Hay'sche Trennkost (Ernährungsform)

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ich hab's geschafft

5  01.02.2001 (31.07.2001)

Pro:
es funktioniert

Kontra:
nicht ungesund .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

melody

Über sich: Tadele nicht den Fluß, wenn du ins Wasser fällst......

Mitglied seit:17.01.2000

Erfahrungsberichte:104

Vertrauende:59

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 136 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Irgendwann vor ein paar Jahren fing meine Garderobe in Größe 34 an zu kneifen. Nun gut, ich kaufte Größe 36 und dachte, die meisten Frauen sind neidisch auf deine Größe 36, ist alles ok. Als ich Größe 38 kaufen mußte, habe ich mir eingeredet, diese Größe ist „normal“!! Dann wurde mir 38 zu knapp und eine gewisse Panik machte sich breit. Ich bin 1.60 cm und wog 65 kg. Also nicht richtig fett aber ganz schön rund.

An dieser Stelle mal schnell ein Aufruf an alle Dicken, die sich wohlfühlen. Ich habe nichts gegen dicke, dünne, lange, kurze Menschen, ich toleriere alle, wenn sie in Ordnung sind!!

Ich war es nicht mehr, ich konnte mich nämlich selbst nicht mehr leiden! Wenn du nicht den Rest des Lebens kleine Zelte tragen willst, mußt du was ändern, dachte ich mir sehr ernsthaft. Wir Menschen können ja Dinge, die wir nicht ertragen, ändern! Also sollten wir es tun!!!

Nun kommt mein Problem: ich bin nicht sehr diszinipliert und hasse ein paar Dinge ganz besonders, dazu gehören vorrangig Hunger, Kalorienzählen und auf versteckte Fette achten. Da werde ich ziemlich ungenießbar!! (...und keinen Alkohol auf Feten – das grenzt ja für mich an Grausamkeit!)

Was sein muß, muß sein – also FDH? Nee macht schlechte Laune. Vor jedem Bissen die Kalorientabelle lesen – macht noch schlechtere Laune!

Ich investierte mein mein Geld in Frauenzeitschriften und probierte alle Wunderdiäten aus, weil mich fasziniert hat, daß man angeblich in einer Woche die Pfunde von einem Jahr herunterbekommen kann. Ich konnte es nicht, nach einer Woche schlechter Laune hatte ich an einem Wochenende alles wieder drauf!

Ich bin sogar soweit gegangen, Appetitzügler zu schlucken, bis ich dann den Zettel mit den Nebenwirkungen aufmerksam las und ich habe slim fast getrunken und davon richtig Hunger bekommen.

Sollte nun einer einwenden, Sport ist das Nonplusultra – nein, nicht bei mir. Ich gehe ins Studio, um fit zu bleiben und habe anschließend mörderischen Hunger!

Irgendjemand gab mir den Tipp und ich dachte, ja - Trennkost – der letzte Versuch!!

Das Prinzip dieser Ernährungsweise ist eigentlich ganz einfach. Kohlenhydrate und Eiweiß werden nicht zusammen verzehrt, sondern getrennt. Auf Fette achten muß man gar nicht, sie gelten als neutraler Nahrungsbestandteil.

Der amerikanische Arzt Dr. Howard Hay erkrankte in den dreißiger Jahren an einem, zu der Zeit unheilbarem Nierenleiden. Da unsere Vorfahren die sogenannten Zivilationserkrankungen nicht kannten, informierte er sich ausgiebig über die Eßgewohnheiten, da er Zusammenhänge vermutete. Er stellte fest, daß sich diese Menschen hauptsächlich von Pflanzen und Früchten ernährten. Später kam Getreide als Hauptnahrungsmittel hinzu. Fleisch, und damit tierisches Eiweiß, gab es selten. Er ernährte sich nach dieser Erkenntnis hauptsächlich von Obst, Gemüse, Kräutern und Salaten, vorrangig in roher Form. Zusätzlich trennte er Eiweiße von Kohlenhydraten, wodurch eine bessere Verdauung der Nährstoffe erreicht wird.

Ein Ernährungswissenschaftler wird wissen, daß Nahrungsmittel in vier Gruppen eingeteilt werden. Man unterscheidet zwischen Säure liefernden, Säure erzeugenden, Basen liefernden und neutralen Lebensmitteln.
Der gute Dr. Hay stellte die Entsäuerung seines Körpers in den Mittelpunkt seiner Überlegungen und wurde wieder gesund! Der ursprüngliche Gedanke der Trennkost galt der Gesundheit. Die Pfundepurzelei ist also eigentlich ein Nebeneffekt. Gerade durch diesen Nebeneffekt ist der Name Hay unsterblich geworden. Die „Haysche“ Trennkost war geboren.

Wie unser Stoffwechsel, diese chemische Fabrik mit Namen „Körper“ im einzelnen funktioniert, ist eine komplizierte Geschichte. Ich wollte ein paar Kilo abnehmen und kein Studium absolvieren. Da ich ein unkomplizierter Mensch bin, habe ich mir die Sache recht einfach gemacht. Alle Prinzipien der Trennkost, die mir nicht passten, hab‘ ich einfach ignoriert. Ich betone, bei MIR hat es so funktioniert! Jeder Mensch muß für sich selbst entscheiden ob das Prinzip wirkt oder nicht. Wir sind nun mal zum Glück nicht alle gleich gelagert, nicht mal unser Stoffwechsel.

Was sind denn die Prinzipien der Tennkost? Mäßig essen (das Synonym für Hungern?). Nichts für mich, ich war immer sitt und satt. Auf versteckte Fette achten? Wenn man sich für Trennkost interessiert, liest man: Fette sind neutral. Im nächsten Buch steht, fettarm essen. Was denn nun? Ich habe mich für „neutral“ entschieden. Kein Kaffee oder Schwarztee! Von wegen – nichts für ‚ne Koffeinsüchtige, wie ich es bin. Vor jedem Essen Frischkost, weil sonst die Basenbildner nicht zu erreichen sind! Das verstehe ich überhaupt nicht und Frischkost hatte ich nicht immer zur Hand. Ich hab‘ gelesen, kein Käse und kein Fisch. Wieso nicht? Käse habe ich massenhaft gegessen, in Verbindung mit Obst. Erdbeeren mit Käsewürfeln – hmmm, und es war fetter Käse, keine Pappe!

Ein Buch habe ich mir auch gekauft. Es hat gewonnen durch zwei Sätze: „Als erstes streichen Sie das Wort Hunger aus Ihrem Sprachschatz, denn mit diesem Buch werden sie die Zeiten vergessen, in denen Sie Ihren Körper durch Selbstzüchtigung und Entbehrung regelrecht verhungern und ausdörren ließen. Sie müssen essen, sonst wird die körpereigene Verbrennung zu stark reduziert.“ (Zitat)

Ja, das gefiel mir. Das Buch hat den Titel „Trennkost“ von Ursula Summ, Falken Verlag, ISBN 3-8068-4811-4.
Ursula Summ ist Trennkostspezialistin und leitet über 10 Jahre Kurse für Übergewichtige. So steht es auf dem Einband. Die Informationen über Trennkost haben mich interessiert. Die vielen Rezepte habe ich (ehrlich, wie ich nun mal bin) nie ausprobiert. Jetzt, beim Umzug, habe ich bemerkt, dass das Buch ganz schön eingestaubt ist.

Ich habe während meiner Abnehmphase ganz normal für meine Familie gekocht. Alle waren zufrieden und ich habe Fleisch und Gemüse gegessen, die Kartoffeln oder Nudeln oder Reis einfach weggelassen. Wenn ich Kartoffeln etc. gegessen habe, gab es eben nur Gemüse, kein Fleisch! So einfach ist es, wer das nicht versteht, muß weiterhin mit Übergewicht kämpfen. Wichtig ist, dass circa vier Stunden zwischen den Mahlzeiten liegen sollten.

Zuerst konnte ich es gar nicht glauben. In einer Woche hatte ich zwei Kilo verloren, normal. Das Wochenende war überlebt und die zwei Kilo fehlten immer noch. In den folgenden Wochen habe ich kontinuierlich abgenommen, ohne eine Fete verpasst zu haben, ohne jede schlechte Laune! Es hat ein Jahr gedauert, ehe ich 17 kg abgenommen habe. Also schön langsam circa 1,5 kg im Monat. Es ist kein Wunder geschehen, ich war nicht über Nacht schlank, aber diese 17 Kilo Gewichtsverlust halte ich seit drei Jahren ohne Mühe!

Es ist nicht jedermanns Sache, doch ich habe mich so an die „Trennerei“ gewöhnt, dass ich fast gar nicht mehr anders mag. Ich bin nicht ungemütlich geworden, das freut mich und vor allem meine Freunde sehr. Wenn ich heute bei Gelegenheit „normal“ esse, nimmt mein Stoffwechsel es mir nicht übel!

Ich danke Dr. Hay! Bei ihm stand der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund. Bei mir die Gewichtsreduktion.
Wissenschaftlich untermauert ist diese ganze Theorie wohl nicht. Wen stört‘s, wenn‘s funktioniert?


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Jen-jen

Jen-jen

15.06.2007 16:07

Ich find die Trennkost wirklich toll, hab es auch schon mal probiert, aber hatte es etwas vernachlässigt! Jetzt will ich es auch einfach noch mal probieren! achso, toller bericht!

kleinespferdchen

kleinespferdchen

13.02.2007 17:42

hallo, sehr interessanter Bericht, ich selber komme aus der Ernährungswissenschaft (mache darin Abi) die Trennkost ist eine sehr effektive und gesunde Form einer Diät. Sie lässt sich aber auch als andauernde Ernährungsform sehr gut umsetzten. Unser Körper braucht Enzyme um unsere Nahrung zu spalten bei den Kohlenhydraten heissen diese Amylasen und Glykogenasen, bei den Proteinen (Eiweissen) Proteasen, man hat rausgefunden dass diese sch bei gleichzeitiger Arbeit behindern bzw dass sie nicht die selbe Umgebung benötigen um optimal zu wirken, so liegt es auf der Hand, dass Kohlenhydrate und Eiweisse, die seperat gegessen werden bessser verstoffwechselt werden können. gesunden tag

Tweety-88

Tweety-88

18.01.2004 11:19

Trennkost scheint ein interesantes Thema zusein.

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