Herbert Grönemeyer Live in Frankfurt 11. Juni 2011

5  15.04.2012

Pro:
Alles

Kontra:
nichts, wofür der Künstler etwas könnte

Empfehlenswert: Ja 

Blurred

Über sich:

Mitglied seit:08.04.2012

Erfahrungsberichte:33

Vertrauende:2

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HERBERT GRÖNEMEYER

Live in Frankfurt 11. Juni 2011

Davor

Das Grönemeyer Konzert letztes Jahr in der mit 42.000 Fans besetzten Frankfurter Commerzbank Arena war ein Konzerterlebnis der Extraklasse.
Schon von Anfang an war die Stimmung super und die Menschen um einen herum richtig sympatisch. Wir waren etwa eine Stunde vor Einlass am Eingang. Dort war tatsächlich weniger los als gedacht, so dass wir noch einen himmlischen Platz ganz vorne (etwa dritte, vierte Reihe) bekommen konnten. Der Einlass war tatsächlich etwas chaotisch. Etwa 20 Besucher wurden rein gelassen, dann wurde der Einlass unterbrochen und die Security wurde erstmal (wohl einem Vorgesetzten) runtergeputzt. Weswegen weiß ich nicht, ärgerlich war dieses Vorgehen allemal. Unschön war auch das Vorgehen des Personals beim Einlass in Bezug auf Digicams. Einer jungen Frau vor mir wollten sie ihre wegnehmen, was eine laute Diskussion nach sich zog (ich hatte meine zum Glück gut versteckt). Im Innenraum gab es dann, soviel ich mitbekommen habe, keine Probleme mehr mit den Kameras. Warum auch; es hat mittlerweile fast jeder ein fotofähiges Smartphone und darüber hinaus gab es auf Grönemeyers Homepage eine Rubrik, in der Fans ihre eigenen Bilder und Videos von den Konzerten hochladen konnten. Fotografieren war von der Seite des Künstlers her also eindeutig erlaubt und gewünscht. Warum dann dieser unschöne Aufstand seitens der Security sein musste, bleibt unverständlich.
Aber genug des Unschönen. Wie schon gesagt haben wir einen Spitzenplatz im Innenraum direkt an der Bühne weit vor dem ersten Wellenbrecher ergattert. Das Vorgehen war hier wiederum spitze: Es wurden Front Of Stage (FOS) Bändchen beim Eingang zu diesem Bereich ausgegeben. Wer eines hatte konnte rein und raus, wie er wollte (Nachteil: ewiges Getränke- und Essensholerei auch während des Konzertes!!). First come, first serve. Es wurden auch nicht zu viele Bändchen ausgegeben, so dass der FOS Bereich nicht so zum Bersten voll war, wie ich unangenehmerweise schon bei einigen anderen Konzerten erleben musste. Man hatte wirklich sehr viel Platz um einen herum. Kompliment zu diesem Vorgehen.
Durch die doch relativ lange Wartezeit bis zum Beginn, konnte ich mich noch mit der Bühne vertraut machen, die zwei lange Stege hatte, die der Band viel Bewegungsfreiheit ließen und auch den Zuschauern, die nicht in den vordersten Reihen standen, die Möglichkeit boten, auch mal ganz nah an Herbert zu sein.
Auch die Stimmung war hammermäßig. So etwas hatte ich vor einem Konzert noch nicht erlebt: Etwa eine halbe Stunde vor Beginn fingen Laolawellen an; aber was für welche. Das gesamte Stadion hat mitgemacht: Der Innenraum und die Tribüne zogen eine halbstündige Laoloawelle durch. Wahnsinn! Das war wirklich Gänsehautfeeling pur und schon vor dem Konzert eine super Party. Genial, wie Herr Grönemeyer es schafft, nur durch Vorfreude auf seine Musik solch eine wunderschöne Stimmung erzeugen zu lassen!
Als Vorband spielte Norman Sinn eine Mischung aus Pop-Rock und Hip Hop. Was er aber am besten konnte, war die Vorfreude der Zuschauer noch weiter aufzuheizen.
Währenddessen

So schön die Stimmung vor dem Konzert auch war, so langsam wurde es doch Zeit, dass der Meister sich die Ehre erweist. Es ging dann tatsächlich nach kurzen Umbauarbeiten recht schnell und die Band kam einzeln zum Intro von „Schiffsverkehr“ auf die Bühne, zuletzt Herbert Grönemeyer, selbst (Premiere!) mit E-Gitarre und die ersten drei Tracks des neuen Albums wurden am Stück gespielt. Ich muss sagen, dass die neuen Songs live noch einmal an Fahrt zulegen. Alles wirkt druckvoller und rockiger (gut, das ist je meistens so). Diejenigen, die vom neuen Album nicht ganz so überzeugt sind, habe live die beste Möglichkeit, sich überzeugen zu lassen.
Danach ein Block mit vier Klassikern: „Halt mich“, „Bochum“, „Musik, nur wenn sie laut ist“ und „Stück vom Himmel“ kommen gut und machen Spaß. Grönemeyer ist gewohnt zu Scherzen aufgelegt und sehr kommunikativ. Mit „Deine Zeit“ und „Zu Dir“ stellt die Band wieder zwei eher ruhigere Songs aus dem neuen Album vor, bevor „Männer“ und „Was soll das“ das Stadion in eine riesige Partylocation verwandeln. Danach rührt „Der Weg“ auch nach Jahren und hundert Hördurchgängen immer noch zu Tränen. Die Bühnenshow, also Videos, Lichteffekte usw. sind jeweils perfekt auf das jeweilige Lied abgestimmt. Alles wirkt wie aus einem Guss und ist sehr harmonisch. Mit dem neuen „Auf dem Feld“, eine Kritik des Afghanistaneinsatzes (was Grönemeyer in einem Statement dazu vor Beginn des Liedes auch sehr deutlich macht) wird es wieder rockiger und „Kopf hoch, tanzen“ regt, nunja, zum Mittanzen an. Danach die wunderschöne Ballade „Wäre ich einfach nur feige“. Bei „Alkohol“ steht das Stadion wieder Kopf und auch durch „Mensch“ kommen die Zuschauer nicht wieder auf die Füße. Dieser Song trägt auch nach fast 10 Jahren immer noch eine unglaubliche Faszination mit sich. Die Stimmung ist jetzt auf dem Höhepunkt, die Band muss das Lied verlängern, weil das Publikum einfach nicht aufhört, zu singen.Grandios geht es weiter mit meinen zwei Lieblingsliedern von Grönemeyer „Bleibt alles anders“ und „Zum Meer“ mit einer wahnsinnigen Lichtshow und Lasereinsatz. Phan-tas-tisch!!
Eine kleine Pause folgt, begleitet von obligatorischen „Zugabe“-Rufen. Dann geht es auch recht schnell aber ruhig weiter: „Land unter“ drückt bei mir zwar die Stimmung etwas, „Demo (Letzter Tag)“ macht dies aber wieder wett. Es folgt mein absolutes Grönemeyer Hass-Lied „Zeit, dass sich was dreht“. Aber live kann man es ertragen, vor allem, weil Herbert das Publikum wirklich richtig zum Mitmachen anheizt und so wieder eine schöne Partystimmung entsteht. Bei „Flugzeuge im Bauch“ fliegen von Fans gebastelte Papierflugzeuge und „Glück“ macht nur Gänsehaut. Bei dem herrlich selbstironischen „So wie ich“ greift Grönemeyer wieder selbst zur Gitarre (zwar reißen seine Saiten, das überspielt er aber gekonnt). Es folgt der Hidden-Track auf „Schiffsverkehr“ und Fanliebling „November“, der mich immer ein wenig an schwerfällige Metallica Songs aus der softeren Phase erinnert. Noch ein neuer Song „Lass es uns nicht regnen“, danach ein fulminantes „Vollmond“ bevor „Unfassbarer Grund“ einen zwar sehr ruhigen aber meiner Meinung nach passenden Abschluss eines phantastischen Konzerts bildet.

Die Setlist:
1. Schiffsverkehr
2. Kreuz meinen Weg
3. Fernweh
4. Halt mich
5. Bochum
6. Musik nur, wenn sie laut ist
7. Stück vom Himmel
8. Deine Zeit
9. Zu Dir
10. Männer
11. Was soll das
12. Der Weg
13. Auf dem Feld
14. Kopf hoch, tanzen
15. Wäre ich einfach nur feige
16. Alkohol
17. Mensch
18. Bleibt alles anders
19. Zum Meer
20. Land unter
21. Demo
22. Zeit, dass sich was dreht
23. Flugzeuge im Bauch
24. Glück
25. So wie ich
26. November
27. Lass es uns nicht regnen
28. Vollmond
29. Unfassbarer Grund

Die Songauswahl hat mir sehr zugesagt und ich habe mich gefreut, dass bis auf eine Ausnahme alle Songs aus dem neuen Album, das mir sehr gefällt, gespielt wurden.
Danach

Auch nach fast einem Jahr bin ich noch begeistert von dem Konzert. Es war eine wunderbare Party, grandiose Musik, ein zutiefst sympathischer Grönemeyer. Und das beste: Die Schiffstour geht dieses Jahr weiter und ich bin auch wieder dabei. Auch wenn die Konzerte dieses mal etwas kleiner ausfallen werden, da Herbert in Hallen spielt: Unbedingt anschauen. Es lohnt sich wie kaum ein anderes Konzert. Knapp drei Stunden Spielzeit für einen Kartenpreis von 52,-€ ist wirklich value for money. Grönemeyer-Fans: Lasst euch die Schiffsverkehr Tour nicht davon segeln. Springt noch mit an Bord, es lohnt sich!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
romantikramona

romantikramona

03.07.2012 17:30

früher mochte ich ihn nicht, aber in den letzten jahren hat er in jedem fall bei mir gewonnen. lg ;-)

verbatim158

verbatim158

15.04.2012 13:41

Was soll das / Alkohol / Vollmond finde ich die besten Songs von Herbert Grönemeyer. LG Jasmin

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