Harry tappert im Dunkeln!
31.12.2003
Pro:
Preis - Leistungs - Verhältnis; Handhabung; Fotoqualität
Kontra:
Stromverbrauch; Fotos in dunklen, großen Räumlichkeiten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Mike1160
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:53
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mit langsamen Schritten und gebeugtem Kopf kam Harry „hol-schon-mal-den-Wagen“ Klein aus der Villa von Thomas Anders. Das Gespräch war ganz und gar nicht nach seinen Vorstellungen gelaufen. Seit dem Weggang von Stefan zu Europol und dem sich anschließenden Niedergang seiner eigenen Karriere bei der Kripo München (der dann in der Frühberentung und Neueröffnung einer Privatdetektei mündete) war dies der erste lukrative Auftrag gewesen! Er sollte beweisen, dass zwischen Dieter B. und Judith etwas gelaufen war und alleine dies der Grund war, dass Judith noch nicht hochkant aus DSDS geflogen war. Die teuer bezahlten Wähl- Robots von Dieter hatten bisher ein Ausscheiden verhindert. Und jetzt das: Nach einem kurzen Blick auf die Bilder hatte Thomas Anders nur den Kopf geschüttelt und etwas von „Qualität zu mies“ und „damit kriege ich den Dieter nie“ gemurmelt., anschließend hatte er ihn entlassen mit der Bemerkung, dass er gefälligst bessere Bilder liefern solle. Na gut, zuerst würde er sich die Bedienungsanleitung seiner neuen Digitalkamera noch mal verinnerlichen und dann auf ein Neues!
Zu Hause angekommen fiel sein Blick zunächst einmal wohlwollend auf seine fünf Monate alte Errungenschaft mit ihrem silbrig- grauen
AUSSEHEN. Mit ihren 10,5 x 4,5 x 7cm – Maßen war sie klein genug und lag gut in der Hand. Das Gewicht von 240 gr. ohne Batterien war ebenfalls völlig o.k., auch wenn man sie über einen längeren Zeitraum in Gebrauch hatte. Rechts vorne war ein grau abgesetzter und leicht wulstiger Bereich, der für einen guten Griff sorgte. Blitz und Sucher befanden sich vorne oben links und in der linken Mitte war das Objektiv.
Oben auf der Kamera war in der Mitte ein kleines Display, welches Bildsymbole für eingestellte Modi, verfügbare Bildanzahl bei der gewählten Qualitätsstufe, Batterieladezustand und andere mehr oder minder wichtige Informationen (Rote- Augen- Automatik an?, Selbstauslöser etc.) bot. Hinten an der Kamera war mittig eine 1,5- Zoll- TFT- Bildanzeige, links und rechts der Bildanzeige befinden sich insgesamt sechs Knöpfe, mit denen die schon geschossenen Bilder betrachtet bzw. über Menüs teilbearbeitet werden können. Außerdem kann man hier die Bildanzeige auch abschalten.
Unten befindet sich das Batterien- bzw. Akkufach sowie die Verbindungsbuchse zur Docking Station. Er suchte nach der Bedienungsanleitung und räumte drei leere Bierflaschen, einen Cognacschwenker, einen Playboy, ein Buch („Deutsch für Fortgeschrittene“) und die Fernbedienung des Fernsehers beiseite. Dann vertiefte er sich in das kleine Büchlein, um sich mit der
BEDIENUNG
noch besser vertraut zu machen. Mit dem On/Off- Schalter in der Mitte hinten konnte man die Kamera ein- und ausschalten, dabei fährt das Objektiv heraus bzw. hinein. Die Bildanzeige konnte mit dem obersten Knopf links neben der Anzeige ein- bzw. ausgeschaltet werden. Dies empfahl sich auch, da er schon die Erfahrung gemacht hatte, dass bei ständig eingeschalteter Bildanzeige die Akkus hastenichtgesehen leer waren und das war bei Observationen fatal. Insofern schaltete er die TFT- Anzeige nur in besonderen Situationen (Nahaufnahme oder Notwendigekiet einer präzisen Motiverfassung) ein, ansonsten benutzte er den stinknormalen optischen Sucher. Der Auslöser wurde zunächst halb heruntergedrückt zur Brennweiten- und Belichtungseinmessung, dann ganz zum Aufnahmen des Bildes. Danach hat man direkt die Möglichkeit das Bild sofort zu löschen, ansonsten ist es auf die Speicherkarte gebannt.
Direkt unterhalb des Bildauslösers befindet sich ein kleinerer Knopf mit einer Videokamera darauf – hiermit sind kürzere Videoaufnahmen produzierbar (mit einer 64 MB- Karte sind ca. viereinhalb Minuten Video möglich). Die Zahl der möglichen Bilder sind über die Bildqualitätsstufe limitiert: Bei einer 64 MB- Speicherkarte sind 41 Bilder in der höchsten Stufe („optimal“), 62 Bilder in der mittleren Stufe („besser“) und 416 Bilder in der niedrigsten Stufe („gut“ – grins!) möglich.
Über die „OK“- Taste (mittlere auf der rechten Seite neben der Bildanzeige) lässt sich ein erweitertes Erfassungsmenü aufrufen, welches verschiedene Parameter veränderbar macht: Sättigung, Schärfe (der Bilder, nicht des Objektes!!!), ISO- Empfindlichkeit (Anpassen der Empfindlichkeit der Kamera in bezug auf das Licht), Weißabgleich („kältere“ oder „wärmere“ Farben, Effekte etc.), EV- Belichtungskompensation (der berühmte dunkelhäutige Afrikaner in der Nacht oder der Schimmel im Schnee – also für bildertechnische Problemfälle!) und die AE- Belichtungsmessung (Wo am Motiv soll die Kamera die Belichtung messen?). Die Bilder können über ein mitgeliefertes USB- Kabel direkt an den Rechner geschickt werden oder über die (separat zu erwerbende oder ggf. als Bundle- Angebot miterworbene) Dockingstation Photosmart 8886. Ebenso können Bilder direkt am (ebenfalls über ein USB- Kabel anzuschließenden) Drucker ausgedruckt werden.
Stirnrunzelnd klappte Harry das Büchlein zu, viel mehr hatte er jetzt auch nicht verstanden (im Unterschied zum geneigten und mental ungleich belichteteren Ciao- Leser!!). Sein Blick fiel noch auf das technische
DATEN blatt. Dort fand er die folgenden Informationen:
16 MB interner Speicher 3-fach optischer Zoom 5-fach digitaler Zoom Weitwinkel 38 mm, Teleobjektiv 114 mm Max. Auflösung 2.14 x 1.560 Pixel (3.34 Megapixel) Farbtiefe 30 bit (10 Bit x 3 Farben) USB- Schnittstelle Selbstauslöser Stativhalterung Integrierter Blitz (Entfernung 3m bei Weitwinkeleinstellung) Wiederaufladen des Blitzes: 1 bis 6 Sekunden Statusüberwachung LCD-Farbdisplay 1,5 Zoll Speicherkartenerweiterungssteckplatz (bis 512 MB) optischer Sucher mit Zoom Videofunktion Audiounterlegung für Bilder und Videos Direktanschluss an Fotodrucker Stromverbrauch: Max. 2,64 W Preis: 199 bis 299 Euro (ohne Dockingstation) Hersteller: Hewlett- Packard (www.hp.com/photosmart)
Ausstatung: Kamera, Trageschlaufe, 2 AA Batterien, je ein USB- Kabel für Drucker- und Rechneranschluss, Handbuch, Software Er stand auf, suchte sich ein halbwegs frisches Glas und ging zum Kühlschrank. Dort fanden sich ein verwelkter Salatkopf, 3 abgelaufene Joghurtbecher, eine noch verschlossene Käsepackung und zwei Flaschen Paulaner. Da letztere den frischesten Eindruck machten und seinen aktuellen Bedürfnissen stark entgegen kamen, nahm er sich eines davon.
Welche eigenen
ERFAHRUNGEN hatte er denn eigentlich mit der Kamera gemacht? In hellen Räumen oder bei Tageslicht waren die Fotos absolut gut und sehr scharf (also, jetzt die Bilder an sich), die automatische „Rote- Augen- Eliminationsroutine“ des Gerätes funktionierte einwandfrei und die Verzögerung zwischen Fixierung des Motivs und eigentlichem Foto war für Digitalkameras durchaus gut (sprich kurz). Die Ladezeit in der Dockingstation war mit 12 Stunden etwas lang, es gibt aber ein Schnellladegerät für diese Kamera und notfalls braucht man eben ein paar Batterien als Reserve (Der Wechsel der Batterien muss innerhalb von 10 Minuten erfolgen, da ansonsten die manuellen Einstellungen einschl. Datum und Uhrzeit verloren gehen – keine „Schutzbatterie“ im Gerät!)
Probleme gab es allerdings in dunklen, größeren Räumlichkeiten: Hier versuchte die Kamera die Umgebung wohl lichtmäßig abzugleichen und erstens dauerte dies oft sehr lange, zum zweiten verbrauchte man dabei enorm viel Strom (noch mehr als eh` schon!) und das Display ruckelte und zuckelte drittens, dass man kaum eine vernünftige Motivzentrierung vornehmen konnte. Dieser Umstand hatte auch seine Aufnahmen von Dieter und Judith (die natürlich im Dunkeln rummachen mussten!) versaut (also, wieder die Bilder so an sich!). Es half alles nichts: Er musste sich wohl bei Stefan dessen Spitzenkamera ausleihen, wenn er den Auftrag in absehbarer Zeit zu Ende bringen wollte – und er war auf das Geld angewiesen. Er suchte eine Viertelstunde nach dem Handy und wurde dann schließlich unter dem Kopfkissen seines Bettes fündig, seufzend tippte er die Kurzwahl 3 (Stefan Derrick) ein..........
FAZIT
Lassen wir Stefan und Harry mal alleine telefonieren und versuchen ein Fazit zu ziehen: Die Photosmart 735 ist eine im Alltagsgebrauch gute und preislich günstige Digitalkamera, die alles mitbringt, was eine Kamera in diesem Preissegment mitbringen muss, die Handhabung und der Umgang mit der Kamera sind einfach und auch als Anfänger kommt man mit ihr weitgehend problemfrei klar. Bei Fragen hilft auch das sehr gute Handbuch weiter. Problematisch sind der insgesamt sehr hohe Stromverbrauch und das Fotografieren in schlecht ausgeleuchteten und großen Räumen (vor allem, wenn das Motiv weiter weg ist!) – entweder es klappt gar nicht oder die Akkus sind ruckzuck entladen! Ich versuchte neulich Bilder in unserer Eissporthalle beim „Disco- Eislaufen“ zu machen: Meine Tochter suche ich heute noch vergebens auf den Fotos und nach 5 Bildern war Schichtende!
Trotzdem hat sich die Kamera 4 von 5 Pixelsternen bei Ciao verdient und empfehlen kann ich sie auch (Harry allerdings würde sich in seiner Branche diese Kamera wohl nicht noch einmal kaufen!!).
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13.06.2004 19:16
das is mit abstand der am geilsten geschriebene bericht den ich hier je gelesen hab!!!
29.01.2004 20:17
Da ich nur scharfe Photos (also die Bilder an sich) mag, muss ich doch mal fragen, was Stefan da so zu bieten hat... LG Cat
22.01.2004 14:43
Hi, ich fand den Bericht sehr hilfreich, da es mich bei einer Digicam mit am meisten interessiert, ob der Stromverbrauch genauso hoch ist wie bei meiner jetzigen. Ich finde die Idee, einen Testbericht in eine gut geschriebene Geschichte zu verpacken, ziemlich originell. Aber ich denke mir, dass nicht jeder es mag, wenn die gewünschten Infos mit zuviel Beitext geliefert werden. Mich nervt das gelegentlich auch. LG Opalzauber