habe. Es war nicht sofort zu erkennen, um was für ein Gebäude es sich handelte, doch die Türen standen offen und der „Morgenkaffee“ musste auch weg. Als wir das Gebäude betraten, sahen wir an großen Tische viele junge Leute sitzen und erkanten auch sofort, daß es sich um Studierende handeln musste. Davon gibt es an der Universität 650. Die Universitätsbibliothek wurde 2008 mit der Grönlandica-Sammlung zusammengelegt, die wiederum die Nationalbibliothek Grönlands und eine Unterabteilung der Bücherei Nunatta Atuagaateqarfia ist. Wir gingen weiter über schroffe Felsen, wo 1865 eine Wetterstation errichtet wurde, die unter Leitung von Adam Paulsen zu einer der zwölf arktischen Beobachtungsstationen im Ersten Internationalen Polarjahr 1882/83 ausgebaut worden ist. So gelangten wir zu einem wunderschönen Aussichtspunkt, von dem man Blick auf den dahinter liegenden Staudamm hatte.

Qaqortoq

Es war der letzte Ort, den wir auf unserer Grönlandtour angefahren haben und durfte ihn nun schon zum dritten mal Mal besuchen. (2012, 2015 und 2016) Qaqortoq wurde 1775 von Anders Olsen gegründet und ist heute der bevölkerungsreichste Ort Südgrönlands. Ungefähr 3164 Einwohner leben im Stadtgebiet. Qaqortoq gehört zur Kommune Kujalleq. Bis zum 1. Januar 2009 war Qaqortoq eine eigenständige Gemeinde mit insgesamt 3.490 Einwohnern, zu der neben Qaqortoq mehrere kleine Siedlungen sowie zwei Rentier- und dreizehn Schaffarmen gehörten. Die Schafe sieht man überall ´rumlaufen und schön anzusehen sind wieder die vielen bunten Holzhäuser. Kein Hochhaus stört. Es gibt eine Gerberei im Ort und direkt neben unserer Anlegestelle des Tenderbootes werden gegerbte Seehundfelle angeboten. Auch dort besuchten wir ein unterirdisches Haus, das im Rahmen eines Museums-Besuches angeschaut werden kann. Auch durfte ich von den einheimischen Händlerinnen ein Foto machen, wie sie ihre selbstgemachten Waren zeigten.

Klima

In Grönland herrscht ein polares bis subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird, landeinwärts ist das Klima deutlich kontinental geprägt.

Bei Bohrungen in das mehr als 2000 Meter dicken Eis wurden DNA-Spuren von Kiefern, Eiben und Erlen sowie von Schmetterlingen und anderen Insekten gefunden, die etwa 120.000 Jahre alt sein könnten.
Während der Mittelalterlichen Warmzeit wurde die südwestliche Küste als ein „grünes Land“ bezeichnet und von Wikingischen Siedlern bewohnt.

Die Städte und Siedlungen liegen ausschließlich im eisfreien Küstenstreifen. Durch die von Menschen verursachte globale Erwärmung steht das Ökosystem Grönlands vor schweren Veränderungen. Ich sehe das Risiko auch, daß sich durch die weitere Erwärmung ergibt.

Fazit

Wie lange noch werden wir die Insel des ewigen Eises so erleben können ? Wann wird der Eisschild, der mit einer Ausdehnung von etwa 1,8 Millionen Quadratkilometern geschmolzen sein ? Bisher ist es noch die weltweit zweitgrößte permanent vereiste Fläche nach dem Antarktischen Eisschild. Eine so wundervolle Landschft sollte noch weiterhin erhalten bleiben und gerne würde ich noch ein viertes Mal dort hinfahren !
Die von Menschen verursachte globale Erwärmung wird das Ökosystem Grönlands verändern. Von mir bekommt Grönland 4 Sterne, denn niemand möchte, daß der Wasserstand weltweit um sechs bis sieben Meter ansteigt.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • esposa1969 veröffentlicht 18.01.2017
    bh
  • momo40 veröffentlicht 25.12.2016
    Frohe und besinnliche Weihnachtstage. LG
  • LoloMay veröffentlicht 08.12.2016
    *BH nachgereicht* :)
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Produktdaten : Grönland

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Kontinent: Nordamerika

Ciao

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