Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
moderne Schule, gute Lage, . . . |
| Kontra: |
fragwürdige Regelungen, übertriebener Schulstolz (?) |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Gliederung
1. Einleitung
2. Lage/Aufbau allgemein
3. Schüler
4. Lehrerschaft/Lernangebot
5. Ausstattung des GAT
6. Aktivitäten
7. Pro/Contra
8. Fazit
1. Einleitung
Es ist gerade 2 Wochen her, da erhielt ich im Atrium des "Gymnasiums am Thie" (GAT) mein Abiturzeugnis. Seither hatte ich viel Zeit die vergangenen 8 Jahre Revue passieren zu lassen. Seit ich 1999 an die Schule kam hat sich dort viel verändert. Ob zum positiven oder zum negativen, das erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.
2. Lage/Aufbau allgemein
Das GAT ist in Blankenburg/Harz beheimatet. Es liegt nicht weit vom Stadtkern entfernt. Ein 10-minütiger Fußweg macht es möglich seine Freistunden in einem Café in der Innenstadt zu verbringen. Direkt neben dem Schulgebäude liegt der Thie Park. Auch dort können die Freistunden in idyllischer Umgebung verlebt werden.
Das Gymnasium selbst hat 2 Pausenhöfe mit vielen Sitzmöglichkeiten. Es besteht aus 2 Gebäuden. Das Hauptgebäude ist vor allem für die Schüler ab Klasse 7 gedacht. Im kleineren Haus 2 haben Schüler der Klassen 5 und 6 Unterricht.
3. Schüler
Am GAT werden ca. 600 Schüler auf das Abitur vorbereitet. Unterrichtet wird in den Klassenstufen 5-13 (im Schuljahr 06/07 wird das 13-Klassen-Modell auslaufen, danach werden die Schüler bis Klasse 12 unterrichtet). Die Schüler kommen aus Blankenburg und den umliegenden Dörfern. Da das nächste Gymnasium in Elbingerode geschlossen wurde, hat sich die Anzahl der Schüler in den letzten Jahren erhöht. Manche Schüler müssen lange Busfahrzeiten in Kauf nehmen, da Blankenburg für sie das nächste Gymnasium ist.
4. Lehrerschaft
Das Gymnasium am Thie beschäftigt um die 45 Lehrer. Bedauerlicherweise ist die Lehrerschaft teilweise überaltert, da Lehrermangel herrscht. Aufgrund dieses Umstandes verlassen jährlich ein paar Lehrer das Gymnasium, um ihre Rente anzutreten. Teilweise war die Situation vor Beginn eines Schuljahres so prekär, dass der Schulleiter auf Elternveranstaltungen keine Auskunft darüber geben konnte, von wem die Kinder im nächsten Jahr unterrichtet werden sollten. Ein weiteres Problem, welches sich durch den Lehrermangel ergibt, ist jenes, dass Ethik in der Oberstufe nur als Wahlfach angeboten wird, da es keinen Religionslehrer gibt.
Das Lernangebot des GAT ist recht normal ausgeprägt. Als Fremdsprachen werden Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Latein erteilt. Ausgefallene Sprachangebote wie ein Japanischkurs waren zeitweise in Planung, wurden jedoch nicht umgesetzt. Ansonsten werden die Standardschulfächer erteilt. Besondere Schulfächer wie Psychologie (ich kenne keine Schule an der Psychologie erteilt wird, jedoch steht es in der Oberstufenverordnung, weshalb ich davon ausgehe, dass es jenes Schulfach gibt) werden nicht unterrichtet.
5. Ausstattung des GAT
Seitdem das GAT vor einigen Jahren in ein komplett neues Schulgebäude umgezogen ist, hat sich die Ausstattung sehr verbessert. Der Schulneubau hatte ca. 12 Mio. € gekostet. Geld, das meiner Meinung nach gut investiert wurde. Die Schule verfügt nun über ein modernes Computerkabinett, einen eigenes Server und ein Sprachkabinett. Außerdem gibt es ein Auditorium, das im Stile eines Vorlesungssaals gehalten ist. Es gibt einen Chemieraum, sowie 2 Räume, welche sich die Fächer Biologie und Chemie teilen. Daneben gibt es 2 Physikräume. Dank moderner Ausstattung (Abzugshauben, etc.) ist es möglich selbst Experimente, bei denen giftige Dämpfe entstehen durchzuführen.
Ein weiteres Highlight der Schule ist der überdachte Pausenhof. Dieser ist mit Pflanzen von allen Kontinenten ausgeschmückt und bietet daher auch bei kältestem Wetter eine gemütliche Pausenzeit. Wer seine Pausenzeit lieber mit Lesen verbringen möchte, dem ist mit der Schulbibliothek geholfen. Dort gibt es außer Büchern 3 Computer mit Internetanbindung, welche für jeden verfügbar sind.
6. Aktivitäten
Das Gymnasium bietet auch außerschulisch Aktivitäten an. In so genannten Arbeitsgemeinschaften können die Schüler in ihrer Freizeit dann zum Beispiel einmal pro Woche Volleyball spielen. Neben anderen AGs gibt es zum Beispiel eine Schülerzeitung und einen Schachclub. Der wohl bekannteste Export des Gymnasiums ist der Gospelchor, der auch über die Landesgrenzen hinaus erfolgreich ist.
7. Pro/Contra
Ein klarer Pluspunkt ist die Schulatmosphäre. Ich will nicht sagen, dass das Lernen Spaß gemacht hat, es wurde einem in der ruhigen Atmosphäre aber deutlich erleichtert. Des Weiteren ist natürlich die Ausstattung ein klares Pro. Vor allem dadurch, dass die Schule komplett neugemacht wurde wirkt sie sehr freundlich. An den Wänden der Flure hängen Bilder von Schülern aus. Der meiner Meinung nach größte Pluspunkt ist jener, dass die Schule sich im Comenius-Projekt engagiert. Dadurch hat das GAT eine Menge Partnerschulen, beispielsweise in Schottland oder Sansibar. Mit diesen Schulen finden in regelmäßigen Abständen Schüleraustausche statt.
Es gibt allerdings auch Kritikpunkte an der Schule. So wird man zum Beispiel auf Schritt und Tritt dazu angehalten, die Schule auch nach außen hin zu repräsentieren. Das geht soweit, dass man mit Bestrafungen rechnen muss, wenn man das "Schulansehen" nach außen hin beschmutzt haben könnte, selbst wenn es sich um Delikte privater Art handelt. Des Weiteren hat man teilweise den Eindruck bekommen, dass "Ordnungswidrigkeiten" unverhältnismäßig bestraft wurden. So gab es in unserer Klassenstufe einen Schüler, der sich am laufenden Band Tadel eingefangen hat, jedoch nie wirkliche Konsequenzen zu tragen hatte (warum weis ich bis heute nicht). Wenn man nun allerdings Kaugummi gekaut hatte, wurde man mindestens ermahnt (Kaugummis sind an der Schule verboten). Eine weitere fragwürdige Regelung ist zum Bsp. Die des "Zuspätkommens". Es wurden eine Zeit lang sogar Listen angefertigt, auf denen vermerkt wurde, ob ein Schüler nicht 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn im Klassenraum war. Wenn man mit Lehrern etwas abzumachen hatte, und dafür einen Teil des nachfolgenden Unterrichts verpasste, musste man sich eine so genannte Greencard besorgen.
Für mich der größte Kritikpunkt ist, dass man teilweise den Eindruck bekam, dass man bei einigen Lehrern der Liebling sein musste um wirklich gut zu sein. Selbstverständlich ist der eine subjektive Eindruck, der von betreffenden Lehrern vehement bestritten wird, jedoch wurde man in seinem Gefühl auch dadurch bestärkt, dass man bei einigen Lehrern seine erste Note bekam und somit zeitlebens auf diese Note festgelegt war.
8. Fazit
Nachdem ich alle Punkte soweit abgehandelt habe ist es nun Zeit für ein wirkliches Resümee. Meine Schulzeit an der Schule war insgesamt betrachtet sehr schön. Ich kam nach Anfangsschwierigkeiten mit den allen Lehrern klar und habe mich auch sonst gut eingelebt. Das Engagement der Lehrer weiß man erst im Nachhinein richtig zu beurteilen. Und ich denke die Lehrerschaft tut dort einen guten Job. Auch wenn manche Regelungen an ihrer Sinnhaftigkeit zweifeln ließen und manche Lehrer einen suspekten Eindruck hinterließen, habe ich dort eine schöne Zeit verbracht.
Deswegen stimme ich im Fazit der Abschlussrede meines Direktors zu (sinngemäßer Wortlaut): "Hoffentlich können wir auch ihre Kinder irgendwann hier begrüßen."
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