Mama, hör doch endlich meine Schreie!!!!!
15.04.2005
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlenswert:
Nein
 biene1987
Über sich:
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Vertrauende:12
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 81 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Erst einmal ein dickes Hallo an alle Ciao Leser! Dies wird also mein zweiter Bericht über das wohl schwerste und schlimmste Kapitel meines Lebens werden àmeine Vergewaltigung (Das ist auch der Grund für die nicht ganz passende Kategorie) Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Bericht doch sehr intim und für die meisten wohl auch schmerzhaft wird, bzw. werden kann.. Es geht also um meine Vergewaltigung. Ich möchte euch an dieser Stelle auch noch mal meinen ersten Bericht ans Herz legen, da dieser meine Vergangenheit aus einem anderen Licht und einer völlig anderen Perspektive zeigt. Das große Problem bei so einem Thema ist wohl die Frage, wie man nur anfangen soll. Was soll ich schreiben? Was lieber nicht? Was wird zu intim? Was zu verletzend? Und was brauchen die Leser, also ihr, um meinen Bericht und meine Vergangenheit zu verstehen? Ich denke, ich werde mit *********der Vorgeschichte********** anfangen. Ich war damals 8 Jahre alt als eine jahrelange Qual begann. Ich wohnte zusammen mit meiner Mutter und meinem Stiefvater in einem kleinen Haus am Rande einer Stadt mitten in Deutschland. Hier wohnten wir so ungefähr seit einem Jahr. Nach Außen schienen wir wohl eine kleine aber perfekte Familie zu sein. Am Anfang waren wir das auch. Meine Eltern haben sich schon getrennt, als ich noch ein Kleinkind war. Meinen Stiefvater lernte ich mit 5 kennen, bis ER dann nach 2 Jahren zu uns zog. Ich mochte ihn und schien so, als ob meine Mutter echt das große Los gezogen hätte. ER war sehr liebevoll zu meiner Mutter, bewunderte und verehrte sie. Zu mir war ER am Anfang noch etwas unsicher, was sich allerdings schnell legte, als ER gemerkt hat, dass ich ihm doch sehr zugetan war und ein großes Interesse hatte, dass ER beim Spielen mit meiner Mutter auch dabei war. Kinder hat ER keine und inzwischen muss ich wohl sagen, dass es das Beste ist, was passieren konnte und dass ich hoffe, dass das auch immer so bleiben wird. Die ersten Jahre verliefen gut, wir wuchsen immer mehr zusammen und sonst verlief auch alles in geregelten Bahnen. Irgendwann kam dann der Bruch. Mein Stiefvater verlor auf einen Schlag seine Mutter und seinen eigentlich sicher geglaubten Arbeitsplatz. Das Unheil nahm seinen Lauf. Am Anfang schien ER das ganze noch irgendwie abfangen zu können und suchte dann auch relativ schnell wieder eine Arbeit, doch genau hier fängt das Problem an: ER fand keine neue Stelle, dafür aber eine neue Lieblingskneipe und neue Bekannte und dadurch dann auch gleich noch eine neue Lieblingsbeschäftigung*********Das Trinken********* Die erste Zeit war es noch "nicht so schlimm". Es war unregelmäßig und ER kam dann einfach nur spät nach Hause, wo ER dann in sein Bett torkelte und friedlich bis zum nächsten Mittag durchschlief. Das Problem war nur, dass diese Abende sich mehrten und irgendwann zur traurigen Gewohnheit wurden. Meine Mutter litt am meisten daran. Sie versuchte zwar es sich nicht anmerken zu lassen und die Situation zu ignorieren, aber ich denke, dass sie einfach nicht wahrhaben wollte, dass das Leben, welches sie sich gerade mühsam aufgebaut hatte wieder zu zerbrechen drohte. Wie eine Sandburg einfach so vom Meer weggespült wird, wenn der Erbauer sie unvorsichtig zu nah am Meer gebaut hat.. Was mich angeht?! Tja, ich war wohl noch zu klein um zu verstehen, was da eigentlich vor sich ging. Ich wunderte mich halt nur, warum ER entweder weg war, schlief oder so komisch roch. Doch das, was mich damals am meisten traurig gemacht hat war, dass ER gar nicht mehr mit mir spielte.. Jedenfalls, bis ER mit seinen
Bilder von Häusliche Gewalt/Gesetzgebung
Spielregeln zu spielen begann!!!..Wo wir dann beim nächsten Abschnitt wären, *******die Zeit, als es passierte*********** Die meisten Leute werden sich wohl fragen, wie so etwas passieren kann ohne, dass jemand etwas mitkriegt.. Diese Leute muss ich in ihren Illusionen leider enttäuschen! Ich denke, dass gerade Kinder die besondere Gabe haben. Solche Sachen zu verheimlichen so gut sie nur können und so lange es geht und dabei auch leider noch sehr erfolgreich sind. Das liegt meist auch daran, dass ihnen ein enormer Druck gemacht wird, wie auch ER mir Druck gemacht hat. Aber nun einmal zu den Anfängen... ER trank immer mehr und immer öfter. So kam es dann, dass nach einiger Zeit seine Aufenthalte Zuhause schon fast seltener waren als die außerhalb bzw. in seiner Stammkneipe. Das Eheleben meiner Mutter und von ihm ging immer mehr den Bach runter und so kam es, dass sie irgendwann wahrscheinlich einfach nur noch nebeneinanderhervegetierten. ER begann nun mit der Zeit nicht mehr nur in seiner Kneipe zu trinken, sondern auch ganz offen und ohne Scham Zuhause. Sein Verhalten uns gegenüber wurde immer rücksichtsloser, bis ER anfing mir besondere Aufmerksamkeit zu schenken. An dem Abend als es anfing waren Er und ich alleine Zuhause, da meine Mutter ein paar Tage auf einer Geschäftsreise in München war. Ich war krank und hatte dann ihm geschrieen. Wenn ich gewusst hätte, was passieren wird, wäre ich wohl im Bett liegen geblieben und hätte mein Fieber und Husten still ausgehalten!! ER kam dann in mein Zimmer, war total gereizt und stank nach Alkohol.. à KURZ, ER WAR WIE IMMER!!! Als ich dann so munter schrie ( ich war nicht oft krank, aber wenn ich krank war, war ich unausstehlich) stand ER im Zimmer ohne sich im geringsten dafür zu interessieren, dass mir ein wenig Hustensaft und Paracetamol schon geholfen hätten. Stattdessen kam ER irgendwie auf die kranke Idee, seine perversen Wünsche an mir ausleben zu können. ER setzte sich zu mir aufs Bett und fing an mich zu streicheln. Erst über Kopf und Bauch, dann über Arme und Beine. Als ich fragte was das solle antwortete ER mir indem er ganz nah zu mir kam und flüsterte: " Es ist nichts schlimmes. Es ist ganz normal. Und es ist gut! Gut für mich und gut für dich". Ich wusste nicht, was da vor sich ging, es war doch so neu und ungewohnt für mich. Ich war doch erst 8 Jahre alt!! Nachdem ER mich überall angefasst hatte stürmte ER aus dem Raum und lies mich einfach so da sitzen. Ich grübelte über seine Berührungen und Worte nach und schlief dann, Teddy umklammernd, ein. Teddy würde sich noch als treuen Wegbegleiter und einzigen Mitwisser beweisen müssen, aber davon ahnte ich noch nichts. ER kam mit der Zeit immer regelmäßiger zu mir und wurde immer intimer. Aus dem Streicheln wurde Reiben. Aus meinem passiven Verhalten wurde durch Druck von ihm auch ein Reiben an ihm. Es begann immer gleich. Nachts, wenn Mama schlief und ER aus der Kneipe kam ging ER nicht gleich ins Bett, sondern fand erst den Weg in mein Zimmer, wo ER mich entweder ließ oder mich runter in den Keller schleppte. Dann begann ER mir erst einmal zu erklären, dass das alles was total natürliches ist und Mama davon nichts wissen muss. Aus dem "nicht wissen MÜSSEN" wurde dann ein "nicht wissen DÜRFEN", da sie im anderen Falle böse auf mich sein würde, weil ich sie mit so etwas belasten würde, was eh normal ist und sie nicht interessiert.. Mit der Zeit entstanden Drohungen daraus, und wenn ER eins hatte, dann war das Zeit. Nachdem ER mich also "belehrt" hatte, zwang ER mich, erst mich auszuziehen um sich dann langsam vor meinen Augen ausziehen zu können. Decke und Kissen aus meinem Bett verschwanden auf dem Schrank, sodass mir wieder nur Teddy blieb, der mir wenigstens ein bisschen Schutz geben konnte. Im nachhinein denke ich aber, dass sein krankes Verlangen dadurch nur gesteigert wurde. ER zwang mich ruhig zu sein und wenn ER meinte, dass ich "mal wieder besonders lebendig" war, band ER mir auch mal einen Schal oder ein Strumpfhose um meinen Mund. Ich musste daraufhin anfangen ihn zu streicheln, woraufhin ER sich dann an mir zu reiben begann. Nach einer Weile schien es ihm aber nicht mehr zu reichen und es ging über das Streicheln und Reiben hinaus. Um jetzt nicht zu tief in meinen Wunden zu wühlen werde ich es so formulieren: Rein biologisch gesehen war ich nach dieser Zeit keine Jungfrau mehr und wäre ich schon in der Pubertät, wäre auch eine Schwangerschaft kein unerwartetes Ereignis gewesen. Verhütungsmittel schienen ihm fremd zu sein, so ist es einerseits sehr erschreckend wie klein und jung ich noch war, andererseits hat genau mein junges Alter und meine Unreife noch schlimmeres verhindert, so makaber es auch klingen mag.. Nachdem ER dann "fertig" war schmiss ER mir Decke, Kissen und Klamotten hin und befahl mir, mich wieder anzuziehen. ER verlies das Zimmer und stieg gleich danach zu Mama ins Bett. Seine Besuche wurden regelmäßig und mehrten sich immer dann, wenn Mama ein paar Tage weg war. ER beobachtete mich, damit ich auch ja nichts sagen würde und ich tat ihm diesen Gefallen... ***********Mein Verhalten************* Änderte sich. Der Einzige, dem ich mich anvertrauen konnte war Teddy (mein Kuschelbär). Er war der, der dabei war, wenn ER sich nachts in mein Zimmer schlich und der bei dem ich meinen Gefühlen "danach" freien Lauf lassen konnte. Oft weinte ich stundenlang ohne Pause und schlief die ganze Nacht nicht, da ich nach dem Weinen immer starke Kopfschmerzen und Schmerzen im unteren Intimbereich bekam. Ich hatte irgendwann schon begriffen, dass dieser Wahnsinn nicht normal war, doch in meinem Kopf war es dann schon zu spät und unabänderlich. Ich begann mich komplett zu verändern. Irgendwann konnte ich nicht mehr weinen. Ich war innerlich einfach nur noch leer und hatte das Weinen schlicht verlernt. Aus einem recht extrovertierten und fröhlichen Kind wurde ein stilles und gefühlsleeres Ding. Meine Mutter erklärte es sich einfach mit meinem Alter. Ich begann alles in mich reinzustopfen (Essen) und kaufte mir so von monatelangen Ersparnissen und dem wöchentlichen Taschengeld Süßigkeiten um dick zu werden. Nicht selten gab ich 25DM allein für Ü-Eier, Bifi und Mäusespeck aus. Ich dachte, dass ER mich vielleicht in Ruhe lässt, wenn ich dicker bin (davor war ich völlig normal gebaut). Es half natürlich nichts!! Dann fing ich an, mir mehrere Lagen von Klamotten übereinander anzuziehen, sobald meine Mutter abends aus meinem Zimmer war. Besonders beliebt waren bei mir Bodys, da man sie nur "unten" aufmachen und ER seine Hand nicht einfach so reinschieben konnte. Es brachte mir nichts. Außer vielleicht eine 30 sekündige Verzögerung. Schlafendstellen hatte ich am frühsten aufgegeben, denn wenn ich so tat, als ob hat ER nach kürzester zeit so heftig an mir rumgerüttelt, dass selbst ein Stein aufgewacht wäre. Auch gemalt habe ich nach anfänglich doch recht deutlichen Bildern nicht mehr. Alleine die Tatsache, dass ich damit aufgehört hatte, hätte mehr als eine Alarmglocke klingeln lassen müssen, denn wenn es eins gab was ich leidenschaftlich gerne tat, dann war das Malen. Ich hatte auch gehofft, Mama würde sich die Bilder genau ansehen, aber sie tat es nicht und die Enttäuschung hierüber war umso größer. ICH HABE VERSUCHT ZU SCHREIEN, MEINE SCHREIE WAREN STILL, ABER SIE WAREN DA!!!! Irgendwann lief ich dann weg (siehe erster Bericht), doch vor allem wegen Teddy bin ich wiedergekommen. Kurz darauf wachte Mama zufällig auf und hörte uns. Es war eine Erlösung, Wiedergeburt und große Scham zugleich. *****************Die Zeit danach**************** War schwer. Wir sind gleich weg und ich musste ihn nicht wiedersehen. Auch bei der Verhandlung musste ich wegen "der besonderen Umstände und meines geringen Alters" nicht direkt in seinem Angesicht aussagen. Mama bekam Depressionen und macht sich bis heute Vorwürfe. Ich verzog mich in mein Schneckenhaus. Die Vorfälle machten in der Nachbarschaft schnell die Runde und die auf mich gerichteten Blicke häuften sich, bis wir endlich wegzogen. Ich fing mit etwa 14 an, meine Erfahrungen wirklich zu verarbeite, was zwar sehr schmerzhaft aber auch dringend notwendig war. Beziehungen zu Jungs konnte ich nur sehr schwer aufbauen und auch mein erster Freund musste fast ein halbes Jahr warten, bis er mir sich nähern konnte. Er erfuhr allerdings erst nach Monaten unserer Beziehung dieses doch noch sehr dunkle Kapitel meiner Vergangenheit. Auch durch ihn habe ich es geschafft, wieder einen relativ "normalen" Umgang mit der Sexualität zu finden (sind aber nach fast 2 Jahren schon relativ lange nicht mehr zusammen). Heute kann ich sagen, dass ich vieles gut verarbeitet habe. Mein Hauptmittel hierzu ist das Schreiben. Neben diesem Bericht und meinem ersten Bericht sind zahlreiche Tagebucheinträge, Gedichte und andere Texte entstanden. Es hilft!! Ich kann mittlerweile relativ offen über das Geschehene reden, auf Fragen und Kommentare von eurer Seite reagiere ich ebenfalls gerne. Viele fragen sich vielleicht, warum ich das ausgerechnet hier veröffentliche. Wo Ciao ja doch nicht die ganz anonyme Plattform ist, hier sind meine Hauptgründe: - Ich habe lange genug geschwiegen - Die Jenigen, die gelernt haben "laut zu schreien" sollten dies auch tun um auch den Jenigen Mut zu machen die dies noch nicht können, dass auch sie sich jemandem anvertrauen - Jeder muss wissen, dass vor allem die STUMMEN SCHREIE DIE SCHLIMMSTEN UND EIGENTLICH LAUTESTEN SIND und vor allem Eltern, Verwandte und Freunde auf diese stillen Arten auf sich aufmerksam machen zu wollen achten sollten, dies gilt vor allem bei Kindern!! - Perverse Leute wie ER dürfen einfach nicht so wegkommen, tun dies aber leider noch viel zu oft - Es ist außerdem auch ein weiterer Schritt der Verarbeitung für mich Am Ende will ich noch sagen (auch damit es ein bisschen besser in die Kategorie passt), das der Weg zur Verurteilung fast wie eine zweite Vergewaltigung war. Ich wurde nicht selten als Kind dargestellt, das einfach nur "ihrem Alter entsprechende Hirngespinnste" hat.. Sprich: ich sollte alles nur frei erfunden haben!! Ich musste alles noch einmal erzählen, so detailgenau, als ob er mich gerade anfassen würde, und so fühlte es sich auch an!! Er ist vor kurzem wieder frei gekommen, was wohl auch ein Grund für meinen nun zweiten Bericht ist. Zur Gesetzgebung kann ich nur sagen, dass die Strafe viel zu niedrig ist. Ich muss jeden Tag damit rechnen ihn nun wieder zubegegnen, ihm der mir mein ganzes Leben lang mitspielen wird.. Außerdem sind der Weg der Verhandlungen, und die Peinigungen vor Gericht nicht sehr hilfreich dafür, dass sich andere Opfer diesen Schritt aus dem Schweigen auch zu gehen. NAtürlich muss geprüft werden, ob die Geschichte wahr oder gelogen ist, es sollte aber doch gewisse Tabis geben und Grenzen. EIn Mädchen von 11 Jahren oder auch jünger oder älter denkt sich so etwas nicht aus!!!
Stille Grüße Eure Cathi
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03.07.2007 22:05
Weißt du was mir aufgefallen ist, .....viele Oper verfassen Gedichte. Ich finde man kann nicht laut genug den Schmerz heraus schreien, auch wenn es erst nach Jahren geschieht. Wir helfen nicht nur uns, sondern auch denen die jetzt Opfer sind. LG Arbm.
15.05.2007 10:55
Tut mir echt leid was Dir widerfahren ist.... Mehr kann ich dazu nicht sagen..... außer BH. LG Susan
15.05.2007 08:33
siehe pearl1703 - mein respekt !!! - BH