HMI Rentenversicherung

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Machenschaften der HMI Teil 1 Mitarbeiter

1  10.08.2002 (03.09.2002)

Pro:
man kann über Ciao die Menschen warnen

Kontra:
man kann über Ciao die Menschen warnen

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Erreichbarkeit im Ernstfall:

Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:

Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:

Allgemeine Kundenfreundlichkeit:


Rlinkrena

Über sich:

Mitglied seit:09.08.2002

Erfahrungsberichte:7

Vertrauende:16

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich war lange für die HMI tätig. Das Unternehmen würde mich heute ein schwarzes Schaf nennen. Määäh, du wurdest angespochen, ein HMI-Mitarbeiter zu werden? Haben sie dir auch wirklich alles erzählt? Sicher? Dann lese mal weiter und bilde dir dein eigenes Urteil.

Bevor ich anfange, eines vorweg: Wie bereits erwähnt war ich für die HMI tätig. Wenn jemand ausscheidet und etwas negatives über das Unternehmen sagt, hört man seitens der HMI immer die gleiche Antwort: " Das sind gescheiterte Mitarbeiter, die in ihrem Frust jetzt uns für ihre Misserfolg und Niederlage verantwortlich machen. Das sind eben "unsere" schwarzen Schafe.."
Doppel-Määäh, ich Protestiere! Ich war als hauptberuflich selbständiger Mitarbeiter sehr erfolgreich und habe bis zum Schluss fantastisch verdient. Warum ich trozdem aufgehört habe... lies weiter und wirst es verstehen. Wenn schon schwarzes Schaf, dann bitte eins mit grünen Punkten und blauen Streifen (ich weis, ich sehe echt bescheuert aus).

Alles fängt damit an, das jemand Bekanntes dir folgende Köderfrage stellt: "Willst du nebenbei etwas (viel) Geld verdienen? ... Wieviel? Wieviel hättest du denn gerne..." (so oder ähnlich)
Ich weis, du schwimmst geradezu in Geld und deshalb wird dich diese Frage nicht neugierig machen, oder etwa doch? Natürlich wird sie das, fragst du aber nach, worum es dabei geht, kriegst keine eindeutige Antwort. Stattdessen wird ausgewichen und du wirst zu einem Gespäch eingeladen. Bei der HMI heißt dieses Gespräch Einstellungsgespräch (kurz EG).

Bereits jetzt hat man dir nicht die ganze Wahrheit gesagt. Egal, wie oft du nachfrägst, das ganze dauert höchstens zwei Minuten (bei guten Mitarbeitern). Dann hat dein zukünftiger Arbeitskollege plötzlich noch andere Termine, oder wird am Telefon einfach auflegen, gleich wieder anrufen und folgendes sagen: "Wir wurden gerade unterbrochen, also wann hast du Zeit? Montag oder Dienstag? 18:00 oder 19:00 Uhr?
Auszug aus dem ungeschriebenen Lehrbuch der HMI: Dauert das Gespräch beim Ernstkontakt länger als zwei Minuten, verliert der Kunde/potenzielle Mitarbeiter das Interesse.

Und genau darum geht es, Interesse und Neugier zu wecken. Würde er die ganze Wahrheit sagen, würde das so lauten: "Es geht darum, Versicherungen zu vermitteln!" Spätestens jetzt würden alle Alarmglocken bei dir angehen und du wünscht dir einen abgerichteten Kampfhund oder eine Nahkampfausbildung (plus eine Rechtschutzversicherung für die anschließende Klage wegen Körperverletzung).

Du konntest ihn nicht abwimmeln und bist auf sein vielsagendes Angebot eingegangen. Macht nix, mindestens 63 000 derzeitigen Mitarbeitern der HMI ist genau dasselbe passiert. Du bist also nicht alleine. Du wirst für dein Interesse mit dem Einstellungsgespäch belohnt. Es entsprang übrigens aus dem Hirn mehrer Psychologen, damit es auch wirkt. Vorsichtig stellt man dir die Firma vor, wie lange sie es schon gibt (etwas über 100 Jahre plus zwei Weltkriege), das heilige Exklusivprodukt, der Golden Future, was nur und ausschließlich nur die HMI betreiben darf (Persönliche Anmerkung: Gottseidank, die Welt ist noch nicht verloren. Währe schlimm, wenn ich nicht mal zum Bäcker gehen könnte, ohne gleich einen Golden Future aufgeschwätz zu bekommen).
Und dann kommt das absolute Highlight des Gespräches. Die HMI-ler nennen es den Showeffekt. Pro abgeschlossenen Vertrag gibt es im Schnitt 350 Euro. PENG! Das war meine erste Reaktion. Sofort habe ich angefangen, wie ein bessesener zu rechnen. Wieviel Verträge müsste ich abschließen, um das zu Verdienen, was ich in meinem momentanen Beruf verdiene? Gerade mal vier Verträge. Vier im MONAT. Das heißt ich müsste es schaffen, alle 7,5 Tage mindestens einen Vertrag zurückzubringen. Na wenn das keinen Eindruck macht. Und schließlich bekommt man noch gesagt, das man nach sieben bis vierzehn Verträgen eine Stufe aufsteigt und deshalb eine Provisionserhöhung von 80% bekommt.
Bevor du jetzt gleich Grössenwahnsinnig wirst, losrennst, deinen Job kündigst und verzweifelt ein HMI Büro suchst, warte noch einen Moment, die Sache ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Denn das Gespräch ging noch weiter.
Man muß an einem Grundseminar teilnehmen. Das kostet dich einmalig ca.110 Euro. Da ist also einer der Hacken. Höhenflug beendet, wir setzen wieder zur Landung an. Das ist der kritischste Moment im EG. Sofort wird man dir erklären, das dieses Geld ausschließlich für die Unterbringung im Hotel ist, sonst würde ja jeder auf ein schönes Wochenende in irgendeinem schicken Hotel scharf sein. Geschickt, geschickt. Alle anderen, zukünftigen Fortbildungen sind übrigens kostenlos. Noch geschickter hat man dir gerade (schon wieder) nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Das Grundseminar findet einmal im Monat statt. Man erwartet von dir, das du dabei bist. Vor allem, wenn du irgendwann potenzielle Mitarbeiter mitbringst, ist es deine Pflicht, sie zu begleiten. Jetzt rate mal, wer wieder das Hotel für sich zahlen muss. Genau. Sprich du hast jeden Monat feste Ausgaben von ca 110 Euro und verbringst mindestens ein Wochenende in irgendeinem Hotel. Egal ob du Provision diesen Monat gemacht hast oder nicht! Wenn du jetzt aber glaubst, das dies deine einzigen Ausgaben sein werden, liegst du schon wieder falsch. Da kommt noch einiges mehr zusammen.

Nebenbei: Wie bereits erwähnt, rühmt sich die HMI damit, das sie ca. 63 000 Mitarbeiter Deutschlandweit hat. Wollen wir mal die Jungs mit den eigenen Waffen schlagen: Jeder sechster unterschreibt nach dem EG das Anmeldeformular für das Grundseminar und löhnt die "Hotelkosten". Glaubt man den Mathematikern unserer Zeit, so sagen also mindestens 315 000 Menschen "Nein" zu dieser Sache, gegenüber 63 000 Mitarbeitern, die "Ja" gesagt haben. Auch wenn laut HMI diese Leute nicht wissen, was gut für sie ist oder die-Chance-ihres-Lebens nicht erkennen, ich sage, wenn man das Licht im Zimmer ausmacht und genau hin hört, sprechen die Zahlen für sich.

Oh, natürlich wird im EG peinlichst genau erwähnt, das man nicht immer Verträge abschließen muss. Da gibts noch was anderes. Jeder Vertrag bringt Einheiten (zu Deutsch Punkte), die neben einem Geldwert auch den Aufstieg bestimmen. Hat man beispielsweise 500 Punkte zusammen, kommt man aus der Stufe A (Anfänger) auf die Stufe 1 (180% Provision). Aber das ist noch nicht alles. Die Differenz von 80% bekommt man Gutgeschrieben, wenn ein vorher eingestellter A-ler einen Vertrag abschließt. Er verdient 350 Euro, du bekommst 280 Euro. Wieso das? Du hast ihn in die Firma gebracht.Und du hast ihn dafür auch zu Motivieren, das er auch schön so weiter macht. Die Firma zeigt dir so ihren dank. Nach oben hin geht das übrigens weiter, wenn auch nicht in 80% Schritten. Kapiert, warum man dich einstellen will. Nicht weil du so ein schönes Gesicht hast oder dein Freund dir einen Gefallen tun will, nein. Du bist bares Geld wert. Solltest du es in die Stufe sechs schaffen, hat dein (angeblicher) Freund knapp eine viertel Million Euro an dir verdient (das ist kein Geheimnis, das bekommt man oft genug zu hören - Motivation). Sprich irgendwann wirst du kaum mehr Verträge Leuten andrehen, sondern möglichst viele Mitarbeiter suchen. Genauso wie der Typ im Einstellungsgepräch mit dir versucht hat.
Die Schönredung der HMI dazu lautet "Sie wechseln von der Verkäufer-Ebene ins Management". Klar, so kann man es auch nennen, die Jungs sollten in die Politik gehen.

Was aber selbst die HMI-ler der niedrigen Stufen nicht wissen: Jeder A-ler ist reine Statistik. Er ist 150 Einheiten wert, bevor er so demotiviert ist, das er das Handtuch wirft. Die Führungskräfte sind darauf getrimmt, sich immer an die Kandidaten zu heften, die gerade Einheiten-Geil sind und aufsteigen wollen. Und sie wissen, das nur ein kleiner Prozentsatz es schaffen wird, in die höheren Stufen zu kommen. Der Rest ist von Anfang an Ausschuss, der gefälligst nach den 150 Einheiten zu gehen hat, um nicht auch noch andere mit sich in den HMI-Tod zu ziehen. Solange man Stufe drei oder weniger ist, rechnet man jeden Tag damit, das der Betreffende aufhört. Ich wünschte, ihr könntet hören, was alles eine Stufe vier Führungskraft alles über seine Untergebenen sagt. Selbstverständlich wird jetzt jeder das Zugeben und mich nicht als Lügner darstellen. Mit ein Grund, warum ich nicht mehr dabei bin. Man kann mir alles mögliche hinterhersagen, aber nicht, das ich ein Menschenhändler gewesen bin (meine ureinst persönliche Meinung, so is es, ja ja).

Aber ich fürchte, ich bin etwas von Thema abgekommen. Was erwartet dich, wenn du bei der HMI anfängst und was man dir nicht gesagt hat:

1. Du darfst jeden Monat an einem Wochenende ein Grundseminar besuchen ( bedeutet minus 110 Euro in deinem Geldbeutel). Garantiert liegt das Hotel, was ausgesucht wurde, nicht gerade um die Ecke, also mach besser vorher den Tank voll. Das Auto fährt nicht mit Einheiten, sondern mit Benzin.

2. Wenn du Glück hast, findet in diesem Monat auch gleich eine sogenannte Fortbildung statt. Genaugenommen lernst du einen Fingerbreit Neues dazu, der Rest ist Motivation, Motivation und nochmal Motivation. Habe ich schon erwähnt, das du länger bleibst, je mehr Einheiten du schreibst? Deshalb steht auch die Motivation der Mitarbeiter an erster Stelle.

3. Einmal die Woche findet ein sogenanntes Geschäftsstellen-Meeting statt. Das ist entweder in deiner Geschäftsstelle oder in der Hauptgeschäftsstelle (ja ja, du mußt dann hinfahren, am besten mit dem Auto). Der ganze Scherz dauert so in etwa von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr. Da bekommst du mit, was die Ziele des Unternehmens sind (Einheiten schreiben, genau, oder was hast du gedacht). Das ganze läuft unter dem Tarnmattel "Hab ich Erfolg, hast du Erfolg, wir sind ein Team. Oder sieht das jemand anders?"
Danach gehts in irgendein schickes Lokal, und du darfst dich im Schatten der ruhmreichen Leute der höheren Stufen sonnen. Lädst du sie auf ein Glass Bier ein (bei der weiblichen Gattung würde ich Wein vorschlagen), erzählen sie dir von ihren Erfahrungen und verraten dir ihr Erfolgsrezept (keine Angst, hast du eines dieser Erfolgsstorys gehört hast du sie alle gehört, wirklich was neues erfährst du nicht, also spar dir das Geld für das nächste Bier für dich).
Jeder zahlt selbstverständlich seine Rechnung, wie es sich gehört. Wo kämmen wir denn sonst hin.

4. Neben den Geschäftsmeetings gibt es auch noch das Strukturmeeting. Da bist du im engen Kreis deiner Mitstreiter, und dein Strukturleiter (sprich Motivations-Chef) tut nix anderes als Verdienste aufzählen, wer wann wieviel Einheiten geschrieben hat. Das ganze wird von Applaus begleitet, und wie ein Affe darfst du mitapplaudieren (nach dem zehnten Mal Applaus fühlst du dich sogar wie ein Rhino). Hast du Einheiten geschrieben, kriegst du auch etwas Applaus. Gelinde gesagt ist diese Show furchtbar lächerlich, aber psychologisch wertvoll, denn du bekommst Anerkennung in deinem neuen (Neben-)Beruf, was du ja vorher nicht hattest. Dieses Theater hat sich so bewährt, das es kurzerhand vor Urzeiten ins Grundseminar übernommen wurde. Klatsch Klatsch Klatsch mal Anzahl der Teilnehmer gleich alle Mitarbeiter sind glücklich.
Zurück zum Strukturmeeting: Danach gibts ein Kreuzverhör, in dem jeder sagen muß, wieviele Einheiten er bis zum nächsten Treffen schreiben will. Wage es ja nicht zu sagen, das du mal ne Auszeit nimmst und keine Termine vereinbarst. Die Blicke deines Strukturleiters hinterlassen hässliche Brandflecken auf deinem schönen Anzug. Und natürlich wirst du wie immer Motiviert.

5. Geschäftsessen. Ja, essen muß man auch. Wenn dein Strukturleiter so richtig happy ist, ruft er einige erfolgreiche Mitarbeiter zum Essen. Wieder bezahlt jeder selbst. Aber ihr geht nicht zum McDonalds oder so. Ihr geht in diese Läden, wo man einen Herzanfall kriegt, wenn man die Preise auf der Speisekarte ließt. Euer Strukturleiter wird euch hier sagen, das er die Speisekarte von rechts nach links ließt (also nicht von den Preisen zu den Speisen, sondern umgekehrt). Auch wieder ein kleiner Psycho-Trick, denn jetzt wollt ihr auch irgendwann so viel Geld wie er haben, das man immer in solchen Lokalen essen kann.
Wo war ich? Geschäftsessen: Es lohnt sich alle Male, denn ihr steckt insgeheim die Ziele, lästert über Kollegen und werdet noch mehr Motiviert, Einheiten zu schreiben. Schließlich ist man ja ein Team, oder? Ab heute existiert ein kleiner Geheimbund im Team, der ganz hoch hinaus will, und ihr gehört dazu. Aber keinem weitersagen. Übrigens, es gibt noch andere Geheimbunde in der Struktur, upps, das wollte ich jetzt eigendlich gar nicht sagen. Tschuldigung, ist mir so rausgerutscht.

Auszug aus der psychologischen Trickkiste: Wenn der Mitarbeiter Geld ausgibt, muß er wieder welches Verdienen und wird Einheiten schreiben. Wenn er noch mehr Geld ausgibt, wird er noch mehr Einheiten schreiben müssen und/oder neue Mitarbeiter anschleppen. Egal wie, der Mann obendrüber verdient daran. Also warum sorgst du nicht dafür, das deine Mitarbeiter Geld ausgeben?

6. Nach alle diesen anstrengenden Meetings und Motivationen brauchst du dringend Freizeit. Bitte was? Haaaallooo, du hast noch kein Geld verdient und keine Einheiten geschrieben. Wann glaubst du machst du das? Wenn deine Kunden daheim sind. Also Terminieren (Termine vereinbaren). Das machst du in deiner Freizeit, und wenn du den Versprechungen des Motivationstrainings glauben solltest, hast du pro drei Termine einmal Erfolg. Ich will es trozdem sagen: Diese Rechnung geht nicht auf. Irgendwann einmal hatte ich dreizehn Termine hinter mich gebracht, bis ich einen Abschluss hatte. Und meine Abschussquote (HMI-Begriff für Abschlüsse) war normalerweise zwei zu eins. Warum? War ich etwa schlechter geworden? Hatte ich was vergessen?
Die Lösung: Als erstes nach dem Grundseminar rennst du zu deinen Freunden und Verwannten. Diese Vertrauen dir, weshalb du hier auch sehr viel Erfolg haben wirst. Vorerst. Danach rufst du deine alten Klassenkameraden an (oder die Freunde deiner Freunde ihre Kumpels). Diese sind schon etwas Misstrauischer. Keine Angst, es werden nicht so viele Abschlüsse sein. Doch wie geht es dann weiter. Du rufst plötzlich Leute an, mit denen du eigentlich nichts zu tun haben möchtest (Der Freund deiner Freundin dessen Arbeitskollege sein Schwager). Wenn du diese auch durch hast, sind wildfremde Leute dran (Der Kollege meines Saufkumpels dessen Bruder seines Schwagers Zimmergenosse, der eine Mitzekatze hat).

Jedesmal versuchst du, mindestens fünf sogenannte Empfehlungen zu holen. Nim dir man eine Minute Zeit und denk darüber nach, was du sagen würdest, wenn ein mehr oder weniger fremder Versicherungsmensch bei dir in der Wohnung sitzt, das x-te "Nein, ich unterschreibe das nicht" von dir kassiert hat. Und jetzt will er auch noch, das du ihm einige Freunde nennst, die vielleicht Interesse an diesem Golden Future haben könnten! Und der Kerl ist richtig aufdringlich. Nicht nur, das er die ganzen Kekse verputzt hat: Wenn du die Adressen rausrückst, wird er deine Freunde anrufen und sagen, DU hättest ihm DEINEN Freunden empfohlen.
Genau das mußt du auch mal machen, nur auf der anderen Seite. Dann bist du der Versicherungsmensch und du mußt solche Fragen stellen. Unangenehmer Gedanke, oder?
Und glaub ja nicht, das die Methode, die man bei der HMI beigebracht bekommt, wie man richtig Empfehlungen holt, dir weiterhilft. Falls du Adressen bekommst, dann nur von Kerlen, die dein Kunde meidet. Er wird auf keinen Fall seinen besten Freund nennen, schließlich will er es sich nicht bei ihm unbeliebt machen. Lieber irgendeinen Taugenichts aus der Nachbarschaft, der eine Entziehungskur wegen seiner übermäßigen Pronoheftsammlung hinter sich hat (aber gerade noch lesen und schreiben kann, trotz seiner Wahnvorstellungen).
Klar, das du hier nicht mehr so viele Abschlüsse machst wie am Anfang.
Egal wie, vergiss bitte nicht, das du jetzt keine Freizeit mehr hast vor lauter Terminen. Du arbeitest jetzt Abends, zwischen 18.00Uhr und 22.00 Uhr, wenn die Leute aus der Arbeit kommen und deine Freunde im Biergarten oder Kino sitzen. Melde also gleich bei der Gelegenheit das Kabelfernsehen ab, du brauchst es nicht mehr. Besser du verkaufst auch gleich den Fernsehr. Er bringt zwar keine Einheiten, aber Geld.

7. Du hast keine Freunde mehr, zumindest nicht ausserhalb der HMI. Weil du ständig irgendwelchen Terminen oder Mitarbeitervorschlägen hinterher rennst und dich überall sehr unbeliebt machst. Du glaubst mir nicht? Wieviele deiner wirklichen Freunde arbeiten bei der HMI? Und wie oft hast du sie in letzter Zeit gesehen? Wie lange sind sie schon bei der HMI? Siehste.
Aber wenn du bei der HMI bist, hast du 63 000 Mitarbeiter als neue Freude, und ihr unterhaltet euch den ganzen Tag über Einheiten und was ihr so bei den Kunden erlebt habt (genauer gesagt ärgert ihr euch mehr über Kunden, warum diese Idioten nun doch nicht unterschrieben haben). Klar, zeitweise hast du kurze Glücksmomente und Erfolgserlebnisse, was dir aber neidische Blicke von den weniger erfolgreichen Mitarbeitern einbringt. Und wenn du zu erfolgreich bist, wirst du gemobbt. Nur ein bisschen, keine Angst. Deine neuen Freunde sind echt Pfundskerle. Sowas wie Konkurenzkampf gibt es ja nicht, und schon gar nicht bei der HMI. Sie vergessen es dir nicht, wenn der Strukturleiter dich öffentlich lobt und irgendeine Stichelei für die anderen Looser parrat hat. Äußerlich mögen sie klatschen und dir gratulieren, aber glaube mir: Was da für ein Informationsaustausch an Intriegen stattfindet, darauf wird jeder Nachrichtendienst neidisch. Selbst die C.I.A. könnte da noch was lernen.

8. Ich werde jetzt mal knallhart sein: Du bist KEIN Versicherungs-Vermittler oder -Vertreter oder selbstständiger Mitarbeiter oder wie auch immer du dich nennst. Nein, nein, nein, und noch mal nein, du bist immer noch der KFZ-Mechaniker, der Installateur, der Polizist, der Grafiker, oder was auch immer du vorher warst. Man hat dir nur einen Crashkurs verpasst, in Wirklichkeit weisst du nur das, was man dir im Grundseminar gesagt hast. Du bist kein qualifizerter Vermitter, alles was du weist, beschränkt sich auf ein einzelnes Produkt, das noch nicht einmal maßgeschneidert ist. Plus wie man Leute den Golden Future (kurz GF) andreht, das hast du gelernt. Und nichts anderes. Du kennst kaum Alternativen zur Alterabsicherung, denn man hat dir nur gesagt, das Aktien Scheiße sind (tschuldigung für die Ausdrucksweise), weil sie nicht sicher sind. Banken sind ebenfalls Sch..., weil sie angeblich Pleite gehen können und deshalb auch nicht die Sicherheiten bieten, die das Ergo Unternehmen bietet. Warum ist es so? Weil man es dir gesagt hat. Du wurdest so überzeugt von dem Produkt, das es für dich keine auch nur halbwegs annehmbare Alternative gibt. Golden Futer is the best. Glaub mir, du wirst so naiv (oder bist es bereits).
Welche Alternativprodukte und Methoden hast du dir denn angschaut? Richtig angeschaut und genausoviel Zeit dafür investiert, wie für deine sogenannte Ausbildung für den Golden Future? Was bedeutet genau dieses Wort Überschussbeteiligung und gibt es auch noch etwas anderes? Wie du hast keine Ahnung. Schwach. Wenn der GF so gut währe, dann gebe es fast nichts anderes auf den Markt, und alle anderen Versicherungen, Markler und Anlageberater würden pleite gehen (ok, das war jetzt übertrieben, aber er währe Marktführend, was er nicht ist). Warum nur findet man bei keinem Markler den GF? Weil diese Leute gesetztlich verpflichtet sind, immer das beste Produkt anzubieten und UNABHÄNGIG arbeiten. Weil sie einfach mehr Ahnung als du haben, weil sie den ganzen Markt - Europamarkt - kennen. Du kennst NUR den Golden Future, und das noch nicht mal in allen Einzelheiten. Du hast keine Ahnung, was passiert, wenn ein Freund nach zwei Jahren zu einem anderen Produkt wechseln will, was sein gutes Recht ist. Und weil es bessere Produkte wie den Golden Future gibt. Ich sag dir es, er sieht keinen Cent seines eingezahlten Geldes wieder, ärgert sich ewig mit der HM herum und verflucht dich, das du ihn diesem GF angedreht hast. Aber die anderen haben an dir und deinem Freund verdient, du darfst die zu unrecht erworbene Provision zurückzahlen.

9. Du hast noch deinen anderen Job, das wo du acht Stunden pro Tag hingehst? Acht Stunden! Wo man dich übrigens auch nicht mehr mag, weil du einfach jedem mit dem GF etwas gutes tun willst. So wurde es dir auch beigebracht. Nutze jede Gelegenheit für ein Verkaufsgespräch. Mit Sicherheit haben deine Kollegen noch keinen Golden Future, oder? Egal, du hast acht Stunden Zeit, es herauszufinden. Anschließend bis du in irgendwelchen Meetings oder rennst Terminen hinterher. Schade nur, das ein Tag nur 24 Stunden hat.
Oder aber du hörst auf und wirst Hauptberuflich Golden Futer verzock...ähh..Vermittler. Trotzdem bist du dann Tagsüber im Büro der HMI (Papierkram, einer muss es ja machen) und abends wieder Termine, Termine und Meetings.

10. Bist du Steuerberater? Nein? Du arbeitest als Selbständiger, und als solcher mußt du deine Einkünfte aus der Provision selbstverständlich dem Finanzamt mitteilen. Egal ob Haupt- oder Nebenberuflich. Brutto und Netto. Das ist deine Aufgabe, das macht keiner für dich. Also viel Spaß beim Rechnen bzw. beim Geldausgeben für den Steuerberater. Der weis am besten, was du absetzen kannst und was nicht. Diese kosten kommen auch noch auf dich zu, allerdings nur einmal im Jahr.

Meine persönliche Meinung zum Schluss: Mach dir das klar, und sei ehrlich zu dir selbst. Vor mir brauchst du dich nicht zu rechtfertigen. Rechtfertige dich vor dir selbst. Ich habe nichts davon, wenn du bei der HMI anfängst. Ich habe auch nix davon, wenn du nicht bei der HMI anfängst. Du bist einer von Millionen, die ich nie kennenlernen werde. Ich und jeder selbst ist sich am nächsten. Lass es nicht zu, das die Leute von der HMI dir sagen, was gut ist und was nicht. Diese Jungs sind verdammt gut darin, andere Leute glauben zu lassen, was gut für sie ist und was nicht. Sie tuen es mit einer so erschreckenden Effizienz, und man merkt es nicht oder ignoriert es. HMI ist nicht seriös, jeder, der einen Vermittler im Haus hatte und "Nein" gesagt hat und dann den Überredungsversuchen ausgesetzt war, kann das bestätigen. Bedenke, das ist meine Meinung. Übernimm sie nicht einfach, sondern bilde dir deine Eigene. Genug Stoff zum Überlegen habe ich dir als schwarzes Schaf mit grünen Punkten und blauen Streifen jetzt wohl gegeben, hoffe ich. (Und spätestens jetzt hassen mich die HMI-ler richtig, was mir aber schrecklich wichtig ist).

An die HMI-Mitarbeiter: Freud euch schon mal auf meinen nächsten Bericht, wo ich auf das Verkaufsgespräch eingehen werde. Und erspart mir eure Komentare, sie sind mir nicht wichtig. Ihr seit bereits verlorene Schafe. M

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Whirlpool

Whirlpool

30.09.2007 22:58

Sehr positiv - allein schon das man eine Meinung hat und andere sich darüber auslassen, das es nicht die erwartete ist, zeigt, das es etwas faules an dem Geschäft der HMI gibt. Gut geschrieben.

Struppigel

Struppigel

15.12.2006 16:21

Ich wurde eben angerufen von einem HMI-Menschen, der mich eingeladen hat. Bin sehr stutzig geworden, denn ich fragte, woher er meine Nummer habe - ich fragte das mehrmals und er wich immer wieder aus. Er meinte nur einmal, es wäre jemand, der mich für fähig hält. Jedenfalls ist mir das alles nicht geheuer - ich bin weder in dem Bereich tätig gewesen, noch geschult. noch habe ich besondere Qualifikationen oder Talente in dieser Richtung - weshalb sollte mich also ein großes Unternehmen unbedingt anwerben wollen? Aus diesem Grund suchte ich im Internet nach Berichten wie diesen hier, um zu erfahren, was mich erwartet. Das ist nicht das Einizge, was ich fand, aber das ausführlichste. Die 3,60 Euro, um zum Gespräch zu fahren, werde ich mir jedenfalls ersparen.

Miem

Miem

22.10.2006 12:18

Schade, super geschrieben, aber hier gehört es nicht hin. Ich wollte eigentlich was über die RV selbst erfahren - das Produkt, nicht den Vertrieb. Immerhin informierst du mich darüber, dass auf einen Vertreter mindestens 5 Manager kommen, das sagt mir, dass ich da kaum was rausbekommen kann, denn die Leute würde ich ja alle zahlen, wenn ich da einen Vertrag mache.

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