Harley Davidson- allgemein

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... Schon damals, es ist 20 Jahre her, schaute ich immer wieder auf ein Motorrad, die Harley Davidson. Warum gerade eine Harley werden sich einige Fragen und ich möchte es in einem Satz beantworten. Schon immer war ich von diesen Nacked Bikes fasziniert , denn ich konnte mit den Joghurtbechern ... Bericht lesen





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1-6 von 8 Erfahrungsberichten    
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Das vibrieren zwischen den Schenkeln
Erfahrungsbericht von Knuddelbaer40 über Harley Davidson- allgemein
18.07.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Kult und pures Fahrfeeling
Kontra: Nicht ganz leicht zu Handhaben

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo liebe Ciao Leserinnen und Ciao Leser

//_/EINLEITUNG_/_/_/

Wie viele Frauen und Männer habe ich bereits in jungen Jahren meinen Motorradführerschein gemacht. Ich glaube es war die Mehrheit , zu mindestens der männlichen Fahrschüler der 60 er Generation , die sich den Traum vom eigenen Motorrad erfüllen wollten.
Auch ich gehörte dazu und leistete mir nach der Ausbildung eine 900er Honda. Sicher war ich glücklich endlich meinen Traum erfüllt zu haben, aber 100 % ig glücklich war ich dennoch nicht. Schon damals, es ist 20 Jahre her, schaute ich immer wieder auf ein Motorrad, die Harley Davidson.
Warum gerade eine Harley werden sich einige Fragen und ich möchte es in einem Satz beantworten.
Schon immer war ich von diesen Nacked Bikes fasziniert , denn ich konnte mit den Joghurtbechern , die man heute fast nur noch sieht nichts anfangen ( Nacked Bike = Nacktes Bike , keine Kunststoffverkleidungen, offener nicht verkleideter Motor , Joghurtbecher = Ausdruck von den Nacked Fans für die vollverkleideten, Kunststoffummantelten Motorräder, wo man nur noch Plastik sieht und überhaupt nicht mehr erkennt, das es sich um ein Motorrad handelt. Alles sicher Geschmackssache und vielleicht werden einige Motorradfans jetzt steinigen, weil sie sich in ihrer Ehre gekränkt fühlen, aber ich stehe nun mal auf Motorräder und einige Marken gibt es ja noch, die aussehen wie vor 20-30 Jahren. Urtümlich , offen , eben nackt.
Ohne störende Plastikverkleidungen die den wahren Motorradcharakter unter sich verbergen.


//_/ EIN WENIG GESCHICHTE MUß SEIN _/_/_/


Die Geschichte der Harley Davidson geht auf das Jahr 1900 zurück ( das 100 jährige Bestehen wird im nächsten Jahr gefeiert ) , denn der Grundgedanke von Williams. Harley und Arthur Davidson war es , dem schweißtreibenden Fahrradfahren ein Ende zu bereiten und dem Fahrrad einen Motor unter zu jubeln. In einer Garage in Milwaukee in den USA begann man mit Hilfe eines Konstruktionszeichners an den Wochenenden mit dem Bau der ersten Prototypen. Da das Geld fehlte , schraubten, hämmerten und schweißten die Drei emsig, bis sie feststellten , das sie einen Monteur brauchten. Der Zufall wollte es , das der Bruder von Arthur Davidson ein begnadeter Monteur war und so kam dann eines zum Anderen. Alle waren schon damals vom Harley Fieber infiziert.
William Davidson war, der Zufall wollte es Werkzeugmacher und der wurde auch dringend benötigt. Aus Geldmangel wuchs der Einfallsreichtum der Brüder ins Unermeßliche. Man sagt, da man nicht das Geld für einen Vergaser hatte, baute William den Ersten aus einer Konservenbüchse.
Die erste Harley sah dann auch aus, wie ein bereiftes , motorisiertes Fahrrad mit Riemenantrieb, der ja bis heute noch das Harley – Hinterrad antreibt. Jedoch waren Fahrgestell und das Gesamtgewicht zu groß und schwach, das der Fahrer bei Steigungen mit in die Pedale treten mußte um mit dem damals noch Einzylinder voran zu kommen.
Aber genau das war es, was man ja vermeiden wollte. Also wurde weiter gewerkelt und neben einem anderen Rahmen, einem stärkeren Motor und einem verbesserten Vergaser entstand im Jahre 1903 die erste Harley Davidson . Deshalb auch erst im nächsten Jahr die Hundert – Jahr – Feier. Sehr schnell wurde die Garage zu klein und man brauchte eine größere Werkstatt.
Ausgerechnet der Vater der Davidsonbrüder war Zimmermann und er war es, der einen Holzschuppen baute , an dem das Schild hängte „ Harley Davidson Motor Co „
„Silent Grey Fellow „ war die Bezeichnung der ersten drei Motorräder , die im ersten Jahr produziert, oder besser gesagt, gebaut wurden und das mit 350 ccm.
1906 wurde die Produktion auf 50 Maschinen aufgestockt.
1907 wurde der Motor auf 500 ccm aufgebohrt und erstmalig wurde eine gefederte Vordergabel eingesetzt. Schon damals fanden sich 150 Käufer.
Man wollte die Motorleistung wiederum steigern und so entschloß man sich , hinter dem ersten, einen zweiten Zylinder zu setzen. So entstand das für Harley Davidson berühmte „ V „ des V – Motors. Bis heute die einzigartige Form die Zylinder in V – Form und das in Fahrtrichtung an zu ordnen.
Weder die Weltwirtschaftsdepression , oder der erste Weltkrieg konnten den Siegeszug der Erfinder und Macher von Harley Davidson aufhalten.
Den absoluten Kultstatus erhielten die Motorräder der Marke Harley 1954 in Hollywood durch den Film „ The Wild One „ mit Marlon Brando und 1969 durch den Film „ Easy Rider „ mit Peter Fonda und Dennis Hopper.
Die Legende war da und hat bis heute nichts, aber auch gar nichts an ihrer Faszination verloren.

//_/ Die PHILOSOPHIE_/_/_/


Die Faszination liegt darin, das man auch heute noch die Harley `s so baut wie damals. Jedes „ Extra „ jede Veränderung , wird wie in kaum einer anderen Ideenschmiede so diskutiert , wie in der Firmenzentrale in Milwaukee / USA .
Man möchte alles vermeiden, was den Kultstatus von Harley schaden könnte und so ist man auch den ganzen Modeerscheinungen der anderen Motorradhersteller gegenüber erhaben.
Ob man nun heute eine neue Harley erwirbt, oder eine Gebrauchte , die vielleicht schon 10, oder 15 Jahre auf dem Buckel hat , ist bis auf den Pflegezustand nicht zu erkennen.
Es gibt heute sicher auch einen Kettenantrieb, aber nach wie vor den Riemen , der die Kraft des V – Motors auf das Hinterrad bringt. Ganz nebenbei ist das eine tolle Erfindung, denn der Geräuschpegel der Kette und auch das Schmieren und der zwangsläufige Verschleiß fallen weg. Jeder der ein Motorrad mit Kettenantrieb fährt weiß , was eine vernünftige „ O- Ring – Kette „ kostet ( O- Ring = innenliegende Gliederschmierung in der Kette ) .
Die Armaturen sind bei den meisten Modellen immer noch auf dem Tank montiert.
Einen überflüssigen Drehzahlmesser braucht eine Harley nicht, so findet man in dem Tankinstrument auch nur die wichtigsten Angaben.
Schon damals legte man Wert auf ein gemütliches Fahren , was entspannt abgehen sollte.
Die Füße stellt man nicht wie bei fast allen anderen Marken einfach auf Fußrasten, sondern man hat „ Plattformen, auf denen der Fuß ruht.
Die Sitzposition ist aufrechter als bei anderen Motorrädern und die Sitzbänke sind, egal ob bei der Einzel – oder Zweisitzer Bank groß und gut gepolstert. Bis auf das Modell „ Fat Boy „ wo der Fahrer fast auf dem hinteren Schutzblech sitzt. Das Polster ist nicht größer als eine Kinderpizza.Auch in der Farbgebung hat man die Tradition bewahrt und setzt auf dezente Farben , ohne jeden Schnörkel .Die Motoren sind allesamt Großvolumig und liegen alle über 1000ccm.


//_/ DIE WICHTIGSTEN MODELLE _/_/_/

Alle Modelle kann ich hier nicht aufführen, denn ich will keine Abhandlung aus irgendwelchen Büchern wieder geben , aber auf ein paar Modelle möchte ich eingehen. Am Ende werde ich Euch ein paar Links aufzeigen, damit Interessierte sich weiter informieren können, wenn Ihr ein wenig Benzin geschnuppert habt.

//_/Haritage Softail Classic : _/_/_/

Für mich wohl die schönste und fast unveränderte Harley seit Jahrzehnten.
Sie zeichnet sich durch breite , schwere Blechkotflügel aus, die wirkungsvoll vor Schmutz und Nässe schützen.Die Sissibar für den Sozius , sieht nicht nur gut aus, sondern macht auch für den Beifahrer eine lange Fahrt zu einer bequemen Angelegenheit.Die Windschutzscheibe ist schon legendär und bekannt von den Amerikanischen Polizeimotorrädern.Gewicht 335 KG!!

Motor : 1449 ccm
46 KW / 63 PS
Drehmoment 106 bei 3200 U / Min
Antrieb : Zahnriemen
Preis : 19314 €

Wer jetzt hier die Angabe der Höchstgeschwindigkeit vermißt , dem sei gesagt, das man nach so etwas bei einer Harley nicht fragt.
Man tourt und rast nicht.
Wer versucht die Höchstgeschwindigkeit, die zwar je nach Modell variiert zu fahren ( so ca. 160 KM / h ) der wird es sehr schnell wieder etwas langsamer angehen lassen, warum, das schreibe ich später noch.

//_/ FAT BOY _/_/_/

Scheibenräder und dicke Ballonreifen zeichnen dieses Modell aus. Es ist „ nackt „ hier wurde wirklich auf alles verzichtet was nicht unbedingt notwendig ist.
Wie ein Dinosaurier wirkt die Fad Boy auch heute noch auf mich in der sonst so schlanken Chopperlandschaft. Gewicht : 320 KG , Preis 19082 € .

Motor :

Es handelt sich bei diesem Modell um den gleichen Motor, den ich oben erwähnt habe.


//_/ ELECTRA GLIDE ULTRA CLASSIC _/_/_/


Der Traum schlecht hin , wie ich finde.
Riesige Sitzbank , Koffer hinten und an der Seite, Windschild , Schwere Kotflügel und Chrom ohne Ende machen dieses Bike aus. Sicher nicht jedermanns/ frau Sache , aber für mich einfach schön. Preis : 20300 € , Gewicht : 370 KG , sicher nichts für zarte Frauenhände.

Motor :

1449 ccm
KW 49 , PS 67
Drehmoment 110 bei 3100 U / MIN
Antrieb : Zahnriemen

Dieses kann nur eine Auswahl sein ,denn trotz der Tradition verfügt auch Harley Davidson über eine große Modellpalette. Nur den Tributen , z.B. dem V -–Motor ist man in der gesamten Geschichte treu geblieben.


//_/MEINE ERSTE FAHRT_/_/_/

Letztes Jahr auf Mallorca habe ich mir meinen Wunsch, wenn auch nur zum Teil erfüllt, denn für ein paar Stunden nannte ich eine Harley die meine.
Beine Bea hatte Verständnis und ist sogar eine Strecke mitgefahren , obwohl das Motorradfahren sonst nicht so sehr Ihr Ding ist.
In einem Motorradverleih entdeckte ich eine Harley Davidson Fat Boy und war sofort hin und weg. Schnell die Formalitäten erledigt , das heißt man muß über 21 Jahre sein, mindestens 3 Jahre einen Motorradführerschein besitzen und eine Tagesversicherung abschleißen, was man aber gleich bei dem Verleiher erledigen kann.
Jetzt stand ich davor und mir zitterten die Knie. Zum Einen war meine letzte Motorradfahrt schon Jahre her, zum Anderen hatte ich einen Mordsrespekt vor dem Gewicht der Harley.Hatte meine Honda damals schon 280 KG , sollte ich jetzt 320 KG bewegen. Also rauf auf den Bock, E- Starter betätigt und schon wurde ich von den Vibrationen des Motors durchgeschüttelt. Auch eine Eigenart bei Harley, denn wenn man bei anderen Bikes den Start kaum merkt, ist es bei einer Harley immer wieder ein Erlebnis. Rauh und urtümlich, ja soll will es der Hersteller und auch der Harley – Fahrer . Also erster Gang und langsam die Kupplung kommen lassen und es geht los. Wie ein schweben gleitet die Harley die Straße entlang. Nichts ist mehr vom Gewicht zu spüren und man hat sofort das Gefühl , eins mit der Maschine zu sein. Eine saubere Schaltung, die man aufgrund der geringen Drehzahl ruhig vernachlässigen kann macht das Fahren und auch das Schalten zu einem Kinderspiel.Das bremsen funktioniert genau so sanft , wie das Anfahren. Sorgt der Großvolumige Motor mit seinem Drehmoment dafür, das man das Motorrad kaum abwürgen kann, sind es die Bremsen, die so leicht verzögert reagieren, das man immer das Gefühl hat das Motorrad in jeder Situation unter Kontrolle zu haben.
Aber Vorsicht , das täuscht.
Wenn ich mit meinem Bealein auch nur in Palma und umzu rumgekurft bin, wollte ich einmal alleine eine etwas weitere Tour machen über die Landstraßen. Nach einer Zeit, hatte mich gerade an meinen „ Boy „ gewöhnt und beim Fahren die Landschaft genossen, wollte ich doch mal die Kraft des Motors spüren. Auch wenn die Harley bei dem Gewicht nicht die größte Leistung hat, sorgt doch das Drehmoment und der großvolumige Motor für einen Anzug der sich sehen lassen kann. So kam ich an die erste, etwas engere Kurve und mir rutschte das Herz in die Hose.
Die Fliehkraft des Bikes hatte ich unterschätzt und alle Mühe , mit mir über 400 KG durch die Kurve zu bringen. Das ist mir auch nur einmal passiert, denn es gibt für einen Motorradfahrer kein schlimmeres Gefühl, zu Glauben aus der Kurve getragen zu werden.
Einmal erlebt, wußte ich Bescheid und habe mich daraufhin in den Kurven anders verhalten und ein wenig Gas weg genommen. Es war für mich traumhaft und ein Motorrad – Erlebnis , an das ich heute noch sehr gerne zurück denke.
Mal schauen , ob ich mir dieses Erlebnis dieses Jahr wieder leiste, aber ich glaube schon.


//_/TIPP_/_/_/

Wer mit dem Gedanken spielt sich eine Harley Davidson an zu schaffen, der sollte schon über Fähigkeiten der Selbsthilfe verfügen.
Auch wenn die neuen Modelle schon besser gegen Vibrationen ausgelegt sind, hat man bei den Älteren schon das Problem, das sich so manche Schraube löst. Durch zum Teil starre Verbindungen , jackelt sich schon mal was los und dann ist fast immer ein Werkstattbesuch angesagt. Harley Container, wie die Werkstätten heißen sind zum Einen nicht so oft an zu treffen , was lange Wege mit sich bringt ( bedenke, mal eben 370 KG dort hin zu bringen ) zum Anderen handelt es sich um eine amerikanische Maschine und wie die Amis eben sind, werkeln sie mit zölligem Werkzeug. Kein deutscher Heimwerker hat 1 „ Schlüssel, wo doch in Europa alles auf ½ , bzw. ¾ Zoll ausgelegt ist. Was heißt, es paßt nicht ein einziger Schraubenschlüssel und wer schafft sich denn eben mal einen kompletten Satz 1 „ Werkzeug an. Die Folgekosten sollte man, oder muß man besser vorher einkalkulieren.

//_/FAZIT_/_/_/

Einen Motorradfan von den Gefahren, die das Hobby mit sich bringt überzeugen zu wollen, ist wie Eulen nach Athen zu tragen und so ist es auch bei mir. Man wird älter, aber die Leidenschaft bleibt. Vielleicht und ich befürchte es , bleibt eine eigene Harley Davidson immer ein Traum von mir, vielleicht auch gut so . Fürs Konto alle Mal, denn es ist ein sehr teures Hobby. Viele können es wohl auch nicht verstehen, das man sich auf so ein Monstrum setzt und in der Gegend rumkurvt . Harley fahren ist ein Kult und auch heute schaue ich jeder Harley nach, die ich höre. Ja, denn man hört sie viel früher als man sie sieht. Dieser unerreichte Sound aus den zwei Zylindern, dieses langsame Blubbern des Motors faszinieren mich immer wieder aufs neue. Chrom satt, Motorrad pur, das ist es was mich so anmacht. So hat jeder seine Träume und das ist auch gut so, oder ???

Ich hoffe euch ein paar Informationen gegeben zu haben und verbleibe mit den besten Grüßen, bis zum nächsten Bericht, euer Knuddelbaer.
   

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21.10.2000

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