Hemmer-Hauptkurs kostenlos besuchen? So geht's!!

5  25.04.2002

Pro:
*  *  sehr umfangreiche Materialien  *  *  gute Dozenten  *  *  Ausbildungszeitschrift Life&Law kostenlos dazu  *  *

Kontra:
*  *  kein Kleingruppen - Repetitorium  *  *

Empfehlenswert: Ja 

Loewchen

Über sich: Ich bin Jahrgang 1977 und bin Rechtsreferendar in Chemnitz.

Mitglied seit:14.07.2000

Erfahrungsberichte:11

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Zugegeben, meine Einschätzungen zum Hemmer-Jahreskurs sind etwas lang.
Aber schliesslich ist ein Repetitorium nicht gerade eine billige Sache und daher empfand ich es als angemessen, meine Eindrücke als Kursteilnehmer möglichst umfassend zu beschreiben und die Vorteile von Hemmer aufzuzeigen.
Als "Belohnung" für diejenigen, die sich durch alles durchlesen habe ich auch einen kleinen Tipp am Ende, wie man den Kurs günstiger oder vielleicht sogar geschenkt (!) besuchen kann.

Doch zunächst zu meiner Bewertung:

Seit nunmehr 8 Monaten besuche ich den Hemmer-Hauptkurs in Jena und kann diesen wirklich nur weiterempfehlen!
Was ein Repetitorium vermitteln soll, nämlich innerhalb kurzer Zeit den examensrelevanten Stoff in die Köpfe zu bringen, gelingt hier grossartig.
Ausschlaggebend sind neben den Dozenten der gute Stoffaufbau, die sehr umfangreichen Materialien sowie der Klausurenkurs.

Doch der Reihe nach:
Zunächst ein Wort zu den Dozenten. In Jena geben Kai Hannich und seit kurzem Jan Heisel die Hauptkursstunden.
Kai Hannich ist ausser in Jena auch noch in Giessen und in Marburg als Repetitor (natürlich bei hemmer) taetig und ist auch der (Mit-) Herausgeber der Life&Law (Ausbildungszeitschrift von Hemmer, dazu unten mehr). Er gibt den Stoff im Öffentlichen Recht und Strafrecht wieder, ausserdem macht er noch die ZPO.
Das Zivilrecht wird dementsprechend von Jan Heisel übernommen, der unter anderem beim Hemmer-Verlag mitmacht und zuletzt bei den neuen Schuldrecht-Skripten von Hemmer mitgearbeitet hat.
Beide verstehen also wirklich etwas von ohrem Fach und sind durchweg in der Lage, auch Fragen zu beantworten, die nicht in der Lösungsskizze stehen. (Von der Repetitor-Konkurrenz "Alpmann-Schmidt" und "Jura-Intensiv" habe ich da schon ganz andere Dinge erfahren.)
Beide lösen auch nicht nur die Fälle mit den Kursteilnehmern zusammen, sondern erklären auch die Zusammenhänge des Stoffs mit anderen Bereichen, so dass vieles sehr klar und gut verstanden wird, was an der Uni unverständlich blieb.
Auch nach den Lerneinheiten und in den Pausen kann man sich seine Fragen von den Dozenten beantworten lassen.
Im übrigen kommt man mit beiden auch ganz hervorragend aus, was nicht nur daran liegen dürfte, dass beide noch vergleichsweise jung sind (schätzungsweise 32 und 28 Jahre) und wir uns auch gegenseitig duzen, sondern in ihrer Persönlichkeit liegt. Insbesondere der trockene Humor und die eine oder andere spitzfindige Anmerkung wirkt (besonders bei Kai) sehr erfrischend, so dass das Repetitorium nicht nur interessant ist, sondern tatsaechlich auch Spass macht!

Somit komme ich zum zweiten Punkt, dem Kurs als solchen: Dieser findet zweimal pro Woche (Montags und Dienstags) für je vier Stunden einschliesslich 30 minütiger Pause statt. Ort ist das "F-Haus" ganz in der Nähe von Uni/Bibliothek und Mensa, was natürlich sehr praktisch ist. Der Raum ist ca. 20x10 Meter gross und die Tische (ja, die gibt es hier) sind U-förmig angeordnet und die Dozenten befinden sich regelmäßig innerhalb dieses "U"s, so dass man immer direkt am Geschehen sitzt und nahezu "gezwungen" wird, mitzudenken. Hierin sehe ich einen sehr grossen Vorteil, so dass auch die Teilnehmerzahl von ca. 50 Personen nicht zu viel ist.

Der Klausurenkurs (hierzu sogleich) findet Montag abends statt, was natürlich einerseits einen anstrengenden Montag bedeutet, andererseits aber sehr praktisch ist! So kann man nämlich auch mal (ausnahmsweise) 5 Tage dem Studienort aufgrund eines Kurzurlaubs fernbleiben und verpasst trotzdem nicht beim Repetitorium!! Ausserdem hat man den Rest der Woche genug Zeit, die Fälle nachzuarbeiten oder eine eigene Arbeitsgemeinschaft / Lerngruppe zu besuchen.

Zum Klausurenkurs sei gesagt, dass dieser sich zur Examensvorbereitung sehr gut eignet und auch wichtig ist, denn ohne das Klausurenschreiben besteht man eben kein Examen, auch wenn man das materielle Recht sonst wie gut beherrscht. Ausserdem werden regelmäßig Klausuren mit examenstypischen Problemen gestellt oder auch aktuelle Probleme (z.B. Schächten) abgeprüft.
Die Klausuren können innerhalb einer Woche geschrieben und dann abgegeben werden, eine Woche später erhält man dann die Klausur korrigiert zurück und sie wird nochmal besprochen. Insgesamt eine feine Sache, die ich neben dem Klausurenkurs der Uni gerne nutze.

Sowohl beim Klausurenkurs als auch beim Hauptkurs gibt es zu jedem Fall eine ausserordentlich umfangreiche Lösung (im Klausurenkurs reglemäßig 8 bis 10 A4-Seiten; beim Hauptkurs je nach Fall zwischen 3 und 14 A4-Seiten). Ein Nacharbeiten der Fälle (auch bei Krankheit oder nach dem Repetitorium) ist somit ebenfalls sehr gut möglich. Ausserdem erspart man sich dadurch das Mitschreiben während des Repetitoriums und kann sich vollständig auf das Zuhören konzentrieren.

Noch ein Wort zur "Life & Law". Hierbei handelt es sich um die Ausbildungszeitschrift von Hemmer. Sie ist im Preis vom Hauptkurs mit dabei und ebenfalls sehr lesenswert. Sie enthält pro Ausgabe ca. 12 aktuelle Urteile und ausserdem immer 8 Karteikarten aus dem Karteikarten- und Übersichtskartenprogramm von Hemmer.
Der ganz grosse Vorteil der Life&Law gegenüber anderen juristischen Zeitschriften ist der, dass nicht nur die aktuellen Urteile (wie bspw. in der NJW) abgedruckt werden, sondern sie werden so aufgearbeitet, wie sie in einer möglichen Klausur im Examen auftauchen könnten. Dementsprechend wird der Fall also examenstypisch gelöst und es werden auch die Probleme angesprochen, die beispielsweise der BGH weggelassen hat, in der Klausur aber erwähnt werden müssen.

Alles in allem erhält man den Jahreskurs, der halbjährlich im September und März startet, für 110 €. Eine Kündigungsfrist gibt es im übrigen nicht, man kann jederzeit zum Ende des Monats aussteigen (was in meinem Kurs aber keiner gemacht hat, was auch für die Qualität des Hemmer-Kurses sprechen dürfte!).

So, nun also zum versprochenen Tipp, wie man an den Hemmer-Jahreskurs kostenlos oder zumindest um ca. die Hälfte verbilligt kommen kann. (Ich hoffe, Du hast jetzt nicht nur runtergescrollt sondern auch fleissig alles gelesen?!)
In der letzten oder vorletzten Woche vor dem Ende der Vorlesungszeit an der Uni, veranstaltet Hemmer in Jena (und sicher auch an den anderen Kursorten) eine Infoveranstaltung, die ca. eine Woche vorher auch in der Uni mittels Aushang bekanntgegeben wird. Diese Infoveranstaltung geht ca. eine Stunde und findet zumindest in Jena in den Räumen statt, wo auch das Repetitorium stattfindet. Am Ende dieser Veranstaltung wird dann immer unter allen Teilnehmern der Infoveranstaltung ein kompletter Jahreskurs verlost!!!
Falls man nicht der glückliche Gewinner sein sollte, kann man den Kurs aber folgerndermassen um die Hälfte vergünstigt besuchen: Pro Hauptkurs gibt es unter den Kursteilnehmern einen "Kurshelfer", der die Materialien austeilt und "verwaltet". Mit "verwalten" meine ich, dass die Kurs-Materialien (Lösungen; Life&Law etc.) in einem bestimmten Raum so aufbewahrt werden, dass man sie wiederfinden kann und an die Kursteilnehmer, die beispielsweise wegen Krankheit gefehlt haben, später ausgeben kann. Diese Arbeit ist dann nicht wirklich schwer, wenn man auch zu Hause nicht an "Versumpfung" leidet. Man benoetigt nicht mehr als ca. eine Stunde pro Kurstag, um die Materialien aus den angelieferten Kisten zu nehmen, vorzusortieren und nach dem Austeilen wieder zusammenzulesen und nach einem selbst bestimmbaren System aufzubewahren.
Hat man an dieser Arbeit Interesse, sollte man bei der Infoveranstaltung gleich den jeweiligen Dozenten daraufhin ansprechen und sich hierfür anbieten.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Fabian.Frankfurt

Fabian.Frankfurt

28.04.2004 00:54

Hallo Vanessa! Ein Prädikat GARANTIEREN??!! Wie soll denn das gehen?! Ich muß mich wirklich immer wieder wundern, wie viele Leute auf die Werbepropaganda von "hemmer" reinfallen! Aber das Geschäft mit der Angst hat schon immer funktioniert. In DIESEM Punkt, LEDietrich, da hat Hemmer seine Technik nun wirklich perfektioniert!

LEDietrich

LEDietrich

06.01.2004 08:40

Guter Bericht. Zu den Kommentaren: Trau Dich! Es ist im wesentlichen eine Frage der Klausuren-Technik, die einen im Examen besser oder schlechter abschneiden lässt. Hemmer hat die Technik perfektioniert und das spiegelt sich in den Ergebnissen wieder - natürlich auch die Qualität der Studis <g>. Gruß Enzo

Loewchen

Loewchen

12.08.2003 14:24

Ergänzend möchte ich erwähnen, dass ich zwischenzeitlich meinen Verbesserungsversuch geschrieben habe und nach der mündlichen Prüfung 8,6 Punkte erreicht habe. Ich bleibe dabei und würde jedem Jura-Studenten ein Repetitorium bei Hemmer empfehlen!! Viel Erfolg, wünscht Frank

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