Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
An sich nettes Personal |
| Kontra: |
Alles kommt auf die Hebamme an |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Ich habe im April 2008 im Henriettenstift in Hannover meine kleine Tochter bekommen. Da meine Erfahrungen etwas ambivalent waren, schildere ich sie mal.
Ich muss voraus schicken, was ich von einer Geburt erwarte und was meine Vorstellungen sind oder waren. Ich wollte gerne eine natürliche Geburt mit so wenig Schmerzmitteln und Medikamenten wie möglich. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, darum schicke ich es vorweg.
Meine Geburt begann mit einem Blasensprung um 12 Uhr nachts. Da ich danach wegen dem tropfenden Fruchtwasser ziemlich aufgeregt war und auch keine Kindsbewegungen mehr wahrnahm, fuhren wir gegen halb zwei nachts in die Klinik. Dort wurde CTG gemacht und die Empfehlung der Klinik war, dass mein Mann nach Hause gehen und ich stationär aufgenommen werden sollte. Da ich aber auf keinen Fall allein sein wollte und die Wehen gerne daheim anfangen lassen wollte, ließ ich mich wieder entlassen und musste unterschreiben, dass ich dies auf eigene Gefahr machte. Daheim hatte ich dann bis sechs Uhr morgens Zeit. Die Wehen kamen langsam und wurden immer heftiger. Gegen 6 Uhr fand ich sie dann ziemlich unerträglich und wir fuhren wieder ins Krankenhaus.
Auf dem Gang empfing uns eine Hebamme, die dann auch die erste Untersuchung machte und uns bis in die Mittagsstunden erhalten bleiben sollte. Ihr Name war Silvia, und sie war etwa 50 oder 60 Jahre alt. Ihre erste Untersuchung ergab, dass der Muttermund erst etwa 1 oder 2 cm offen war. Sie fragte, wie ich mir die Geburt vorstellte, PDA etc., und ich sagte, dass ich gerne so wenig wie möglich Medikamente haben wolle und auch keine PDA wolle. Schon da fand sie meinen Wunsch wohl nicht sehr unterstützenswert und bot mir als erstes, wohlgemerkt ohne dass ich gesagt hatte, dass ich etwas gegen die Schmerzen wolle, etwas "zur Beruhigung" an. Ich fragte, was genau das sei, da uns in unserem Geburtsvorbereitungskurs ziemlich genau alle Medikamente erklärt worden waren. Sie antwortete, Tramal und Buscopan. Das beruhige und mache den Muttermund weich.
Ich muss dazu sagen, dass ich den Einsatz von Tramal, das ja Morphium ist, unter der Geburt absolut unmöglich finde. Ich habe mal erlebt, wie eine Krebskranke im Endstadium Tramal bekam. Dieses Medikament erzeugt Halluzinationen und außerdem ist es sehr stark und erhellt nicht gerade das Bewusstsein. Sehstörungen sind darunter auch keine Seltenheit. Im ganzen ist es einfach nicht das, was ich mir und meinem Kind zumuten möchte, zumal man ja schwanger ist und 9 Monate seinem Körper noch nicht mal eine Aspirin zugeführt hat.
Hebamme Silvia fand meine Bedenken bezüglich Tramal ziemlich überzogen. Sie fragte mehrmals nach, warum ich das denn nicht nehmen wolle, woraufhin ich ihr auch das mit dem Krebs erzählte. Sie meinte daraufhin, dass es sich da ja um andere Dosierungen halte. Sie war auch wirklich sehr nett bei allen ihren Ausführungen. Das änderte jedoch nichts daran, dass ich ihre Art in der Situation nicht besonders unterstützend fand. Sie fand es offensichtlich lächerlich, dass jemand eine Geburt ohne Schmerzmittel durchstehen wollte. Einmal streichelte sie mich auch über die Wange und meinte, "Ach Kindchen, wem wollen Sie denn was beweisen, Ihren Eltern, Ihren Nachbarn? Machen Sie es sich doch nicht so schwer..."
Als ich dann sagte, dass ich ganz gerne noch alle meine 7 Sinne beisammen hätte während der Geburt sagte sie, man brauche dazu keinen Verstand. Das seien sowieso die schlimmsten, die die Kontrolle nicht verlieren wollten.
Ich habe nicht gerne Schmerzen und hätte die ganze Angelegenheit auch lieber schmerzfrei gestaltet, aber ich habe mich mit der Geburt ziemlich lange vorher befasst. PDA war mir deswegen nicht recht, weil es dabei, wie manche Studien sagen, häufiger zu Geburtsstillstand und/oder dem Einsatz von Zange und Saugglocke kommt. Das absolut oberste Gebot für mich war aber, dass ich auf keinen Fall und unter keinen Umständen einen Dammschnitt wollte. Dass man einen Riss manchmal nicht verhindern kann weiß ich, aber einen prophylaktischen Schnitt wollte ich einfach unter keinen Umständen haben und wenn man das damit verhindern kann, dass man mehr Schmerzen auf sich nimmt, dann war mir das auch recht.
Der Vormittag im Henriettenstift gestaltete sich dann so, dass wir spazieren geschickt wurden. Das war mir sehr recht, denn so konnte ich zwischen das Medikamentenschränkchen von Silvia und mich einen größeren Abstand bringen. Meine Nachsorge-Hebamme hatte mich zwar davor gewarnt, dass man im Henriettenstift oft mit Wehen auf den Flur geschickt wird, aber mir war das eigentlich ganz recht.
Als wir vom Spaziergang wieder zurückkamen, war der Muttermund erst auf 3 cm, was Silvia dazu bewog, weitere Medikamente anzubieten. Sie wollte meine Wehen, die "nicht stark genug" waren, verstärken. Da ich anderer Meinung was ihre Stärke betraf (mehr hätte ich nicht ausgehalten!!!) war, wollte ich das Prostaglandingel und später den Wehentropf lieber so lange wie möglich hinauszögern. Ich dachte auch, dass man mir als Erstgebärender ruhig ein wenig mehr Zeit hätte geben können. Aber es ist wohl so, dass 12 Stunden nach Blasensprung Antibiotika gegeben werden und dann auch die Geburt weiter vorangeschritten sein sollte, als sie es bei mir war. Im Prinzip wurde durch diese von der Klinik gesetzte Grenze meine Geburt zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Silvia wurde dabei nicht müde zu betonen, dass ich blass und schlecht aussähe, wenig geschlafen hätte und die Geburt sowieso nicht ohne ihre Medikamente schaffen könne. Mein Hinweis, dass ich ja Sportler sei und das alles schon schaffen würde kommentierte sie mit "diese Sportler, da müssen wir sowieso häufiger Dammschnitte machen bei deren festen Beckenböden!". Das fand ich nicht sehr sensibel, gerade nachdem ich gesagt hatte, dass ich einen Dammschnitt gerne verhindern würde. Auch ihre Äußerung, "Dammschutz sei ja soooo eine Plackerei, wir würden uns ja keine Vorstellung machen" scheint mir nicht ganz im Einklang mit dem Berufsethos einer Hebamme zu stehen.
Die Stunden bis 12 (wo "etwas passiert sein muss") gingen dann recht zäh vorbei, während wir (mein Mann war eine tolle Unterstützung!) weiter alle Medikamente ablehnten. Mein Hinweis, dass ich gerne eine Wassergeburt hätte, wurde von Silvia kommentiert mit dem Hinweis, Wassergeburten mache sie nicht wegen ihres Rückens.
Während der ganzen Zeit im Kreißsaal musste ich sehr, sehr oft auf dem Bett in der Waagerechten liegen, weil das CTG im Stehen angeblich nicht gut aufzeichnen würde. Das fand die Hebamme vor allem deswegen nicht gut, weil sie schon mal verklagt wurde, wie sie sagte, und deswegen alles aufzeichnen musste, um im Falle eines Falles abgesichert zu sein.
Alle schönen Positionen aus dem Geburtsvorbereitungskurs konnten wir also nicht machen. Auf Nachfrage bekamen wir einen Pezziball, Matten gab es aber "nur für die Geburt".
Als ich langsam um 10 oder 11 Uhr gar keine Medikamente mehr ablehnen konnte, weil schon fast 12 h vergangen waren und der Muttermund immer noch erst um die 4 (Schätzung Hebamme) oder 5 (Schätzung Ärztin) cm offen war, nahm ich Silvias Angebot eines Einlaufes an und verbrachte die folgende, lange Zeit auf der Toilette. Das war zwar nicht angenehm, aber wenigstens nicht schädlich fürs Kind und danach hätte man auch noch eine Wassergeburt machen können, anders als nach dem Wehentropf, nach dem das nicht mehr gegangen wäre.
Kurze Zeit, nachdem ich von der Toilette wieder zurück war, kam dann endlich ein Schichtwechsel. Hebamme Bettina übernahm mich und entsprach sofort allen meinen Wünschen. Wir gingen in einen anderen Kreißsaal mit Wanne und ich durfte die Geburt endlich so machen, wie ich mir das vorgestellt wurde. Kaum saß ich in der Wanne, begannen schon die Presswehen, der Muttermund war sehr schnell von 6 cm zu 10 vollständig eröffnet und Hebamme Bettina hatte dann "nur" noch damit zu tun mich zu bremsen, damit nicht alles plötzlich ZU schnell ging. Im warmen Wasser hatte ich gar keine Schmerzen mehr, anders als festgeschnallt am CTG in rückenschonender Arbeitshöhe. Bis meine Tochter da war dauerte es trotzdem noch 90 Minuten, aber diese flogen nur so vorbei. Ich war froh, dass ich keine Schmerzmittel genommen hatte, denn sonst hätte mein Kreislauf das warme Wasser wohl nicht so gut weggesteckt.
Die Geburt meiner Tochter war dann im Endeffekt also fast schmerzfrei auf der Zielgeraden.
Ich bin nur froh, dass mit dem Schichtwechsel die Erlösung kam, denn andernfalls hatte ich mich schon mit Dammschnitt enden sehen.
Weil leider die Plazenta nicht kam, musste ich leider nach der Geburt noch eine Ausschabung haben, aber das OP-Team war wahnsinnig nett und auch nach meiner ambulanten Entlassung, die dann auch kein Problem war (mein Mann hätte nämlich nicht mit da bleiben können, es gibt keine Familienzimmer) hatte ich absolut keine Probleme medizinischer Art. Alles wurde sehr gut und professionell und mit großer menschlicher Wärme und toller Betreuung durch Hebamme Bettina zu Ende gebracht.
Ich wollte diese Erfahrungen gerne der Öffentlichkeit zugänglich machen, denn vielleicht helfen sie ja jemand anderem.
Mein Kind gibt mir im Nachhinein Recht, denke ich, denn sie ist ein sehr sonniges Wesen, schreit kaum und trinkt von Anfang an super und auch das Stillen klappt gut. Ein Kind, das erst mal schon unter der Geburt sediert wird, hat vielleicht nicht so einen guten Start.
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Bewertung für Hannover Henriettenstiftung von
Ivyleinchen
Pro: Intensivstation der Bult für Frühchen
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Hallo,
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Fragen sehr hilfreich und zuvorkommend. Ich kam zwar nie in den Genuss, aber in
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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23.04.2004
(25.10.2004)
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