Harry Potter und der Gefangene von Askaban / Rowling, Joanne

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Harry Potter und der Gefangene von Askaban / Rowling, Joanne

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Das magische Internat Teil III

5 15. Nov 2002

Pro:
spannendes und dunkles Abenteuer um den kleinen Zauberschüler; komplexer, erwachsener und origineller als seine Vorgänger

Kontra:
wirklich ein Kinderbuch?

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Unterhaltungswert:

Humor:

Spannung:

Niveau:

Aufmachung:

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Tyrel

Über sich: Ich erzähle euch von Dingen und Erlebnissen aus meinem Leben, die mich wirklich beschäftigen oder in...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 100 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Harry Potter ist erwachsen geworden.

Zumindest im dritten Band der Buchreihe über den kleinen Zauberer und seine Abenteuer auf Hogwarts, dem Schulinternat für Hexerei und Zauberei, geht die Geschichte weit über das hinaus, was man als einfaches und harmloses Kinderbuch abtun kann.

Dabei beginnt „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ genauso wie seine Vorgänger: Harry hat Ferien und wird von seinen Verwandten, bei denen er nach dem gewaltsamen Tod seiner Eltern durch den bösen Zauberer Voldemort aufwächst, gepiesakt und gedemütigt.

Das Ende der Ferien erscheint ihm daher jedes Jahr wie eine Rettung, doch diesmal scheint der Beginn seines dritten Schuljahres unter besonders schlechten Vorzeichen zu stehen:

Harry hat den Grimm gesehen, eine bösartige Kreatur, die den Tod ankündigt. Und Sirius Black, ehemaliger Schulkamerad seines Vaters auf Hogwarts und schließlich Verräter dieser Freundschaft ist von der Festung Askaban geflohen, in die er wegen mehrfachen Mordes verbannt worden war. Führt ihn sein Weg nach Hogwarts, um das zu vollenden, woran Voldemort seinerzeit scheiterte, nämlich mit Harry den letzten Spross dieser hochbegabten Zaubererfamilie zu töten?

Und als sei das noch nicht genug, geraten Harrys beste Freunde Ron und Hermine in heftigen Streit, leiden die Schüler unter der Anwesenheit der Dementoren, der gefürchteten Wächter von Askaban und muss Wildhüter Hagrid um das Leben eines seiner wunderlichen Geschöpfe bangen, dem wegen Angriffs auf den heimtückischen Draco Malfoy die Hinrichtung droht.


Haben im ersten Teil der Bestsellerserie der Engländerin Joanne K. Rowlings noch kindliche Ideen und aufgrund ihrer Märchenhaftigkeit ungefährlichen Gruselszenarien die Überhand gehabt, hat sich mit diesem Buch das Blatt gewendet. Schon auf der ersten Seite, als sich Harry mit einem Aufsatz über Hexenverbrennungen beschäftigt, wird deutlich, dass sich Joanne K. Rowlings mehr und mehr der Realität zuwendet.

Zwischen zauberhafte Fabelwesen und absonderliche Abenteuer mischen sich plötzlich erschreckend realistische Erlebnisse. In die bizarre Welt der Hexen und Zauberer kann man es jedenfalls nicht mehr abtun, wenn Harry immer wieder die letzten Worte seiner Mutter vor ihrer Ermordung in seinem Kopf hört oder die grausamen Bestrafungspraktiken in Askaban erklärt bekommt. Harry Potter scheint in diesem Buch nicht nur ein Stück erwachsen worden zu sein, sondern hat auch einen Teil seiner kindlichen Unschuld verloren.

Schlechter ist das Buch dadurch jedoch keineswegs geworden, ganz im Gegenteil. Hat mich beim Vorgänger doch eine gewisse Ideenlosigkeit und damit verbundene Wiederholungen in der Handlung genervt, sind diese in diesem Band auf die Ferien bei den Dursleys und das fast schon obligatorische Quidditch-Spiel beschränkt. Die Handlung hat an Komplexität gewonnen und überrascht trotz mancher Vorahnungen mit unerwarteten Details.

Da auch die Charaktere an Substanz gewonnen haben, bin ich insbesondere auf die filmische Umsetzung dieses Buchs sehr gespannt und hoffe nur, dass die für „Harry Potter und der Stein der Weisen“ rekrutierten Schauspieler dem Projekt so lange treu bleiben.

Neueinsteiger dürften es diesmal richtig schwer haben, denn Joanne K. Rowlings verfolgt viele von den Spuren, die sie in den ersten beiden Teilen ausgelegt hat, nun weiter. Aus Nebensächlichkeiten und Anspielungen, die leicht als Füllstoff hätten verstanden werden können, entwickeln sich immer verzweigtere Geschichten, die ohne Vorwissen schwer nachzuvollziehen sind. Es empfiehlt sich wirklich, mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ anzufangen.


„Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist und bleibt ein Kinderbuch. Aber Harry ist mit seinen jungen Lesern gewachsen und ein Hauch von Ernsthaftigkeit und Schrecken hat Einzug gehalten. Damit hat es jedoch für mich stark an Interesse und Faszination gewonnen und wenn ich die beiden ersten Teile hauptsächlich wegen der einfachen Sprache und gradlinigen Handlung rasch durchgelesen hatte, war es hier der Spannungsbogen, der mich an das Buch fesselte.

Der rote Faden um Harrys mysteriöse Herkunft, der alle Romanen um den Zaubererschüler durchzieht, hebt ihn nun auch deutlich von den Internatsgeschichten meiner Kindheit ab.

„Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ ist für mich das bislang stärkste und kreativste Buch aus der Serie, aber gleichzeitig auch das düsterste. Habe ich meine Empfehlungen zu den ersten beiden Teilen hauptsächlich auf die jüngeren Leser des Zauberers bezogen, kann ich diese Empfehlung nun guten Gewissens ausbauen. Und „Harry Potter und der Feuerkelch“ wartet schon ungeduldig in meinem Bücherregal.

(„Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ © Joanne K. Rowling 1999, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, Aus dem Englischen von Klaus Fritz; Carlsen Verlag GmbH Hamburg 1999, ISBN 3-551-55169-3, 15,50 €)

 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Wurzelchen2

Wurzelchen2

01.02.2005 18:54

Wow, dein Bericht hat sich echt super lesen lassen.

Linnie1978

Linnie1978

11.04.2003 14:04

bin absoluter Harry Potter Fan und warte schon seit Herbst 2002 auf den fünften Teil. Endlich, endlich, im Juni kommt er ja raus *freu*

Hannibalxxx

Hannibalxxx

05.04.2003 19:57

Bööö, mag das nicht ;-) Grüße, .hanniB@L

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