Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
günstig, einfache Bedienung,Zuverlässigleit - Kein Bandsalat |
| Kontra: |
Mono, kein VPS und so Schnickschnack |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Ich stand wieder einmal vor einer schwierigen Entscheidung. Es ist Samstag 11.00 Uhr. Ich habe geduscht und gefrühstückt. Was mache ich nun ? Gehe ich in den Stadtpark und füttere die Tauben oder schreibe ich einen Erfahrungsbericht ? Ich könnte natürlich solange Für und Wider, Pro und Contra, Vor –und Nachteile gegeneinander abwägen bis es dunkel ist und die Alternative "Tauben füttern" wegfällt, aber das ist dann ja auch keine richtige Entscheidung. Ein Abzählreim soll weiterhelfen:
Ene, mene, dubbe dene,
dubbe dene dalia,
ebbe, bebbe, bembio,
bio, bio, buff.
Buff ist kein Wort und
du bist fort.
Prima ! Die Würfel sind gefallen. Ich schreibe einen Bericht und die Tauben müssen bis morgen warten. Dafür singe ich ihnen morgen dann auch wieder ihren Lieblingssong von Hans Harz vor.
Ein Videorecorder ist schon eine feine Sache. Doch viele Menschen nutzen dieses wunderbare Gerät viel zu selten. Bei mir hingegen muss ein Videorecorder Schwerstarbeit verrichten. Im Laufe meines Lebens habe ich bereits drei Videorecorder verschließen. Nein - Nummer drei lebt ja noch. Die anderen beiden sind zwar auch nicht entsorgt, stehen aber schon lange im Abseits, weil sie mehr oder weniger defekt sind. Ein Videorecorder muss zuverlässig sein. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn man abends auf die Piste geht, zuhause einen Film aufzeichnen lässt und sich am nächsten Tag oder noch in derselben Nacht vor den TV schmeißt, den Video startet und es kommt nur ein schwarzes Bild. Die Verärgerung ist groß. Noch größer ist der Ärger allerdings, wenn der Videorecorder einen Wackelkontakt hat und er dann z.B. nur die ersten 15 Minuten eines Filmes aufzeichnet und dann nur noch das schwarze Bild kommt. In solchen Momenten weiß man dann wie sich ein Choleriker jeden Tag fühlt. Mir ist das mal mit dem Film " Die Akte" ( Julia Roberts, Denzil Washington ) passiert.
Mein erster Recorder war von der Firma "Funai" und der lieferte lange Zeit gute Dienste, ließ dann aber recht schnell nach und wurde komisch. Ich degradierte ihn zum Zweitgerät, da er zum überspielen und abspielen doch noch taugte.
In Punkto "Aufzeichnen", zweifelsohne eine der wichtigsten Eigenschaften eines Videorecorders, wollte er aber keine treuen Dienste mehr verrichten.
Da entschied ich mich für ein "Schnäppchen" und probierte es mal mit einem Videorecorder aus dem Hause "Orion". Dieser war vom Bedienungskomfort zwar ein flottes Kerlchen, aber auch er wurde mit der Zeit recht launisch. Nach diesen beiden Flops sagte ich zu mir:
"Jetzt kaufen wir (also ich) nur noch Markenprodukte".
Nein, Funai und Orion sind für mich keine richtigen Marken.
Panasonic, Sony, Grundig und Kenwood – DAS sind Markennamen.
Ich bin zwar in gewisser Weise ein Videoverrückter, aber trotz allem bescheiden. S-VHS, Long Play, Stereo, Nachvertonung, VPS, ACC, ATS, ADAC war mir alles nicht wichtig. Ein Video soll nicht mehr als DM 300.- kosten, und er soll eigentlich nur eins können: aufnehmen.
Selbstverständlich sollte er auch Filme abspielen können.
Ich schlenderte langsam durch die Regale der Video-Abteilung im Media Markt und es dauerte nicht lange bis so ein viereckiger Kasten meine Aufmerksamkeit erregte. Er war Silber. Ich hatte noch nie einen silberfarbenen Videorecorder mein Eigen nennen dürfen und ich kannte auch niemanden der einen hatte. Die müssen also gar nicht Schwarz sein ? Ich dachte bisher immer, dass nur die ganz ganz teuren Recorder in Silber fabriziert werden. Vermutlich aus echtem Silber, deshalb waren sie auch so teuer. Eigentlich würde Schwarz ja besser zu meinem Fernseher und zu meiner Stereoanlage passen, aber Silber hat was.
Alle anderen Videorecorder die hier so rumstanden waren Schwarz und das Objekt meiner Begierde stach heraus wie ein Kuckucksei.
Es war ein Gerät der Marke Grundig. Wunderbar – ein Markengerät. Na, da schauen wir doch mal was der so alles zu bieten hat.
2 Kopf-VHS-Mono, High Speed Drive, Show View und NTSC Wiedergabe stand auf dem Info-Schildchen.
Was um alles in der Welt ist denn NTSC, bitteschön ?
Bevor ich eine Umfrage unter den anwesenden Kunden durchführen wollte, nahm ich den Preis zur Kenntnis. DM 319.-
Ein Grundig Recorder, silberfarben für DM 319.! Da isses mir eigentlich schnurzpiepegal was NTSC Wiedergabe bedeutet. Schlimm wäre es doch nur, wenn auf dem Schildchen stehen würde, dass eine NTSC Wiedergabe NICHT möglich wäre. Ehrlich gesagt, hat mich dieses NTSC nicht wirklich interessiert, denn ich war von dieser Farbe fasziniert. Vielleicht bestand ein Zusammenhang zwischen der Farbe und der Zuverlässigkeit eines Videorecorders.
Aber ich konnte unmöglich ein Produkt beim Media Markt kaufen, ohne zumindest einen Halbsatz mit einem Fachberater gewechselt zu haben. Ich täuschte wie immer einen Ohnmachtsanfall vor und schon kam der freundliche MM-Mitarbeiter.
"Kann ich ihnen helfen" fragte er so gekonnt, dass ich fast glauben wollte, er würde es ernst meinen.
"Was ist denn NTSC Wiedergabe ? " stellte ich spontan in den Raum.
"Ach, das ist so ein Format aus Amerika,....das haben mittlerweile alle Recorder..." sagte er gelangweilt.
"aha....mmmmmh......silber....tja..." murmelte ich vor mich hin.
"Wir haben den auch in schwarz,....steht hier gleich nebenan, ist nur noch nicht ausgepackt." sprach er und verschwand in der Tiefe des Raumes.
Schwarz ?! Wer will denn diesen Recorder in Schwarz ? Wenn das Gerät Schwarz wäre, hätte ich mich doch niemals so lange damit beschäftigt. Ich habe mich sowieso schon viel zu lange hier aufgehalten und verzichtete nun auch auf einen Abzählreim. Das Ding ist gekauft.
Im Lieferumfang enthalten sind, neben dem Videorecorder, eine Fernbedienung, zwei Batterien, ein HF-Antennen-Verbindungskabel, ein Netzkabel und eine Bedienungsanleitung. Letzteres legen wir erst mal ganz weit weg. Denn das braucht man dann erst ein paar Stunden später, falls es nach der eigenen Methode nicht funktioniert. Doch schon beim Anschließen erweist sich der silberfarbene Grundig als äußerst kooperativ.
Die Rückseite des Videorecorders ist recht übersichtlich. Es gibt nur fünf Buchsen. Und die für das Netzkabel ist ja schon mal nicht schwierig zu entdecken. So bleiben dann nur noch vier übrig. Das ist zu schaffen. Zudem zwei davon sog. Scart-Buchsen sind. Es ist ein Kinderspiel und man benötigt nicht einmal einen Abzählreim. Der automatische Sendersuchlauf findet alle Kanäle in Rekordzeit.
Die Fernbedienung ist 22cm lang und 5,2 cm breit ( ich habe das eben mal nachgemessen ) und hat sogar einen Namen: TelePilot 90 V. Und, meine lieben Fernbedienungshersteller, hier könnt ihr euch mal ein Beispiel nehmen. Die Tasten sind nämlich groß und stabil. Keine so ausgeleierten, tiefergelegten Mini-Schaltflächen die nach viermal drücken nicht mehr funktionieren.
Grundig made for you – und zwar ganz genau für mich. Jawoll. So muss eine "Fernie" gebaut sein.
Ich besitze ihn nun schon seit ein paar Monaten und kann üüüüüüüberhaupt nicht meckern.
Er erledigt all seine Aufgaben zu meiner vollsten Zufriedenheit. Das wird mir langsam schon unheimlich.Bildqualität und Klang sind bis heute einwandfrei. Ich hatte eingangs erwähnt, dass ich auf VPS und so Schnickschnack getrost verzichten kann. Nun hat aber mein Grundig "ShowView", und ich bin mittlerweile doch recht froh, dass er diese Möglichkeit der "Aufnahme" hat. Das eintippen der ShowView Nummer geht doch um einiges zackiger, als die manuelle Programmierung, bei der man noch Datum, Uhrzeit und Kanal eingeben muss. Zudem muss man "hintenraus" dann immer noch ein paar Minuten draufschlagen, damit der Film auch auf alle Fälle ganz drauf ist. Neee, neee ShowView ist schon eine sinnvolle Option.
Man kann natürlich auch nach dem beliebten " What you see, is what you get" –Verfahren aufzeichnen, indem man einfach die REC.-Taste auf der Fernie oder am Videorecorder drückt. Durch mehrmaliges Drücken dieser Taste, kann man dann bestimmen wie lange er aufnehmen soll. Dies geht dann immer in 30 Minuten Einheiten. Man muss also nicht das ganze nachfolgende Programm mit aufzeichnen.
Ich nehme ja jeden "Dreck" auf. Und das schlimme daran ist, dass ich es nicht übers Herz bringe, es wieder zu löschen. Somit ist die Anzahl meiner bespielten VHS Cassetten stetig gewachsen. Ich schätze mal es sind weit über 200. Und irgendwann muss das ganze ja dann mal auf CD bzw. DVD. Naja, vielleicht nicht alles, aber ein Großteil meiner Sammlung ist es schon wert auch für die nächsten Jahre erhalten zu bleiben. Filme kommen ja immer wieder mal im TV oder man kann sie an irgendeinem Wühltisch günstig erwerben. Aber Kuriositäten aus dem Fernsehen – die kriegste nirgends mehr. Ich denke da z.B. an die legendäre Rede von Giovanni "Ich habe fertig" Trappatoni oder an das Uefa-Cup Endspiel 1997 zwischen Inter Mailand und dem FC Schalke 04 ( mit Elfmeterschiessen ). Uralte Folgen von "Jux und Dallerei", "Schmidteinander" u.ä. sind auch reichlich vorhanden. Selbstverständlich auch die Cassette mit der "Domian"-Sendung in der ICH dort mal angerufen habe. Ganz besonders stolz bin ich allerdings darauf, dass ich eine Sendung auf Video habe, die nicht mehr ausgestrahlt werden darf. Ha Ha !
Ich machs kurz: Ich habe zufällig mal eine Folge der WDR Sendung "B.trifft..." gesehen.
Zu Gast waren Susan Stahnke und Benjamin von Stuckrad Barre. Letzterer war ja mal Autor bei der Harald Schmidt Show, in der Stahnkes Hollywoodpläne kräftig durch den Kakao gezogen wurden, und Stahnkes Mann und Manager Thomas Gericke daraufhin mit "Klagen" nur so um sich warf. Will sagen: Stuckrad Barre und Stahnke halten wohl nicht sonderlich viel voneinander. Dies kam in dieser Sendung dann mehr als stark zum Ausdruck. Frau Stahnke wurde von dem Pop-Literaten nach allen Regeln der Kunst vorgeführt, eingeseift und abserviert. Zwischendurch bekam die Moderatorin Bettina Böttingen auch noch eine vors Schienbein. Es war köstlich. Es war das beste und grandioseste was ich jemals im deutschen Fernsehen gesehen habe. Das war natürlich alles nicht so geplant und deshalb ließ Thomas Gericke diese Sendung auf den Index setzen. Kein Sender darf diese Sendung jemals wieder ausstrahlen – nicht einmal einen Ausschnitt. Dies verriet neulich Johannes B.Kerner in seiner Sendung, als Frau Böttingen zu Gast war. Er wollte nämlich eigentlich einen Ausschnitt daraus zeigen, aber der WDR darf diese Folge nicht mehr rausrücken. Ich habe diese Folge in ganzer Länge und schaue sie immer wieder gerne an.
Zurück ans Gerät. Heute habe ich nach langer Zeit mal wieder die Bedienungsanleitung rausgekramt. Ich muss doch die genaue Produktbezeichnung wissen, damit ich diesen Bericht in die richtige Kategorie stellen kann. Und was muss ich da lesen ?
GV 9000 SV
GV ? Ja wo simmer denn ?
Ich blättere die Bedienungsanleitung durch, um diesem "GV" auf die Schliche zu kommen.
Aha – da haben wir es ja schon. Seite 5: "Aufstellen und Sicherheit" – natürlich zwei wesentliche Aspekte beim GV.
Ich zitiere:
"Stecken sie keine Fremdkörper in den Cassettenschacht des Videorecorders, dadurch kann die hochwertige Mechanik beschädigt werden"
Also kein GV mit dem VCR !
Puuuuh – da bin ich aber erleichtert. Also habe ich doch einen anständigen Videorecorder.
GV steht nämlich nur für: Grundig Videorecorder !
Zum Abschluss wollen wir heute mal NICHT singen, aber dafür stelle ich noch ein paar Begrifflichkeiten zur Verfügung, die ihr nach Belieben über die verschiedenen Absätze dieses Berichts stellen dürft.
Einleitung - Ausstattung - Zubehör - Mein Fazit - Meine Erfahrung - Abzählreim - Aussehen - Inhaltsstoffe
Untersteichen dürft ihr dann mit:
------- oder ********
Viel Vergnügen !
| weitere Erfahrungsberichte |
Superleistung und absolut unverwüstlich!
Bewertung für Grundig GV 9000 SV von
Phillylawyer
Pro: Guter Preis, tolle Leistung, Aussehen
Kontra: Nichts
Noch aus meinen Studentenjahren habe ich mir viele Jahre einen Videorekorder erhalten, den meine Eltern mir überlassen hatten, und der letztes Jahr das stolze Alter von 12 Jahre erreichte. All diese Jahre hindurch hat er gut funktioniert, aber irgendwann ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
14.09.2002
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