Halle/Saale - Sportinternat RKS

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Hi Leute. Ich bin seit neun Jahren auf einem Internat. Diese Einrichtung ist noch aus der Zeit der DDR, die auf diesen Einrichtungen die absoluten Topathleten ausgebildet hat. Zuerst möchte ich einen Einblick in das Internatsleben geben, später im Bericht sollen dann Fakten um und über ... Bericht lesen





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Sportinternat Halle - Pro und Contra
Erfahrungsbericht von Wurstk über Halle/Saale - Sportinternat RKS
25.09.2001


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Teamwork; Selbstständigkeit; Disziplin; Toleranz; zentraler Ort, von dem aus alles koordiniert werden kann
Kontra: Altes Gebäude; schlechte, dem Leistungssport nicht angepasste Verpflegung

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hi Leute.
Ich bin seit neun Jahren auf einem Internat. Diese Einrichtung ist noch aus der Zeit der DDR, die auf diesen Einrichtungen die absoluten Topathleten ausgebildet hat.

Zuerst möchte ich einen Einblick in das Internatsleben geben, später im Bericht sollen dann Fakten um und über das Internat anklingen.

Missen möchte ich die Zeit nicht, in der auf dem Internat gelebt habe. Sicherlich, war es meist schwer, immer diszipliniert zu sein aber Kameradschaft, Spaß, Toleranz und Lebensfreude wurden mir auf dieser Einrichtung vermittelt, die heute immer mehr von Verantwortlichen im Spitzensport gefordert wird, damit sich junge Talente entwickeln können.
Aber, der Reihe nach. Am Anfang ist es sicherlich immer schwer ohne Eltern in einer fremden Umgebung aufzuwachsen. Viele schaffen diese Umstellung nicht. Erzieher/innen in dem Internat spielen dann "Mutti und Vati", so auch bei mir. Nach einer meist schweren Eingewöhnungszeit, in der man sich kaum mit der örtlichen Umgebung sowie dem meist rauen Umgangston im Internat zurecht findet, entdeckt man dann, nach ungefähr einem Jahr der Eingewöhnung aber auch die guten Seiten im Internat, von denen es einige, nennenswerte gibt. Teamwork, Selbstständigkeit, Ausprägung der eigenen Individualität, Ordnungssinn ( der Besonders groß geschrieben wird ), sowie Achtung vor den anderen Mitbewohner und das Gewissen, Drucksituationen standhalten zu können und ihnen nicht ausweichen zu müssen werden von den meisten erfasst und umgesetzt. Natürlich hat das Internat eigene Gesetzte. Ist man neu versuchen die anderen Bewohner, einem seine eigenen Fehler besonders deutlich spüren zu lassen. Zeitweise geschieht dies mit sehr drastischen Mitteln, dagegen ist man dann meistens machtlos ( dies bildet allerdings die Ausnahme und wird tatsächlich nur bei absoluten „Flaschen“ angewendet ). Nach einer gewissen Zeit, der Isolation entwickelt sich meistens ein sehr intensives und langanhaltendes freundschaftliches Verhältnis zwischen den Parteien. Welches auch so manche Krise übersteht. Da ich seit über neun Jahren auf dem Internat bin und es im nächsten Jahr verlassen werde habe ich solche Spielchen nicht mehr nötig und bekomme sie auch nur am Rande mit, da ich mich viel zu sehr auf mich selbst konzentrieren muss. Das Internat und der gleichzeitig ausgeführte Sport sind eine harte Schule für`s Leben, missen möchte ich sie aber trotzdem nicht. All diese negativen und positiven Erinnerungen prägen einen sehr. Ebenfalls zu erwähnen ist die hohe Eigenständigkeit, die sich mit der Zeit einstellt.Positiver Nebeneffekt, der sich durch selbstständiges kochen, putzen, Wäsche waschen, usw. einstellt.

Im Internat RKS in Halle arbeiten 7 Erziehrinnen, 2 Nachtpförtner sowie 1 Pförtner, der tagsüber agiert. Die Erzieherinnen sind gleichmäßig auf die vier Etagen verteilt und gehen meist fantastisch auf die Sportler ein, viele üben ihren Beruf nun schon seit über 20 Jahren aus und waren schon für Spitzensportler der damaligen DDR, wie Oliver Walther, Mario Franke und Cornelia Ender, usw. verantwortlich. Die Probleme der Sportler, sei es in der Schule oder z.b. mit dem Trainer, werden in Abstimmung mit der jeweiligen Partei zu lösen versucht. Es werden kaum Unterschiede in Behandlungsweisen der verschiedenen Sportarten gemacht.Außer der Sportart Kunstturnen sind weiterhin Fußball, Leichtathletik, RSG, Handball, Rudern und Aerobic vorhanden.
Delikte, die häufig begangen weredn, werden mit Verweisen geahndet.
Rücksicht wird auf den täglichen Schul- und Trainingsstress kaum genommen. So kommt es vor, dass man nach Schule und Training Pflichten im Internat erfüllen muss. Wie z.b. die Großreinigung die jeden Donnerstag gemacht werden muss. Jeweils 2 Personen teilen sich ein wenig komfortabel eingerichtetes Zimmer ( 2 Schränke, 2 Nachttischchen, 1 Tisch, 2 Stühle, 1 Schuhschrank und 2 Betten ).Jede Etage besitzt einen zentralen Waschraum mit Toiletten. Diese werden jeden Tag von Putzkräften gereinigt. Es gibt 4 Etagen, in der ersten Etage wohnen die jüngeren Mädchen aller verschiedenen Sportarten, die zweite Etage ist für Fußballer, Ruderer, Turner und Basketballer, die dritte Etage ist für die Kleinsten Jungen ( 3. bis 7. Klasse ) aller Sportarten, die vierte Etage ist für junge Frauen und Männer ( ab 11. Klasse ).

Alle Etagen besitzen einen bis zwei Fernsehräume, sowie einen Clubraum in dem Billard gespielt werden kann, Gesellschaftsspiele liegen ebenfalls aus. Nachtruhezeiten, die durch das Alter beschränkt sind ( ab dem 18. Lebensjahr keine Nachtruhebeschränkung mehr ), sowie angemessenes Benehmen sind in der Hausordnung, die viel zu streng ausgelegt ist geregelt.

In der Mensa ( leider ist sie ziemlich verkommen ) bekommt man am Tag fünf Mahlzeiten. Manchmal lassen diese aber an Qualität und Quantität so manche Wünsche offen. Mittag kann man nicht zwischen verschieden Hauptgerichten wählen und das Küchenpersonal arbeitet unhygienisch und verschließt sich vor Kritik. Ebenfalls ist das gesamte Internat äußerlich ein wenig verfallen.

Direkt in der näheren Umgebung befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle und diverse Bushaltestellen mit denen man schnell in die Stadt kommt. Der OSP Magdeburg/ Halle befindet sich direkt neben dem Internat. Einkaufsmöglichkeiten ( ALDI, EDEKA und KONDI ) befinden sich ebenfalls in der direkten Umgebung. Das Sportgymnasium, auf das alle Schüler gehen befindet sich 30 Schritte neben dem Internat... ist halt alles sehr zentral gelagert.

Einen wichtigen Kritikpunkt gibt es allerdings noch, der den Leistungssport absolut hemmt, rauchen wird im Internat und auf Raucherinseln in der Schule toleriert. Dies sollte man schnellstmöglich verbieten, leider stellen sich die Verantwortlichen in diesem Punkt taub. Schande, das.
Die Kosten für das Internat sind je nach sozialer Stellung des Elternhauses unterschiedlich.
Ich hoffe, die überarbeitete Fassung des Berichtes gefällt euch besser.
Sebb.

   


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