Erfahrungsbericht über "Hennedrog Henné El Cahira"

veröffentlicht 29.03.2017 | Camilla23
Mitglied seit : 18.04.2013
Erfahrungsberichte : 202
Vertrauende : 21
Über sich :
Sehr gut
Pro gutes Haargefühl, intensive Farbe, Haltbarkeit
Kontra nicht komplett natürlich (enthält Farbverstärker)
besonders hilfreich
Kaufanreiz
Farbintensiät:
Haltbarkeit
Einwirkzeit:
Haarverträglichkeit

"Mahagonirot durch Henna"

Hennedrog Henné El Cahira

Hennedrog Henné El Cahira

Hallo,

hier berichte ich über die pflanzenbasierte Haarfarbe Henné El Cahira. Es handelt sich um den Farbton Mahagonirot.
Inhaltsstoffe

Lawsonia Inermis, Sodium picramate.

Erklärung:

Lawsonia Inermis ist Henna, Sodium picramate ist ein synthetischer Farbverstärker.

Hennapulver wird aus den Blättern des Hennastrauches gewonnen und schon seit dem Altertum zur Körperbemalung genutzt. Durch reines Henna wird üblicherweise eine orange-rote Farbe erzielt.

Um einen anderen Farbton zu bekommen, können entweder andere Pflanzenstoffe hinzugefügt werden (z.B. Walnusschalen oder Indigo), oder wie in diesem Fall ein synthetischer Farbverstärker. Die Farbe ist also nicht komplett pflanzlich, sondern wird chemisch verstärkt. Der Farbverstärker steht laut codecheck.info im Verdacht Krebs zu erregen. Für schädlicher als herkömmliche Chemiefarbe halte ich persönlich diese Mischung aber auch nicht.

Henna gibt es aber durchaus auch in Reinform oder nur in Verbindung mit anderen natürlichen, unbedenklichen Stoffen. Das Henné El Cahira zählt aber zu den bedenklicheren Produkten. Ich persönlich würde es mir daher wohl nicht nochmal kaufen, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Preis und Kaufort

Den genauen Preis weiß ich leider nicht mehr, ich glaube es war zwischen 4 und 5 €. Gekauft habe ich die Farbe in einem Laden, der auch andere Pflanzenhaarfarben und Naturkosmetik führt. Online kann man die Farbe z.B. über Amazon bekommen (teilweise aber teurer). Enthalten sind 90 g.

Hersteller

Hennedrog
22, Bd Marie-Joseph
13015 Marseille
FRANCE
www.hennedrog.com

Meine Meinung


Verpackung

Das Hennapulver selbst befindet sich in einer gut verschlossenen Papiertüte, auf der sich auch eine kurze Anwendungsanleitung befindet. Die Tüte ist noch extra in einem stabilen Karton verpackt, auf dem vorne eine rothaarige Frau abgebildet ist.

Optik

Diese Haarfarbe ist in Pulverform und muss erst noch mit Wasser angemischt werden. Das Pulver ist grünlich, fein und staubt ziemlich.
Geruch

Der Geruch von Henna ist relativ eigen. Mich erinnert er an eine Mischung aus Heu und Erde.

Anwendung

Laut Verpackung soll das Pulver mit kochendem Wasser zu einem Brei angemischt, dann auf die Haare aufgetragen werden. Anschließend 30 Minuten einwirken lassen und mit Shampoo ausspülen.

Meine Erfahrung sagt da ein bisschen was anderes. Ich färbe jetzt seit gut 8 Jahren mit Henna und habe mich ordentlich ins Thema eingelesen. Die Angaben auf den Verpackungen finde ich immer nur ziemlich windig. Viele Sachen werden dabei nicht berücksichtigt oder sind gar falsch.

Aus Selbsttests kann ich sagen, dass die Farbe bei nur 30 Minuten Einwirkzeit, gerade bei einer hellen Ausgangshaarfarbe, noch sehr hell, aber knallig ist. Hell meint dabei orange, knallig bedeutet sehr intensiv. Möchte man die angepriesene dunkle Farbe erreichen, sollte man schon etwas mehr Zeit einplanen. Ich selbst lasse immer mindestens 2,5 - 3,5 Stunden einwirken, aber das muss man individuell ausprobieren. Ist die Ausgangshaarfarbe nicht grundverschieden zur gewünschten Farbe, kann eine Stunde durchaus reichen. Beachten muss man dabei eh, dass Henna je nach Haarfarbe (und Haarzustand) anders wirken kann und nicht unbedingt die Farbe herauskommen muss, die als Farbbezeichnung dient. Eine Teststrähne (notfalls an ausgefallenen Haaren aus der Bürste) zu färben ist ratsam, wenn man so eine Farbe das erste Mal verwendet. Praktischerweise kann das Henna problemlos in beliebiger Menge angemischt werden.

Das Wasser, mit dem angemischt wird, sollte wirklich kochend heiß sein, denn dadurch werden die Farbpigmente gelöst. Um die Farbe auftragen zu können, sollte man die Mischung dann aber trotzdem etwas abkühlen lassen, warm sollte sie aber immer noch sein. Ich mische immer nach Gefühl an, eine genaue Wassermenge pro 100 g Henna könnte ich nicht angeben. Wenn ich mit einer Packung weiter kommen möchte, mische ich flüssiger an, aber dann kann es halt passieren, dass die Farbe während der Einwirkzeit tropft. Ist sie zu dick, lässt sie sich dagegeben schwer auftragen. Ich kippe einfach nach und nach heißes Wasser hinzu, bis die Konsistenz passt. Das ganze mache ich in einer alten, speziell dafür beiseitegelegten Plastikschüssel und mit einer alten Gabel. Die Mischung ist dann relativ homogen, es bleiben keine größeren Klümpchen bestehen.

Enthält die Pflanzenhaarfarbe (kann eine Mischung aus verschiedenen Stoffen sein) neben Henna auch noch das blauschwarz färbende Indigo, so sollte nicht kochend, sondern nur mittelwarm angemischt werden. Während Henna zwar besser in Verbindung mit sehr heißem Wasser färbt, wird Indigo dadurch zerstört. Hier ist das aber nicht der Fall.

Ich bereite dann das Bad vor, indem ich den Boden mit altem Zeitungspapier auslege, denn das Henna färbt ganz ordentlich, und zwar nicht nur Haut und Haar, sondern auch beispielsweise Textilien und Keramik - und zwar schnell!

Ich ziehe mir dann Plastikhandschuhe über und verteile die Hennapampe mit den Fingern auf den Haaren. Theoretisch kann man auch versuchen, mit einem Pinsel aufzutragen, aber durch die Konsistenz ist die Mischung etwas schwieriger zu handhaben als herkömmliche Farbe. Ich tue mir mit dem händischen Auftrag leichter.

Im Anschluss wickle ich mir Frischhaltefolie oder eine Plastikhaube um den Kopf und darum dann noch ein Handtuch oder eine alte warme Mütze, um den Kopf warm zu halten, denn dann entfaltet sich die Wirkung am besten. Man sollte zügig arbeiten, sodass da Henna nicht schon während dem Auftrag kalt wird.

Eine entspanntere Methode ist das kalte Anmischen nach "amerikanischer Methode". Dabei wird das Pulver mit kalten Zitronen- oder Limettensaft angerührt und ca. 10 Stunden abgedeckt ziehen gelassen, erst dann kommt es auf die Haare. Dadurch lösen sich schonmal im Voraus über einen langen Zeitraum langsam die Farbpigmente und beim Auftrag muss dann nicht so gehetzt werden, dann das kalt angemischte Henna darf dann auch kalt bleiben. Durch den sauren Saft können die Haare aber deutlich mehr ausgetrocknet werden als beim Anmischen mit heißem Wasser, jedoch kann auch nach der "Ziehzeit" noch eine gute Portion Spülung/Conditioner/Kur zur Pflege dazugemischt werden, denn dadurch wird das Färbeergebnis nicht beeinflusst, weil die Farbe ja schon gelöst ist. Der heißen Methode tut es eigentlich am besten, wenn nichts zusätzlich beigemischt wird.

Wenn der Kopf verpackt ist, sollte man sich dann gewissenhaft der Reinigung der verwendeten Utensilien und des Raumes widmen. Und auch von sich selber. Das Henna färbt wie schon vorher erwähnt alles mögliche und zwar gut und nachhaltig.

Nach der Einwirkdauer wasche ich die Haare dann gründlich mit warmen Wasser aus. Das dauert dann eine ganze Weile, denn bei einer langen Einwirkdauer wird das Henna zunehmend fester. Theoretisch ist es am besten, wenn man kein Shampoo und keine Spülung verwendet, sondern wirklich nur mit Wasser ausspült. Das Henna kann sich dadurch besser festsetzen und dunkelt dann in den nächsten 1-3 Tagen noch etwas nach. Ich persönlich wasche dennoch ganz gern mit ein wenig Shampoo aus, denn nur mit Wasser kriege ich die hartnäckigsten Krümel nicht wirklich aus den Haaren.

Anschließend Haare trocknen und dann ist man (endlich!) fertig. Das Hennen ist schon eine deutlich aufwändigere Prozedur als herkömmliches Färben.

Ergebnis, Haargefühl, Verträglichkeit und Haltbarkeit

Die Haare fühlen sich nach dieser Hennaanwendung deutlich dicker, kräftiger an als vorher und haben einen schönen Glanz. Meine Haarspitzen sind bei einer Komplettanwendung meistens etwas trocken, mit etwas Pflege bekomme ich das aber schnell wieder hin. Obwohl das Färben mit Henna eine höhere mechanische Belastung darstellt als herkömmliche Chemiefarbe (mehr Gewicht, körniges Pulver, längeres Ausspülen) verliere ich persönlich beim Hennen üblicherweise weniger Haare als bei Chemiefarbe, die ich einfach nicht besonders gut vertrage.

Auf der Kopfhaut habe ich dieses Henna gut vertragen, aber wie auch bei anderen Sorten bleibt direkt nach der Anwendung ein Belag bestehen, der sich aber mit ein oder zwei Haarwäschen komplett entfernen lässt. Das Henna ist aber zum Auswaschen eher hartnäckig und meistens bekomme ich direkt beim ersten Auswaschen v.a. an der Kopfhaut nicht gleich alles entfernt.

Die Haare sind im Anschluss noch eine Weile mit dem heuartigen Hennageruch behaftet.

Farblich haben die Haare einen etwas dunkleren, roten Ton angenommen, der aber trotzdem irgendwie warm ist und mit den meistens kühlen chemisch-roten Tönen nicht direkt vergleichbar ist. Die Farbe wirkt satt und kräftig und leuchtet vor allem im Sonnenlicht enorm. Je nach Ausgangshaarfarbe kann die Farbe aber verschieden ausfallen. Je dunkler die Haare eh schon sind, desto weniger wird man davon sehen, denn heller färbt Henna die Haare nicht. Wenn die Ausgangsfarbe sehr ähnlich ist, entsteht eventuell nur ein rötlicher Schimmer. Meine Haare waren davor auch schon rötlich mit Henna gefärbt (andere Sorte) und sind durch das El Cahira Mahagonirot durchaus dunkler geworden. Der Farbton fällt bei mir deutlich anders aus als reines Henna, welches auf meinen Haaren üblicherweise sehr orangig wirkt.

Henna wird zwar oft als "Tönung" (evtl. weil der Begriff "Farbe" nur für chemische Produkte reserviert ist) verkauft, jedoch muss man sich bewusst sein, dass die Pflanzenfarbe permanent ist. Die Farbe hält bei mir bombig. Zwar verliert sie nach ein paar Haarwäschen etwas von ihrer intensiv strahlenden Kraft, was hauptsächlich dadurch zustande kommt, dass die wirklich überschüssige Farbe beim Waschen gelöst wird.

Nach 3-4 Wochen hat sich dann langsam der farbverstärkte Effekt raugewaschen, die Grundfarbe reinen Hennas bleibt jedoch ewig erhalten.

Blondieren lässt sich Henna meines Wissens nach nur schwer bis gar nicht, daher sollte man sich vorher gut überlegen, ob man sich darauf einlassen möchte.
Ergiebigkeit

Die Packung enthält 90 g und im Vergleich zu anderen Pflanzenhaarfarben ist diese Farbe nicht mehr oder weniger ergiebig. Mein kann unterschiedlich dick anmischen, nach persönlicher Präferenz, und kann somit auch etwas strecken und die Farbe ergiebiger machen - oftmals auf Kosten des Tropfverhaltens. Mit der 90 g Packung kann man problemlos schulterlanges bis BH-Verschluss langes Haar färben. Ich brauche für die kompletten Haare eher zwei ganze Packungen, meistens färbe ich aber nur den Ansatz nach und ca. 10 -15 cm Haarlänge (Farbüberlagerung zum Nachdunkeln) und verwende dafür ca. 1/3 - 1/2 Packung.

Das sollte man bei der Anwendung außerdem beachten

Eine Faustregel besagt, dass Henna erst im Abstand von mindestens 4 Wochen zu chemischer Färbung oder Blondierung angewendet werden soll (und andersherum auch).

Während ich das bei reinem Henna als nicht so kritisch sehe, geht es dabei vor allem und Hennamischungen, die Metallsalze (wie z.B. das im Henné El Cahira vorkommende sodium picramate) enhalten.

Wasserstoffperoxid (in chemischen Bleichmitteln/Aufhellern und oft in chemischer Haarfarbe enthalten) und Metallsalze können, wenn sie in Verbindung kommen, Schäden am Haar anrichten, die man nicht so leicht wieder ausbügeln kann. Es muss nichts passieren, aber die möglichen bekannten Schäden reichen von dreckig-grünen Haaren bis hin zu verbrannten Haaren (durch eine chemische Reaktion). Die Metallsalze waschen sich allerdings vermutlich größtenteils oder ganz wieder aus den Haaren aus, was ich persönlich daran merke, dass nach einer gewissen Zeit nur noch der orangige Henna-Grundton übrig bleibt und der Verstärkungseffekt dann weg ist. Chemisch überfärbt habe ich schonmal nach 4-5 Wochen, das ging einwandfrei, blondiert habe ich noch nie. Ich würde aber zur Vorsicht raten.

Gemeinhin wird außerdem gesagt, Henna könne sich an mit Silikonen gepflegten Haaren nicht so gut anlagern wie bei silikonfreier Behandlung.

Pro und Contra

Pro:
  • Haare fühlen sich kräftiger an
  • sehr haltbar
  • schöner Glanz
  • in beliebiger Menge anmischbar
  • individuelle Zusätze je nach Haarbedüfnis beimischbar

Contra:
  • dauert lang
  • aufwändiger als herkömmliche Färbung
  • kann austrocknend wirken

Neutral:
  • grundsätzlich natürliche Färbung, in diesem Fall aber chemisch verstärkt
  • den Geruch muss man mögen
  • Farbe ist nicht wirklich vorhersehbar, muss man ausprobieren
  • schwer oder gar nicht mehr zu entfernen

Fazit

Mit dem Henné El Cahira (Mahagonirot) bin ich an und für sich zufrieden. Die Farbe wird intensiv und ist ist super gut haltbar, die Haare fühlen sich kräftig an. Der Preis ist ok, die Ergiebigkeit durchschnittlich. Ich persönlich verzichte allerdings weitestgehend auf pikramat-haltige (künstlicher Farbverstärker) Haarfarben, sodass diese Farbe bei mir in Zukunft dennoch nicht häufig zum Einsatz kommen wird. Es gibt durchaus auch Alternativen, die ohne diesen bedenklichen Stoff auskommen und vergleichbare Farbergebnisse erzielen. Henna einzeln ist keineswegs schlecht, aber man muss aufpassen, was noch dazugemischt ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Leo56 veröffentlicht 15.04.2017
    BH
  • hollfehrenbach veröffentlicht 15.04.2017
    bh
  • TheDragonheart veröffentlicht 13.04.2017
    Daumen hoch!
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Produktdaten : Hennedrog Henné El Cahira

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Hersteller: Hennedrog

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 19/01/2007