Sehr Gutes Handy, aaaaber....
12.05.2012
Pro:
Display, Leistung, Design, Handhabung, HTC Sense
Kontra:
Kamera (kein wirklicher Kontra - Punkt, aber ich bin doch leicht enttäuscht)
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung
Klang
Empfangsqualität
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Design
mehr
 SeniBerlin
Über sich:
Mitglied seit:10.05.2006
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich habe das HTC One X nun seit etwa 2,5 Wochen und möchte hier nun ein paar Dinge zu dem Gerät sagen... Äußeres: Es ist wirklich sehr groß! Beim ersten in der Hand halten dachte ich sofort: "Oh mein Gott, das soll ich ab jetzt immer in der Hand halten und in der Hosentasche mitführen???" Zu Punkt Eins: Ich bin 1,86 Meter groß und habe dementsprechend nicht die allerkleinsten Hände, aber eine Einhand-Bedienung ist größtenteils sehr schwierig. Wenn ich es so halte, dass ich mit dem Daumen die unteren Tasten (Zurück, Home, Taskmanager) erreiche, dann komme ich an die oberen 2 cm des Displays nicht ganz so bequem ran. Erstaunlicher Weise habe ich mich sehr schnell daran gewöhnt, die andere Hand auch noch ans Handy zu bewegen, wenn mal was außer Reichweite des Daumens ist (bei meinem alten Smartphone konnte ich problemlos alles mit dem Daumen erreichen). Außerdem liegt das One X sehr gut in der Hand, es ist ziemlich dünn und durch die Soft-Touch-Rückseite gleitet es auch bei schwitziger Hand nicht aus der selbigen. Zu Punkt Zwei: Es stört auch nicht in meiner Hosentasche! Da es eben so dünn ist, trägt es nicht auf und auch sitzen kann man gut, ohne dass es irgendwie piekt oder drückt. Da es (außer dem Micro-Sim-Fach) keine abnehmbaren Teile gibt, knarzt auch nichts am Gehäuse und es gibt keine staub-anfälligen Ritzen. Insgesamt ist das Handy ein richtiger Handschmeichler, auch weil praktisch die gesamte Front verglast ist und man mit den Fingern nie an Kunststoff stößt beim Wischen übers Display. Das einzige negative, das ich "äußerlich" feststellen konnte, ist, dass die Kamera aus einem hervorstehenden Hubbel an der Rückseite hervorguckt. Dadurch bin ich immer etwas beängstigt, wenn ich (oder jemand anders) das Gerät über den Tisch schiebt, dass Kratzer ins Kameraglas kommen. Da hätte man die Linse vielleicht noch einen Millimeter in den Hubbel einlassen können, damit sie nicht plan aufliegt. Ach, und leider ist die Benachrichtigungsleuchte ein Witz: Sie befindet sich in einem der Löchlein, hinter denen der Lautsprecher fürs Ohr sitzt. Diese Löchlein sind allerdings geschätzte 0,3 mm klein und die Benachrichtigungs-LED ist praktisch nur zu erkennen, wenn man senkrecht aufs Handy guckt und es dazu noch etwas dunkler in der Umgebung ist. Damit komme ich gleich zum nächsten Abschnitt...Die Kamera: Das Handy schießt Bilder mit bis zu 8 Megapixel (3264x2448), jedoch nur, wenn man im Optionsmenü das Bildformat auf 4:3 umstellt. Da das Display aber nicht 4:3 ist, hat man dann dicke schwarze Balken links und rechts. Das Standardbildformat ist 16:9, mit dem auch das gesamte Display ausgefüllt wird. Allerdings sind diese Bilder in einer Auflösung von 3264x1840, was nach Adam Riese nur 6 Megapixel sind. Allerdings steht im Kameramenü auch bei der 16:9-Option 8 Megapixel, da lügt HTC leider etwas. Insgesamt ist die Kamera zufriedenstellend, die Bildqualität reicht für Schnappschüsse. Auf dem Handybildschirm sehen sie sehr schön und farbintensiv aus, wenn man sie aber auf dem PC anguckt, fällt auf, dass das Bild schnell matschig wird, wenn man hineinzoomt. Ich habe das gleiche Motiv mal mit dem One X und mit meiner Sony Digicam (preislich etwa untere Mittelklasse, runtergeschraubt auf gleiche Auflösung) geknipst und am Computer fällt im Vergleich dann doch recht gut auf, dass das One X fast schon unnatürlich farbintensiv ist und dazu etwas zu dunkel und (wie bereits gesagt) in den Details matschig. Dafür, dass HTC im TV mit einem Fotografen wirbt, der angeblich sein gesamtes Fallschirmsprung-Modeshooting mit diesem Handy macht, bin ich dann doch etwas enttäuscht von der Kamera. Auch der Videomodus ist nicht der Hammer, hier fallen besonders der träge Autofokus und der etwas "suboptimale" (das Wort "schlecht" wäre etwas zu hart) Ton auf. Ich will die Kamera jetzt auf garkeinen Fall für Schrott erklären, aber für die Marketingversprechen und den Preis hätte es doch etwas mehr sein können. Was ich auch schade finde ist, dass es keine Kamera-Taste am Gehäuse gibt. Das ist ja bei fast allen Handys so, aber dadurch, dass der Auslöse-Button auf dem Display nahe an anderen Buttons liegt, sind Selbstporträts praktisch unmöglich, weil man immer irgendwas anderes drückt, wenn man nicht aufs Display raufgucken kann (Liebes HTC: Wenn ihr euer Handy nicht mit einer zusätzlichen Taste verschandeln" wollt, dann macht es doch wenigstens so, dass die Kamera z.B. per Lautstärketaste auslöst. Die wird nämlich beim Fotografieren nicht mal durch den digitalen Zoom belegt! Das würde mir und bestimmt auch vielen anderen das knipsen im Alltag sehr viel angenehmer machen!). Apropos Selbstporträt: Die Frontkamera ist allenfalls für Skype zu gebrauchen, aber nicht für Fotos. Zum Schluss möchte ich dann aber doch noch was Positives zur Kamera sagen: Es gibt 15 Bildeffekte wie Verzerrung, Schärfentiefe oder Aqua. Die reichen mir vollkommen und ich kann auf die ganzen Apps, die das sonst machen, verzichten.
Das Display: Beim Diyplay habe ich bisher echt nichts zum Meckern gefunden. Die HD-ready Auflösung ist knackscharf, die Farben sind sehr intensiv und auch die Helligkeit ist sehr gut. Mal nebenbei ein HD-Video auf YouTube gucken macht richtig Spaß! Die hier verwendete LCD-Technologie soll ja den Vorteil haben, dass das Display gegenüber AMOLED-Displays besser in der Sonne abzulesen sein soll. Ich konnte es nicht direkt mit einem aktuellen AMOLED vergleichen, aber selbst bei stärkerer Sonneneinstrahlung ist der Bildschirm noch sehr gut ablesbar. Der Sound und der Musikplayer: Wer schon mal ein HTC-Gerät hatte, wird sich im Standard-Musikplayer schnell zurecht finden. Er ist schlicht gehalten, bietet aber alles was ich von einem MP3-Player erwarte. Neben einigen Standard-Equalizern gibt es auch den Beats-Audio-Equalizer, auf den HTC ja mächtig stolz ist: Mit ihm werden alle Songs sehr basslastig. Das ist Geschmackssache (ich mag es ;) ) und kommt auch bei günstigeren Kopfhörern gut zur Geltung. Richtig heftig wird's aber erst, wenn man das Handy an Lautsprecher mit ordentlichem Subwoofer anstöpselt. Dann wummern ohnehin schon basslastige Lieder heftigst. Im Player sind außerdem noch ein paar Zusatzprogramme integriert: SoundHound (wie Shazam, aber ich finde Soundhound tatsächlich schneller und besser), Tunein (Internetradio) und 7digital (zum Kaufen von Musik). Der Lautsprecher des Handys ist...nun ja...ein Handylautsprecher. Um mal jemandem einen Song vorzuspielen oder ein YouTube-Video zu schauen reicht es. Mehr aber auch nicht. Mit Kopfhörern ist der Klang aber sehr gut, ich benutze das One X auch als MP3-Player im Alltag.
Die Software: Aktuell ist auf dem Gerät Android 4.0.3 mit HTC Sense 4.0, von meinem alten Handy war ich Android 2.2 und (wahrscheinlich) HTC Sense 2.x gewohnt und ich muss schon sagen: Es hat sich eine ganze Menge getan! Es gibt sehr viel zu entdecken, überall irgendwelche Spielereien (optisch und für die Bedienung), tolle Detaillösungen, und Einstellungsmöglichkeiten. Und es läuft schnell und flüssig, aber alles andere wäre bei der Leistung und dem Preis auch traurig für HTC. Da ich von einem "alten" Android-Gerät komme, das noch die vier Tasten unter dem Bildschirm hat (Home, Menü, Zurück, Suche), fehlt mir die Menü-Taste sehr. Das Menü (egal wo man sich befindet) ist nun nur noch ein virtueller Button rechts oben auf dem Bildschirm. Ich weiß nicht, warum die Taste dafür auf allen neuen Androiden fehlt, aber mich nervt es doch sehr. Zumal in einigen Anwendungen, wie Facebook oder fast allen Spielen, der Menü-Knopf dann doch nicht rechts oben, sondern plötzlich unten auf dem Bildschirm ist. Fast täglich ärgere ich mich ein bisschen, wenn ich irgendwo das Menü nicht sofort finde, weil es mal wieder nicht da ist, wo man es erwartet. Die Leistung: Bei so einem Power-Riesen erwartet man, dass alles flüssig und reibungslos läuft. So ist es auch. Sowohl bei den wenig aufwendigen Standard-Anwendungen als auch bei High-End-Games. Bei grafisch sehr aufwendigen Spielen, z.B. denen, die speziell für den Nvidia-Tegra3-Prozessor gemacht wurden, wird das One X schnell sehr warm. Nach 20 Minuten "Dark Meadow" (wohl grafisch bestes Game zur Zeit und es läuft tip-top) hat das Handy schon eine Temperatur von (laut Temperatur-App) fast 60 Grad! Bemerkbar macht sich das vor allem um die Kamera herum, wo wohl die vier Kerne sitzen. Da höre ich dann doch lieber auf zu spielen, sowohl weil es in der Hand unangenehm wird, als auch aus Angst vor Schäden am Gerät. Fest zu halten bleibt aber, dass das One X wohl mit allem prima zu Recht kommt, was aktuell im Google Play Store erhältlich ist und das mit der Temperatur wird sicher bei allen Quad-Cores ähnlich sein. Ich freu mich schon auf das erste Smartphone mit eingebautem Lüfter zur Kühlung (Achtung: Ironie!).
Der Akku: Die ersten zwei Tage dachte ich: "Was? Wie soll man denn so ein schönes Handy ordentlich nutzen können, wenn der Akku schon nach ein paar Stunden leicht intensiverer Nutzung schlapp macht??? Totales No-Go!". Nach spätestens den ersten fünf Aufladungen hat sich der Akku dann aber in voller Leistung entfaltet und man kommt bei (für meine Bedürfnisse) normaler Nutzung über den Tag. Das heißt, gelegentlich per WLAN surfen, Musik hören, etwas rumspielen und ein bisschen telefonieren. Allerdings hat ein Smartphone-Tag in der Regel keine 24 Stunden, sondern dauert bei mir etwa von 8 Uhr morgens bis 21, vielleicht auch mal 23 Uhr abends (wenn ich nicht zwischendurch mal kurz "nachtanke"). Dann sollte es wieder an die Steckdose gehen. Mir reicht das vollkommen und bisher ist der Akku auch noch nie unterwegs ausgegangen, immer erst wenn eine rettende Dose in der Nähe war. Bei rechenintensiver Nutzung (z.B. das oben genannte Spiel) kann man aber dem Akkustand geradezu in Zehn-Prozent-Schritten beim schrumpfen zu gucken. Grob geschätzt dürfte der Akku dann nach aller aller spätestens 3 Stunden leer sein, was aber so wie so keiner schaffen wird wegen der Hitzeentwicklung ;) Die Telefonie: Natürlich sollte man bei einem Telefon auch mal die Telefonie ansprechen: Da gibt es nichts dran aus zu setzen. Ich verstehe das Gegenüber gut und es versteht mich. Auch das Wählen bzw. die Kontaktsuche geht leicht von der Hand. Mehr gibt's da eigentlich nicht zu sagen...
Fazit: Beim nochmaligen Durchlesen ist mir aufgefallen, dass ich hier gerade ziemlich viel rumgemeckert habe. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse, das zudem das aktuelle Flaggschiff von HTC, wenn nicht sogar von Android ist, fällt einem aber eben alles auf was nicht optimal ist und alles was gut ist, setzt man als selbstverständlich voraus. Ziemlich alle meine negativen Punkte sind allerdings ein Meckern auf hohem Niveau. Für ein Smartphone ist das One X top ausgestattet, leistungsstark und vorerst zukunftssicher! Und zudem auch sehr viel hübscher als das gerade vorgestellte Samsung Galaxy S3 ;) Ich muss noch erwähnen, dass ich das Gerät zu Testzwecken von trnd.com erhalten habe, es also nicht selbst gekauft habe. Ob einem das Handy um die 550 Euro wert ist, muss jeder selber wissen. Bei kleinerem Budget kann man sich ja mal das One S anschauen oder auf eine preisliche Kampfansage seitens HTC hoffen, wenn Samsungs neues Flaggschiff bald erscheint. Alles in allem gebe ich dem One X 3,8 Sterne. Wegen dem ciao-Bewertungssystem runde ich aber auf vier Sterne auf ;) Wäre es 100 Euro günstiger (und eines Tages wird das ohne Zweifel der Fall sein) würde ich definitiv 5 Sterne und eine absolute Kaufempfehlung geben!
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