Heißer Hauch der Sinne
Es war einmal ein Verleger namens Hellmut Schmidt, der sich vor einigen Monaten auf den Weg machte und Ausschau hielt nach Hobbyautoren, die in der großen weiten Welt des Internets ihr Unwesen trieben und die Leserschaft in ihren Bann zogen.
Sein Anliegen war, diese ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Meerfrau über Heißer Hauch der Sinne / Schmidt, Hellmut 21. September 2006
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
sehr hoch
Spannung:
sehr spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
schön
Pro:
Die Lust an sinnlicher Erotik und ihre Vielfarbigkeit
Kontra:
keins
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Heißer Hauch der Sinne
Es war einmal ein Verleger namens Hellmut Schmidt, der sich vor einigen Monaten auf den Weg machte und Ausschau hielt nach Hobbyautoren, die in der großen weiten Welt des Internets ihr Unwesen trieben und die Leserschaft in ihren Bann zogen. Sein Anliegen war, diese zum größten Teil unbekannten Autoren, wenn sie dann seinen Anforderungen entsprachen, einzuladen, um an einem Anthologieprojekt teilzunehmen, das er aus seiner Verlagstaufe gehoben hatte. Aber nicht nur Autoren wurden gesucht, sondern auch Zeichner und Karikaturisten sollten das Projekt bereichern.
Ich möchte nun die Gelegenheit ergreifen und Euch die erste Anthologie vorstellen.
Thema - Erotik
Titel - Heißer Hauch der Sinne
Buchgestaltung außen:
Das Taschenbuch leuchtet in einem aufschreienden Rot und passt sich damit genau dem Titel an. Die Vorderseite wurde mit einem erotischen Bild (Skulptur – nacktes Paar in einer umarmenden Kusspose) verziert. An Worten sind folgende zu finden – Herausgeber - Hellmut Schmidt; Titel - Heißer Hauch der Sinne; kurze Autorenzusammenfassung; Verlagsname – Richmond Verlag.
Auf der Rückseite findet sich eine namentliche Auflistung der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler und die ISBN-Nr..
Buchgestaltung innen:
Es folgen auf den nächsten Seiten die buchüblichen Informationen, das Inhaltsverzeichnis, Gedichte, Prosatexte und Zeichnungen. Die Anthologie endet mit einer Kurzvita über jeden Teilnehmer.
Die Hauptpersonen:
34 Autoren und Zeichner aus Österreich, der Schweiz und Deutschland fanden in dieser Anthologie einen würdigen Platz, um ihre Kunst einem noch größeren Publikum eröffnen zu können. Vorausgesetzt, es interessiert sich jemand dafür. Aber wer kann sich schon der Erotik entziehen? Der eiskalte Engel! Schade für den Menschen, der keine Gefühle zeigen kann. Auch wenn es jetzt vielleicht von einigen als übertrieben angesehen wird, möchte ich mir doch die Mühe machen und die Künstler namentlich erwähnen, die diesem Projekt Leben eingehaucht haben. Eventuell stolpert ja der eine oder andere über einen bekannten Namen.
Angie Adams, Pierre Bohemien, Marion Geiken, Steffen Glauer, Christiane Haladin, Verena Hemmerich, Detlef Heublein, Nadine Jalandt, Gerd Kerkhoff, Jürgen Kraußlach, Rena Larf, Susanne Laeseke, Monika Loiber, Svenja Lommer, Heike Major, Heidelind Matthews, Wolf-Alexander Melhorn, Hans-Christopf Neuert, Katarina Niksic, Dieter Christian Ochs, Christina Patjens, Fabian Probst, Sandra Pulsfort, Jean Paul Raabe, Sebastian Reeh, Angela Redeker, Andrea Redmann, Karl Reimers, Hellmut Schmidt, Emil Srkalovic und Anne Zimmermann.
Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird bemerkt haben, das auch der Herausgeber Hellmut Schmidt zu den Autoren gehört. Er nennt nicht nur einen Verlag sein eigen, sondern ist auch Autor und kennt die kleinen und großen Hürden, die sich einem Autor in den Weg stellen können, wenn er mit seinen Werken an die Öffentlichkeit gehen möchte. Dazu lasse ich mal kurz den Verlag selbst zu Wort kommen:
Der Richmond Verlag ist ein junges Unternehmen und versteht sich als „Sprungbrett“. Der Stammsitz findet sich, etwas 50/60 km östlich von Nürnberg, in Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz) In enger Zusammenarbeit mit den Autoren wird Hilfestellung in umfassendem Stil geboten. Ob bei Schreibarbeiten, im Lektorat, Buch- und Cover-Layout, ISBN und Druck, geholfen wird, wann immer es nötig sein sollte. Von daher bietet der Verlag eine professionelle Plattform für literarische Talente und für all diejenigen, die ihre Genialität noch entdecken und für diejenigen, die gerne ihr eigenes Buch in Händen halten möchten. Der Verleger, Hellmut Schmidt, ist selbst als Autor tätig und kennt Anliegen und Bedürfnisse der schreibenden Zunft.
Mehr Informationen auch gespickt mit Zahlenmaterial findet der interessierte Leser auf der oben von mir angegebenen Homepage.
Was ist eine Anthologie?
Anthologien sind Sammlungen von Gedichten, Prosastücken und Sprüchen. Wobei bei meiner vorgestellten Anthologie noch die Zeichnungen dazu kommen.
Wo zu kaufen?
Diese Anthologie gibt es seit Juli 2006 in den Buchhandlungen. Sie kann aber auch direkt beim Verlag bestellt werden unter der E-Mail richmondverlag@t-online.de .
Kosten:
131 Seiten = 13,50 Euro
Bestellinformationen:
Heißer Hauch der Sinne – eine Anthologie 1. Auflage Juli 2006 Richmond Verlag Sulzbach-Rosenberg Homepage: http://people.freenet.de/HELLMUTSCHMIDT/RichmondVerlag ISBN 3-9807109-4-7
Meine Gedanken:
Zu Beginn möchte ich erwähnen, dass auch ich zu diesem Projekt eine Einladung erhalten habe. Natürlich hat jeder Hobbyautor den Wunsch oder den Traum, in einem Buch seine eigenen Werke zu lesen. Aber bis dahin ist es ein sehr langer Weg und nicht JEDER steht am Straßenrand der schreibenden Zunft und hebt den Finger; hier bin ich, nehmt mich doch. Um so mehr habe ich mich gefreut, mit Zweifeln gekämpft, ob meine Werke überhaupt der anspruchsvollen Textsuche, die mit den Worten so vorgegeben war, gerecht werden. Es hat funktioniert, nun stehen drei erotische Gedichte zwischen all den anderen wunderbaren Beiträgen.
Das interessante an dieser Anthologie ist die Vielfarbigkeit seiner Mitgestalter. Aufgrund der Altersunterschiede, des Geschlechts, der Stilarten und ich möchte sogar meinen auch der Lebensweise in anderen Ländern, öffnet sich das Tor zu einer flimmernden Welt der Gefühle. Wer jedoch meint, dass sich letztendlich alles ähnelt, den muss ich enttäuschen. Schon der Unterschied von Versgestaltung, Wortwahl, Ausdruckskraft und eingebrachter Seele lassen die Erotik in all ihren Facetten erleuchten.
Erotik ist vielfach darstellbar, von Sehnsucht bis Wollust, von geträumt bis erlebt und auch der Witz fehlt nicht. Vielleicht wird das am besten sichtbar bzw. lesbar, wenn ich zwei Leseproben vorstelle. Ich möchte dazu erwähnen, dass ich von den Autoren ihr Einverständnis eingeholt habe.
Detlef Heublein – Enthüllung
Ich nahm dich mit zu mir nach Hause und hab dich dort ganz sanft umfasst, danach zog ich dich langsam aus, ganz zärtlich, ohne Hast.
Jetzt seh ich endlich dich so schlank in voller Schönheit nackt vor mir, bin vor Begehrlichkeit fast krank, weil deinen Duft ich auch noch spür.
Dein gelbes Kleid liegt neben mir, so völlig ohne Taschen. Ich komm jetzt näher ran zu dir und werd dich gleich vernaschen.
Und deinen Körper spüre ich ganz nah an meinem Mund, mit Hochgenuss verspeis ich dich. Bananen sind ja so gesund.
Karl Reimers - Ekstase
So komm, komm endlich näher, sehe deinen nassen Körper, und will noch mehr.
Genossen, genommen den Saft aus meinen Lenden, mit deinem Mund geschafft.
Außer Atem, hast du mich fast wieder erreicht, dein Atem noch heiß nach mir duftend, verbrennen mit dir so leicht.
Kreisend, leicht kreisend über mir, der Ohnmacht nahe, mein ganzer Schaft in Dir.
Hammer, immer mehr hämmerst du auf mich ein, tötest mich, sterbend nur mit dir will ich sein.
In meinen Augen hat der Herausgeber ein gutes Händchen gehabt bei der Auswahl der Autoren und ihrer eingereichten Werke. Jede Altersgruppe ist vertreten und auch das Verhältnis von Weiblein und Männlein hält sich die Waage. Es gibt hier die sanften, zärtlichen, verliebten Worte, die einem eine leichte Gänsehaut bescheren. Auf der anderen Seite sind Verse und Geschichten zu lesen, wo sich Wollust und Gier tummeln, wo Anzüglichkeit zur Tagesordnung wird und vielleicht dem schüchternen Typ rote Ohren geschenkt werden. Aber Erotik ist nun mal nicht nur sanft, sondern wird auch geprägt durch klare begehrliche Triebe, die in jedem Menschen leben und Gefühle überschäumen lassen. Eine Tatsache, der man sich beim Lesen nicht entziehen kann, die aber auch nichts abstoßendes hat, sondern einfach schön zu lesen ist.
Einige Titel zur Einstimmung und vielleicht auch zum neugierig werden:
Leeres Bett Liebeslust Bilder hat die Nacht Eine Frau für alle Felle Betrinken Das Spiel der Lippen Nur ein Hauch Gefesselte Sehnsucht Erregung
Zum Abschluss möchte ich natürlich nicht die Zeichner vergessen. 11 Zeichnungen fanden Zutritt zu dieser Anthologie. Wobei mir aufgefallen ist, dass eigentlich nur weibliche Akte vorkommen. Mit einem Schmunzeln frage ich mich - Wo bleibt da die Emanzipation des Mannes? Vielleicht hat sich keiner getraut oder es ist weitaus schwieriger einen männlichen Akt zu zeichnen. Aber dafür fehlt mir der Sachverstand. Auf jeden Fall finde ich die Zeichnungen allesamt gelungen und passend ausgewählt zu den Texten. Sie bestechen durch ihre feine Linienführung und das fehlen jeglicher Farbe gibt ihnen den besonderen Tatsch. Es spricht somit der Akt für sich und man wird nicht abgelenkt durch unpassende Farben.
Mir persönlich hat diese erste Anthologie sehr gefallen, nicht nur weil meine Werke darin enthalten sind, sondern weil die Vielschichtigkeit der Erotik aufgegriffen wurde und sich die Gedichte und Geschichten nicht nur auf der zarten Ebene finden, sondern immer wieder eine Steigerung vorhanden ist.
Wer also mal Lust verspürt, darin zu lesen, dem wünsche ich viel Spaß. Diese Anthologie muss ja nicht bei euch verbleiben. Sie lässt sich sicherlich auch gut verschenken an den Freund, die Freundin, die Ehefrau, den Ehemann oder an die heimliche Geliebte. Und wer nicht das komplette Taschenbuch verschenken will, der sucht sich einfach ein Gedicht heraus und nutzt es als Kartentext an seine Liebe.
Von mir erhält dieses Taschenbuch meine Empfehlung und alle fünf Erotiksterne.
Es grüßt die Meerfrau alias Heidelind Matthews.
Auch bei Yopi veröffentlicht unter Leseratee.
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