Ein 170 Minuten langes Meisterwerk
01.03.2003
Pro:
Schauspieler, spannend + bewegend, fulminante Action
Kontra:
aber nicht doch . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 Tom_Araya
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:284
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 72 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Die Liste der Schauspieler die Regisseur Michael Mann (der letzte Mohikaner, Miami Vice Krimiserie) für diesen Thriller verpflichten konnte liest sich wie der Traum eines jeden Kino-Kenners: - AL PACINO, seine besten Rollen unter sehr vielen Glanzlichtern spielte er für mich in "der Pate 1-3", dem alten Streifen "Hundstage" (wow sah er da schlank aus find ich, fast schon dürr), "Scarface" und "Carlito´s Way".
- ROBERT DE NIRO, Ihn finde ich noch eine Spur brillianter als Pacino. Am besten gefallen hat er mir in "Taxi Driver" (natürlich, wer kennt den Film nicht). Des weiteren machte er den 2ten Teil des Paten zum mit Abstand besten der Triologie (da haben er und Pacino also schonmal zusammen gespielt). Stark in Erinnerung ist er mir auch aus "Kap der Angst" und den kleineren Rollen in "Jackie Brown" und "Angel Heart", beide Filme wären ohne Ihn deutlich ärmer gewesen. Neber diesen beiden Superstars wurden auch die meisten weiteren Rollen gut besetzt:
- VAL KILMER wäre in vielen anderen Filmen sicher der Hauptdarsteller gewesen, hier spielt er die 3te Geige. Ihn fand ich zwar schon immer ganz gut, aber die meisten der Filme in denen er Hauptakteur war sind nur guter Durchschnitt - da haben wir z.B. das Marsabenteur "Red Planet" oder die ziemlich kitschige Batman-Neuverfilmung "Batman Forever". Klasse dagegen seine Auftritte in dem ultimativen Western "Tombstone" oder dem Tony Scott/Tarantino Knaller "True Romance". - JON VOIGHT und TOM SIZEMORE sind die typischen gefragten Nebendarsteller die in unzähligen Filmen auftauchen, nie so richtig auffällig aber die Gesichter wird fast jeder Filmfan sofort erkennen.
- Auf DIANE VENORA möchte ich in Bezug auf "der Schakal" hinweisen, da war sie die Agentin mit dem teilweise vernarbeten Gesicht die Bruce Willis zum Opfer fällt. - NATALIE PORTMAN wird Vielen aus Star Wars - Episode 1 und 2 bekannt sein (die schöne und geheimnissvoll wirkende Herrscherin, ein echter Paradiesvogel und vermutlich das Einzige was mich an dem Film beeindruckt hat). In "Heat" ist sie die noch junge Tochter Pacinos.
Grandiose Besetzung also, und der Slogan für die Webetrommel war natürlich schnell gefunden: Duell der Giganten: Pacino VS. de Niro. Wen kann man da am ehesten verlieren lassen?
Story **** Neil (Robert de Niro) ist der Kopf einer Verbrecherbande die ihre Dinger im ganz grossen Stil dreht - 100% professionell und unter ein paar Millionen ist nichts für sie interessant. Seine festen Partner sind Chris (Val Kilmer) und Michael (Tom Sizemore). Dazu kommt dann noch der schlaue Kopf im Hintergrund der die Dinger "an Land zieht" und sie dann an Neil weiterleitet: Nate (Jon Voight).
Für den nächsten geplanten Coup (Überfall eines Geldtransporters) nehmen die 3 noch einen 4ten Mann auf: Waingro (Kevin Gage). Wie immer läuft alles nach Plan und die Beute scheint schon fast sicher zu sein, doch Waingro hat offensichtlich ein Ego-Problem und erschiesst einen der Wachmänner - Neil und die Andern haben keine Wahl als sämtliche andere Zeugen zu erschiessen. Die 4 entkommen mit der Beute, aber Neil ist natürlich stinksauer und will Waingro für diese Sache töten - dieser kann jedoch entkommen, der erste Fehler den die sonst so perfekte Bande begeht. Der mehrfache Mord an den Wachmännern bedeutet nun das der beste Mann der Polizei den Fall übernimmt - Vincent Hanna (Al Pacino), bekannt als richtiger Beisser und gnadenloser Jäger. Über diverse Verbindungen schaffen er und sein Team es der Bande auf die Spur zu kommen, die 3 stehen unter Totalüberwachung ohne es zu wissen und Vincent könnte sie locker Alle festnehmen lassen - aber er will sie auf frischer Tat ertappen, Beweise für eine richtige Verurteilung sammeln.
Neil, Chris und Michael haben nach den ungeplanten Morden nicht vor mit ihrem Tun aufzuhören, im Gegenteil: Das ganz dicke Ding in einer grossen Bank ist geplant, 13 Millionen gibt es da abzukassieren. Vincent Hannas Leute machen allerdings einen Fehler bei einer Überwachung und Neil weiss ab jetzt das die Polizei an ihm dran ist - der Reiz des Geldes ist jedoch zu gross. Das Ding soll steigen, der grosse Showdown ist unvermeidlich... Neber dieser Haupthandlung gibt es noch diverse Nebengeschichten über die Hauptcharaktere, und Alle laufen auf einen Punkt hinaus: Der stressige Beruf schafft grosse Probleme im Privatleben. So ist Hannas Frau Justine (Diane Venora) frustriert das ihr Mann so selten da ist für Sie und geht fremd, seine Tochter bereitet Ihm auch eine Menge Probleme. Aber Hanna braucht das Adrenalin seines Jobs...er kann nicht aufhören, kann das gut gehen auf lange Sicht? Auch Chris hat Probleme mit seiner Frau, und Neil ist der typische Einzelgänger - so lange bis er die schöne Eady (Amy Brenneman) kennenlernt und sich in sie verliebt. Damit begibt er sich aber zum ersten Mal in die Situation die er am meisten hasst: gebunden sein, bei seinem "Job" schafft das einfach zu viele Probleme...
Und so schaukelt der Film sich langsam hoch, wer gewinnt am Ende und wer hätte besser früher aufgehört? XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Kritik ***** Wo liegt nun der Reiz in der Story? Zum einen Teil darin das sowohl die Bösen als auch die Polizei perfekt erscheinen, sehr schwer vorstellbar das Neil oder Vincent als Verlierer vom Platz gehen können - aber Einen wird es am Ende sicherlich treffen. Und zum anderen Teil an der sehr durchdachten Inszenierung des Privatlebens aller Beteiligten, sowohl Vincent als auch jedes einzelne Mitglied von Neils Gang müssen die schwere Entscheidung treffen: Beruf oder Leben, wann muss ich aufhören bevor es zu spät ist? Perfekt werden die Zwickmühlen in denen Alle stecken beschrieben, dramatisches ist vorprogrammiert. Sehr passend ist in dem Zusammenhang ein Treffen zwischen Neil und Vincent, die beiden teilen sich ihren gegenseitigen Respekt mit - und eine Warnung: dennoch werde ich dich erschiessen, 100%. In erster Linie bleibt "Heat" jedoch ein Thriller mit viel Action und krimitypischen Elementen, die romantischen und bewegenden Szenen sind zwar vorhanden aber angenehm kurz gehalten. Die Polizei jagt die Verbrecher, und dabei kommt es zu viel Geballere und Adrenalinstössen - besonders natürlich wenn Neil und seine Bande ein Ding drehen. Der Höhepunkt ist eine mehrminütige ultimative Schiesserei inmitten von hunderten Leuten und Autos, Neil und seine Gang feuern mit vollautomatischen Supergewehren drauf los das einem die Spucke wegbleibt und die Polizei zunächst kaum eine Chance hat. Ich würde sagen das ist die imponierenste Schiesserei gewesen die ich bis zum heutigen Zeitpunkt gesehn hab.
Eine besonder Erwähnung verdient noch die Musik, besonder die düster und beklemmend wirkenden Stellen. Bei der Action wird sie dann zwar nicht schnell aber bestimmender und mit tiefen Bässen. Die romantischen Szenen sind ebenfalls sehr gut untermalt, die Hintergrundmelodie bleibt Einem deswegen so im Ohr weil es immer die Selbe ist, abgeändert je nach Bedarf. Zum echten Ereignis machen den Film natürlich aber die SCHAUSPIELER, die Story ist gut aber nicht überragend. ROBERT DE NIRO hat mich wie immer am meisten beeindruckt, sein Gesichtsausdruck ist kalt und hart und sein Wesen absolut bestimmend - und wer Ihn kennt weiss in welcher Perfektion er das rüberbringen kann. Lachen hab ich Ihn glaub ich kein einziges Mal gesehn, und auch bei der Romanze mit Eady taut er nicht so richtig auf. Was soll man schon gross sagen ausser das der Mann genial ist.
AL PACINO ist dagegen ein echter Heisssporn, neber der Tatsache das auch er der absolute Boss ist und keinen Widerspruch duldet liebt er es spöttisch zu lachen und total "drauf" zu sein - passend dazu hat er fast immer einen Kaugummi im Mund, ein Indiz dafür das er nicht still sitzen kann. Er liebt es zu gestikulieren und auch oft urplötzlich zu schreien. Beeindruckt hat mich neber dieser extrem lebhaften Art auch seine Feinfühligkeit die er gegen Ende seiner Frau/Tochter entgegenbringt, einfach ein Ausnahmeschauspieler. Val Kilmer war ebenfalls sehr überzeugend, beeindruckend ist sein teils total leblos erscheinender Gesichtsausdruck und das er oft so richtig fertig wirkt. Jon Voight ist als Mastermind der Bande ebenfalls kaum wegzudenken aus dem Film, seine Art wirkt hochprofessionell und immer 100% überlegt. Die Leistung der Frauen ist auch nicht zu verachten, Amy Brenneman als anschmiegsam erscheinende Geliebte Neil´s ist die Art von Frau bei der man sich so richtig wohlfühlen kann - Diane Verona ist bestimmender und lässt sich nicht Alles von Vincent gefallen.
Fazit **** Der Film hat echt Alles was man sich wünscht: Spannung liegt immer in der Luft, und man merkt kaum das er beinahe 3 Stunden lang dauert. Es gibt genug Action und coole Charaktere, gespielt von perfekten Schauspielern. Dazu kommt dann noch ein überzeugender romantischer Teil, und natürlich dramatische Szenen mit folgender Botschaft: lass nicht zu das Beruf oder Geld dein privates Glück zerstören, befreie dich aus der Gewohnheit bevor es zu spät ist. Zusammenfassend will ich sagen das der Film einer der Besten ist die ich kenne, angeschaut hab ich Ihn mir schon mindestens 5 Mal. Empfehlenswert besonders für Fans des häufigen Spiels Superpolizist gegen kriminelles Mastermind, und natürlich für Alle die gerne Pacino und/oder de Niro sehen.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Heat (Film 1995)
|
|
10.04.2005 12:50
Hab den Film schon mal im Fernsehen gesehen und werde mir demnächst die DVD zulegen, wobei da scheinbar keine Extras draufgepackt worden sind - egal - denke der Film ist 10 EUR wert ! - grüsse mOFFt
14.03.2003 15:10
Muss ich mir unbedingt mal ansehen. Supre Bericht mfg Chris_Barnes
12.03.2003 17:34
Das Gespräch zwischen den beiden Männern, die sich eigentlich gar nicht so unähnlich sind, hat in meinen Augen Filmgeschichte geschrieben. Der Film ist ein Knaller, doch die Szene im Café ist mein absolutes Highlight. Schade nur, das sich De Niro mittlerweile für jeden Mist hergibt. gruß, raz.