Viel Geld machen mit Optionsscheinen

5  26.11.2000

Pro:
riesige Gewinnchancen

Kontra:
Erfahrung notwendig, Totalverlustgefahr

Empfehlenswert: Ja 

Hint1975

Über sich:

Mitglied seit:25.11.2000

Erfahrungsberichte:89

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 13 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zugegeben, das Optionsscheingeschäft ist nicht ohne und man sollte sich immer darüber im Klaren sein, daß man sein gesamtes Kapital verlieren kann. Aber dafür sind die Gewinnchancen auch gewaltig. Man kann innerhalb weniger Stunden 50% oder mehr machen.
Man muß als Laie aber auf einige Dinge achten. Am besten geht man folgendermaßen vor.

1) Hat man eine Aktie gefunden, die in letzter Zeit ungerechtfertigterweise relativ weit gefallen ist oder ist man sich bei einer Aktie 100% sicher, daß sie in nächster Zeit steigen wird, dann ist es die richtige Zeit, sich über einen Call Gedanken zu machen, also eine Kaufoption.
Diese verbrieft das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem vorgegebenen Preis zu kaufen.
Puts, also Verkaufsoptionen möchte ich hier als reiner Optimist nicht betrachten.

2) Hat man eine solche Aktie gefunden, dann sollte man zu www.onvista.de gehen und die Aktie aufrufen. Dann geht man auf den Link OS-Calls.

3) Hier läßt man sich die Calls nach dem Omega ordnen. Das Omega gibt an, um wieviel Prozent sich der Optionsschein ändert, wenn die Aktie um 1% steigt. Viele denken, daß der Hebel dies angeben würde. Dies ist aber leider nicht der Fall, es hängt nämlich davon ab, ob der Schein im Geld, aus dem Geld oder am Geld ist. Das Omega berücksichtigt dies.

Daraufhin sollte man die Suche starten.

4) In der nun erscheinenden Liste sollte man folgende Dinge im Auge behalten:

a) ein Omega unter 2 ist indiskutabel, denn dann könnte man auch gleich die Aktie kaufen, was deutlich weniger Risiken birgt.

b) Es gibt stets eine Geld-Brief-Spanne, also die Unterschiede zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Man sollte nur Optionsscheine kaufen. wo beide Werte nicht mehr als maximal 3-4% auseinander liegen. Gute Optionsscheine haben einen Spread von gerade mal 1-2%. Ansonsten bedeutet es nämlich nichts anderes als daß die Bank den Schein nur ungern zurücknimmt und daher eine höhere Prämie verlangt.

c) die implizite Volatilität steht in der Spalte ganz rechts. Hier sollte man darauf achten, daß man nicht gerade den Call mit der höchsten Volatilität kauft. Die Volatilität gibt nämlich die Schwankungsbreite des Calls an. Kauft man in turbulenten Zeiten, dann ist die Volatilität sehr hoch. Beruhigt sich die Börse danach, so nimmt sie ab und wenn gleichzeitig der Kurs der Aktie stagniert, fällt der Call dennoch stark ab, da sich der Call-Preis in Abhängigkeit der Volatilität berechnet.
Daher sollte man auch nur selten Calls auf Werte des Neuen Marktes kaufen oder auf Werte der NASDAQ. Die Volatilität ist hier viel zu hoch.
Eine vernünftige Volatilität liegt für Dax-Technologietitel bei ca. 50 bis maximal 60%. Bei Standardwerten aus Old Economy Bereichen sind es 30-40%.

d) Schließlich ist auch noch auf Laufzeit und Basispreis zu achten. Am besten kauft man nur Calls, die entweder im Geld sind oder zumindest beinahe am Geld, d.h. Calls deren Basispreis niedriger als der aktuelle Börsenkurs ist oder deren Baispreis nahe am aktuellen Börsenkurs liegt.
Bei der Laufzeit hängt es von der Risikobereitschaft ab. Bei einer kurzen Laufzeit bedeutet ein drastischer Einbruch der Aktie Totalverlust beim Call. Bei längeren Laufzeiten ist das Omega zwar niedriger, aber das Risiko ist berechenbarer.

Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß ein Call immer einen inneren Wert und einen Zeitwert hat. Letzter ergibt sich aus der Chance positiver Kursbewegungen. Je kürzer die Laufzeit eines Calls, desto geringer der Zeitwert. Wenn der Kurs einer Aktie also stagniert und sagen wir ein Monat Zeit verstreicht, so wird der Call deutlich an Wert verloren haben, da die Zeit für positive Kursänderungen geringer geworden ist. Bei dem Kauf von Optionen tickt also ständig die Uhr, ganz im Gegensatz zu einer normalen Aktienanlage.

Am besten kauft man also Calls mit mindestens 6 Monate Laufzeit, die im Geld oder beinahe am Geld sind, die ein Omega zwischen 2,5 und 5 haben, die einen Spread von weniger als 3% besitzen und im Vergleich zu den anderen gelisteten Calls eine niedrige Volatilität aufweisen.

Dann sollte hohen Gewinnen nichts mehr im Weg stehen, vorausgesetzt das Glück spielt auch etwas mit.

Eine letzte Anmerkung:

Banken sind verpflichtet, Calls wieder zurückzukaufen, d.h. man bleibt auf einem Call nie sitzen. Allerdings sieht man am Spread, ob Banken den Call gerne oder weniger gerne zurückkaufen. Daher nur Calls mit neidrigem Spread kaufen.

Ich hoffe, ich habe Euch etwas helfen können!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
patzischatzi

patzischatzi

16.02.2001 18:48

Ich habe vorher schon deinen Bericht über onvista gelesen. Auch dafür Kompliment. Optionsscheine sind echt ein Ding für risikobereite Leute. Ich habe vor kurzem in einer Zeitung Infos darüber gefunden, aber geholfen hast du mir wirklich mehr. Man liest sich also bestimmt wieder. Gruß, Patzi.

rixen_de

rixen_de

05.12.2000 19:28

Hi, ich mag zar ne Komm über Kommentare nicht gerne aber Du hast keine email angegeben... Verity ist super. Die hatte ich mal im Portfolio, aver immer etwas Angst wegen der verdammten Marktenge. Einer der wenigen kaufenswerten Titel im NAZ. Fokussiere mich im MOment stark auf Titel mit vernünftiger Bewertung, viel heissen eine Csco kann noch so tolle Aussichten haben, die kommt nicht in mein Depot... Bitte schreibe mir doch mal ne mail an rixen_de@ciao.com, bin immer an gutem Börsentalk interessiert. Ach ja-man kann zu Einzelwerten auf ciaofn schreiben. Das lesen aber kaum Leute, da würdest Du dich unter Wert verkaufen

IQIQIQ

IQIQIQ

26.11.2000 23:35

Sehr fundierte Meinung, aber trotzdem zwei Anmerkungen: Als Laie sollte man die Finger von Optionsscheinen lassen. Das ist nichts für Spielereien. Selbst bei den Profis gehen mit solchen Geschäften viele pleite. Außerdem: Dein letzter Absatz dürfte bei Laien - zu Unrecht - großen Optimismus auslösen: Richtig - oder zumindest deutlicher - muss es heißen: Die Banken müssen Calls zurücknehmen, aber zu dem Preis der zum Zeitpunkt der Rücknahme gilt. Man kann also nicht nur die paar Prozent des Spreads verlieren, sondern natürlich auch noch den gesamten Kursverlust des Optionsscheins (also schnell mal 50% oder fast beliebig viel mehr)!

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