Wer hätt nicht auch gern so ne Banane in der Hose?
11.03.2002
Pro:
Witz, Farbgebung
Kontra:
wenig Nützliches am Beworbenen Produkt .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Originalität:
Story:
Darsteller:
mehr
 Magistix
Über sich:
"Glück bleibt, wo es sich wohlfühlt" .:|:. Ich lese gerne persönliche Erfahrungen, die sic...
Mitglied seit:26.07.2001
Erfahrungsberichte:521
Vertrauende:258
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 99 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Jeden Morgen fahre ich mit wohl Tausenden Anderen in Richtung meiner Wirkungsstätte – dem Job. Und seit Beginn des Monats ziert nach langer Autobahnfahrt ein kleines Gewerbegebiet meine Strecke, in dem unter Anderem einige Werbeplakate meinen Weg. Und ist man nach der langen Fahrt doch schon immer erfreut, wenn man den Zielort erreicht hart, so frage ich mich seit Längerem schon, was wohl diese Plakate bewirken. Man fährt vorbei und sieht vielleicht mal kurz drauf. Das war’s. Ausnahmen gibt es wohl, wenn die Plakate an Ampeln angebracht sind, so dass man sich vielleicht einmal eine etwas längere Zeit für das Motiv oder dessen Aufschriften nehmen kann. Fasst man also zusammen, so muss bei einer Werbekampagne innerhalb Kürzerster Zeit eine Botschaft ankommen. Wir nehmen die Plakate meist schon unbewusst auf und zeigen uns so keineswegs dem Inhalt so aufgeschlossen, wie beispielsweise bei einer Fernseh- oder gar Kinokampagne. Plakate müssen also banal sein, möglichst einfach und selbst von der einzigen, wachen Gehirnzelle morgens im Vorbeifahren noch verarbeitet werden können. Eine Kampagne muss also unsere urinnigsten Triebe ansprechen... ___________________________________________________________________.:| „...und sie aß die Banane, mein Gehirn wurde plötzlich zu Sahne“ |:. Ja, die Wenigsten werden mit dem Zitat etwas anfangen können, aber genau so lautet eine Liedzeile in einem Lied der deutsche (Punk-)Band Die Ärzte. Inhaltlich geht es um einen Casanova, der voll Erwartungen eine Dame zum Diner ausführt. Es geht gut und sie verstehen sich prächtig bis, ja bis die etwaige Beziehung den Bach runtergeht. Sie isst eine Banane und dem männlichen Casanova zerfließt das Gehirn. Er beschränkt sich fortan auf seine Triebe, sabbert, lechzt und würde am Liebsten noch vor Ort zur Sache schreiten...Im Lied geht das schief und die Dame nimmt Reißaus. Eins bleibt uns aber in Erinnerung – die scheinbar unbewusste Manipulation des männlichen Denkens beim Anblick einer Banane. Und was muss ich da auf meinem morgendlichen Weg zur Arbeit sehen? Ein knallrotes Plakat mit Abbild eines männlichen Unterleibs (in Unterhose verpackt) auf der rechten Seite sowie *tadaaa*, den Großteil des Bildes einnehmend, eine oben ein wenig geschälte Banane! Hat da jemand meine Botschaft verstanden? Hat einer dieser gewitzten Werbestrategen etwa das menschliche, ahem, männliche Denkmuster durchschaut? Wow – ich bin beeindruckt, denn einen solch brisant-offenen Vergleich zwischen Gemächt und Frucht, gab es bisher nicht. Denn die Banane an sich ist ja nichts Besonderes. Das männliche Glied selbst in Ekstase durchaus üblich und so sind die Beiden Motive doch eigentlich wohlbekannt. Und doch machen sie zusammen einen Reiz aus, dem bisher 67% aller Bericht entschieden mit einem „NEIN“ auf der Stirn begegnen.Aha – Erregung öffentlichen Ärgernisses also. Eine Kampagne so banal wie skandalös durchzieht die deutschen Lande also und erregt selbst in der privaten Kammer bei uns Schreiberlingen die Gemächter, äh Gemüter. Der Strahlemann, der sein liebstes Teil sonst nett mit Kosenamen umschreibt, fühlt sich auf den Schlitz, äh Schlips getreten. Denn da kommt diese Unterwäschemarke HOM daher und verkauft eine neue Idee (statt Längs-Eingriff wie bisher einen horizontalen Schlitz) mit denkbar sexistischer Gewalt. HOM, als Edelmarke für Unterwäsche im 3-stelligen Euro-Bereich bekannt, hat den Stein der Weisen der Unterhosen also endlich gefunden und wir wissen fortan dank dieser Kampagne, dass die Menschheit einen horizontalen Eingriff beim Slip dringend benötigt hat. Eine so brillante Erfindung hat denn dann auch ungeahnte Vorteile - der Quickie gelingt nun auch unentkleidet, Stehend-Pinkler werden pro Tag ebenfalls 10 Sekunden sparen und noch dazu haben einige Werbeleute einen neuen Job und wir ein Thema zum darüber philosophieren.Sind uns doch eigentlich nackte Frauen allseits bekannt, so erzürnt die erstmalige Banalisierung des männlichen Geschlechts doch die überhitzten Betrachter. Hey, was soll das? Wer hackt da auf meinem besten Stück drauf rum? Ich find das gar nicht witzig. Was soll das? Der Mann schlechthin ist ein Macho und als solcher steht ihm das Recht zu, Frauen bis auf die nackte Haut auszuziehen, sie abzulichten und überall auf möglichst großen Plakatwänden auszuhängen. Wer spricht da von Sexismus – sie wollte es ja so. Und nun, wo eine pfiffige französische Agentur daherkommt und nicht einmal in gleicher Bildfülle das männliche Geschlecht in Anspielung thematisiert, soll dies schlecht sein? Meine Herren, ich denke doch, dass wir mittlerweile so emanzipiert sind, dass uns eine Banane nicht mehr aus der Bahn werfen kann. Wir alle sind doch Stolz auf unsere Potenz und die gebogene Frucht hat doch schon eine nicht unbeträchtliche Länge...Wieso also den Schwanz einziehen und sich aufregen? Ab an die Wand und Gemächt vergleichen. Raus die Maus und her damit. Hose runter - Schwanzvergleich. Nein, so was fordert niemand und solche Szenen wird es wohl auch nicht geben. Und doch bleibt ein erhitztes Gemüt, dass nicht weiß, ob es sich aufregen oder erfreuen soll an der skrupellosen Darstellung eines männlichen Unterleibes und der parallelen Abbildung einer Banane! _____________________________________________________________________ .:| Einmal fachlich, sachlich... |:. Die Kampagne wird von ihren Machern als „pfiffig und witzig“ angepriesen und ich denke sie ist auch objektiv betrachtet durchaus gelungen. Sie spricht den Mann an. Den Einen mehr, den anderen weniger. Eins ist ihr jedoch gewiss – sie löst Emotionen aus und das ist immer gut. Das ein horizontaler Eingriff in der Praxis vielleicht nicht so das Wichtigste in der Evolution des Menschen darstellt, ist wohl allen klar. Dennoch ist die Kampagne klasse, zeigt sie doch den einzigen Sinn der Neuerfindung auf indirekte, fantasievolle und doch direkte Art und Weise. Wer sich selbst einmal einen Blick auf das frivole Gut erhaschen möchte, der sollte einmal unter http://www.horizont.net/agenturen/kampagne_der_woche/kampagne07_02/index.html nachsehen. Und denkt dran: Bild bildet die Meinung, nicht ihr Euch ;-)
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für HOM - Genital statt genial
|
|
14.03.2002 11:07
Es gibt wohl heutzutage wichtigeres in der Welt, als sich über solche Werbung aufzuregen...!!! Leider hab ich sie noch nicht zu Gesicht bekommen aber von Deiner Ausführung her empfinde ich sie eher als einen Grund darüber zu schmunzeln... LG Mäx
13.03.2002 16:48
Öhm - mal im Ernst: Soll ich jetzt wie Du in meinem (oder wars jetzt doch DianaN's GB?!) schreibst Deinen Artikel auf "h" setzen, da es sich ja um eine Kampagne und nicht un ein einzelnes Plakat handelt??? *g* Naja - auch wenn Du mir als einiger ein "h" gibst - wollen wir mal ni9cht so sein *g* ;) AL, Sebastian
13.03.2002 13:50
witziger Bericht ... lieber solche Werbung als öde und langweilige ..