Heaven. Stadt der Feen / Marzi, Christoph

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Heaven. Stadt der Feen / Marzi, Christoph

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Das Herz des Himmels

4 5. Nov 2009

Pro:
tolle Geschichte, Schreibstil

Kontra:
hätte man ein bisschen mehr ausbauen können

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

mehr


Regan

Über sich: Momentane Lektüre: "Der träumende Diamant 3: Drachenmagie" von Shana Abé | Mein CIS ist au...

Mitglied seit:27.10.2005

Erfahrungsberichte:202

Vertrauende:91

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 120 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seitdem ich vor einigen Jahren Lycidas gelesen habe, ist Christoph Marzi mein Lieblingsautor und ich kann von mir behaupten, fast alle Bücher von ihm zu besitzen und auch gelesen zu haben. Vor einiger Zeit habe ich auf seiner Homepage schließlich entdeckt, dass ein neues Buch von ihm erscheinen soll: Heaven – Stadt der Feen. Als Fan von Marzis Büchern durfte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.
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..::Christoph Marzi::..
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Christoph Marzi wuchs 1970 in Obermending naher der Eifel auf. Danach studierte er Wirtschaftspädagogik in Mainz, heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Saarland und arbeitet dort hauptberuflich als Lehrer an einem Gymnasium. Außerdem schreibt er phantastische Literatur, in der man seine Lieblingsschriftsteller von Boyle über Dickens bis Gaiman wieder findet. Mit Lycidas hat er seinen ersten Roman bei Heyne veröffentlicht. Mit Lycidas hat er den Deutschen Phantastik Preis gewonnen, ebenso wie mit seiner Anthologie Nimmermehr.
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..::Inhaltsangabe::..
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Seitdem der 17-jährige David von seinem Zuhause in Cardiff abgehauen ist, lebt er in London und arbeitet in einem Antiquariat. Liefert er Bücher für Kunden aus, zieht er es vor, den direkten Weg zu ihnen zu nehmen: über die Dächer von London, denn dort fühlt er sich frei. Als er eines Nachts wieder auf den Weg zu einem der Kunden ist, um ein Buch auszuliefern, trifft er auf ein völlig verstörtes Mädchen namens Heaven, die behauptet, böse Männer hätten ihr Herz gestohlen. David, der weiß, dass kein Mensch ohne Herz leben kann, glaubt ihr zwar vorerst nicht, empfindet aber dennoch Sympathie für Heaven und möchte ihr helfen, was auch immer mit ihr geschehen ist. Doch ehe David begreifen kann, wer Heaven wirklich ist und was mit ihrem Herzen geschehen ist, befinden sich die beiden in höchster Gefahr…
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..::Leseprobe::..
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Die Nacht, in der Heaven ihr Herz verlor, war mondlos und kalt. Die Klinge indes, die ihr das Herz aus dem Körper schnitt, war warm vom dunklen Blut des Mädchens. Verloren, verwirrt und furchtsam pochend, spiegelte sich das Herz im Silberschein dieser sichelförmigen Klinge. Finger, die in schwarzen Handschuhen aus glattem Leder steckten, hielten das Herz vor ein Gesicht, das äußerst zufrieden wirkte.
Der Mann, der in dieser Nacht nicht zum ersten Mal ein Herz stahl, winkte eine hinkende Lumpengestalt heran, die sich im Hintergrund verborgen gehalten hatte.
Allesamt befanden sie sich auf einem Dach, wo ein scharfer Wind wehte und die Rauchschwaden aus den vielen Kaminen wie lebendige Wesen die Finsternis berührten. Das Dach mit den dunklen Ziegeln gehörte zu dem Haus mit der Nr. 16 Phillimore Place, gelegen zwischen Holland Park und Kensington Gardens. Es bot einen wirklich schönen Ausblick auf die Stadt, d0och keine der beiden Gestalten, die dort oben waren, kümmerte sich darum. Beide starrten auf den Körper, der reglos zu ihren Füßen lag.
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(S.7; Prolog)
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..::Das Buch::..
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Das Buch ist vom Arena Verlag und ein Hardcover. Auf dem Cover sieht man die Dächer von London, einen lilanen Nachthimmel und einen großen Vollmond. Davor ist ein aus Ornamenten bestehendes Tor. Mitten drauf steht der Titel des Buches. Zudem hat das Buch noch ein lilanes Lesebändchen.
Das Buch hat 358 Seiten, die in Kapitel und Zwischenspiele aufgeteilt sind. Das Buch hat 14,95 Euro gekostet.
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ISBN: 978-3-401-06382-9
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..::Kritik::..
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Wie fast jedes Buch von Christoph Marzi spielt auch Heaven – Stadt der Feen in einer Metropole. Und nicht nur in irgendeiner, sondern in London, der Metropole, die es Christoph Marzi offensichtlich ganz besonders angetan hat. Die Stadt der Schornsteine war schon der Schauplatz von Lycidas und übernahm in den Folgebänden stets eine Sonderrolle. Nun kehrt Christoph Marzi mit Heaven – Stadt der Feen nach London zurück und entführt seine Leser dort in eine mystische und geheimnisvolle Welt, wie es schon damals in Lycidas der Fall war.
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Wenn ich mir Christoph Marzis Werke im Allgemeinen betrachte, da gibt es sowohl einige Parallelen zwischen seinen Geschichten, als auch einige Unterschiede. So kommt es auch, dass mir einige seiner Bücher nicht sehr gefallen und andere von ihm gehören wiederum zu meinen Lieblingsbüchern. Was Lycidas und seine Folgebände angeht, ist letzteres der Fall, die Malfuria-Trilogie allerdings war nicht unbedingt mein Ding. Da habe ich mich natürlich beim Kauf von Heaven – Stadt der Feen gefragt, in welcher Kategorie sich dieses Buch eher ansiedeln würde. Was das angeht, bildet Heaven – Stadt der Feen ziemlich genau den Durchschnitt dieser beiden Extreme, sodass das Buch in meinen Augen zwar nicht mit Lycidas und co. mithalten kann, aber dennoch eine sehr schöne und liebevoll erzählte Geschichte ist, die mir besser gefallen hat als die Malfuria Trilogie. Heaven ist zwar nicht so ausführlich und komplex wie Lycidas, dafür hat es aber einen ähnlichen Charme und wirkt auf den Leser erwachsener als Malfuria.
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Eine Besonderheit an Heaven – Stadt der Feen ist, wie bei den meisten Büchern von Christoph Marzi, die Grundstory, die sich von der typischen Fantasyliteratur deutlich abhebt. Es geht um ein Mädchen, dem man das Herz gestohlen hat und das trotzdem noch am Leben ist. Es geht um den Nachthimmel von London, der seit einem Kometenabsturz spurlos verschwunden ist. Und es geht um einen kleinen Teil des Nachthimmels, der irgendwann zurückgekehrt ist. Und es geht um eine Liebe, die schon, bevor sie richtig angefangen hat, droht, in die Brüche zu gehen. Die Geschichte ist für ein Jugendbuch recht originell und bietet schon mal eine interessante Grundstory, die beim Lesen des Klappentextes Lust aufs Lesen macht.
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Allerdings hat Heaven im Gegensatz zu den anderen Büchern von Christoph Marzi relativ wenige Fantasyelemente. Zu Anfang gibt es, mal von dem Umstand, dass Heaven das Herz gestohlen wurde und von zwei bösen Typen, von denen einer ein Lumpenmann, d.h. ein Zombie ist, verfolgt wird, keine weiteren phantastischen Elemente. Gegen Mitte des Buches kommen ein paar weitere phantastische Ereignisse dazu, aber erst gegen Ende der Geschichte erinnert Heaven – Stadt der Feen an eine richtig fantasievolle Urban-Fantasy-Geschichte. An sich macht der leichte Mangel an Fantasyelementen der Spannung der Geschichte keinen Abbruch, aber noch schöner wäre es gewesen, wenn mehrere phantastische Dinge passiert wären.
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Und nicht nur das ist leider ein bisschen zu kurz geraten. Im Allgemeinen hätte ich mir gewünscht, dass Christoph Marzi die Geschichte ein bisschen mehr vertieft und somit in die Länge gestreckt hätte. Denn ein paar Seiten mehr hätte die Geschichte mit Sicherheit hergegeben. Beispielsweise wird die Geschichte, die der Schlüssel zu Heavens Geheimnis ist, ein bisschen zu schnell und unausführlich abgehandelt. Gerade was das angeht, hätte ich mir gewünscht, dass diese Geschichte eine größere Rolle in dem Buch spielt und nicht so schnell abgehandelt wird, wie es letztendlich leider der Fall war.
Ebenso sieht es mit den Antagonisten und einigen Nebencharakteren aus. Von Heaven und David erfährt man sehr viel, aber dafür kommen einige der Nebencharaktere und die bösen Gegenspieler der beiden ein bisschen zu kurz. Auch da hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Vielleicht nicht unbedingt bei dem Mann mit den schwarzen Handschuhen, dafür hätte ich aber gerne mehr über seinen Auftraggeber, über Mis Trodwood, die Besitzerin des Antiquariats und über Mr. Michey erfahren, Heavens Butler. All diese Charaktere kamen in dem Buch nur sehr spärlich vor und standen völlig im Schatten der beiden Protagonisten, was ich sehr schade fand.
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Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist, dass die Geschichte ein wenig vorhersehbar ist. Vor allem durch die Titelwahl wird ein wesentlicher Teil der Geschichte schon im Voraus verraten, aber auch beim Lesen der Geschichte fügen sich einige Vermutungen zusammen, die sich später dann als richtig erweisen. Arg schlimm ist das alles nun nicht, aber man hätte vielleicht einen anderen Titel für das Buch wählen sollen.
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Der Schreibstil von Christoph Marzi ist gewohnt flüssig zu lesen und einfach wundervoll. In seiner Art, die Geschichte zu erzählen, steckt sehr viel Liebe zu seiner Arbeit und man merkt, dass ihm viel an seinen Geschichten liegt.
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..::Fazit::..
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Heaven – Stadt der Feen ist ein schönes Jugendbuch mit tollen Ideen und einem tollen Schreibstil. Es hat mir viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Dennoch wäre es schön gewesen, wenn Christoph Marzi ein bisschen mehr aus der Geschichte gemacht hätte. Dann hätte ich Heaven – Stadt der Feen heute vielleicht zu meinen Lieblingsbüchern zählen können. Von mir gibt es deshalb 8 von 10 Punkten.

 

Bilder von Heaven. Stadt der Feen / Marzi, Christoph
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
presscorpse

presscorpse

13.11.2009 17:06

Super berichtet!

Magistix

Magistix

10.11.2009 11:56

Ich finde es auch Besonders gut gelungen, Deine Rezension

Paukenfrosch

Paukenfrosch

07.11.2009 08:36

bh & lg

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Buch, gebundene Ausgabe, 358 S., Beilagen: Lesebändchen, Erschienen: 2009

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