Tipps und Informationen zum Ohrknorpelpiercing

5  08.01.2005 (14.07.2005)

Pro:
Sieht gut aus

Kontra:
man wird süchtig ;)

Empfehlenswert: Ja 

Lily_Black

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Da diese Kategorie "Tipps&Tricks" heißt, will ich hier auch mal ein paar Tipps zum Ohrknorpelpiercing geben. Wie es gestochen wird, wurde hier ja schon oft genug erläutert und deswegen will ich es nur kurz ansprechen.

Und da ich hier unter "Helixpiercing" schreibe, werden auch meine Erfahrungen diesbezüglich in den Text mit einfließen.


--Wie wird es gestochen?--

Der Ohrknorpel wird mit einer Kanüle durchstochen, die erstmal drinbleibt, bis der Schmuck eingesetzt wird.
Wenn der Piercer eine Berechtigung zum betäuben besitzt, wird vorher mit einer dünnen Nadel das Betäubunsmittel in den Knorpel gespritzt.

Ich habe die Erfahrung bei meinem Helix gemacht (im übrigen Berichten hier alle von einem Antihelix, der "oben im Ohr" ist. Ein Helix wird durch den Rand der Ohrmuschel gestochen), dass sich das Stechen ziemlich "komisch" anfühlt. Vielleicht lag es auch daran, dass die Betäubung nicht so gut wirkte bei mir, aber ich habe das durchstechen des Knorpels richtig gespürt. Es war nicht wirklich unangenehm, es war einfach ein merkwürdiges Gefühl. Bei meinem Antihelixpiercing habe ich das nicht gespürt, obwohl auch da die Betäubung nicht richtig gewirkt hatte.
Bei meinem Traguspiercing habe ich gar nichts gespürt.

Nach dem Stechen spürt man einen gewissen Druck an der Stichstelle. Wirklich weh tut es meiner Meinung nach nicht, obwohl ich schon sehr schmerzempfindlich bin.
Auf meinem Helix und meinem Tragus konnte ich gleich in der 1. Nacht schlafen, ich konnte ihn am 2. Tag sofort fast ohne Schmerzen drehen.
Mein Antihelix tat da schon mehr weh, darauf habe ich länger nicht schlafen können und wehe es kam einer meinem Ohr zu nahe ;).


--Der richtige (Erst-) Schmuck--

Beim Erstschmuck scheiden sich die Geister. Viele sagen, Stäbe müssen als erstes rein, viele sagen, Ringe (mit Kugel). Ich habe als Erstschmuck immer Ringe bekommen, mit denen ich nur gute Erfahrungen gemacht habe und die ich auch immernoch drin habe. Mit den Ringen kann man die offene Wunde, die der Stichkanal ja erstmal darstellt, besser desinfizieren. Da man den Schmuck in den ersten 6 Wochen täglich zweimal bewegen muss, finde ich Ringe einfach praktischer.
Außerdem schwillt das Ohr wahrscheinlich an und hat dann durch den Ring einfach mehr Spielraum.

In der Regel besteht der Piercingschmuck aus Titan, da dieses Metall nur sehr selten allergische Reaktionen hervorruft. Allerdings ist nicht jede Titanart für den Einsatz im Körper brauchbar. Und auch schlecht- oder unpoliertes Titan kann als Piercingschmuck beachtliche Probleme bringen.
Aber ich denke, kein guter Piercer wird euch sowas einsetzen.

Ich kann meine Ringe übrigens nicht selber wechseln, da sie mit einer Zange verschlossen wurden. Möchte ich also einen anderen Ring oder einen Stab, muss ich erst zum Piercingstudio fahren. Ich finde aber, dass das kein großes Problem oder kein großer Nachteil ist, da ich nicht das Bedürfnis habe meine Ringe einmal die Woche zu wechseln.


--Wie pflege ich mein Ohrknorpelpiercing am Besten?--

Sofern der Piercer euch keine Pflegeanleitung gegeben hat und ihr euch nicht sicher seid, wie ihr euer Piercing pflegen sollt, dann könnt ihr so nichts falsch machen:

Wenn es bei euch (wie bei mir) stark geblutet hat, dann versucht am besten, schon am ersten Tag die Krusten vorsichtig mit einem Wattestäbchen und etwas warmen Wasser zu entfernen. DABEI IST ES GANZ WICHTIG, DASS IHR SAUBERE HÄNDE HABT! Es ist eine offene Wunde und die Infektionsgefahr ist deswegen hoch.

**Das desinfizieren:
Vom Piercingstudio habe ich das Desinfektionsmittel OCTENISEPT bekommen. Es brennt nicht, ist sehr schonend und auch für Allergiker geeignet. Das Mittel könnt ihr für ca. 4,10€ in einer kleinen Sprühflasche in der Apotheke bekommen.

Ich tränke das Wattestäbchen immer in die Octeniseptlösung und mache damit die Stelle außen um den Stichkanal "sauber" (auch hier wieder: SAUBERE HÄNDE!). Natürlich immer das Wattestäbchen wechseln.
Mit dem in Desinfektionsmittel getränkten Stäbchen stupse ich vorsichtig das Piercing an, bis es sich bewegt und drehe damit den Ring zweimal hin und her (je nach Stelle von oben nach unten und umgekehrt oder von rechts nach links und umgekehrt). Wenn man ganz saubere Hände hat kann man es auch mit den Fingern vorsichtig drehen, aber dann möglichst an der Kugel anfassen. Danach aber am besten mit dem Wattestäbchen nochmal alles reinigen.
Man kann das Desinfektionsmittel auch draufsprühen und den oben beschriebenen Vorgang durchführen.

Dies muss, wie oben geschrieben, 6 Wochen lang zwei Mal am Tag geschehen. Am Besten morgens und abends.
Ein Ohrknorpelpiercing braucht 12 Wochen, um richtig abzuheilen. Es kann daher also sein, dass ihr nach 6 Wochen noch leichte Schmerzen beim Drehen habt oder es noch ein bisschen angeschwollen ist. Dann müsst ihr es solange desinfizieren, wie ihr es braucht.

Und meine Erfahrung mit Wattestäbchen:
Es gibt Wattestäbchen, die am Piercing hängen bleiben, wenn sich daran noch eine Kruste befindet. Verwendet dann lieber andere.

**Wie sieht es mit Duschen, Schimmen, Baden im See etc. aus?
In den ersten 6-8 Wochen solltet ihr Saungänge, Schimmen, Baden im See usw. vermeiden.
Duschen und Baden dürft ihr allerdings schon gleich am 1. Tag.

**Braucht das Piercing auch nach den 6 Wochen pflege?
Ja, es ist ratsam, es beim Duschen oder Baden etwas hin und her zu drehen, da sich im Stichkanal Talg absetzt.


--Das richtige Studio--

Leider gibt es immernoch Menschen, die sich einen Antihelix im Schmuckgeschäft schießen lassen. Durch das Schießen wird aber das Knorpelgewebe zertrümmert und das kann einem früher oder später auch mal Probleme bereiten.

Sucht euch ein Studio, dass möglichst all diese Merkmale aufweist:

-Unter 18Jährige dürfen nur gepierct werden, wenn die Eltern auch im Studio sind

-Der Piercer klärt vorher gründlich und ausführlich über die Risiken usw. auf und lässt keine Frage offen. Er gibt eine Pflegeanleitung mit

-Der Raum, in dem gestochen wird, sollte so steril sein wie ein Krankenhauszimmer. Achte auf steril verpackte Nadeln und Handschuhe, die der Piercer tragen muss

-Der Piercer darf nur betäuben, wenn er auch eine Berechtigung dazu hat

-Der erste Piercingschmuck sollte möglichst aus Titan bestehen. Möglich sind aber auch Gold und Platin

-Es dürfen sich nur der Piercer und der jeweilige Kunde in dem Raum, in dem gestochen wird, aufhalten


--Mögliche Komplikationen--

-wenn der Schmuck Nickel oder Kobalt enthält, kann es zu allergischen Reaktionen kommen; Besteht der Schmuck aus Silber, oxidiert er in der frischen Wunde

-Entzundüngen durch schlechte oder falsche Pflege, z.B. durch Berührung mit Dreck und Keimen, die an unsauberen Händen sein können

-Im Ohr liegen viele Akupunkturpunkte; Es kann sein, dass ihr einige Punkte nicht mehr nutzen könnt, was aber nicht weiter schlimm ist. Aber so gut kenn ich mich mit diesen Punkten auch nicht aus, wenn ihr bedenken habt, fragt euren Piercer.


--Wie teuer ist so ein Piercing?--

Ich habe für meine drei Piercings (Helix, Antihelix und Tragus) jeweils 25€ bezahlt.


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Ich hoffe, ihr konntet bei meinem Bericht etwas lernen und habt viel Spaß an eurem Ohrknorpelpiercing, sofern ihr eins habt :)

Lily

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ofenmaus

Ofenmaus

29.10.2011 20:55

Helix-Piercings finde ich wirklich schön! Ich überlege auch, mir eins stechen zu lassen, bin aber ein totaler Feigling und habe schon Angst vor Impfungen ;)

hkohn

hkohn

25.01.2006 02:38

Sehr schöner Bericht! CU hkohn!

kerzenstube

kerzenstube

18.04.2005 14:14

Guter Bericht - ist alles wichtige enthalten :o)

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