Hero (2003)

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Hero (2003)

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Lieb' es oder hass es

1  13.04.2006

Pro:
Schöne Bilder, gute Schauspieler, teilweise gute Kampfszenen, großes Budget, man will wissen wie es weitergeht

Kontra:
Das Fliegen, langweilig, Musik, die die Langeweile unterstützt, Kommunistenpropaganda

Empfehlenswert: Nein 

Gaara

Über sich: Übertreibt es nicht mit den Fragebögen. Yakety Sax.

Mitglied seit:29.05.2002

Erfahrungsberichte:124

Produktvideos:2

Vertrauende:52

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 151 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Wie viele anderen Bürger dieser deutsche Nation saß ich zur Fernsehpremiere von Hero, brav vor dem Fernseher und sollte mir diesen Film anschauen. Ich war eigentlich schon seit einigen Tagen relativ gespannt und der Teaser versprach auch so einiges. Auch wenn man sich die Bewertungen hier anschaut, sollte man ja einen sehr guten Film erwarten. Doch meine Erwartungen und Hoffnungen wurden auf das Bitterste enttäuscht.

Die epochale Geschichte

Hero soll eine Legende erzählen, die sich um den ersten Kaiser in spe von ganz China rankt. Früher war China nämlich in mehrere Einzelreiche zerteilt. Doch Shih Huang Ti wollte das Reich China und er setzte seine Ziele mit brutaler Gewalt durch. Dieses Thema ist so interessant, dass es gar viele Filme zu dem Thema gibt. Auch übersetzte und auch gute Filme. Hero handelt von einer Legende, die sich um jenen Shih Huang Ti rankt. Es geht um den Namenlosen, der drei Attentäter beseitigte, von denen sich der König bedroht fühlte. Es waren die stärksten Attentäter im Lande China. Nun beseitigte der Namenlose diese Attentäter und er bekam sogar eine Audienz beim Noch-König. Bei ihm berichtete er dann von seiner vermeintlichen Heldentat. Doch der König ist auch nicht auf den Kopf gefallen. Mehr möchte ich hier mal nicht verraten.

Ein buntes Spektakel

Visuell muss ich vor dem Regisseur den Hut ziehen. Er hat einige absolut faszierende Bilder auf die Beine gestellt. Der Film ist in verschiedene Kapitel unterteilt, denen allesamt je eine Farbe zugeteilt wurde. Doch der Regisseur benutzte nicht einfach nur verschiedene Kamerafilter, nein, er gestaltete die gesamten Kulissen mitsamt den Kostümen um. So kommt es nicht nur nach Blenden zu Farbenwechsel, nein, es gibt sogar einen sehr imposanten Farbenwechsel innerhalb einer Szene, bei dem einem gar der Atem stocken bleibt. Bei den Kulissen merkt man, wieviel Geld und folglich Arbeit in diesem Film steckt. Zu den Kulissen gehören auch oft eine unglaubliche Zahl an Statisten, die ihren Job so gut machen, dass sie aus dieser Zeit stammen könnten. Auch die CG-Effekte sind so gut, dass sie auch heute noch sehr ansehnlich und vor allem unscheinbar wirken. Tausende Pfeile ? Unmöglich mit echten Pfeilen, doch in einigen Szenen wurden tatsächlich dutzenden echte Pfeile verwendet. Der Aufwand war wirklich enorm. Oft weiß man einfach nicht, was nun CG ist , aber einige Szenen können einfach nicht ohne CG gemacht worden sein. Die Simulation von Wasser vor allem ist sehr gut gelungen.

Jet Li nicht auf dem Kampfhöhepunkt

Nicht so gut gelungen dagegen ist die, in Martial-Arts-Filmen (dazu zähle ich eben auch Wuxia Pian) sehr wichtige Arbeit mit den Kabeln. Wer ähnliche Filme gesehen hat, ahnt es schon : Es gibt viel Herumfliegerei. Doch auch bei Sprüngen musste ich mir oft auf die Lippe beißen, so offensichtlich war der Einsatz von Kabeln. Jet Li würde ich sowieso zutrauen, auch ohne Kabel einige gute Sprünge draufzuhaben. Jet Li hat sowieso längst bewiesen, dass er so einiges in Sachen Kampfkünste draufhat, daher ist es schade, dass man sein Potential nicht genutzt hat. Die Fliegerei ist dann noch ein ganz anderes Thema, klar gehört sie zum Wuxia Pian-Genre, aber ich halte sie nur für lächerlich. Die oft sehr schön choreographierten Fights werden durch 20-sekündige Flüge durch die Luft vermasselt. Diese Flüge wirken derart undynamisch, dass ich nur noch den Kopf schütteln konnte, so arrogant dass hier wirken mag. Nicht dass man solche Flüge nicht auch gut umsetzen könnte, was man in Ansätzen in Tiger&Dragon sehen konnte, allerdings störten mich da statt starrer Fliegerei durch die Luft strampelnde Kämpfer.

Die Schlafmusik

Noch störender bei den Kämpfen war die, durchaus gut gespielte, allerdings sehr einschläfernde Musik von Pipa, Erhu und Gu Zheng (?) gespielt. Am Ende gab es eine einzige etwas aggressivere Musik, doch das hat auch nicht unbedingt geholfen. Es ist mir schon klar, was die Musik bezwecken sollte, wahrscheinlich sollte man sich ganz auf dem Kampf konzentrieren und dem Kampf sollte auch etwas Legendäres anhaften. Mich hat die Musik aber nur abgestoßen, durchgehend diese Musik ist doch zuviel. Es gibt doch auch durchaus Möglichkeiten, die Musik einmal etwas spannender zu gestalten. Wenn ich mich wegen dieser langweiligen Musik aufrege, komme ich mir zwar wie ein Filmproll vor, aber sie vermieste mir immer mehr die Lust den Film anzugucken.

Die Erzählweise

Wie die Story aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, war auch recht interessant und das war dann am Ende auch meine letzte Motivation, den Film weiterzugucken, ich wollte dann doch wissen, wie alles ausgeht. Die Storyerzählung ist auch durchaus clever, das muss ich zugeben.

Die Schneckengeschichte

Doch leider ist das Erzähltempo sehr böse mir gegenüber gewesen, war es doch einfach langsam wie eine Schildkröte. Auch irgendwas beim Tempo bei den Kämpfen hat mir nicht gefallen, wo ja auch die Musik hinzugewirkt hat. Mich haben die Kämpfe einfach nicht wie zum Beispiel bei Ong-Bak richtig gefesselt, dass ich wirklich gespannt jede Bewegung mitverfolgt hätte. Das soll wohl auch nicht das Ziel des Filmes sein, die Kämpfe sind wohl eher der Weg.

Die guten Schauspieler

Auch die Schauspieler sind ein Pluspunkt. Auch wenn man bekannte Gesichter zuhauf sieht, ruhen diese sich nicht auf ihren Lorbeeren aus und liefern doch einen respektablen Job ab, nicht nur in Kämpfen, sondern auch in Dialogen. Den Charakteren kann man die Gefühlsregungen durchaus anfühlen und sie sind auch sehr nachvollziehbar. Allerdings sind die Synchronsprecher teilweise von der Stimmlage her nicht sehr passend und auch manchmal ungewohnt, wenn man die Schauspieler schon kennt.

Die Rechtfertigung

Greift mich bitte nicht an, da ich durchaus offen für alles bin, sogar bei manchen als Hollywoodhasser verschrien bin. Aber da geht die Liebe doch zu weit, ich persönlich kann leider nicht verstehen, wie man diese Fliegerei tolerieren kann. Einigen Menschen gelingt dies allerdings doch, was ich schon tolerieren kann, so ist es nicht. Ich möchte jetzt auch nicht das gesamte Genre angreifen, aber es sollte eben mal auch eine gegen den Strom schwimmende Meinung geben, das wollte ich hier nur einmal sagen.

Das Fazit

Mir hat der Film nicht so gut gefallen. Viele andere hingegen betrachten diesen Film als Meisterwerk und das respektiere ich. Hier gilt wohl entweder lieben oder hassen. Daher gilt meine Wertung nur, falls ihr genauso ein Mensch wie ich seid, was ihr wohl einfach nicht wissen könnt. Ich wollte eigentlich mehr als nur einen Stern wegen der sehr guten Optik vergeben, aber ich muss doch sagen : Ich habe mich halt doch meistens gelangweilt, daher meine minimale Wertung. Am Ende kann ich statt einem klaren Fazit nur sagen : Bevor man den Film nicht gesehen hat, kann man unmöglich wissen, ob dieser einem gefällt oder nicht.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Miem

Miem

04.04.2007 23:50

Hm, hab den nicht gesehen, aber Tiger&Dragon zum Teil (Anfang leider verpaßt) und da geb ich dir recht, der Film war zwar gut, aber als sich die Kämpfer in die Luft erhoben, war ich verwirrt.

temujin

temujin

02.09.2006 18:37

"Jet Li hat sowieso längst bewiesen, dass er so einiges in Sachen Kampfkünste draufhat," - naja...."Mich haben die Kämpfe einfach nicht wie zum Beispiel bei Ong-Bak richtig gefesselt" - der Vergleich hinkt nichmal mehr, der fährt schon im rollstuhl...dennoch ein sehr guter bericht und DAS meisterwerk ist der film wahrlich nicht

derDosch

derDosch

27.08.2006 00:34

Also die KApmfszenen fand ich zum Eil auch nicht gut, zu sehr asiatisches Kino (mit dem Fliegen, die Szene auf dem Wasser, schlimm). Allerdings hat mich die Erzählweise und die Bildgewalt auch sehr beeindruckt.

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  1. queenia
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