HMI Rentenversicherung

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die nie endende Geschichte der HMi

2  09.09.2004 (25.06.2010)

Pro:
nicht das Schlechteste

Kontra:
vernünftige Beratung ist Glückssache

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Erreichbarkeit im Ernstfall:

Zahlungsbereitschaft im Ernstfall:

Beitragshöhe / Leistungsverhältnis:

Allgemeine Kundenfreundlichkeit:


PrivateEye56

Über sich: Schön, dass ihr reinschaut. Freue mich immer über Einträge ins Gästebuch. Also keine scheu... ;-) ...

Mitglied seit:09.09.2004

Erfahrungsberichte:11

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

**** Nachtrag Juni 2010 ****

6 Jahre ist mein Bericht nun schon alt...
Aber auch in diesem Jahr erreichten mich wieder Anfragen zur HMi. Ich weiß daher auch nur noch vom Hörensagen, ob sich tatsächlich etwas am System der HMi geändert hat.
Frische "Repräsentanten" sagen natürlich, dass jetzt alles anders sei, während die Leute, die gerade ausgestiegen sind schreiben, dass sich eigentlich gar nichts verändert hat.
Schön ist natürlich heute zu beobachten, dass das Internet sich als Informationsquelle für jederman, in diesem Fall seine Vorteile gezeigt hat. Die Menschen informieren sich vorher besser und gehen auch (teilweise) nicht mehr ganz so naiv an das Thema HMi ran.
Es freut mich also um so mehr, dass bereits mehr als 20 000 Interessierte meinen Bericht gelesen haben und ich vielleicht ja den Ein oder Anderen vor Schaden bewahren konnten.

**** Nachtrag Ende ****


*** Nachtrag Feb. 2008 ****

Vieles scheint sich nicht geändert zu haben in den Jahren. Tatsächlich bekomme ich auch heute vereinzelt Emails mit Fragen zur HMi geschickt, und dabei stelle ich fest, dass sich seit der damaligen Zeit eigentlich nichts geändert hat. Das System und die Methoden sind gleich geblieben. Mehr rhetorischer Blödsinn der HMi´ler, doch im Kern sind es die gleichen leeren Phrasen geblieben.
Ich habe es mir mittlerweile zum Hobby gemacht, mir die Struktur-Versicherer ins Haus zu holen, um mich von denen "beraten" zu lassen und dann die unangenehmen Fragen zu stellen. Stukturvertriebler, die einmal bei mir waren, vergessen diesen Besuch sicher nicht...

Ein Tip an alle - macht es auch so. Bringt die Quacksalber ins Schwitzen und stellt Fragen ohne Ende.
*** Nachtrag Ende***

Etwas über ein halbes Jahr war ich HMi´ler. Bestimmt nicht die schlechteste Zeit, aber auch bestimmt keine wirklich großartige Zeit.

Zu den Produkten.

Die Kaiser-Rente (Riester-Rente) der HM ist bestimmt eine der besten Rister-Renten, die z.Z. erhältlich ist.
Dies wird von mehreren unabhängigen Zeitschriften etc. mehrfach bestätigt, z.B. Finanztest.
Über Sinn und Unsinn der Riesterrente kann sich jeder ja sein eigenes Urteil bilden.

Der Golden Future, die private Rentenversicherung der HMi erscheint zunächst als tolles Produkt, ist aber meiner Meinung nach nur durchschnittlich, eher unterduchschnittlich.
Die angepriesenen Vorteile - BUZ, keine Gesundheitsfragen (Standard bei Rentenversicherungen) usw. - sind auch bei anderen Versicherern möglich und verringern letztendlich nur die Rendite.

Hier ist vergleichen einfach wichtig.


Mehr möchte ich zu den Produkten hier nicht sagen, dass ist jetzt in 100.000 facher Ausführung schon bei Ciao geschehen...

Nur eins noch

Der Golden Future wird ausschliesslich von der HMi, jedoch nicht von der HM vertrieben.
Warum denn nur? Es ist DIE Altersvorsorge für jedermann schlechthin. Haben Kunden der HM nicht auch ein Anrecht auf dieses Ding? Komisch...

Zum Vertrieb

Die Ausbildung der Mitarbeiter in Rhetorik ist bei der HMi einfach unschlagbar. Würden Einzelhandelskaufmänner (und Frauen...) / Verkäufer vieler Unternehmen so ausgebildet werden, wären beachtliche Umsatzsteigerungen möglich. Ich denke, ich kann mittlerweile alles verkaufen.

Leider ist die Ausbildung in Produktkunde / Versicherungsrecht meist mies, bzw. gar nicht drin.
Dies ermöglicht es nahezu jedem, der sich seine Schuhe ohne fremde Hilfe zubinden kann, als Mitarbeiter der HMi in Frage zu kommen. (Ich habe aber auch Mitarbeiter kennengelernt, die Schuhe mit Klettverschluß -Modell Hartz 5-hatten...)

Während meiner "Ausbildung" zum Hmi´ler habe ich mich zum Glück privat weitergebildet und konnte somit auch mal schwierigen Fragen begegnen.

Damit bildete ich jedoch eine Ausnahme, wie ich herausfinden musste.

In meiner Geschäftsstelle wurden gerne junge, beeinflussbare Menschen eingestellt und erst einmal "bearbeitet", bis jeder total besessen von den Vorzügen der HMi und Produkte war.
Wer war nicht beeindruckt vom gerade aufgestiegenen Mitarbeiter, der die dritte Stufe erreicht hatte - und dann gleich der neue Benz vor der Tür (Leasing, wie ich später erfahren habe...).
Überhaupt war Schein wichtiger als Sein. Ein Verein der Blender.

Da wurden die zukünftigen Mitarbeiter mit den großartigen Verdienstmöglichkeiten geködert. Dass diese der Einkommensteuer unterliegen wurde natürlich nicht erwähnt.
Schade, dass das Finanzamt nicht mal alle HMi´ler überprüft - ich gehe davon aus, dass nur ein ganz geringer Teil der Mitarbeiter in den niedrigen Rängen das Einkommen versteuert.
Zum Teil mit Absicht, zum größeren Teil aber aus Unwissenheit.


Eine eigene Meinung, wenn nicht positiv, wurde dann als störend empfunden ( ich damit dann nach einer Weile auch). Der wer andere zum Nachdenken anregt, könnte ja verhindern, dass der Rubel rollt.

Als schlimm und bedenklich empfinde ich, dass zukünftigen Mitarbeitern schon bei ihrer Einstellung ( der Rekrutierung) bewußt in vielen Bereichen die Unwahrheit erzählt wird.

Arbeitslosen wurden z.B. Vorschläge gemacht, sich als ICH-AG selbständig zu machen.
Aber Selbständig ist ein HMi´ler nie, es ist eine -wie sagte es mein Vorgesetzter Strukki ( Strukturhöhere) mir - geführte Selbständigkeit.
Teilnahme an Meetings, Seminaren etc. war Pflicht, also wo ist da die Selbständigkeit?

Beim wöchentlichen Meeting einfach mal sagen, dass man mal eine Woche nichts machen will.
"Das geht aber nicht, du willst doch Geld verdienen" - vor allen Dingen dein Strukki.
Aber wenn ich doch selbständig bin, kann ICH doch wählen ob und was ich mache!

Diese Art der Anstellung hat doch nur einen Sinn - die HM kann durch diese Art der "freien" Mitarbeit Sozialleistungen sparen. Denn Krankenversichern darf sich dann ja jeder selbst (natürlich bei der DKV, die ja auch mit zum Konzern der ERGO-Gruppe gehört)

Das Arbeitsamt sieht eine Existensgründung in Strukturvertrieben übrigens als Scheinselbständigkeit an. Es kann also richtig Ärger geben.


Dass natürlich gerne z.T. Menschen mit "einfachem Gemüt" eingestellt werden, ist für die Strukkis natürlich auch nicht weiter schlimm. Einmal den Bekanntenkreis mit Rentenversicherungen ausstatten und dann ist das Ende des Mitarbeiters auch schon wahrscheinlich. Was soll schlimmstenfalls auch passieren? Ein paar Kunden springen irgendwann wieder ab, na und? Gibt doch noch genügend andere.

Dann ist da ja noch das Grundseminar - 2 Tage voller Motivation (für schlappe 110 Euro).
Hier wird erst einmal gesagt, wie großartig die HMi, die Produkte und die Aufstiegschancen sind. Immer und immer wieder, bis es jeder glaubt.
Am Abend gibt es dann eine Party bei der natürlich auch gleich die besonders Fleissigen ausgezeichnet werden.
Eine goldene Nadel hier, einen Mont Blanc Kugelschreiber da, jeder Neuling soll sehen, dass das HMi-Konzept voll aufgeht. Jeder kann hier Erfolg haben.

Nach diesem Wochenende will jeder dabei sein und richtig Kohle machen. Wen "beuten" wir also zuerst aus??? Natürlich Freunde und Bekannte.
Schnell einen Termin gemacht - wie das geht weißt du ja jetzt schon - und dann ran an den Feind...

Jetzt geschickt auf ihn einreden und immer schön Alternativfragen stellen (wärst du im Alter lieber arm oder reich?), dann die Wünsche und Träume deines gegenübers erfragen und für deine Zwecke benutzen ( Was für ein Auto hättest du gerne? Weiterhin deinen Fiat Pande oder lieber eine S-Klasse?) und schon ist das Ding fast im Sack.


Ich gehe davon aus, dass ein gelernter Dachdecker mir mein Dach wirklich toll reparieren kann, ihm aber nach einer ein- bis dreiwöchigen Einweisung und einem Grundseminar meine Altersversorgung anzuvertrauen für verantwortungslos.
Aber wenn ein Unternehmen wie die HM eine solche Finanzstärke hat (mit der ja auch geworben wird) ist es ja egal, woher das Geld kommt, Hauptsache es bleibt so (also Rentenversicherungen schreiben!!!).

Der Mitarbeiter wird immer gleich ausgebildet. Immer die selben Argumente, die gleiche Formulierung im Verkaufsgespräch - Schema 08/15 also. Aber rhetorisch immer gut verpackt, sofern der Mitarbeiter dies umsetzen kann und nicht schon beim Wort Rhetorik hilflos in die Menge schaut. Und immer die eigene Begeisterung ausstrahlen...

Beispiele von gerade jungen HMi´lern kann man ja auch bei Ciao viele lesen (...ist ja alles so toll die BU, die Rentengarantiezeit, bla,bla,bla,...)

Den Kunden volldröhnen bis er unterschreibt oder bis man rausgeworfen wird. Ein "Nein" ist nicht gleich ein "Nein" lt. HMi-Ausbildung.

Der Mensch (sowohl Mitarbeiter als auch Kunde) ist nur interessant, solange man mit ihm Geld verdienen kann.

Zum Glück wird ja immer fleissig motiviert - die goldene Hmi-Nadel, der Straussenlederkoffer, die Uhr von Chopard - man ist, was man hat und kann so auch gleich die Neuen beeinflussen (Seht her, dass hab ich dank der HMi erreicht...)
Und wehe, derjenige hat die Nadel nicht angesteckt oder benutzt weiterhin seinen Kunstlederkoffer .
"Wir müssen doch motivieren"


Neue Mitarbeiter werden erst einmal geblendet oder lassen sich blenden.
Wer länger dabei ist bekommt den Druck spätestens dann zu spüren, wenn kein Neugeschäft mehr gemacht wird.
(Also bis Montag müssen aber noch 150 Einheiten geschrieben werden, sonst wird das mir der Brilli-Nadel aber nichts... Und wie sieht das denn dann den neuen gegenüber aus?)

Wichtig ist es, wenn man bei der HMi anfängt, die Augen und Ohren auch kritisch offen zu halten.
Interessant ist dann die Reaktionen der Strukkis.

Etwas schlechtes über die HMi gehört? Standardantwort: Das ist von Leuten die in der HMi nichts geworden sind (natürlich rhetorisch besser ).

Denn in der HMi ist alles toll und jeder ist Teil einer großen Familie. Aber eine Schwester oder einen Bruder zu verlieren ist auch nicht so schlimm, denn Mama und Papa haben sich sehr lieb und regelmäßiger Nachwuchs kommt immer. Denn wer nicht rekrutiert (Mitarbeiter für sich findet) ist selber schuld.

Wirklich etwas werden kann in der HMi aber nur der etwas, der andere ausnutzt, damit er an denen kurz verdienen kann und ständig für Nachschub sorgt - ein bedenkliches, wenn auch heutzutage wirtschaftlich gesehen, nicht ungewöhnliches Verhalten.

Ich jedenfalls habe aus meiner Tätigkeit bei der HMi gelernt; ich bin nicht traurig dabei gewesen zu sein, habe ja fürs Leben gelernt.
Jedoch möchte ich auch keinem mehr Empfehlen, bei der HMi anzufangen und sich schon bei der Sparkasse nach Sonderkonditionen für angehende Millionäre zu informieren.
Der Weg dahin ist lang und führt definitiv über viele (Finanz-) Leichen.

Noch etwas zum Lachen...
Bei Ebay einfach mal HMI und Rentenversicherung eingeben. Ganz schlaue HMi´ler versteigern jetzt die Möglichkeit bei ihnen "eine TOP-Altersabsicherung" abschließen zu dürfen... Seriös ist das, oder?


Nachtrag:

Ich möchte allen Lesern meines Berichtes danken. Die vielen positiven Bewertungten und Kommentare sind für mich der Beweis, dass mein "Schicksal" doch kein Einzelfall war.
Es scheint so, als hätte ich auch einige eingefleischte HMi´ler erreicht und konnte zum Nachdenken anregen.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
fredbaer

fredbaer

02.02.2009 17:51

Ein sehr informativer Artikel. Ich finde die Mitarbeiterrekrutierung der HMI stets sehr lustig. Unter nebulös kommunizierten Vorwänden, gepaart mit einer sehr undurchsichtigen Stellenbeschreibung, werden mehr oder minder stümperhaft, potentielle Interessenten versucht in die HMI zu locken. Ich kenne in meiner Region ein Unternehmen, welches ständig Ausbilder für einen Nebenjob sucht. Bei vielen Bewerbern handelte es sich um Berufsschullehrer, Ausbilder für Metallberufe und Handwerksmeister. Deren Enttäuschung und Zorn war stets sehr groß, als sie erfuhren dass sie Finanzdienstleistungsprodukte im Verwanden- und Bekanntenkreis Leute anheuern sollten.

PrivateEye56

PrivateEye56

08.03.2007 18:35

Darüber hinaus kann ich noch auf einen interessanten Artikel in der Wikipedia verweisen, der nicht von mir ist... http://de.wikipedia.org/wiki/HMI-Organisation

PrivateEye56

PrivateEye56

08.03.2007 18:32

So, dann melde ich mich auch mal wieder zu Wort... Also "DerBanker" - ich habe nicht nur die negativen Seiten des Versicherungsgeschäfts mitbekommen, sondern die negativen Seiten der HMi. Und wenn das bei anderen Unternehmen auch so / ähnlich ist, ist dies noch lange kein Pluspunkt FÜR die HMi. Auch das Argument, dass mir mein Chef in einem Angestelltenverhälnis ebenfalls Druck machen würde, lasse ich so nicht gelten, da die Arbeit für die HMi als Selbständigkeit angepriesen wurde und wird. Als Selbständiger (und da kann ich mitreden) ist es NUR mir überlassen, wann, wieviel und ob ich arbeite. Ob ich mir das dann leisten kann steht ausser Frage, ich stehe schließlich nicht erst seit gestern beruflich auf den eigenen Füßen. Zum Schluß sei noch gesagt, dass mein Bericht überhaupt nicht objektiv sein kann - es ist ja ein Erfahrungsbericht und keine Recherche. Da MEINE Erfahrungen negativ waren, kann, will und werde ich auch nicht anders berichten. Ich verbleibe mit einem freundlichen und noch immer unüberzeugtem Gruß.

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