Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
gut für Motorik, Koordination, Sprachentwicklung |
| Kontra: |
nur mündliche Überlieferung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Alte Kinderspiele kommen jetzt mal wieder ganz frisch in Mode, so gibt es immer wieder neue Fachbücher mit Titeln wie „Schöne alte Kinderspiele“ oder „Alte Kinderspiele neu entdeckt“. Komisch, dass man diese Spiele erst wieder entdecken musste, wurden sie doch über jahrzehnte immer wieder von Generationen weitergegeben!
Doch dann kam die Gameboygeneration und da wurden in jeder Ecke des Schulhofes die kleinen batteriebetriebenen Dinger eingesetzt anstatt wie gewohnt Gummitwist und Hinkelkästchen zu spielen! Und schwupps, waren die schönen alten und auch sinnvollen Kinderspiele verschwunden!
Jetzt gibt es Handy – und Gameboyverbote auf dem Schulhof und Kinder werden wieder durch Projekte zu Bewegung animiert, wo man doch gerade mit Schrecken erkannt hatte, dass jedes 5. I-Männchen schon mit Übergewicht eingeschult wurde!
Mit Freude habe ich neulich auf dem Schulhof der nahe gelegenen Grundschule ein paar Kinder beobachtet, die ein mir ganz vertrautes Spiel spielten: Handklatschspiele!
WAS IST DAS?
Hinter dieser etwas blödsinnigen Bezeichnung verbergen sich Reim- und Spiellieder, bei denen passend zum Rhythmus in die Hände geklatscht wird. Dabei sind mindestens zwei Spieler notwendig, die ihre Hände in verschiedenen Positionen und Reihenfolgen zum Klatschen bringen.
SINN UND ZWECK
Natürlich sind diese Spiele früher nicht ohne Sinn und Zweck erfunden worden. Bei diesen rhythmischen Sprechgesängen lernen Kinder schon früh den Wortrhythmus kennen und auch Reime werden so schon schnell erkannt. Dieses spielerische Auseinandersetzen mit der Sprache kann schon früh einer Lese-Rechtschreib-Schwäche (kurz LRS) vorbeugen.
Außerdem sind bei manchen Spielen höchste Konzentration und Koordination gefragt.
Durch das gleichzeitige und unterschiedliche Bewegen beider Hände und Arme werden beide Gehirnhälften angesprochen und die Verbindung durchaus gefördert!
KLATSCHFORMEN
Jetzt kommt wirklich eine ganz doofe Aufgabe, wie beschreibe ich möglichst flüssig verschiedene Klatschformen, dass ihr sie versteht?
Ich gebe mal bestimmte Bewegungen mit einer Nummer an, die ich dann später in den Spielbeispielen mit Nummern versehe. Ok?
Position 1): Jeder Spieler klatscht in seine eigenen Hände.
2) Beide Spieler stehen sich gegenüber und klatschen sich in die gegenüberliegenden Hände.
3) Beide Spieler klatschen sich gegenseitig in die rechte Hand .
4) Beide Spieler klatschen sich gegenseitig in die linke Hand.
5) Ein Spieler hält eine Hand oben mit der Handfläche nach unten weisend, seine andere Hand befindet sich unten, mit der Handfläche nach oben weisend.
Der zweite Spieler schlägt nun mit seinen Handflächen in die des anderen Spielers.
SPIELBEISPIELE
Bevor ich zu den wirklich schwierigen Teilen komme, möchte ich mit etwas Vertrautem beginnen. Sicherlich kennt ihr alle das Em pompi?
Bei diesem Handklatschspiel können so viele Mitspieler mitmachen, wie zur Verfügung stehen. Dabei legt jeder Spieler seine rechte Hand auf die linke Hand des Nachbars. Dann beginnt ihr zu singen und gebt einen Handschlag im Kreis herum. Bei dem der letzte Schlag auskommt, der muss ausscheiden.
-Em pompie-
Em pompie, kolonie, kolonastik, em pompie, kolonie.
Accademi, sofari, accademi, buff, buff.
So, jetzt wird es etwas schwieriger...
Zunächst gebe ich Euch einen rhythmischen Sprechtext vor, die Bewegungen dazu findet ihr in den Klammern:
-Charlie Chaplin-
Charlie Chaplin wollt verreisen,
kaufte sich vier Sachen ein.
Das Erste war ein Hoola Hoop.
Das Zweite war ein Lexikon.
Das Dritte war ein Chachacha.
Das Vierte war ein Charlie Chaplin.
Bewegungen pro Silbe: 1-3-1-4-1-3-4…
Bei den jeweiligen Textstellen Hoola Hoop/ Lexikon/ Chachacha/Charlie Chaplin werden andere Bewegungen gemacht:
Bei Hoola Hoop lasst ihr die Hüften kreisen;
Bei Lexikon reibt Eure Hände ineinander,
Bei Chachacha macht einen seitlichen Wechselschritt und bei Charlie Chaplin imitiert ihr seinen Schritt.
So, kommen wir zum nächsten!
Hier bitte folgende Bewegung: 1-5-1-5-1-5…
Bei den Wiederholungen der Silben wie brannt, brannt, brannt, klatscht bitte dreimal in die eigenen Hände.
- Bei Müllers hat´gebrannt-
Bei Müllers hat's gebrannt -brannt -brannt,
da bin ich hingerannt -rannt -rannt.
Da kam ein Polizist -zist- zist,
der schrieb mich auf die List', List', List'.
Die List', die fiel in' Dreck, Dreck, Dreck,
da war mein Name weg, weg, weg.
Da lief ich schnell nach Haus, Haus, Haus,
zu meinem Bruder Klaus, Klaus, Klaus,
da war die G'schichte aus, aus, aus.
Und weiter geht es nun…
Hier solltet ihr Euch selber ein leichtes Klatschmuster auswählen, denn einige Bewegungen werden extra dargestellt!
-Ich ging zum Doktor Wullewulle-
Ich ging zum Doktor Wulle Wulle Wull
mit meiner Schwester Kille Kille Kill,
mit meinem Bruder Box Box Box,
er sagt, ich sei ein Ochs Ochs Ochs.
Jetzt komme ich zu den Extra-Bewegungen, die ihr sicherlich auch schon vermutet habt:
Bei Wullewulle Wull dreht ihr Eure Hände umeinander,
bei Kille kille Kill kitzelt ihr den Partner,
bei Box Box Box wird dieser geboxt
und in der letzten Strophe könnt ihr ihm die Hörner zeigen!
So jetzt kommen wir zu einem Klatschlied mit Schikanen!
Bei diesem Lied wählt ihr erneut ein leichtes Klatschmuster und beginnt zu singen.
Ab einer bestimmten Stelle müsst ihr nun springen: Beine spreizen, Beine schließen usw.
Wenn ihr am Ende des Liedes mit gespreizten Beinen da steht, bekommt ihr eine Strafe aufgebrummt: Bei der nächsten Runde müsst ihr nun in gebückter Haltung weitermachen…
Danach immer weiter in die Hocke gehen!
So jetzt der Text:
-Auf einer bayrischen Bank-
Auf einer bayrischen Bank,
da saß ein bayrischer Mann
und dieser bayrische Mann,
der sagte:
(ab jetzt nur noch springen)
Auf den Professor
Mit dem Messer
Alle Leute stehen still!
KOMMENTAR
Mein persönlicher Favorit war das letzte Spiel, bei dem ich oft schon knien musste!
Wenn wir großen Andrang hatten konnten wir auch in großer Runde das Em pompie spielen, welches auch heute noch bei vielen Kindern bekannt ist!
Mir persönlich haben diese Spiele immer sehr viel Spaß gemacht. Zugegeben, wenn ich mir heute die Texte ansehe, frage ich mich schon, was das eigentlich für einen Sinn gibt. Aber früher gab es sicherlich auch noch mehr Wortspiele, die keinen Sinn ergaben jedoch viel Spaß bei den Kindern verbreiteten!
FAZIT
Klatscht mal wieder, und warum immer nur in die eigenen Hände?