Grüner Leguan - Iguana Iguana

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Der Grüne Leguan - Haltungsbericht

5  27.10.2007 (29.10.2007)

Pro:
wird zumeist sehr schnell sehr zahm

Kontra:
hoher Kosten -  und Zeitaufwand

Empfehlenswert: Ja 

Zhunami

Über sich: Orthographie-Neurose und Inhaltsstoffe-Fanatikerin. Her mit Berichten über Naturkosmetik und allem, ...

Mitglied seit:26.10.2007

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Willkommen in meinem Bericht zur Haltung des Grünen Leguans (Iguana iguana).

Vorab möchte ich erklären, was mich dazu bewogen hat, diesen ausführlichen Haltungsbericht zu diesen eindrucksvollen Reptilien zu schreiben. Da ich ein begeisterter Reptilienfreund bin und mich schon seit Langem mit der Haltung insbesondere von Echsen befasse, interessierte es mich umso mehr, was über die einzelnen Arten auf ciao.de bereits verfasst wurde. Leider wurde ich im Bereich der Grünen Leguane bitter enttäuscht. Kein Bericht ist umfassend genug, dass man ein vollständigen Bild der korrekten Haltung bekommen könnte, die meisten Berichte enthalten grobe Fehler und zum Teil völlig falsche Aussagen. Ich beschränke mich der Fairness halber darauf, einen eigenen Haltungsbericht zu verfassen, anstatt die anderen zu kommentieren oder schlecht zu bewerten.

Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten: die Gliederung

1. Was sollte man vor der Anschaffung beachten?
2. Wie hat das Terrarium für einen Grünen Leguan auszusehen?
3. Welche Temperaturverhältnisse benötigt das Reptil? Welche Luftfeuchtigkeit muss vorherrschen?
4. Wie muss der Grüne Leguan ernährt werden?
5. Tipps zur Gesundheitsvorsorge?
6. Erforderliche Technik im Terrarium
7. Die Vergesellschaftung Grüner Leguane
8. Der Grüne Leguan als Haustier
9. Zusammenfassung der wichtigsten Kostenfaktoren
1. Was sollte man vor der Anschaffung beachten?

Grüne Leguane zählen zu den Großechsen, ausgewachsene Männchen werden um 160cm, Weibchen um 140cm groß. Sie bleiben also nicht lang so klein und süß, wie man sie in der Zoohandlung in winzigen Glaskästen bewundern kann. Jeder, der sich ein solches Tier anschaffen möchte, muss sich also im Klaren darüber sein, dass diese Tiere enorm viel Platz brauchen, dementsprechend auch sehr hohe Kosten verursachen. Iguana iguana können bei guter Pflege um 25 Jahre alt werden. Man sollte sich also auch darüber im Klaren sein, dass man über einen sehr langen Zeitraum einen sehr hohen Kosten- und Zeitaufwand hat, wenn man diese Reptilien halten möchte. Grüne Leguane können zwar sehr zahm werden, sind aber dennoch keine einfach zu haltenden Reptilien, sie verfügen über enorm lange Krallen, einen Schwanz, den sie im Notfall als Peitsche einsetzen und Zähne, die so scharf sind, dass sie einen kleinen Finger abtrennen können. Leguane sind Reptilien, und Reptilien sind unberechenbar. Jeder, der sich einen Leguan anschafft, sollte daher auch die Risiken kennen.

2. Wie hat das Terrarium für einen Grünen Leguan auszusehen?

Grüne Leguane brauchen ausreichend Platz. Diese Tiere sind sehr bewegungsfreudig und klettern gern und viel. Die Mindestmaße für eine Terrarienanlage liegen bei 250x150x200 (LxBxH), ich betone eindringlich: das sind Mindestmaße. In einem Terrarium dieser Größe kann ein Pärchen der Art untergebracht werden, für jedes weitere Tier sollte der Platz um 15% vergrößert werden. Auch empfiehlt es sich, diesen Tieren besonders in der Höhe großen Spielraum zu geben. In ihren natürlichen Habitaten
Bilder von Grüner Leguan - Iguana Iguana
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Montezuma April 2007
halten sich Iguana iguana zumeist in 4-6 Metern Höhe auf, das Terrarium kann also nie hoch genug sein.

Eingerichtet wird es mit vielen vertikalen, vor allem aber horizontalen grobrindigen Ästen, sowie ungiftigen Grünpflanzen. Zur Bepflanzung eignen sich Grünlilien, Yuccapalmen, Philodendron scandens und die verschiedensten Futterpflanzen (Basilikum, Zitronenmelisse, Dill uvm.). Der Bodengrund darf auf keinen Fall aus Rindenstücken bestehen, wie sie so gern in Zoohandlungen verkauft werden. Besonders Jungleguane halten sich oft am Boden auf, um dort ihren eigenen Kot zu fressen, das ist notwendig, um die Darmflora der Jungtiere aufzubauen. Dabei kann es allerdings passieren, dass das Tier eines der Rindenstücke verschlingt und sich dieses im Verdauungstrakt festsetzt. Folge: Darmverschluss mit zumeist tödlichem Ausgang. Um das zu verhindern, sollte von Anfang an ungedüngte Blumenerde, vermischt mit Gartenerde (von draußen) verwendet werden. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass man sich neben der Erde auch noch verschiedenstes Bodenplankton in Haus holt, das dafür sorgt, dass Kotreste, Harnreste oder Essenreste nicht sauer, sondern in kleinen Mengen (man kann ja mal was übersehen) direkt zersetzt werden. Bodenplankton lässt sich durch das zusätzliche Einsetzen von Regenwürmern und Asseln noch aufstocken.

3. Welche Temperaturverhältnisse benötigt das Reptil? Welche Luftfeuchtigkeit muss vorherrschen?

Der Grüne Leguan ist ein Regenwaldbewohner, dementsprechend muss in seinem Terrarium auch Regenwaldklima herrschen. Im gesamten Terrarium muss die Temperatur bei 30-35°C liegen, auf seinen Sonnenplätzen benötigt das Tier um 45°C, in den wenigen kühlen Schattenzonen kann die Temperatur bis auf 25°C absinken. Nachts sollten im Terrarium 22-25°C vorherrschen, keinesfalls darf der Wert unter 20°C fallen. Für die ektothermen Reptilien kann das schon lebensbedrohlich sein. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber im Terrarium bei 60-70% liegen, nachts bei 80-90%. Ein trockenerer Wert ist schädlich für das Tier, ein höherer ist in Ordnung. Insbesondere, um Regen- und Trockenzeiten zu simulieren, sollte dieser Wert je nach Jahreszeit etwas variieren.
4. Wie muss der Grüne Leguan ernährt werden?

Der Grüne Leguan ist ein reiner Vegetarier. Entgegen der veralteten Meinung, Jungtiere oder trächtige Weibchen bräuchten gelegentlich Lebendfutter, revidierten renommierte Forscher (Köhler, Mutschmann) mittlerweile diese Auffassung und raten jedem Halter davon ab, sein Tier mit Insekten, Würmern oder Babymäusen zu füttern. Grüne Leguane sind nicht in der Lage, tierische Proteine zu verwerten. Lebendfutter schädigt die Nieren der Reptilien und führt zur "Fettleber".

Auf den täglichen Speiseplan eines Grünen Leguans gehört in erster Linie reichhaltige Blattnahrung. Im Sommer kann man diese auf der Wiese pflücken (Taubnessel, Bärenklau, Löwenzahn, Wicke, Wiesenklee, Breit- und Spitzwegerich uvm.), das Winterfutter besteht hauptsächlich aus Ruccola, Endivien, Radicchio, Chicorée und Romana. Aufgewertet wird das ganze mit verschiedensten Gemüsesorten wie Karotten(-grün), Zucchini, Paprika, Tomate, Gurke und gelegentlich etwas Obst. Ausführliche Futterlisten gibt es im Internet in diversen Terraristikforen.

Da Leguane im Terrarium meist nicht mit realem Sonnenlicht in Berührung kommen, welches die Vitamin-D3-Synthese fördert und die Anlagerung von Calcium gewährleistet, muss das Reptil täglich mit zusätzlichen Mineralstoffen versorgt werden. Das Produkt, das Leguanexperten eindringlich empfehlen, heißt Korvimin ZVT+Reptil. Das Pulver ist in seiner Zusammensetzung exakt den Bedürfnissen eines herbivoren Reptils angepasst und wird einfach über die tägliche Futterration gestreut (70mg pro kg des Tiere pro Woche). Zusätzlich muss das Tier mit Calcium versorgt werden. Dafür eignet sich Calciumlactat (Apotheke) am besten, im Zoohandel kann man weiterhin auch Sepiaschalen kaufen und über das Futter reiben. Beides wird meist problemlos angenommen.

5. Tipps zur Gesundheitsvorsorge?

Mindestens einmal im Jahr, besser jedoch zweimal, muss eine Kotprobe des Tieres an ein Labor geschickt und auf endoparasitären Befall untersucht werden. Eine früh erkannte Erkrankung ist im Normalfall schneller heilbar. Überdies ist es möglich, dass Grüne Leguane an Milbenbefall leiden. Um diesen Fall auszuschließen, muss man die Tiere vor allem bei der Anschaffung von einem reptilienkundigen Tierarzt untersuchen lassen. Milben befinden sich oft an Tieren, Futtertieren oder Einrichtungsgegenständen aus Zoohandlungen, aber und zu aber auch am Grünfutter von draußen.

Um die gesunde Entwicklung des Tiere gewährleisten zu können, dürfen die folgenden Nahrungsmittel nicht verfüttert werden: Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot, Kohlsorten (-blätter), Milchprodukte, Lebendfutter oder Fleisch, diverse Giftpflanzen oder unbekannte Pflanzen. Ich rate auch strikt von Trockenfutter aus dem Zoohandel ab. Leguane nehmen ihren Wasserbedarf aus Luftfeuchtigkeit und Nahrung auf und trinken üblicherweise nicht. Das Trockenfutter ist sehr unnatürlich und führt zur Dehydrierung.

6. Erforderliche Technik im Terrarium

Die wichtigsten Einrichtungsgegenstände des Terrarium sind die Lampen. Sie sorgen für Wärme, Helligkeit und ein Mindestmaß an UV-Strahlung, die das Tier benötigt. Eine Kombination der unten aufgeführten Lampen kann als optimal angesehen werden, zu UV-Lampen oder Helligkeitserzeugern gibt es keine gleichwertigen Alternativen. Für die korrekte Helligkeit im Terrarium werden HQI-Strahler (Metalldampflampen) eingesetzt, die mit einem D-Brenner ausgestattet sind (Brenner=Birne, D=Daylight), alternativ kann auch ein NDL-Brenner verwendet werden. Für ein Terrarium mit Mindestmaßen sind zwei HQI mit 150W Stärke notwendig. HQI sind punktuelle Leuchten und simulieren somit die Lichtverhältnisse des Regenwaldes optimal. Für die Versorgung mit UV-Licht ist momentan nur die UltraVitalux von Osram zu empfehlen. Da diese Lampe eine Stärke von 300W hat, ist ein Mindestabstand von 60cm zum Tier notwendig. Die Vitalux läuft zeitschaltuhrgesteuert 2x1 Std. am Tag. Ist der Platz im Terrarium nicht ausreichend für diese Lampe, kann alternativ die T-Rex Active UV Heat mit 160W oder weniger verwendet werden. Hierbei handelt es sich um einen Ganztagesstrahler, der zusätzlich noch Wärme abgibt. Um die erforderlichen Temperaturen im Terrarium zu erreichen, empfehle ich die Verwendung von PAR38 Strahlern aus dem Baumarkt, die es in verschiedenen Wattstärken gibt (75-150W). Es handelt sich hierbei um preiswerte Außenstrahler, sie sind also wasserfest. Es ist darauf zu achten, dass man bei der Anschaffung dieser Strahler auf die Bezeichnung "Flood" achtet. Diese Lampen haben einen höheren Abstrahlwinkel und verteilen ihre Wärme optimal.

Des Weiteren ist in einem Großraumterrarium mit Regenwaldklima eine zeitgesteuerte Regenanlage praktisch. Diese sorgt für die erforderliche Luftfeuchtigkeit, außerdem lieben es die Tiere, wenn es regnet. Wer seinem Tier etwas besonders Gutes tun will, schafft sich ein großes Wasserbecken für das Terrarium an. Hervorragend hierfür eignen sich Fertigteiche aus dem Baumarkt, die mit einem Abfluss und einem starken Thermoaußenfilter versehen werden sollten. Die Wassertemperatur sollte bei 26-28°C liegen. Das Wasserbecken muss mindestens alle zwei Tage gereinigt werden.

7. Die Vergesellschaftung Grüner Leguane

Die Vergesellschaftung Grüner Leguane untereinander gelingt in den meisten Fällen reibungslos, wenn man auf die Bedingungen achtet. Es ist nicht möglich, mehr als ein Männchen in eine Gruppe zu integrieren. Im besten Fall wird das zweite Männchen nur unterdrückt (und entwickelt sich schlecht), im schlechtesten wird es getötet. Der Zahl der Weibchen im Terrarium ist je nach Größe der Anlage keine Grenze gesetzt. Ein Männchen kann mit beliebig vielen Weibchen vergesellschaftet werden. Es empfiehlt sich aber, darauf zu achten, dass das Männchen stets etwas größer ist als die Weibchen, damit es seine Dominanz von vornherein zeigen kann.

Eine Vergesellschaftung Grüner Leguane mit anderen Reptilien ist unsinnig und meistens auch gefährlich. Iguana iguana sollten immer nur artgleich sozialisiert sein. Bitte denkt daran, dass Grüne Leguane sehr soziale Tiere sind und, sobald man zuverlässig das Geschlecht bestimmt hat, nicht mehr allein gehalten werden sollten. Einzelhaltung ist für Leguane meist eine große Quälerei, viele Tiere langweilen sich dann und neigen dazu, nur noch apathisch auf ihrem Ast herum zu liegen. Männchen benötigen Weibchen, um in der Paarungszeit nicht völlig abzudrehen, Weibchen benötigen Männchen, damit sie ein befruchtetes Gelege absetzen können. Ein unbefruchtetes Gelege führt verhältnismäßig oft zu Komplikationen (Legenot), was beim befruchteten Gelege eher selten vorkommt. Also: Iguana iguana sollten immer mindestens als Pärchen gehalten werden, optimal ist eine Gruppe von 1.2 (also ein Männchen und zwei Weibchen) oder noch mehr Weibchen, wenn es die Terrariengröße zulässt.

8. Der Grüne Leguan als Haustier

Grüne Leguane sind wunderbare Haustiere, sie können sehr zahm werden, lassen sich oft auch streicheln, herumtragen und von Hand füttern. Man sollte sich aber trotzdem nicht zu viel erhoffen, denn jedes Tier hat seinen individuellen Charakter. Einige Leguane bleiben immer scheu und misstrauisch, andere werden aggressiv, wenn man versucht sie zu berühren. Besonders in der Paarungszeit ändert sich der Charakter der Männchen, ein sonst sehr liebes Tier kann plötzlich aggressiv werden. Genauso verhält es sich mit trächtigen Weibchen oder solchen, die ihr Gelege schützen. Im Großen und Ganzen kann man aber sagen, dass sich der Grüne Leguan sehr gut als Haustier eignet, wenn man sich dessen bewusst ist, dass ein Reptil kein Kuscheltier ist.
9. Zusammenfassung der wichtigsten Kostenfaktoren

Abschließend noch eine kurze Übersicht über die wichtigsten Kosten, damit sich jeder mal ein Bild machen kann, was ein Grüner Leguan im Durchschnitt so alles kostet.

Grüner Leguan (Tier): 40-150 Euro
Terrarium (Rohbau mit Scheiben): ca. 500 Euro
PAR 38 Strahler: 8-12 Euro pro Stück
Osram UltraVitalux: 25-50 Euro
T-Rex Active UV Heat: 50-80 Euro
HQI-Strahler: 40-100 Euro pro Stück
Regenanlage: 50-150 Euro oder mehr

Stromkosten pro Monat: 30-60 Euro oder mehr
Korvimin ZVT+Reptil (200g): um 12 Euro
Calciumlactat (200g): um 10 Euro

Noch nicht aufgeführt: Kosten für Wasser, Futter, Einrichtungsgegenstände, Pflanzen, Bodensubstrat und so weiter.
Fazit:

Der Grüne Leguan ist eine Bereicherung und ein Hingucker für jedes Wohnzimmer, ein wunderschönes, meist sehr zahmes Haustier und ein Begleiter für einen sehr langen Zeitraum. Wenn man sich der Verantwortung bewusst ist, die die Anschaffung eines solchen Tieres mit sich bringt, hat man viele Jahre lang Freunde am Tier - eine Freude, die auf Gegenseitigkeit beruht, wenn das Tier optimal versorgt ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Nahariel

Nahariel

26.03.2009 20:19

ich finde, die Tierchen sehen echt faszinierend aus! Sehr ausführlicher, lesenswerter Bericht! LG

Zhunami

Zhunami

11.11.2008 09:59

Naja, dafür sind Felltiere nicht so meins <grins>

noname_6032

noname_6032

11.11.2008 00:22

Reptilien sind nicht so mein Fall.

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