Harley Davidson FLSTC Herit. Softail CL.

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... Aber bei jedem richtigen Moped und ganz speziell wenn es sich um eine Harley handelte, konnte ich meine Augen einfach nicht losreißen. Und so kam, was kommen musste, dass ich im Alter von 46, ausglöst durch ein Schlüsselerlebnis, losging und eine Heritage Softail kaufte, ohne diese jemals ... Bericht lesen





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1-6 von 7 Erfahrungsberichten    
> Alle 7 Harley Davidson FLSTC Herit. Softail CL. Erfahrungsberichte anzeigen
Warum habe ich nur solange gewartet?
Erfahrungsbericht von Dagobert_54 über Harley Davidson FLSTC Herit. Softail CL.
02.12.2003


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Hier kommt wirklich das Gefühl von Freiheit und Abenteuer auf .
Kontra: Wer einmal eine richtige Harley gefahren hat, dem fällt kein Kontra ein .

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich muss vorausschicken (Meine Mutter möge mir dies im Nachhinein verzeihen), dass ich bereits mit 13, also lange vor der offiziellen Fahrerlaubnis, meine ersten 2-Rad Erfahrungen gemacht habe.
Leider habe ich dann, kurz bevor ich meinen Klasse 1 Führerschein hätte machen können, 2x Bekanntschaft mit dem Asphalt gemacht und dieses dann als Wink des Schicksals gedeutet und nur den 3er gemacht.
Aber bei jedem richtigen Moped und ganz speziell wenn es sich um eine Harley handelte, konnte ich meine Augen einfach nicht losreißen.
Und so kam, was kommen musste, dass ich im Alter von 46, ausglöst durch ein Schlüsselerlebnis, losging und eine Heritage Softail kaufte, ohne diese jemals gefahren zu haben. Einfach so, weil sie genau meinem Ideal von Moped entsprach. Zwei Wochen später stand sie da, in der Tiefgarage, fix und fertig angemeldet. Da war nur ein klitze kleine Problem, denn ich hatte ja noch nicht die notwendige Erlaubnis mein "Baby"auch in Bewegung zu setzen. Da ich ja in der Zwischenzeit auch reifer geworden war, kam "Schwarzfahren" für mich natürlich nicht in Frage und so setzte ich mich noch einmal zu den Teenis in die Fahrschule um meine Klasse A zu erwerben.
Nun war ich ja richtig heiß auf das Fahren und wenn mein Fahrschullehrer die gewusst hätte, dann wäre der Spaß wesentlich teurer gekommen. Er hat sich aber mit den 6 Pflichtstunden + Prüfungsfahrt zufrieden gegeben. Das Tolle war jedoch, dass er auf einer Harley schulte (Deshalb war ich ja auch so heiß auf des Fahren), allerdings auf einer Sportster. Und diese Maschine war mehr als nur bockig. Die Kupplung war so schwergängig, dass mir bei der längeren Prüfungsfahrt im morgentlichen Berufsverkehr von Frankfurt, beim Stop und Go fast die Hand abgefallen wäre. Dies war auch deshalb schlimm, da der Leerlauf nur mit einer Schatzkarte zu finden war. Ich hatte schon längst Zweifel bekommen, ob ich wirklich das richtige Moped zu Hause hatte. Nun ich bekam meine Fahrerlaubnis, die ich im wahrsten Sinne des Wortes: Krampfhaft festhielt. Ich fuhr ohne Umwege nach Hause, ging in die Tiefgarage und jetzt musste ich es wissen. Ich stieg auf und fuhr los.
Leute, was soll ich noch sagen, es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Kupplung lies sich ohne Krämpfe bedienen, die Gänge lagen genau dort, wo der Konstruckteur sie hingelegt hatte und sie waren auch jederzeit wiederzufinden. Aber was das Beste war, obwohl die Beiden Maschinen Gewichtsmäßig 2 Klassen Unterschied hatten, lies sich die schwere Heritage leichter bewegen als die bockige Sportster. Die Heritage hat einen ganz anderen Schwerpunkt und lässt sich in jede Kurve (Sofern man sie nicht zuuu schnell angeht) hineindrücken und was noch besser ist, sie richtet sich fast wie von selbst wieder auf, wenn man an der richtigen Stelle wieder den Gashahn öffnet. Sie hat durch ihr enormes Drehmoment eine unbändige Power, die sie Dank ihres Gewichtes auch voll auf die Strasse bringt. Und so manch einer, der an der Ampel neben mir stand und so heimlich bei sich dachte was ein lahmes (schweres, Maschine und Fahrer) Gespann, denen zeige ich jetzt einmal wo der Hammer hängt, wurde anschließend eines besseren belehrt.
Kurzum ich habe von den 3 Jahren und 20.000 KM, die ich mein Baby nun fahre, noch keine Minute bereuht.
Allerdings sei allen an dieser Stelle gesagt, dass auch die Werkstatt eine sehr wichtige Rolle dabei spielt. Trotzdem dieses Modell kann ich guten Gewissens allen empfehlen und erst recht, wenn Sie nicht gerade zu den Leichtgewichtigen gehören, so wie ich.
Aber am besten fahrt Ihr Eure Traummaschine erst einmal Probe, denn hätte ich mich für eine Sportster entschieden, dann wäre dieser Bericht sicherlich anders ausgefallen.
Gruß
Dagobert

Angeregt durch einige Kommentare möchte ich hier noch einmal das wichtigste (aus meine Sicht) zusammenfassen:
Die Qualität und Verarbeitung:
dieser Maschine ist ausgezeichnet.

Der Motor:
ist (ab dem Modeljahr 2000 glaube ich) absolut virbrationsarm, was möglicher weise nicht jedem gefällt, aber nach 20.300 km wünschten auch die anderen es wäre so. Ausserdem ist der Motor sehr durchzugsstark und hat eigentlich immer genügend Leistung, auch in kritischen Überholvorgängen. Vor allem ist der Motor durchaus drehfreudig und manchmal wünschte man sich direkt noch einen 6 Gang.

Das Fahrwerk:
ist dem Gewicht der Maschine angepasst und als: in den meißten Fällen neutral zu bezeichnen.

Das Handling:
kann bei diesem Motorrad natürlich nicht verglichen werden mit einer Geländemaschine, oder gar einem dieser Joghurtbecher. Aber die Maschine lässt sich, eigentlich in allen Situationen einfach beherrschen, vorausgesetzt man (Frau auch) übertreibt nicht mit der Geschwindigkeit in den Kurven. Durch die Frontscheibe ist das Fahren im Gegensatz zur Fatboy sehr angenehm und ich kann die Frontscheibe nur wärmsten empfehlen. (Ich weiß die echten Freaks werden dem nicht zustimmen)
Ab 150-160 km/h, kann es je nach Beschaffenheit der Straße zu leichten Schlingerbewegungen kommen (Sehr selten), aber ein wenig Gas wegnehmen hilft sofort. Die Endgeschwindigkeit von ca. 170 (bei guten Bedingungen) will sowieso kaum jemand fahren und wenn dann nur mal kurz um jemanden etwas zu beweisen.

Die Bremsen:
Sind der Masse des Motorrads angepasst und ausreichend und gut zu dosieren. Lediglich ein ABS würde ich mir manchmal wünschen, denn das Hinterrad kann bei übermäßigem Bremsdruck schnell zum Blockieren kommen. (Vor allem wenn man bei einer gefährlichen Situation überreagiert, wie mann es vom Auto her gewohnt ist) Aber mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür.

Die Sitze:
sind absolut bequem und gerade für den etwas runderen Hintern, wie dem meinigen, gut geignet. Aber auch für den/die Sozius gibt es kaum etwas zu bemängeln und gerade die serienmäßige Sissybar (Die Rückenlehne) sind beim Anfahren eine echte Wohltat. (Sagt meine Frau)

Der Verbrauch:
liegt bei mir im Schnit zwischen 6 - 6,5 Liter, aber ich habe auch schon lange Strecken mit 5,3 im Schnitt absolviert.

Pflege:
Wenn überhaupt etwas negatives zu sagen ist, dann die hohe Anzahl an feinstem Chrome, der natürlich auch gepflegt werden möchte. Aber dafür blinkt und glizert es anschließend, dass es nur so eine Pracht ist.

Unterhaltskosten:
Versicherung ist natürlich immer eine ganz persönliche Sache, aber ich habe mich anbetracht der Tatsache, dass die Maschine ja nicht gerade nur ZweiMarkFünfzig gekostet hat, für eine Vollkasko entschieden.
Die kommt bei mir auf ca. 500 Euro pro Jahr.

An Steuer fallen dann noch einmal 71,58 Euro im Jahr an.

Und nun noch das wichtigste zum Schluß:
Der Preis:
lag damals noch in DM bei stolzen 42.000 DM, allerdings schon inklusive allem Schnickschnack, den ich gleich "quasi ab Werk" mit bestellt hatte.
Auch das kann ich nur empfehlen, es sei denn Ihr gehört zu den echten Schraubern. Da ich meine Zeit lieber mit dem Fahren der Maschine verbringe, war dies jedenfalls eine weise Entscheidung.
   
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Kontra: schwere Maschine

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