Hero (2003)

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Hero (2003)

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Visuelles Meisterwerk + Fest für die Sinne

5  08.06.2003

Pro:
fast alles (Darsteller, Choreographie, Inszenierung, Kamera, .  .  . )

Kontra:
fast nix

Empfehlenswert: Ja 

BillMaplewood

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Erfahrungsberichte:513

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Zhang Yimou gehörte lange zu den umstrittensten Regisseuren Chinas. Im Westen wurden seine Filme auf Festivals ausgezeichnet, in China sind sie zum Teil noch heute verboten (so sein Film „Leben!“). Dann wurde es ruhig um Zhang Yimou, er drehte zwar weiter Filme, doch ohne großen Erfolg im Westen. Nun meldete er sich aber zurück mit einem beeindrucken optischen Meisterwerk, welches aber auch Kritik einstecken musste, denn um dieses Meisterwerk zu realisieren, musste Zhang Yimou sich mit dem System arrangieren und so werfen Kritiker ihm jetzt vor, dass dem Film „Hero“ eine fragwürdige Ideologie zugrunde liegt.

I N H A L T
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Im dritten Jahrhundert vor Christus ist das heutige China in sieben Reiche zerfallen, die schon lange gegeneinander Krieg führen. Eines dieser Reiche ist das Königreich Qin und dessen König (Daoming Chen) hat sich das Ziel gesetzt in einem blutigen Feldzug alle anderen Reiche zu erobern und zu vereinen und damit Frieden für die Zeit danach über das neue große Reich zu bringen.
Schon seit zehn Jahren lebt er deswegen isoliert, denn ihm wurden drei gefährliche Attentäter entgegen geschickt, die ihn umbringen sollen und es vor drei Jahren auch beinahe schon einmal geschafft haben. Und nun kehrt ein namenloser Beamter (Jet Li) aus einer seiner Provinzen zu ihm und berichtet ihm, dass die Gefahr gebannt sei: Er habe die drei gefährlichen Attentäter Sky (Donnie Yen), Flying Snow (Maggie Cheung) und Broken Sword (Tony Leung) besiegt, drei Attentäter, die bis dato von ganzen Armeen nicht zu schlagen waren, vor allem das Liebespaar Flying Snow und Broken Sword, galt als unbesiegbar.
Neugierung lauscht der König den Erzählungen des Namenlosen, wie es dieser geschafft hat, diese drei großen Krieger zu besiegen. Doch mit zunehmender Fortdauer des Gespräches kommen dem König Zweifeln an der Geschichte des Namenlosen: Ist er vielleicht auch ein Attentäter und die anderen drei haben sich von ihm töten lassen, damit er es schafft nahe genug an den König von Qin zu kommen?

M E I N U N G
°°°°°°°°°°°
Warum wird sich so stark über die Aussage dieses Films gestritten, warum? Ist es die Tatsache, dass Zhang Yimou die Attentäter nicht heroisiert, obwohl einer von ihnen sogar der titelgebende „Hero“ ist oder ist es die Tatsache, dass er den König von Qin, einen - geschichtlich überliefert - blutrünstigen Tyrannen als einen weitsichtigen Herrscher darstellt, der nach Frieden strebt, der meint, dass er durch Blutvergießen einen ewigen Frieden herstellen kann, doch ist dies wirklich die Aussage des Films?

Zhang Yimou hat zwar darauf verzichtet es, wie Chen Kaige (der diese chinesische Gründungslegende unter dem Titel „Der Kaiser und sein Attentäter“ auch verfilmt hat) zu machen, und explizit grausame Verbrechen und Ermordungen des Königs zu zeigen, dies macht er nicht (außer in zwei Szenen, aber auch da nicht so intensiv wie Kaige), aber dies ist auch sein einziges Zugeständnis an das chinesische Regime, denn im übrigen verhält er sich zur Ideologie des Königs von Qin recht neutral. Natürlich transportiert das Ende die Botschaft, dass die blutigen Feldzüge des Königs legitim waren, da sie China „Frieden“ brachten, aber war dies in diesem speziellen Fall vielleicht nicht sogar so? Und unterstützt Yimou diese Aussage wirklich? Seinen Helden lässt er diese Aussage unterstützen, doch seine Heldin weint am Schluss darüber, sie teilt diese Aussage nicht, sie wurde bis dahin als die vielleicht intelligenteste der Attentäter dargestellt. Also doch wieder ein Stück Kritik? Vielleicht wird die ganze politische Auseinandersetzung um den Film auch nur überbewertet, weil gerade Zhang Yimou diesen Film dreht und wäre vielleicht bei einem anderen - schon immer Regime-freundlichem - Regisseur nie aufgekommen. Man sollte sich einfach von den Bildern des Films gefangen nehmen lassen.

Denn dies wird recht schnell passieren. Opulent und farbenfroh, wie kaum ein zweiter Film, nimmt Hero den Zuschauer gefangen, führt Yimou zusammen mit seinem australischen Kameramann Christopher Doyle den Zuschauer in eine trotz aller Konflikte und Kriege zauberhafte Welt, in ein Paradies.

Unterstützt von einer perfekten Ausstattung (und das ist keine Übertreibung „perfekter“ geht es einfach nicht) verzaubert Yimou den Zuschauer, schafft ein Kunstwerk sonders gleichen, besticht mit hervorragend choreographierten Kung-Fu-Kampfszenen, die sogar diejenigen aus „Tiger & Dragon“ noch einmal übertreffen. Dabei wirken die Kampfszenen nie wie stupide Prügeleien „Marke Hollywood“, sondern die Kampfszenen sind Kunst. Er taucht den Film in alle Szenen dominierende Farben, vier Stück an der Zahl, Rot für den Bericht des Attentäters, Blau und Grün für die Erzählung des Königs und die Wahrheit erzählt er dann in blütenweißen Farben!

„Hero“ führt den Zuschauer in die Irre, präsentiert immer wieder neue Versionen einer Geschichte, des „Kampfes“ des Namenlosen gegen die anderen drei Attentäter, aber der Film verwirrt den Zuschauer dabei nicht so, dass er den Überblick verliert.

Mit dem für diesen Film aus Hollywood heimgekehrten Jet Li, sowie Tony Leung, Maggie Cheung und Zhang Ziyi bietet „Hero“ die besten und bekanntesten Darsteller Hong-Kongs und Chinas auf, die allesamt eine hervorragende Leistung bieten, allen voran Maggie Cheung, deren Auftritte wahre Feste für die Sinne sind (grandiose Kampfszene im Herbstlaub) und Jet Li, dem man, wenn man nur seine Hollywood-Filme wie „Born 2 Die“ kennt, soviel Schauspielkunst gar nicht zutrauen würde.

F A Z I T
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„Hero“ ist jenseits von allen „vielleicht-Aussagen“ ein visuelles Meisterwerk, ein Fest für die Sinne, ein Film, bei dem man vor Staunen den Mund nicht mehr schließen kann, aber auch ein Film, der es in Europa schwer haben wird. Die größtenteils fehlende Emotionalität der Charaktere und das, die Schwerkraft ignorierende, durch die Luft wirbeln der Helden, wird einige Zuschauer befremden. Wem aber „Tiger & Dragon“ gefiel, dem wird „Hero“ auch gefallen, denn Hero übertrifft „Tiger & Dragon“ noch einmal.

9 Flying Snows auf meiner 10er Skala!

D A T E N
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Titel Deutschland: Hero
Originaltitel: Ying Xiong
Genre: Monumentalfilm, Action, Drama, Martial Arts,....
Hongkong/China 2002, FSK 12, Laufzeit: 98 Minuten

Darsteller: Jet Li (Nameless), Tony Leung Chiu-wai (Broken Sword), Maggie Cheung (Flying Snow), Donnie Yen (Sky), Chen Daoming (König von Qin), Zhang Ziyi (Moon)

Regie: Zhang Yimou
Produzenten: Bill Kong, Zhang Yimou
Drehbuch: Zhang Yimou, Li Feng, Wang Bin
Kamera: Christopher Doyle
Schnitt: Angie Lam, Zhai Ru
Musik: Tan Dun
Produktionsdesign: Huo Tingxiao, Yi Zhenzhou
Kostüm: Emi Wada
Ton: Tao Jing

W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Offizielle deutsche Homepage: http://www.hero-film.de/ (empfehlenswert)

Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0299977

Online Film Datenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=30573

© Björn Becher 2003

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Hatamoto

Hatamoto

20.01.2004 16:52

Habe den Film letztens in die Hände bekommen und bin hin und weg ... der helle Wahnsinn. Mal kein Film wo alles totgelabert wird, die Kampfszenen noch im Easternstyle stattfinden und eine Legende erzählt wird wie es sich für eine Legende gehört ... episch. Vor allem die Tonne an Statisten haben mich stark beeindruckt. der Steini p.s. das Königreich Qin (gesprochen Chin), war die Grundwurzel Chinas, ebenso wie der Qin zu China mutierte.

SVoigt2000

SVoigt2000

17.11.2003 14:40

Toller Bericht über einen sehr tollen Film. Du hättest allerdings etwas mehr auf die Farben und deren Aussage eingehen können. Bisher habe ich mich noch nicht an einen Bericht über dieses Meisterwerk gewagt, aber das werde ich wohl sehr bald nachholen. CU Stephan

peregrinus

peregrinus

22.06.2003 15:35

Kleinigkeit am Rande: China war nicht in 7 Reiche *zerfallen*, China wurde von Qin Shi Huang erstmals vereint und verdankt ihm auch seinen europäischen Namen. Die deutsche Synchro ist da etwas unpräzise. Die Staatseinigung durch Qin Shi Huang ist eher als Abschluß eines Konzentrationsprozesses zu sehen, an dessen Anfang -zig Kleinreiche standen - und an dessen Ende ein gewaltsam vereintes und kulturell vereinheitlichtes Großreich.

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