...
Die Glocke im Turm (H.P. Lovecraft & Lin Carter)
Ein Mann der bei jedem Glockengeläut sich einschließt, und kurz vor dem Selbstmord steht: Hier wird seine Geschichte erzählt. Beim durchforsten von esoterischen Schriften stößt er auf ein rätselhafte Buch, um im weiteren Verlauf ... Bericht lesen
hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Werke des Cthulhu-Schöpfers und die seiner Nachfolger kopfhörergerecht aufbereitet wurden. Wenn sich die Fans schon bei...
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten; Preise und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein. Alle Angaben ohne Gewähr.
Erfahrungsbericht von winterspiegel über H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - Der Cthulhu Mythos 6. August 2004
Produktbewertung des Autors:
Spannung:
ziemlich spannend
Pro:
Die Annäherung an den Mythos, die Aufbereitung der Lesung, die Sprecher
Kontra:
Die meiner Meinung nach schwächste Story „Die Glocke im Turm“
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Mit „Der Cthulhu Mythos“ erscheint in der „Bibliothek des Schreckens“ eines von bisher zwei Hörbüchern, die sich dem phantastischen Werk des amerikanischen Literaten Howard Phillips Lovecraft widmet. Neben „Der Schatten über Innsmouth“ bringt das Label LPL Records im Vertrieb von Lübbe Audio jeweils eine Box mit vier CDs heraus, die im düsteren Look der darin enthaltenen Geschichten sehr ansprechend gestaltet wurde. „Der Cthulhu Mythos“ auf den sich dieser Bericht bezieht, ist eine Kurzgeschichtensammlung in Hörform von Lovecraft und von weiteren Autoren die sich von der Sage inspirieren ließen. Es sind die vielleicht mit besten Erzählungen, die der im Festa-Verlag erschienen Buchreihe „Der Cthulhu-Mythos“ 1917-1975 und „Der Cthulhu-Mythos“ 1976-2002 entnommen- und für eine passgerechte und spannende Hörbuchumsetzung bearbeitet wurden.
Was ist der der Cthulhu Mythos?
Zugegebenermaßen stand ich etwas ratlos vor dem Zungenbrecherwort, da ich bisher Lovecraft und seine Werke noch nicht kannte. Ein Umstand den ich schnellstmöglich beheben wollte, da die Fantasien des - wenn man seine Biografie einmal zu Grunde legt – doch sehr verschrobenen Autors, eine ganze Legion von Schreibern beeinflusste, die sich an seinem Werk orientierten. Der, wie er selbst sagt, von Poe sehr stark geprägte Literat, vererbte somit Schriftstellern moderner Horrorliteratur, unter denen Stephen King der bekannteste sein dürfte, ein Vermächtnis, mit dem sie ihre eigenen Literarischen Ergüsse bereichern.
Die zentrale Geschichte des Mythos dreht sich um den gottgleichen Dämonen Cthulhu, einem Ding zwischen einem Drachen und einem Octopus, der der Sage nach in grauer Vorzeit zusammen mit den anderen „großen Alten“ von den Sternen kam und sich auf der Erde niederließ. Dort herrschte er lange Zeit und brachte Chaos und Zerstörung über den Planeten, bis er durch einen Fluch in sein Grab unter der Stadt R’lyeh verbannt wurde, die schließlich im Laufe der Äonen in den Fluten der Ozeane versank. Doch dieses abscheuliche Ungeheuer kann niemals sterben… „DAS IST NICHT TOT, WAS EWIG LIEGT, BIS DASS DER TOD DIE ZEIT BESIEGT…“ es schläft nur, und wartet darauf, dass es durch ein teuflisches Ritual wider zum Leben erweckt wird, um das Ende der Menschheit für immer zu besiegeln.
Dieser grundlegender Gedanke wurde von verschiedenen Autoren wie etwa August Derleth auf Lovecrafts eigenem Wunsch hin, zu weitreichenden Erzählungen und phantastischen Legenden weitergesponnen. So kann unter bestimmten Vorraussetzungen mithilfe etwa der Beschwörungsformeln des ominösen „Buchs der toten Namen“ (Necronomicon) einen Blick in diese so andersartige Dimension geworfen werden, in denen die großen Alten existieren. Diese Zwischenwelt ist äußerst beängstigend und bizarr, sodass die meisten die einen Blick in diesen klaffenden Abgrund werfen, nicht sicher sein können für immer ihren Verstand zu verlieren.Einleitung / Lovecraft stellt sich vor
Die einzelnen Geschichten (sechs an der Zahl) werden in der Ich-Form und unter Verwendung der Sprechstimme David Nathans, so dem geneigten Hörer nahe gebracht, als würde der mit 47 Jahren an einem Krebsleiden verschiedene Lovecraft quasi aus dem Grab zu ihnen sprechen. Der zu Lebzeiten in Providence, Rhode Island lebende Autor plaudert munter darauf los, wie er schon im zarten Alter von 6 Jahren seine ersten Geschichten niederzuschreiben begann. Er wächst ohne Vater bei seiner Mutter, seinen beiden Tanten und dem Großvater auf. Lovecraft war ein kränkliches Kind, weswegen er oftmals der Schule fern bleiben musste. Kurz nachdem seine Mutter starb lernte er seine spätere Frau kennen mit der er nach New York zug. Doch diese Ehe hielt nicht sehr lange, und so kehrte der zur damaligen Zeit in schriftstellerischer Hinsicht nicht gerade erfolgreiche Autor nach Providence zurück, um in seiner Heimat die letzten Lebensjahre (die seine schöpferischsten werden sollten) zu verbringen. Erst nach seinem Tod wurde sein gesamtes Werk nach und nach äußerst erfolgreich veröffentlicht, obwohl es sich größtenteils nur um Kurzgeschichten oder Fragmente von Erzählungen handelte.
Dies alles und noch viele weitere Einzelheiten mehr, werden von David Nathan (die Synchronstimme z.B. von Johnny Depp) im augenzwinkernden Sprechstil wiedergegeben, gerade so als würde es sich um ein besonders vertrauensvolles Zwiegespräch zwischen Vortragskünstler und dem Zuhörer handeln. Auch alle anderen Erzählungen werden dementsprechend anfangs mit einem derartigen - wenn auch kürzeren - Statement von Lovecraft eingeleitet, um derart auf die jeweilige Geschichte einzustimmen.Der Ruf des Cthulhu (H. P. Lovecraft)
Lovecrafts zentrale Geschichte des Mythos ist aus der Sicht des Erzählers gehalten, der durch seine Nachforschungen sich an die Fährte des Kultes heftet, und sich immer weiter in den Sog der unheimlichen Zwischenwelt begibt. Im Nachlass eines verwandten Professors, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam, findet er unglaubliche Hinweise auf diesen geheimnisvollen Kult. Höhepunkt seiner Untersuchungen ist eine, im in die Hände fallende, Skulptur des gottgleichen Dämons Cthulhu. Gotteslästerliche Riten der unterschiedlichsten Naturvölker deuten auf eine Belebung und in der Folge auf eine Wiederkehr dieses unaussprechlichen Monstrums hin. Richtig gruselig wird es aber erst, als dem Nachforscher die Nachricht eines Seemanns zu Gehör kommt, als dieser dem Wahnsinn nahe von einer Fahrt zurückkam, bei dem alle seine Kameraden starben. Wenig später trifft den Matrosen selber unter recht merkwürdigen Umständen der Tod. Doch in seinen Berichten über diese schicksalhafte Seereise, die seine Witwe aufbewahrte und die nun das ganze Ausmaß des damaligen Entsetzens schildern, wird das unbegreifliche des Erlebten zum Spiegel von Verrücktheit und Irrsinn...
Gleich am Anfang präsentiert sich die für mich wahrscheinlich beste Geschichte dieses Hörbuches, indem Lovecraft seine unnachahmliche Phantasie spielen lässt -, verbunden mit einer stetigen Unruhe die den Hörer beim lauschen immer stärker befällt. Dieses nervenaufreibende Spiel treibt der Autor bis zum äußersten, und nur der Mangel an einer vernünftigen Auflösung könnte Kritik bei manchem Zuhörer verursachen, der sich vielleicht einen richtigen Abschluss der Geschichte gewünscht hätte. Doch wie bei fast allen Darstellungen von Lovecraft steht am Ende ein dickes Fragezeichen, und dennoch bietet das Ganze meiner Meinung nach halt so viel Freiraum, um sich in Gedanken weiter und weiter in der Geschichte zu verlieren, da sie so viele Möglichkeiten bietet, sie in die verschiedensten Richtungen weiterzuspinnen.Der Schwarze Stein (Robert E. Howard)
Den Erzähler verschlägt es ins unwegsame ungarische Hinterland. Hier ist er einem eigentümlichen schwarzen Stein auf der Spur, an dessen Standpunkt in bestimmten Nächten laut den Dorfbewohnern unheimliches geschieht. Der Erzähler wandert in eben einer solchen Nacht zu dem Stein, der sich als unheimlicher Monolith erweist, auf dessen Oberfläche heidnische Symbole eingraviert sind. Der Besucher schläft ein und erlebt einen Traum – oder besser eine Vision von wahrlich höllischer Natur. Ein kultischer Brauch wie er grausamer nicht sein kann, lässt ihn fast um seinen Verstand kommen. Auf der spitze des Monolithen erscheint schließlich als abscheulicher Höhepunkt ein Ungeheuer von unbeschreiblicher Statur. Als er schließlich wieder erwacht, sind aber alle Spuren der blutigen Messe verschwunden, als hätte diese niemals stattgefunden - und dennoch: An diesem Ort müssen sich vor Urzeiten Szenen abgespielt haben, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen...
Robert E. Howard, ein Freund Lovecrafts - und wohl am besten mit seiner bekannten Comicfigur „Conan, der Barbar“ in Verbindung zu bringen, setzt hier den Geist des Mythos fort, wenngleich hier einiges von der Abenteuerlust des Autoren zu spüren ist, die er selber gerne in seine Geschichten packt. Dennoch ist seine Erzählung ungemein furchteinflößend, sowie spannend geschildert und auch virtuos wiedergegeben. Auch die Länge der Story finde ich hier sehr gut gewählt. Der Schluss lässt auch hier wieder einiges offen, um seine eigene Interpretation mit einbringen zu können. Die Glocke im Turm (H.P. Lovecraft & Lin Carter)
Ein Mann der bei jedem Glockengeläut sich einschließt, und kurz vor dem Selbstmord steht: Hier wird seine Geschichte erzählt. Beim durchforsten von esoterischen Schriften stößt er auf ein rätselhafte Buch, um im weiteren Verlauf der Handlung zu einem Geheimgang zu gelangen, der ihn zu einer Glocke in einem Turm führt. Mithilfe des Buches führt er ein Ritual durch schlagen der Glocke durch, die ihn danach in eine fremde Dimension blicken lässt. Doch trotz der Warnungen die vor einem übermäßigen Gebrauch der bewusstseinsverändernden Glockenschläge warnt, gerät der Mann - einer Sucht gleich - immer stärker in den Bann dieser anderen Welt. So passiert es, das die Wesen dieser anderen Dimension auch einen Zugang zu unserer Welt erhalten, und seitdem wird der von Visionen heimgesuchte Mann die Geister die er rief einfach nicht mehr los…
„Die Glocke im Turm“ ist eines der vielen Schriftfragmente von Lovecraft, die er (absichtlich oder auch nicht) nie ganz zum Abschluss gebracht hatte. Lin Carter versuchte hier diese für den Zyklus so typische Story ergänzend abzurunden. Ganz gelungen scheint das aber nicht immer. Der sicherlich spannende Grundgedanke wurde einfach ein wenig schwerfällig zu Ende gedacht wie mir scheint. Die Elemente des Mythos sind aber immerhin soweit vorhanden, um sich in den Kreis der Geschichten nahtlos einzureihen.Warum Abdul Al Hazred dem Wahnsinn verfiel (D. R. Smith)
Diese Geschichte wird von Al Hazred dem fiktiven Verfasser des ebenso fiktiven Zauberbuches Necronomicon erzählt. Es geht um den römischen Feldherren Marcus Antonius, der sich auf einer Odyssee befindet, die ihn schließlich in ein wild zerklüftetes Gebirge führt. Dort trifft er auf einen der „großen Alten“ der angeblich der Vater des großen Cthulhu gewesen ist. Antonius und seine Männer sind schon seit langem von Hunger und Entbehrungen ihrer langen Reise gezeichnet. Doch tollkühn stellt sich der Krieger Antonius dem Monstrum in seiner Höhle entgegen. Als er später Blutbeschmiert seinen Männern entgegentritt, beginnt er seinen geschlagenen Gegner bei noch lebendigem Leib zu verzehren, auch wenn das Fleisch ihm noch so bitter schmeckt…
Diese Erzählung ist diejenige, die sich wohl mit am weitesten vom Stil Lovecrafts entfernt, und die sich mancherlei haarsträubender Szenen bedient, die nicht so recht in das Bild des eher durch Andeutungen aufwartenden Horrors des Mythos passen will. Und dennoch: mich hat vor allem die Charakterisierung des Helden angesprochen, und dass durch Mut und eisernen Willen selbst so ein Ungeheuer zur Strecke gebracht werden kann. Siegfried und sein Kampf mit dem Drachen lassen hier sicherlich nicht nur unterschwellig grüßen. Lovecraft hätte aber sicherlich Zeder und Mordio geschrieen wenn er noch miterlebt hätte, wie einer seiner „großen Alten“ geradezu abgeschlachtet- und nachhaltig am Nimbus deren Unbesiegbarkeit gerüttelt wird.Dagon (H. P. Lovecraft)
Einem Kriegsgefangenen gelingt die Flucht aus deutscher Gefangenschaft. Nach mehreren Tagen strandet er auf einer verlassenen Insel, deren seltsame Topografie ihm mehr als merkwürdig erscheint. Ziellos wandert er umher, bevor er einen Berg vulkanischen Ursprungs hinaufklettert. Oben angelangt entdeckt er einen tiefen Abgrund, den er nach kurzem Zögern hinabsteigt. Auf dem Grund des Kraters entdeckt der einen monolithischen Stein, auf dem die merkwürdigsten Seetiere und Zeichen eingeritzt wurden. Als ein Wesen von scheußlicher Abartigkeit auftaucht, gelingt es dem vor Angst fast Gelähmten gerade noch zu entkommen. Später, nachdem er von einem Schiff aufgesammelt wurde, nimmt ihm niemand diese phantastische Geschichte ab. Doch die Albträume in denen das Monster seine glitschigen Fangarme nach ihm ausstrecken, lassen ihn nicht zur Ruhe kommen...
„Dagon“ ist sozusagen der Vorläufer von „Der Ruf des Cthulhu“. Hier hat Lovecraft die Grundlagen geschaffen um sie in seiner späteren Geschichte noch weitreichender in den Rahmen des Mythos einzubetten. Dennoch ist die Erzählung für sich gesehenen ein kleines Meisterwerk der Minimalistik, das den Zuhörer ein weiteres Mal in den Zauber der vom Autor geschaffenen Abgründigkeit zu ziehen vermag. Er schafft es durch seine detaillierten Beschreibungen, aber auch durch bloße Andeutungen der sich abzeichnenden Schrecken, ein Bild der allmählichen Verstörung heraufzubeschwören, das einen einfach fesselt. Ein Porträt Torquemadas (Christian von Aster)
Felix Ney, ein Kunsthistoriker und Restaurator liegt in einem Hospital. Sein Tagebuch birgt eine unglaubliche Geschichte, in der er auf der Spur von versteckten Zeichen war, die in den von ihm untersuchten Gemälden versteckt wurden. Nach seinen daraufhin eingeleiteten Recherchen und Untersuchungen, kommt er hinter eine Verschwörung teuflischen Ausmaßes. Hinter diesem Komplott steckte der erbarmungslose spanische Großinquisitor Torquemada, der sich mit Cthulhu dem Großen verbündet hatte. Noch immer scheint dieses unsägliche Komplott aus der Vergangenheit zu wirken, und Ney sah schließlich keinen anderen Ausweg um die versteckten Hinweise zu vernichten, sodass er versuchte die Bilder zu verbrennen….
Christian von Aster, der mit dieser Erzählung einen Schreibwettbewerb gewann, der das Thema der Cthulhu-Geschichten zur Grundlage hatte, entwarf einen gut durchkonstruierten, mit allerlei Anklängen aus bekannten Storys angereicherten Lovecraft-Mix. Auch er greift - wie so viele Geschichten zuvor - die Thematik anhand aufgeschriebener Erlebnisse auf, die den Betrachter langsam in den Wirbel des phantastischen ziehen. Das schafft der Autor größtenteils ganz gut, obwohl er manchmal mit seiner Theatralik etwas übertreibt und auch den Stil der alten Meister fast ein wenig zu perfekt versucht zu kopieren. An der insgesamt guten und durchdachten -, in diesen Themenkreis passende Geschichte, ändert das allerdings im Endeffekt nicht sehr viel.Musik / Sprecher
Die meist düstere Musik, die sich eigentlich nur zwischen einzelnen Abschnitten immer mal wieder bemerkbar macht, um das Publikum auf die einzelnen Geschichten einzustimmen, oder ihm Gelegenheit gibt das Gehörte erstmal sacken zu lassen, erfüllt ihren Zweck voll und ganz. Diese fast schon martialischen Klangkompositionen unterstreichen somit die Atmosphäre des gesprochenen Wortes noch mal recht eindrucksvoll.
Die beiden Vortragskünstler Joachim Kerzel als Erzähler und David Natan als die Stimme von Lovecraft, die jeder Erzählung vorangeschickt wurde, haben sicherlich einen großen Anteil daran, weshalb diese stimmungsvolle Lesung so gut rüberkommt. Natan hat hier zwar nur eine mehr oder weniger einleitende Funktion, doch was er aus dieser Rolle macht ist so hörenswert, dass man der darauf folgenden Geschichte sein Gehör einfach schenken muss. Kerzel, der alte Hase in diesem Gewerbe, bekannt für seine Synchronstimme von Jack Nicholson und vielen anderen Hollywoodmimen, scheint dafür prädestiniert zu sein gerade die unheimlichen Geschichten so überzeugend wie kein Zweiter vorzutragen. Seine unverwechselbare tiefe und zugleich raue Stimme gibt auch diesem Hörbuch, wie so unzähligen anderen davor, die genau richtige Portion an latenter Unheimlichkeit mit auf den Weg, sodass man auch schon mal über kleinere Aussprachepatzer hinwegsehen kann.Fazit
Liebhaber von Hörbüchern sowie Hörspielen kommen an dieser von Sven Hasper und Oliver Rohrbeck mit viel Liebe zum Detail umgesetzte, schaurige Hörvergnügen kaum herum. Lars Peter Lueg hat sich mit seiner Firma LPL Records auf die Fahnen geschrieben im Bereich der unheimlichen Erzählungen qualitativ hochwertige Produkte abzuliefern. Und das merkt man diesen auf vier CDs verarbeiteten Geschichten einfach an. Sollte sich deshalb einmal eine etwas schwächere Story in diesen erlauchten Kreis des Cthulhu-Zirkels gemogelt haben, so macht das die einfallsreiche Präsentation mithilfe der hervorragenden Sprecher wieder mehr als wett.
Abraten kann ich die vorliegende Box eigentlich nur denjenigen, die mit Horror oder phantastischen Angelegenheiten, die im Stile einer düsteren Gothic Novel daherkommen, so überhaupt nichts am Hut haben. Auch für diejenigen, die mit einem viel Interpretation verlangenden Handlungsverlauf – und vor allem einem offenem Schluss – nichts anfangen können, dürften diese Geschichten sicher nicht unbedingt das Richtige sein. Aber alle anderen, die auch nur einen Funken Leidenschaft für atmosphärisch- und stimmungsvollen Grusel übrig haben, der sich einem unwiderstehlich unter die Haut zu schieben scheint, kann ich nur raten zuzugreifen. Denn ganz sicher wurde das Hörbuch nicht umsonnst als das Beste des Jahres 2003 im Bereich Phantastik ausgezeichnet. Anmerkung:
Ein weiteres Hörbuch zur Materie ist von LPL Verlag mit Lovecrafts „Der Schatten über Innsmouth“ erschienen. Hier gibt es eine längere vom Autoren verfasste Geschichte, die sich ausführlicher mit einem Teilaspekt des Mythos beschäftigt. Die wiederum auf 4 CDs (eine Bonusscheibe mit viel Hintergrundmaterial ist auch vorhanden) erhältliche Lesung, wird allerdings diesmal von Lutz Riedel gesprochen. Und soviel sei schon mal verraten: er macht seine Sache wahrlich nicht schlecht.
Weitere Hörbucher der Lovecraft-Folgen sind auch schon in Vorbereitung. Im September 2004 erscheinen mit „Das Ding auf der Schwelle & Die Ratten im Gemäuer“ weitere Geschichten, die unter der Reihe Bibliothek des Schreckens veröffentlicht werden.
Pro: spannend, vielseitig, z.T. ausgetüftelt, toll inszeniert und gelesen Kontra: nur 2 schwächere Stories, nicht ganz billig
...Die Geschichten
°°°°°°°°°°°
- H.P. Lovecraft: "Der Ruf des Cthulhu" (1928): Dies ist die grundlegende Erzählung, die jeder kennen muss, der sich mit dem Cthulhu-Mythos und den Großen Alten, die von den Sternen kamen, beschäftigt. (Dies ist kein Privatmythos: Seit den 30er Jahren schreiben andere Autoren [s.u.] an diesem Mythos weiter.) - Der Erzähler untersucht die Hintergründe des unerklärlichen Todes seines Großonkels Angell, eines Gelehrten ... ...darüber verrückt wurde.
- H.P. Lovecraft: "Dagon" (1917) ist der Prototyp zu dem viel besser erzählten "Der Ruf des Cthulhu". Ein entkommener Kriegsgefangener des 1. Weltkrieg strandet nach Irrfahrt auf einer ungastlichen Insel im Südpazifik. Der Strand besteht aus einem schwarzen, toten, schleimigen und ekligen Sumpf, auf dem nichts lebt. Er schleppt sich vier Tage lang (ohne Wasser!) zu einem Hügel hoch, der sich als Vulkankrater entpuppt. Ist ...
Bericht lesen
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Spannung:
sehr hilfreich
06.01.2004
(10.01.2004)
Vergleichen Sie ähnliche Produkte mit H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - Der Cthulhu Mythos