Heizen - Tipps & Tricks

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Weniger heizen geht auch ohne Frieren.

5  20.12.2005

Pro:
Das Heizsystem auf weniger Energieverbrauch zu trimmen, ist einer der lohnendsten Investitionen im Haushalt überhaupt .

Kontra:
Meist denkt man aus pure Bequemheit nicht daran, richtig zu heizen .

Empfehlenswert: Ja 

DerVulkanierSpock

Über sich: 09.07.2011: Bei mir gibt es (Zeitmangel) vorläufig eher selten neue Berichte. Ich habe inzwischen ei...

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EINLEITUNG

Man stellt sich eine Mansardenwohnung in einem Haus aus 1890 vor. Der Wind zieht durch alle ritzen und die Wände könnten auch dicker sein. Dann stellt man sich dazu noch einen geizigen Vermieter vor, der immer zu wenig Wasser (sprich im Endeffekt Wärme) in der Anlage hat und man stellt sich dann noch rücksichtslose Nachbarn vor, die Tag und Nacht einfach, egal bei welcher Temperatur oder bei welcher Windstärke, die Haustüre und die Gartentüre aufstehen lassen. Das am Ende des Heizjahres das Geschreie groß ist, wegen einer sehr hohen Abrechnung, dürfte dann wohl sehr einfach vorzustellen sein. So geschehen in unserem Haus.

Das ganze Jahr bin ich hinter jedem Bewohner hergelaufen: Türen hinterm Arsch zu. Nützte nix. Bei Sturmböen mit Windstärke 7 und Temperaturen um und bei dem Nullpunkt, fand man es lustig, einfach die ganze Nacht die Gartentür aufstehen zu lassen. Das ich im 2 Obergeschoss davon auch meine "helle Freude" habe, konnte ich bislang niemanden beibringen. Ich bekam sogar 1x als Antwort, dass ich mich nicht aufregen soll, da Wärme bekanntlich aufsteigt und ich somit die wärmste Wohnung im Haus haben müsste. Stimmt. In der Theorie stimmt das sogar, aber wenn die Wärme an allen Ecken verpufft /offene Türen, schlecht gewartete Heizung usw.) kommt es ja nie zu einem Wärmestau, von dem ich profitieren könnte. Oder? Damit ich nicht 4x am Abend runter rennen muss, um die Türen unten zu verschließen, habe ich aus eigener Tasche 2 automatische Türschließer installieren lassen... und siehe da.... das Wunder von Alsdorf geschah, denn plötzlich ist es warm im Haus und ich kann meine Heizung um die Hälfte runterdrehen.

Vielleicht bin ich etwas pedantisch in dieser Sache, aber ich bin großgeworden in einem Haus mit 24 Zimmern und mein Vater hat uns das Sparen von klein auf beigebracht und mittlerweile ist das wie eine zweite Natur. Wer ein wenig achtsam ist, kann eine Menge an Energie einsparen und davon werden sogar die Nachbarn im Haus profitieren.

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PUNKT 1: Weniger heizen.
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Man kann tatsächlich weniger heizen und es dabei trotzdem warm haben. Wer Nachbarn hat, kann sogar von der Wärme aus deren Wohnung mitprofitieren (und umgekehrt). Normalerweise, reichen 20 Grad in der Wohnung (tagsüber) vollkommen aus. Nachts reichen sogar nur 15 Grad. Dabei kann man übrigens folgende Regel anwenden: Jeder Grad weniger heizen, reduziert den Energieverbrauch um etwa 6%. Zur Not, zieht man einen Pulli mehr an.

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PUNKT 2: Die Energie nicht rauslassen.
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Wobei wir direkt schon wieder bei dem Thema in meiner Einleitung wären: die Energie im Haus behalten. Abends sollte man alle Übergardinen zu ziehen und/oder die Rollläden runter lassen. Damit kann man den Energieverbrauch um rund 20 % sinken. Natürlich alle Türen im Haus geschlossen halten, denn über die Türen ist der Wärmeverlust in der Regel am größten. Wer die Türen auflässt, hat zwar einen warmen Flur und einen warmen Keller, aber dafür ein kaltes Wohnzimmer und ein kaltes Schlafzimmer. Folge: die Heizung muss unnötig heizen.

Wohnt man einem Altbau, wie ich zum Beispiel, hat man oft noch diese komische Heizungsnischen, die Wärme fröhlich durch die Wand nach draußen entweichen lassen. Hier kann man eine "Energiebarriere" errichten, indem man sich im Baumarkt für etwa 10 Euro/m² eine Dämm-Matte aus Styropor und Aluminium holt und diese hinter der Heizung an der Wand unterbringt. Wenn man damit schon beschäftigt ist.... die gleiche Arbeit kann man sich bei den Heizrohren im Keller machen.

Ritzen und Spalten an Fenster und Türen, sollten natürlich auch abgedichtet werden. Bei mir liegt an jeder Tür und an jedem Fenster so ein "Ritzendichter" aus Wolle (selbstgestrichkt. macht auch noch Spaß und sieht lustig aus) und überall ist selbstklebender Fugendichter angebracht. Eine Rolle Fugendichter kostet um die 5 Euro im Baumarkt und reicht für mehrere Fenster.

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PUNKT 3: Richtig lüften will gelernt sein.
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An sollte nicht den ganzen Tag das Fenster auf Kippstellung stehen lassen. Es reicht vollkommen aus, wenn man 3 bis 4-mal täglich gründlich lüftet. Dieses sogenannte Stoßlüften, sollte aber nicht länger als 5 Minuten dauern, da sonst doch wieder die Energie (Wärme) flöten geht.

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PUNKT 4: Räume warm halten.
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Der Trick dahinter: man sollte die Räume nie komplett auskühlen lassen. Deshalb sollte man (außer mitten im Sommer) die Heizung nie ganz abdrehen. Dreht man die Heizung einfach komplett aus, kühlen die Räume aus und muss mit unnötig viel Energieverbrauch wieder aufgeheizt werden. Übrigens: schon mal die Wassertemperatur kontrolliert? 60 Grad reicht fürs Baden und Duschen völlig aus. Als ich hier eingezogen bin, stand die Wassertemperatur auf 80 Grad. Ich habe den Vermieter sofort darauf angesprochen, denn niemand braucht sich mit fast kochendes Wasser baden.

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PUNKT 5: Heizkörper brauchen Luft.
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Heizkörper ziehen von unten kalte Luft an und geben diese wieder als warme Luft nach oben ab. Das funktioniert natürlich nur, solange man nichts über der Heizung hängt oder etwas davor stellt. Heizkörper sollten deshalb nicht durch Möbel, Pflanzen, trocknende Kleidungsstücke usw. verdeckt und zugestellt werden.

Hört man irgendwann ein Gluckern im Heizkörper, dann ist dies ein Zeichen dafür, dass das Wasser im Heizkörper nicht mehr richtig zirkulieren kann, weil sich Luft im Heizkörper befindet. Hierdurch geht sehr viel Energie (sprich Wärme bzw. auch Geld) verloren. Hier hilft nur eins: Heizkörper entlüften. Hierzu dreht man zuerst den Heizkörper ganz auf und öffnet dann das Entlüftungsventil mit dem geeigneten Vierkantschlüssel. Eine Tasse oder Konservendose unter das Entlüftungsventil halten und abwarten. Zuerst hört man die Luft aus dem Heizkörper entweichen und dann blubbert das Heizungswasser aus dem Ventil. Erst wenn das Wasser völlig ununterbrochen aus dem Ventil strömt, kann man es wieder verschließen. Danach kontrollieren ob die Heizungsanlage mit Wasser nachgefüllt werden muss.

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PUNKT 6: Die Heizung richtig einsetzen.
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Viele Heizungsanlagen können mittels einer Regelungstechnik komplett auf die eigenen Lebensgewohnheiten eingestellt werden, aber bei älteren Anlagen, muss man die Wärmezufuhr selber regeln. Auch hierbei kann man jede Menge Energie sparen, in dem man die Heizung in Schaltzyklen aufteilt und auch den Sparbetrieb ausnutzt.

Beispiel:
6.30 Uhr: Man steht auf - Heizung anmachen.
7.30 Uhr: Man geht zur Arbeit - Heizung ausmachen/runter.
12.30 Uhr: Mittagspause - Heizung wieder anmachen.
14.00 Uhr: Wieder zur Arbeit - Heizung ausmachen/runter.
18.30 Uhr: Verdienter Feierabend - Heizung wieder an.
23.00 Uhr: Ab ins Bettchen - Heizung aus/runter.

Mit Heizung aus, meine ich im "Schlafmodus" bzw. die allerkleinste Heizstufe. Dreht man nämlich die Heizkörper komplett aus, dauert es zu lange wieder durch zu heißen und damit geht dann der Spareffekt verloren.

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PUNKT 7: Heizwärme vom Kühlschrank mitnehmen.
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Ein nützlicher Tipp für Leute mit kleinen Wohnungen, wie ich. Ich lebe in einem 1-Zimmer-Appartement und nutze die Wärme des Kühlschranks einfach mit. Dies kann man erreichen, indem man den Kühlschrank nicht direkt an der Wand stellt, sondern diesen 10 Zentimeter von der Wand entfernt aufstellt. Die durch den Kühlschrank produzierte Wärme, kann dann so durch den Raum zirkulieren. Spart zumindest 1 Heizstufe.

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PUNKT 8: Ölpreise beachten.
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Es ist schwierig, den richtigen Zeitpunkt zum Kauf von Heizöl zu erwischen, aber auch hier kann man sparen, wenn man den Markt ein wenig im Auge behält. Eine gute Seite dafür ist www.heizoelboerse.de

Sich mit einigen Nachbarn zusammenschließen ist ebenfalls sehr vorteilhaft, weil man so Mengenrabatte rausschlagen kann. Mein Hauseigentümer macht das so seit 3 Jahren und wenn er jetzt mit den Nachbarn zusammen15.000 Liter (statt früher nur 3000 Liter) Heizöl bestellt, spart jeder etwa 1 Cent je Liter beim Einkauf. Hätte jeder weiter für sich alleine bestellt, dann würden viele einen Aufschlag von etwa 3 Cent je Liter zahlen müssen, wenn die Menge weiter unter 2000 Liter geblieben wäre, wie bei den kleinsten Haushalten hier in der Straße üblich.

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PUNKT 9: Heizungsanlage austauschen
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Ein alter Heizkessel verursacht hohe Heizkosten und ist schlecht für die Umwelt obendrein. Viele Besitzer solcher alten Anlagen, werden mittlerweile auch schon einen Brief vom Schornsteinfeger bekommen haben, denn bis Ende 2006 müssen alle Heizungsanlagen älter als Oktober 1978 durch Niedrigtemperatur- oder Brennwerttechnik ersetzt werden. Das Gute an der Sache: mit der modernen Anlage kann man kräftig Heizkosten sparen und man tut gleichzeitig der Umwelt keinen zusätzlichen Schaden an.

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FAZIT:
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Ich habe dieses Jahr 168 Euro auf den Nebenkosten zurückbekommen vom Vermieter - letztes Jahr waren es 147 Euro. Auch bei den anderen Bewohner im Haus, fiel die Abrechnung wesentlich niedriger aus und dies lag an erster Stelle am geringeren Energieverbrauch im gesamten Haus. Zwar werde ich immer noch ab und zu als pedantisch tituliert, aber das macht mir nichts aus, denn seit ich hier im Haus wohne (4 Jahre), profitieren alle davon, dass ich so hinter ihnen herlaufe in Sachen Energiekosten senken. Die Heizung ist in jedem Haushalt der größte Energiefresser (sprich Geldfresser). Wer sein Heizsystem aber richtig einsetzt, wird weniger Energie verbrauchen und kräftig Geld sparen können - wie wir es hier im Haus tun.

Kommentare, wie immer, erlaubt und erwünscht.

© I. Liska am 20.12.05 für CIAO, Yopi und Co.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Basti1285

Basti1285

24.09.2006 23:02

„Vielleicht bin ich etwas pedantisch in dieser Sache, aber ich bin großgeworden in einem Haus mit 24 Zimmern und mein Vater hat uns das Sparen von klein auf beigebracht und mittlerweile ist das wie eine zweite Natur.“ Wer sich ein Haus mit 24 Zimmern leistet, der sollte wirklich sparen. Wie recht du hast… // @“Man kann tatsächlich weniger heizen und es dabei trotzdem warm haben. Wer Nachbarn hat, kann sogar von der Wärme aus deren Wohnung mitprofitieren“ Hier bin ich mit meinem Latein am Ende (hab aber auch nur kleines Latinum, bitte also um Verständnis). Die Wärme der Nachbarwohnung nutze ich auch dann schon, wenn ich gar keine Ahnung habe, dass diese Möglichkeit besteht. Die eigene Wohnung wird meiner Meinung nach nicht erst dann wärmer, wenn mir jemand diesen Effekt erklärt! // Bei diesen ganzen Hinweisen ist es für mich schon sehr erstaunlich, dass du überhaupt noch eine Heizungsrechnung hast. Bei so viel Raffinesse müssten doch die durch die Sommersonne aufgewärmten Zimmer auch noch im Winter genügend heizen. Wozu brauchst du dann noch die Heizung???

PanchoEnterprises

PanchoEnterprises

25.05.2006 17:29

Sorry, was Du hier unter Tipps an den Mann bringen willst, ist ein absoluter Schwachsinn! Abgesehen vom Schwachsinn, musst Du wohl denken, dass hier ausser Dir noch andere Vollidioten erst lernen müssen, wenn sie das Fenster auflassen im Winter, dass man gleichzeitig mehr heizen muss, um einen gewisse Raumtemperatur zu halten ............ sorry für meine Ausdrucksweise -ist sonst nicht meine Art- aber hier kann ich nicht mehr anders...........

Jerex

Jerex

13.04.2006 14:53

woooww.... Die Bewertungsspalte sieht aus wie ein Kampffeld... Ich fand den Bericht nützlich und ich glaube, viele Denkanstösse sind auch richtig. c!AO jEREX

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