Compaq 615: Markante Stärken, unverständliche Schlappen
06.11.2009 (12.11.2009)
Pro:
gutes Preis - Leistungs - Verhältnis, gute Akkulaufzeit, Ausstattung sehr variabel wählbar
Kontra:
zu wenige und schlecht verteile Anschlüsse, Lüfter kann laut werden, gr . Tasten o . Ziffernblock
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Kontraste
Festplatten-Kapazität
Bedienung/Ergonomie
Software-Ausstattung
mehr
 Frank5680
Über sich:
Mitglied seit:06.11.2009
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach etwa einem halben Jahr Vergleichen und Suchen habe ich mich endlich getraut, ein Notebook zu bestellen. Anstrengend fand ich, das es keinen ordentlichen und ausführlichen Testbericht von dem 610/615 gab, obwohl die Datenblätter sehr viel versprechend aussahen. Deshalb wird der hier etwas ausführlicher für die, die echt Interesse am Erwerb haben. Wichtig war mir, neben dem Preis, vor allem Akkulaufzeit, Gewicht und eine ordentliche Basisausstattung an RAM, HDD, CPU usw., weil ich da später einfach nicht wieder dran dran herum basteln wollte. Sehr schön ist, das der 610/615 (Intel/AMD) an vielen Stellen sehr variabel ausgestattet werden kann (AMD oder Intel, RAM- und HDD-Größe, Displaytyp). Dafür variieren die Preise dementsprechend stark. Gekauft habe ich letztlich einen Compaq 615 (also AMD und Radeon), 4 GB RAM, 320 GB HDD und zusätzlich Windows 7 64 bit, da der QL 64 schöner Weise 64-bit tauglich ist. 2,5 kg bringt der 615 zur Waage, was für ein 15,6-Zöller völlig in Ordnung ist. Die Maße sind 32x371x254. Ausgeliefert wird der 610/615 meist ohne ordentliches Betriebssystem. In dieser Ausstattung beträgt der Preis inkl. Win7-64 Home Premium etwa 500 Dukaten.
Der erste Eindruck der Verarbeitung ist Top! Das Laufwerk, ein DVD-RW, wackelt nicht, ist aber nichts besonderes. Bildschirm und Notebook sind ausreichend torsionsfest, die Anschlüsse, soweit vorhanden, sind fest. Leider kommt hier auch gleich der erste Totalausfall ins Spiel. Das der 2-1-Cardreader (SD/MMC) vorne ist, ist vielleicht gar nicht so schlecht. Aber die mageren drei USB 2.0 sind links und sehr eng nebeneinander. Da ist quetschen vorprogrammiert. Zudem muss man seine Mouse, auch wenn man ein einrollbares Kabel hat, um den ganzen Laptop herum legen. Wer denkt sich so etwas aus? Weitere Anschlüsse wie HDMI, DVI oder Firewire leider Fehlanzeige. Da leistet jedes Netbook mehr. Gut ist das "integrierte Bluetooth", da lässt sich vielleicht einiges ausgleichen. Bildschirmausgang und LAN-Kabel sind vorhanden aber auf engsten Raum mit dem Stromanschluss. Wer alles drei benutzen will, wird sicher wieder popeln müssen. Schade ist auch, das HP m.W. für das 610/615 keine Farben außer Schwarz anbietet. Das fast matte Schwarz des 610/615 im Plastik-Look ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Das Compaq-Logo auf dem Deckel gewinnt auch keine Designerpreise.
Auf Grund der etwas höheren Leistung habe ich mich für die ATI Mobility Radeon HD 3200 GraKa auf dem AMD Chipsatz entschieden. Die GraKa ist zwar genauso OnBoard wie bei der Intelversion, war aber in den Tests doch ein Stück schneller, auch wenn er wohl ein bisschen mehr Strom verbraucht. Zudem kann dank des QL-64-Chips ein 64-bit BS installiert werden. Zur Geschwindigkeit: Der 610/615 ist sicherlich kein high end Gamer. Trotzdem habe ich mal das recht grafikaufwändige Spiel FarCry installiert (natürlich nur zu Testzwecken). Bei 1366 x 768, der max-Auflösung des Bildschirms, sowie allen verfügbaren Grafikspielereien lief das Spiel dennoch absolut flüssig. Der 610/615 ist also definitiv in der Lage Regenwetter zu verzaubern. Nachtrag: Unter der Windows Leistungsbewertung bekommt man folgende Werte: Prozessor: 4,9 RAM: 5,5 Grafik: 3,9 Grafik (3D): 5,1 HDD: 5,3 Akku: Im Betrieb läuft das gute Stück knapp 4 Stunden, wenn ich Textverarbeitungsprogramme nutze. Wenn er flitzen muss, ist etwa nach 1,5 Stunden Schluss. Allerdings besitzt der Compaq von mir noch ungenutzte Stromsparspielereien, wie Bildschirmabdunklung, per Knopfdruck ausschaltbares WLAN usw. Da kann man bei Bedarf sicher noch was raus holen.
Verbaut sind 4 GB RAM DDR2, vorerst völlig ausreichend und und bei dem AMD-Satz wohl erweiterbar auf bis zu 8 GB. Das sollte einige Jahre Aktualität garantieren, zumal da für Chip und GraKa mit Sicherheit ebenfalls die Grenze des Sinnvollen erreicht sein wird. Als Bildschirm habe ich mir das matte Display gegönnt, muss aber sagen, dass ich da bisher keinen so riesigen Unterschied ausmachen konnte. Vielleicht merkt man das, wenn man mit dem Rücken zur Sonne auf einer Wiese sitzt. Kommt bei mir aber selten vor :o) Die Breite und die Auflösung (1366 x 768) sind derweil super. Man kann locker zwei Word-Dokumente nebeneinander bearbeiten und Videos, die mit VLC ohne Frage flüssig laufen, sind im 16:9-Format fast so groß wie auf meinem 21"-Desktop.
Die Tastatur hat einen angenehmen Widerstand, auch wenn mir die Tasten fast schon wieder ein bisschen zu groß sind. Die könnte mein Großvater noch locker ohne Brille bedienen und macht das 10-Fingertippen nicht gerade einfacher. Dafür hat man, mir völlig unverständlich, auf einen Ziffernblock verzichtet. Auch der Abstand zwischen Touchpad (recht ordentlich, gute Tastenempfindlichkeit) und Tastatur könnte größer sein, weshalb man schon hin und wieder beim Tippen drauf kommt und sich die Anschaffung einer (im besten Falle Bluetooth-)Mouse lohnt. Ein weiteres Manko ist der Lüfter: Unter dem vorinstallierten FreeDos war er so laut, das ich dachte, ich hätte jetzt ein Autobahngründstück. Mit Win7-64 und Word bin ich jetzt gerade mal bei 10% Systemauslastung und der Lüfter regelt entsprechend runter. Das ist ehrlich gesagt sogar ganz erträglich. Aber im Sommer und unter Vollast könnte das sicher ätzend werden, besonders wenn man gerne Ruhe beim Arbeiten hat. Vom HP 6910 hört man auch kein Sterbendswörtchen, auch wenn er mit 1800 Euro wohl in einer anderen Gewichtsklasse Boxt. Da hat man einfach an der falschen Stelle gespart.
So, wer es bis hierher geschafft hat (manche schummeln sich wohl auch gleich bis unten durch), bekommt von mir auch noch ein Fazit: Der HP Compaq ist definitiv sein Geld (etwa 400 Euro) Wert, auch wenn er einige unnötige Macken hat und als 15,6-Zöller mit 32mm Dicke sicher kein Raumwunder ist. Wer zudem seine Geräte über WLAN oder Bluetooth verbindet und sich an einem ordentliche Blätterrauschen nicht stört, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Gewicht ist Ok, die Akkulaufzeit ist für die verfübare Leistung in Ordnung und die wenigen Anschlüsse, die verbaut wurden, sind in Ordnung, auch wenn sie zum Teil leider unschön angeordnet sind.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für HP 615
|
|
12.12.2009 00:44
Klingt sehr gut, das könnte etwas für mich sein...
21.11.2009 14:40
hab mir den in dieser ausführung auch grad bei amazon bestellt für 399 euro. hab wie du auch einiges gelesen und das alles klang gut. dein bericht hat mir auch gefallen, danke;-)
06.11.2009 13:46
Also wirklich, wenn man mit "dem Rücken zur Sonne auf einer Wiese sitzt", sieht man man mit einem spiegelndem Bildschirm und mit einem matten "Display" gleichermaßen nichts bis fast nichts.