Sind Handys gesundheitsgefährdend?
12.11.2003
Pro:
Der Vorteil eines Handys überwiegt evtl . Gefahren
Kontra:
Kann wissenschaftlich nicht wirklich belegt werden
Empfehlenswert:
Ja
 Palstring
Über sich:
Mitglied seit:08.07.2003
Erfahrungsberichte:50
Vertrauende:40
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 78 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Handys erzeugen Elektrosmog, ein Thema, das die Gemüter erhitzt und die Öffentlichkeit polarisiert. Seit Beginn des Aufbaus der UMTS-Netze hat sich die Diskussion noch verschärft. Bürgerinitiativen formulieren Ängste. Mobilfunkbetreiber verweisen auf den aktuellen Forschungsstand und geben Entwarnung. Viel Lärm um, ja, was eigentlich? Was ist Elektrosmog überhaupt? "Elektrosmog" ist ein Kunstwort und verweist auf Umweltbelastungen durch elektromagnetische Felder. Erzeugt werden solche Felder unter anderem von elektrischen Geräten wie Mikrowellen, Fernsehern, Mobiltelefonen, Computern, aber auch Mobilfunkantennen und Hochspannungsleitungen. In der Telekommunikation werden technisch erzeugte elektromagnetische Felder zur Signalübertragung verwendet. TV- und Radiosender funktionieren so, ebenso der moderne Mobilfunk. Hier von "Elektrosmog" zu sprechen ist wissenschaftlich betrachtet allerdings irreführend, denn "Smog" suggeriert, man habe es mit Schadstoffen zu tun, die sich unkontrolliert ausbreiten und vom Wind verblasen werden. Zwei Prozent der Deutschen führen ihre Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, ihre Schwindelgefühle und Konzentrationsschwäche auf eine früher unbekannte Elektrofühligkeit zurück. Sie erklären, dass sie die Wirkung elektromagnetischer Felder auf ihren Organismus direkt fühlen können. +++ Was sagt die Wissenschaft? +++ "Seit mehr als 20 Jahren wird die Wirkung elektromagnetischer Felder erforscht. Das Ergebnis lautet: Unterhalb der geltenden Grenzwerte besteht nach derzeitigem Forschungsstand keine Gesundheitsgefahr." Handys übertragen in hochfrequenten elektromagnetische Wellen, darunter versteht man elektromagnetische Schwingungen mit Frequenzen ab 30 000 Hz (Hertz), d.h. Schwingungen pro Sekunde. Das Feld wechselt in der Sekunde 30 000 mal die Richtung. Im Gegensatz zu den niederfrequenten Feldern ist jetzt das elektrische und magnetische Feld miteinander gekoppelt: das elektrische Feld erzeugt das magnetische und umgekehrt. Während die niederfrequenten Felder leitungsgebunden sind bzw. um die Leiter herum entstehen, pflanzen sich die hochfrequenten Wellen drahtlos im Raum fort. Aus diesem Grund werden sie für die Übertragung von Nachrichten als Funkwellen benutzt. Sie können über Antennen abgestrahlt und an einem anderen Ort über Antennen wieder empfangen werden. +++ Was hat man bisher herausgefunden? +++ Erforscht werden sowohl die thermischen Wirkungen (Umwandlung in Wärme) wie auch die so genannten athermischen Wirkungen. Darunter versteht man mögliche biologische Auswirkungen elektromagnetischer Felder auf den Organismus – so zum Beispiel Veränderungen des Zellstoffwechsels oder der Hirnströme. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen, der die Bundesregierung berät, äußerte sich: "Die Ergebnisse bisheriger wissenschaftlicher Untersuchungen deuten nicht auf einen begründeten Verdacht für ein Gesundheitsrisiko hin. So geben die im Umkreis von Mobilfunk-Sendeanlagen durchgeführten Studien keine Hinweise auf relevante gesundheitliche Risiken." Kreist die gesamte Elektrosmog-Debatte lediglich um einen Mythos? Bei bestimmten, insbesondere älteren medizinischen Geräten gibt es allerdings Grund zur Vorsicht. So weist das Bayerische Ministerium für Umweltfragen darauf hin, dass Elektronische Implantate wie Herzschrittmacher, Insulinpumpen oder Nervenschrittmacher Funksignale empfangen und darauf mit Fehlfunktionen reagieren können. Zwischen der Antenne des Handys und dem Herzschrittmacher sollte, so der Rat des Ministeriums, ein Mindestabstand von 20 Zentimetern eingehalten werden. Thermische Effekte beim Mobiltelefonieren, die gibt es. Klar. Aber sie sind nach bisherigem Erkenntnisstand völlig harmlos. Ein heißes Ohr nach einem verliebten Gespräch hat noch keinem geschadet. SAR (die spezifische Absorptionsrate) ist das Maß für die Aufnahme elektromagnetischer Energie, die in Körperwärme umgewandelt wird. Der Grenzwert für Mobiltelefone liegt bei 20mW/10g (Milliwatt pro Gramm Körpermasse) und für Mobilfunkantennen bei 0,08 Watt/kg (Watt pro Kilogramm Körpermasse). Das sind Werte, die auf dem aktuellen Forschungsstand und auf den Empfehlungen internationaler und nationaler Fachgremien, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK), basieren. Weder bei Handys noch bei Funkantennen werden die Werte überschritten. +++ Fazit ++ Entwarnung also? Wissen ist gut, mehr Wissen ist besser. Auch wenn die Wissenschaft bislang keinen Grund zur Sorge sieht, ist weitere Forschung wichtig und sinnvoll. Wer also auf sein Handy aus gesundheitlichen Gründen verzichten möchte, der kann das gerne tun – technisch nachvollziehen kann ich es als Elektromeister allerdings nicht. Diese Leute dürften allerdings auch kein Auto fahren, da hier weitaus größere Gefahren lauern...! Jeder sollte für sich relevante potentielle Gefahren abwägen, ich werde auf jeden Fall nicht auf mein Handy verzichten!
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
|
|
04.01.2004 20:12
also eins steht fest... ein Handy schadet auf jedenfall dem Geldbeutel *grins*
30.12.2003 15:33
Super Bericht! Bin da ganz deiner Meinung! Jeder sollte für sich entscheiden, was für ihn das richtige ist! Gruß Tobias
08.12.2003 18:35
Dein Plädoyer gegen zuviel Hysterie find ich gut. Keiner kann zwar bestreiten, daß es nicht doch vielleicht Auswirkungen haben könnte, aber wer telefoniert schon tagelang hintereinander? Außerdem ist das Handy doch heute eher Spielzeug als wirklich kommunikativ. gruß, carmen